Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schmiedewerkzeuge aus Billighammer
Hallo,
was tun, wenn Profi-Schmiedehämmer unerschwinglich erscheinen? (Stückpreis ca. 50 Euro)
- Billighammer aus dem Baumarkt kaufen (ca. 6 Euro)
- Plastikstiel 'rausbrechen
- umformen
- normalisieren, härten, anlassen
Ergebnis siehe unten (erstes Bild: Original entstielt, Setz-, Kehl- und Schlichthammer - letzterer aus 1kg-Billig-Fäustel). Übrigens ergibt ein Billig-Beil desselben no-name-Herstellers einen prima Warmschroter.
Die Methode des Selbst-Herstellens hat außerdem den ungemeinen Vorteil der Schmiede- und WB-Übung.
Grüße
Äiler
Michael L.
13.06.05, 18:02
Womit hast Du es dens umgeformt wenn Du noch keinen Hammer hast?
Gruß MIchael
Naja, einen Hammer habe ich schon :p und eine Selbstbau-Gasesse auch. Sonst wird's schwierig, nur mit den Beißerchen...
Ich hatte tatsächlich schon so einiges gebaut und wollte mir nun die nötigen Hämmer kaufen, ich brauchte dringend einen Schlichthammer. Aber ich wollte einfach die 52 Eu plus Märchensteuer nicht ausgeben dafür. Und außerdem brauchte ich auch einen Kehlhammer und auch einen kleinen Setzhammer. Stückpreis jeweils um die 40 bis 60 Euronen... Da wär ich für 4 Hämmer gleich mal 200 Euro los gewesen!
Naklar, einen normalen Schlosserhammer muss man schon mal haben, ich nehme an, Deine Frage war vielleicht auch nicht ganz so ernst gemeint, oder? ;)
Grüße
Äiler
Hast du auch informationen bezüglich Stahl und WB?
Diese Methode des Geldsparens wäre für mich nämlich sehr interessant :cool:
Schöne Idee !!!
Hast du auch informationen bezüglich Stahl und WB?
Ja, lies mal den thread ein bisschen tiefer: "Material bei Billghämmern" oder so hieß er. Man sagte mir, das es sich höchstwahrscheinlich um C45 (1.0503) handelt, der bekanntermaßen billig ist, sich relativ einfach wärmebehandeln lässt und trotzdem gut für Hämmer taugt.
Übrigens nehmen die rennomierten Hersteller auch meist C45, allerdings dürfte es Unterschiede in der Wärmebehandlung geben, die dort entsprechend aufwändiger ausfällt. Aber das liegt ja dann bei Dir.
Viele Grüße
Äiler
Ich habe einen Schmiedehammer von Markus Balbach. Der ist auch aus C45, der Hammer, klar doch.
Das aufwendige daran ist der saubere Schliff von Finne und Bahn und die differentielle Härtung, nämlich jeweils Finne und Bahn hart, und obendrauf noch die Anlassbehandlung.
Gutes Handwerk kann nicht billig sein. Aber wer selbst schmieden kann, der hats halt in der Hand.
Ich glaub, beim nächsten Schmiedetreffen werde ich mal keine Klingen haben wollen, sondern eine Zange machen. Hab zwar einige, aber man lernt eine Menge.
Und selbstgemachtes Werkzeug ist schon obergeil.
Markus hat mir mal gesagt, er lege Wert darauf, dass jeder seiner Lehrlinge (ich mag dieses Neumodischdumme Ersatzwort nicht) sich Werkzeug selbst herstellt.
Deine Initiative, Äiler, finde ich deshalb besonders gelungen.
Wenn Du Dir C 45 als Rohmaterial besorgst, kommst Du auch nicht viel billiger weg. Die Idee, käufliches Werkzeug zu tunen ist gut.
Hallo,
gute Arbeit hast du da gemacht. :super:
War bestimmt nicht einfach den Schlichthammer
so breit zu schmieden?
Link
Michael L.
