Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Planschmieden
Hallo Schmiede,
Mit was für Werkzeug schmiedet ihr eure Klingen, bzw fertige Damastpakete plan? Wenn ich schmiede sind danach etliche Krater im Stahl, die man fast nicht rausschleifen kann, da sie einfach zu Teif sind.
Mit Was kann man dem Abhilfe schaffen?
Danke schon mal im Vorraus
Hallo Michael
Ist einerseits viel Übung bis eine Öberfläche gleichmäßig aussieht. Vor dem Schleifen schmiede ich einen Durchgang im unteren Hitzebereich mit leichten schellen Schlägen. Soll die Oberfläche besonders fein aussehen, lasse ich den Stahl ganz abkühlen und gehe mit dem Hammer vorsichtig über die Fläche. Vermeide den Wärmebereich 300-500 Grad, die Gefahr von Gefügerisse ist hier besonders groß.
Eine Anfangsübung bei meinen Schülern: Baustahl 12/12, oder auch Flachstahl 20/5 im kalten Zustand gehämmert, dabei abwechselnd den Hammer eine Strecke leicht zur rechten Seite geneigt und dann wieder zur linken Seite. Der Stahl sollte sich dabei leicht schlängeln. Da man bei der Übung nichts nichts falsch machen kann, hat man Muße sich nur auf die Schönheit der Schlagstrukturen zu konzentrieren. Ein wichtiger Nebeneffekt ist das die linke Hand, die den Stab hält, sofort eine Rückmeldung bekommt wenn sie den Stab nicht genau auf dem Amboss gehalten hat.
So bekommt Muttern einige schöne Rankstäbe für den Garten oder Balkon.
Gruß Hans-Peter
Danke fr deine Antwort !
Aber verprellt man den Stahl nicht, wenn man ihn in kaltem Zustand schmiedet? Und soll man einen schweren oder einen leichten Hammer verwenden?
gast31082009
30.05.05, 18:52
Hallo
Ich habe schon einigen Damastschmieden `über die Schulter` geschaut.
Nicht nur beim Messerschmieden, sondern auch bei `künstlerischen` Arbeiten wie Kreuzen oder Gedenktafeln.
Sorry, bitte nichts falsch verstehen, aber es erschien mir oft so, daß man zumindest im künstlerischen Gestaltungsbereich ganz gut mit Unebenheiten leben kann. Der oberflächenbehandelte Damast verzeiht durchaus einige Unebenheiten, weil er durch seine Zeichnung sowieso eine gewisse ´Tiefe`schafft und das so entweder verschwimmt, oder als gewollt erscheint.
Bei Damast, der nun wirklich gerade ist, glaube ich in den meisten Fällen an absolute Professionalität, was die Verschweißung und die anschließende Oberflächenbehandlung angeht.
Federhammer/Lufthammer, Flächenschleifmaschine, jahrelange Berufserfahrung, usw.
Ich persönlich kann gerade mal ein paar Lagen Anfängerstahl verschweißen.
Nicht vorzustellen, wie ich mich fühlen würde, bekäme ich eine Damastklinge in etwa so geil hin wie Claymore.
Schmiedetextur, mit entsprechendem Anschliff, bei gleichzeitig fetter Klingenstärke.
Genug gelobt.
Ich weiß nicht genau, was du herstellen möchtest, und wie tief deine Riefen nach dem verschweißen sind.
Sag´s mal genauer, oder zeig es mal.
Stefan
Danke
Ein Bild habe ich gerade nicht zur Verfügung. Ich habe auf dem Hammer In in Asperg einige alte Feilen umgeschmiedet. Bei der, die mir am besten gelungen ist, sind die Dellen schon recht tief. Ca 1,5 mm, grob geschätzt. Bei dieser Klinge empfinde ich das aber nicht als stören, eher sogar als schön, da es eine art Bowie werden soll. Da finde ich diesen "gebrauchten" Touch passend. Aber ich habe auf dem Treffen auch (unter Anleitung) ein Stückchen verschmiedetes Drahtseil mit Heim genommen. Es ist noch rund, dass soll sich aber bald ändern :hehe: . Und da wäre eine Plane Oberfläche nicht schlecht, damit die Struktur auch überall zu sehen ist, und nicht durch schwarze Flecken gestört wird.
Jetzt hab' ich mir halt gedacht, entweder ich schmiede eine plane Oberfläche, oder ich halt den Damast an den Bandschleifer, wobei ich wahrscheinlich zuviel Material abtrage. Von daher wäre es beim Schmieden eigentlich am logischten , eine plane Oberfläche zu hämmern.
In nächster Zeit soll bei mir auch noch richtiger Damast auf der Liste stehen, von daher wollte ich schonmal vorsorgen :cool: .