14.06.05, 08:50
Na meine Frage war halbernst gemeint. Nachdem mir zum Schmieden gar nichts zur Verfügung steht (weder Können noch Werkzeug noch Platz) wurde mir ebenfalls nur halbernst geraten mir doch erst mal nen Hammer zu schmieden :p .
na da brauchst keine Feinde mehr .
Gruß Michael
Hallo Äiler,
wenn ich Deine selbstgeschmiedeten Werkzeuge so sehe, möchte ich auch einen Schmiedelehrgang mitmachen. Weiter so, sieht echt gut aus.
Jim
Glück ist nur der Vorsatz glücklich zu sein!
Schmiede Markus Balbach
14.06.05, 09:28
Hallo Ailer,
auch ich finde Deine umgeschmiedeten Schmiedewerkzeuge sind gut gelungen.
Die Wahl der Art der Werkzeuge ist als Grundausstattung richtig.
Jetzt fehlt noch ein schöner Vorschlaghammer für den Zuschläger!
Welches Holz wirst Du für das Einstielen verwenden?
Gruß Markus
...
War bestimmt nicht einfach den Schlichthammer so breit zu schmieden?...
...in der Tat, mit dem Zweikilo-Hämmerchen musste ich da ganz schön drauf rummsen. Ich habe dann meine Tochter halten lassen und habe selbst mit dem Vorschlaghammer zugeschlagen, da ging's ein bisschen zügiger
...Nachdem mir zum Schmieden gar nichts zur Verfügung steht ...
Na, da hast Du ja auch gleich den richtigen gefragt...:)
Ich wollte Dich nicht veräppeln. Es gibt hier sicher viele, die wirklich ganz klein angefangen haben:
- 'n Billigschlosserhammer aus dem Baumarkt (12 Euro)
- Stück Eisenbahnschiene (40cm, umsonst oder 1 Euro beim Schrotti)
- Grillfeuer mit Fön (hat man sowieso)
Es geht, aber es ist mühsam - immerhin ein Anfang. Um eine Klinge zu schmieden dürfte das sogar wirklich schon ausreichen, denn das Schmiedegut ist recht klein, und das kann man auch mal im Garten machen.
Schnell wird man Lust auf mehr kriegen, denn wenn man beim Schmieden einmal "Feuer gefangen" hat, kann man's nicht mehr lassen :super:
...möchte ich auch einen Schmiedelehrgang mitmachen...
Nun, ich habe jetzt keinen Schmiedekurs gemacht, aber als Lehrling mal 1 Woche geschmiedet, da weiß man wenigstens, an welcher Seite man den Hammer halten muss ;)
Aber im Prinzip ist das schon so, wenn man das noch gar nicht gemacht hat, gibt es einfach zu viele Fragen, da ist ein Kurs natürlich toll. Ich weiß nicht, wo Du wohnst aber die Kurse in Aachen kann ich sehr empfehlen, auch sehr preisgünstig!
...auch ich finde Deine umgeschmiedeten Schmiedewerkzeuge sind gut gelungen...
Oh, vielen Dank!
Ein Vorschlaghammer komplett neu zu schmieden wäre natürlich eine Herausforderung, allerdings müsste ich mir da erstmal die Lochdorne schmieden, und so 'ne große Zange auch... :)
...Welches Holz wirst Du für das Einstielen verwenden?...
Naja, mal schauen, was der heimische Wald so bereithält. Haselnuss? Ich habe mir auch eine Esche gefällt und aufgeschnitten, die wollte ich aber noch ein Jährchen liegen lassen, außerdem würde ich die eher für verkeilte Stiele nehmen wollen.
Was denkst Du?
Schmiede Markus Balbach
15.06.05, 08:09
Naja, mal schauen, was der heimische Wald so bereithält. Haselnuss? Ich habe mir auch eine Esche gefällt und aufgeschnitten, die wollte ich aber noch ein Jährchen liegen lassen, außerdem würde ich die eher für verkeilte Stiele nehmen wollen.
Was denkst Du?
Esche ist gut für verkeilte Hammerstiele. Sollte schnell gewachsen sein! Ansonsten noch besser ist Robinie.
Haselnuss ist reichlich wohl immer vorhanden und für die nicht verkeilten Stiele brauchbar. Hält aber nicht so sehr lange. Esche würde hierbei auch gehen.
Gruß Markus
Michael L.
15.06.05, 08:58
Einen Grill samt Heissluftpistole habe ich schon geliefert. Sozusagen eine Kernschmelze im Kleinformat.
Gruß MIchael
Einen Grill samt Heissluftpistole habe ich schon geliefert. Sozusagen eine Kernschmelze im Kleinformat.
Gruß MIchael
Gut eignen tut sich ein Grill, der aussieht wie ein "Kanonenofen". Sind schwarz, rund, aus Gußeisen und kosten ca. 15 Euro. Halten verdammt viel aus und mit passendem Geblaese (mein Foehn war leider zu schwach) denke ich, dass man auch damit schweissen kann.
Ein weiterer Vorteil ist, wenn man mit Holzkohle schmiedet, dass man nach getaner Arbeit den Rost wieder einhaengen und seine Wuerste/Flesich darauf grillen kann.
Dann hat man eine "Gresse" (Grill/Esse) :D
Gruss
Harald
Einen Grill samt Heissluftpistole habe ich schon geliefert. Sozusagen eine Kernschmelze im Kleinformat.
Der Rekord steht auf 3 Sekunden. ;)
http://www.doeblitz.net/ghg/
Seeeehr nette Filmchen auf der Seite. *wooosh*!
-Walter
... Übrigens ergibt ein Billig-Beil desselben no-name-Herstellers einen prima Warmschroter...
Und hier noch der Warmschroter. Die typische Beilform habe ich mit dem Winkelschleifer etwas "angepasst", durch die stark gewölbte Form bringt die Schneide sowieso nur in der Mitte ihre Funktion.
Beim Schleifen immer gut kühlen, sonst verliert die Schneide an Schärfe (Erwärmung über Anlasstemperatur).
Schroten:
- weiches Eisen unterlegen!!
- Hammer nicht zu klein wählen (2 kg)
- nach vier oder fünf schnellen Schrotschlägen "Schrotbeil" kühlen!!
- besser das Werkstück mal wenden, als komplett von einer Seite durchschroten
- zum Schluss mit etwas Gefühl schlagen
Das war's. Übrigens, wer in den Baumarkt geht: beachtet mal die Laserung auf dem Billigbeil und schaut mal bei den Markenbeilen, ob die nicht zufällig genau exakt die gleiche Laserung haben, dafür aber einen tollen Holzstiel mit schöner schräg getunkter Farbe und einem deutschen Markennamen, der einen ehrfürchtig den Blick senken lässt. Was meint Ihr wohl, wo "Gammatools" seine Beile schmieden lässt? :D
Grüße
Äiler
Prima Sache, Äiler.
Und was die Beile usw. aus Baumärkten angeht, so ist - neben dem Visuellen Betrachten auf Sauberkeit - eigentlich folgendes wichtig:
Beile und Äxte sind genormt und müssen eigentlich alle eine Kennung tragen z.B.
DIN 7287 Güteklasse A oder B
Dabei ist A etwa C60 mit Härten zwischen 51 und 56 HRC
B im wesentlichen C35 mit Härten zwischen 47 und 55 HRC.
Auch muss der Anschliff ballig sein (sonst heißt das Dings wahrscheinlich "Freizeitbeil" oder so) und die Härtung muß differentiell sein, d.h. von der Schneide ausgehend 30 mm gehärtet, der Rest weicher. Drum sollte man ja auch nie ein Beil als Hammer auf harten Gegenständen missbrauchen. Das Auge verformt sich, der Stiel wird locker....
Langer Rede kurzer Sinn: wenn das DIN Gedöns draufsteht, sollte das Beil (die Axt) in Ordnung sein.
Ich hab auch schon im Bauhaus Pferd-Feilen und Nicholson-Feilen gefunden. Man achte auf die Herstellerlogos.
Dass nur der vordere Teil hart ist, ist natürlich für den Schroter von Vorteil, denn wäre das Hinterteil auch hart, wäre es eine schlimme Sache, mit dem Hammer draufzuschlagen - als Jugendlicher habe ich mal zwei Hämmer aneinander geschlagen. Erfolg: Die abgesprengten Splitter waren derart scharf, dass sie ohne Probleme meine Jeans durchschlugen und tief in meinem Fleisch saßen - ich habs fast nicht gespürt...
Andererseits könnte sich - wie Du schon sagst - auf Dauer das Auge verformen. Wir werden sehen, was geschieht, bis jetzt hälts gut.
...Beile und Äxte sind genormt und müssen eigentlich alle eine Kennung tragen...
Jetzt haben wir auf meinem Warmschroter stehen "HS - 600g - DIN - 5131". Was sagt uns denn diese DIN, weißt Du das zufällig? Eine Güteklasse ist nicht angegeben, hast Du eine Vorstellung, welches Material das ist?
Grüße
Äiler
Puh, ausgerechnet diese Norm fehlt mir. Der Titel ist "Beile". die 5132 geht über Stiele.
Ich werd mal sehen, ob ich an diese Norm herankann.
Melde mich dann wieder.
Puh, ausgerechnet diese Norm fehlt mir. Der Titel ist "Beile". die 5132 geht über Stiele.
Ich werd mal sehen, ob ich an diese Norm herankann.
Melde mich dann wieder.
Notfalls kann man die auch bestellen. Kostet 17,40 oder so:
http://www.beuth.de/
Eigentlich sollte aber jede Uni-Bibliothek die DIN Normen haben.
-Walter
Michael L.
16.06.05, 13:19
@ Walter:Naja ganz so schlimm wars bei mir dann doch nicht, trotz meines mangelnden handwerklichen Feedbacks hab ich den Reaktor rechtzeitig runtergerfahren.
Wenn ich Platz hätte :mad: alles andere ließe sich lösen. Naja die zweilinken Hände bleiben
Gruß Michael
So, ich hab die Norm. Steht aber nix über Werkstoff drin. Das wird alles über die DIN 7287 geregelt. Ich habe mal die mir bekannten Normen auf das für uns wesentliche konzentriert, mach dazu einen neuen Thread auf. Ich denke, das interessiert viele Leute.
das findet man jetzt hier (http://www.messerforum.net/showthread.php?p=208403#post208403)
@walter: Danke fürs Angebot, hab das auch über beuth bezogen, das ganze dauert nur ein paar Minuten und kostet knapp 18 Euro. War mir die Sache wert.
Hatte auch mal versucht, das über die Hochschule zu bekommen, aber ausgerechnet die Norm ging irgendwie nicht. Egal, jetzt hab ich alle, die ich in dem neuen Thread zitiert habe. Die Deutschen gehen manchmal wundersame Wege,...
Allerdings verstehe ich dann nicht, wieso das Beil von Äiler nicht korrekt gekennzeichnet ist. HS ist wohl der Hersteller und hat nix mit Güteklasse und nix mit Kohlenstoffgehalt zu tun, oder?
Pax_optimarerum
17.09.09, 23:37
Finde den Thread echt klasse, und habe auch die Sufu benutzt, aber nix zu meiner frage gefunden, die da wäre, ob für Hämmer auch C60 Stahl geeignet ist? Oder ob der Stahl schon zu Kohlenstoffhaltig, also zu hart ist?
Andere Frage wäre da ich erst Anfange mit den schmieden, ob die Hammerbahn also womit ich später haue, genau so gehärtet und angelassen wird wie beispielsweise ein Messer?
Mfg
Pax
Finde den Thread echt klasse, und habe auch die Sufu benutzt, aber nix zu meiner Frage gefunden, die da wäre, ob für Hämmer auch C60-Stahl geeignet ist? Oder ob der Stahl schon zu kohlenstoffhaltig, also zu hart ist?
Andere Frage wäre, da ich erst anfange mit dem Schmieden, ob die Hammerbahn - also womit ich später haue - genau so gehärtet und angelassen wird wie beispielsweise ein Messer?....
C60 ist nicht "härter" als C45, aber man kann ihn so behandeln, dass er etwas härter wird. Bei Stahl zählt übrigens nicht nur der Kohlenstoffgehalt, sondern auch das Gefüge! Ein Hammer aus C60 wäre durchaus etwas Feines, aber wie andere Schmiedehämmer auch sollte er geringfügig weicher sein als die Ambossbahn. Daher werden solche Hämmer nach dem Härten mit ca. 280°C angelassen.
Gruß
sanjuro
Auch ich finde die Idee des Umarbeitens von Billighämmern toll! Ich hätte allerdings noch eine Frage zu dem Haus des verarbeiteten Hammers:
Wenn ich einen Fäustel stauche, um daraus einen Schlichthammer zu formen, wird das materiell deutlich dünnere Haus ebenfalls der aufgebrachten Energie ausgesetzt. Dadurch rechne ich mit einer Verformung insbesondere des Auges.
Wie könnte man dem entgegenwirken?
Ich könnte mit unter Anderem vorstellen, dass man ein passendes Stück Stahl als Platzhalter beim Schmieden ins Auge steckt, um einer Verformung entgegen zu wirken. Zum Anderen sollte man natürlich versuchen, die Hitze möglichst gezielt auf den absichtlich verformten Teil des Hammers zu konzentrieren.
Bei der Metode mit Platzhalter hätte ich allerdings die Sorge, dass sich dieser verkeilt und im Nachgang nicht mehr aus dem Werkstück herauszubekommen ist.
Hat jemand Erfahrungswerte mit dem Umschmieden von Hämmern? Wie würdet ihr vorgehen um das Auge im Originalzustand zu erhalten?
Noch etwas: Wenn ich richtig informiert bin, wird ein Schlichtwerkzeug lediglich aufgesetzt und von oben mit einem Hammer geschlagen, um ein schräges Auftreffen auf dem Werkstück auszuschließen. Das bedeutet für mich, dass die Rückseite nicht gehärtet sein sollte, um nicht am Ende den schlagenden Hammer zu beschädigen. Richtig?
gast131009
10.10.09, 18:26
Hallo
Hast eigentlich schon alles selbst erkannt.
Nur punktuell erwärmen, ggfs nen konischen Dorn einführen, der hilft evtl auch bei der Handhabung.
Wenn man´s gans schick machen will bestreicht man den Dorn vorher mit Graphit oder Molybdändisulfat das schmiert und hilft beim entfernen.
Und den Nacken nicht härten oder ziemlich hoch anlssen damit nichts splittert! (Schutzbrille!)
Für die Leute die meinen dass immer alles nochmal billiger geht : http://www.messerforum.net/showthread.php?t=75699
Sehr unlustig wenn einem der halbe Hammerkopf um die Ohren fliegt.....
.....Wenn man´s ganz (!) schick machen will, bestreicht man den Dorn vorher mit Graphit oder Molybdändisulfat, das schmiert und hilft beim Entfernen......
Üblicherweise nimmt man dazu Kohlestaub oder -krümel. MoS2 ist Molybdändisulfid, nicht -sulfat. Gibt aber eine kleine schwarze Schweinerei, während die Kohle friedlich verraucht.
Gruß
sanjuro
gast131009
13.10.09, 15:23
Ok Sulfit, aber solange man nicht auf die Idee kommt MoS2 Paste zu verwenden ist das genauso schmutzlastig wie C.
O.k., Sulfit, aber so lange man nicht auf die Idee kommt, MoS2-Paste zu verwenden, ist das genauso schmutzlastig wie C.
Nein, das Sulfit hätte eine SO3-Gruppe, aber hier ist es ein Sulfid (habe ich doch auch geschrieben!). Das ist eine Metallverbindung mit Schwefelwasserstoffsäure, nicht mit schwefliger Säure.
Gruß
sanjuro
ich hol den thread nochmal ans licht. hab da nähmlich noch die ein oder andere frage bezüglich der wärmebehandlung und zum umformen.
wenn ich das richtig verstanden habe, hast du schmiedetechnisch umgeformt. verzieht dabei nicht das auge oder hattest du nen dorn parat?
Hast du differentiell gehärtet? und wenn ja wie? einfach nur die bahn eintauchen geht ja schlecht, wenn man noch eine brauchbare finne haben möchte. Bei messern funtzt ein lehmmantel bekanntlich ja ganz gut aber auch bei sowas massigem wie nem hammer?
wie lange sollte man anlassen? ich würde den elektroofen nutzen (müssen), also max 250°C wenn er das hält, was er verspricht...
edit: ich werde denke ich vorsichtig mit der flex den hammer ballig schleifen und dann am bandschleifer die feinarbeit machen. mit wassereimer geht das denke ich ganz gut, vor allem wenn die anlasstemperatur etwas höher gewählt war. im zweifel muss man halt erfahrungen machen.
Wenn Du den Hammer ganz neu selber machst, brauchst du auch einen Dorn. Beim Verändern von "Billighämmern" beim Umschmieden auch, nicht jedoch wenn du die Nr.: "aus groß mach klein" wählst.
dann tuts auch die feine Scheibe auf der Flex und das oben beschriebene Feinschleifen
Vgl. mal damit, hab ich letzt gemacht:
http://www.messerforum.net/showthread.php?p=712882#post712882
Das Anlassen im Elektroofen geht auch gut, dann eben zweimal 1 std und Du musst keine Angst haben, dass die Hammerbahn zu hart für den Amboss ist..
Grüße
Ist zwar auch schon wieder etwas älter aber:
a) diese Art von Schmiedehämmer sollten nur auf der Werkstückseite gehärtet sein.
b) Anlassen geht auch gut mit der Restwärme. Also z.B. den Kehlhammer vorne abschrecken, schnell mit Feile eine Fläche blank reiben, dann bei z.B. Anlassfarbe Violett (280 Grad) in ein Gefäß mit ca. 1 cm Wasser stellen und abkühlen lassen.
c) ist das Auge bei so einer Aktion relativ egal da der Stiel sowieso nicht verkeilt wird (prellt sonst zu stark). Ich nimm dafür meist weicheres Holz mit doppelter Stiellänge und halte den Hammer kurz hinter der Stielmitte, da prellt dann fast gar nichts mehr.
Grüße, Werner
..... ist das Auge bei so einer Aktion relativ egal, da der Stiel sowieso nicht verkeilt wird (prellt sonst zu stark). Ich nehme dafür meist weicheres Holz mit doppelter Stiellänge und halte den Hammer kurz hinter der Stielmitte, da prellt dann fast gar nichts mehr.....
Nicht jeder Kehlhammer ist ein Gesenkhammer, ein kleiner Kreuzschlaghammer ist auch eine Art Kehlhammer. Ich kenne einige Schmiede, die einen solchen gern zum Recken und Breiten benutzen.
Gruß
sanjuro
Moin.
Kann man ohne Federhammer (per Hand) das Auge eines Hammers eigentlich Feuerschweißen? Also altes Auge zu - neues Auge rein. Ich dachte so an Hämmer bis 800 Gramm.
Hat das schonmal wer gemacht?
Moe
... Also altes Auge zu - neues Auge rein. Ich dachte so an Hämmer bis 800 Gramm. ...
Hallo,
also man kann fast alles machen, die Frage ist aber ob sich das in irgend einer Weise rentiert. (Aufwand, Qualität, Kosten,...)
Du schreibst nicht was du genau mit dem Hammer anstellen willst, aber schon einmal daran gedacht, sich ein Stück Vierkannt-Stahl zu besorgen? Dürfte dann von der Form her in etwa dem entsprechen was nach dem Stauchen und Schweissen von dem alten Hammer übrig geblieben ist, nur wahrscheinlich etwas stabiler.
Machen wollt ich das nicht. Hab mich nur gefragt ob das geht. Das es ein ziemlicher Aufwand wäre ist klar. Ich dachte nur das es ja besser wäre wenn man das Auge zuschweißt, weil man dann ein neues machen kann. Und damit die Proportionen besser bestimmen kann.
vBulletin® v3.8.7, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.