Daher meine Überlegung: Großer Hammer = wenige große tiefe Dellen
kleiner Hammer = viele kleine flache Dellen
heißer Stahl = leichte verformbarkeit, aber schnel viele Dellen
kalter Stahl = schlechte Verformbarkeit, große Kontrolle, aber Stahl wird verprellt ( :confused: )
doppelkopp
30.05.05, 21:54
hallo,
ich bin auch anfänger und schmiede seit ca 1,5 jahren. zuerst hatte ich auch dieses problem. dann habe ich mir einen 800 gr. hammer plangeschliffen, weil dellen in der oberfläche, die kanten habe ich alle rundgeschliffen, ebenso die ecken, dann sind die dellen im werkstück nicht mehr so gravierend, mittlerweile hat sich mit einiger Übung auch das gelegt.
ansonsten mache ich es auch so wie oben beschrieben (relativ kalt begradigen)
viel spass noch , christoph
cool, Danke für die Tips :super:
Hallo Laze,
Warum die schwierige Entscheidung zwischen Planschmieden und Bandschleifer? Wie wärs wenn Du so Plan wie möglich schmiedest und den Rest mit dem Bandschleifer erledigst. Eine schöne geschmiedete Oberfläche wird sich später mit zunehmender Übung von selber einstellen.
Tiefe Rillen und Dellen sprechen eigetlich dafür, daß der Hammer leicht verkantet war. Dagegen kann das von Doppelkopp beschriebene runden der Ecken und Kanten helfen. (Die meißten Hämmer die man neu kauft sollten sowieso dieser Behandlung unterzogen werden, wenn man nicht nur Nägel oder Meißel damit treiben möchte)
Gegen das Verkanten des Hammers hilft leider nur Übung.
Habt ihr schon mal an die Möglichkeit eines Schlichthammers gedacht.
Das sollte mit ein wenig Übung recht plane Flächen ergeben.
oft dauert das ausschmieden zu lang, es wird zu oft erwaermt, zu wenig geschmiedet. dann gibt es auch noch eingebrannte krater, eingeschmiedetet schlacke und natuerlich die verkanteten schlaege.
wenn die klinge fertig geschmiedet ist, nochmal gut erwaermen bis sich die schlacke an der oberflaeche gut mit der stahlbuerste entfernen laesst(gluehend), dann nochmal mit leichten kontrollierten schlaegen ueberschmieden.
andere moeglichkeit, wasser auf den amboss, dann springt beim schmieden mit lautem knall die schlacke ab, sauber und glatt: aber forsicht mit legierten staehlen, die moegen dass nicht.
vor dem letzten schmieden, borax auf die klinge, erwaermen, abbuersten und ueberschmieden
newtoolsmith
31.05.05, 15:30
@stafan h:
besonders deine Erwähnung der Schlacke finde ich zutreffend.
Die gröbsten Oberflächenschäden sehe ich durch das einhämmern von Schlacke in die Oberfläche.
Deshalb lohnt sich das feinschmieden nach dem Abbürsten der Schlacke bei geringer Temperatur. Es darf natürlich nicht viel neue Schlacke entstehen.
Bei dem Wasser wäre ich auch vorsichtig denn der Knall ich heftig, wenn das Wasser bei plötzlicher Hitzeeinwirkung schlagartig verdampft.
MfG
newtoolsmith
cool, so viele Antworten. Das nenn' ich ein hilfsbereites Forum.
DANKE :super:
Hi Lazedress,
wie in irgend einem frühren Kommentar schon beschrieben, hat das Wasser auf dem Amboß das Problem, daß es auch mit einem Knall ( ist gleich Lärm ) verdampft. Außerdem ist eine Schutzbrille zu empfehlen, weil die Schlacke fluchtartig das Werkstück und den Amboß verlässt.
Ich bin seit einer Woche und zwei Messerrohlingen stolzer Besitzer eines Habermann-Hammers von Angele (Kleine Schleichwerbung).
Er liegt super in der Hand und fliegt durch den besseren Schwerpunkt fast von allein richtig auf das Eisen.
Hau rein!
Gruß
Pitt
Christopher
28.06.05, 19:50
hallo,
ich würde mich bärtram anschließen und dir einen schlichthammer ans herz legen, gibts bei angele zum beispiel...
ich habe selbst leider keinen, habe aber bei einem messerschmiedekurs damit gearbeitet...
das dumme ist nur, dass du dafür am besten noch einen zuschläger nimmst, da man ja mit dem schlichthammer selbst nicht schlägt, sondern mit einem anderen hammer daraufschlägt...
ist aber echt wahnsinn, wie glatt man damit eine oberfläche bekommt... man kann ihn auch zur hilfe nehmen, um die schneide so wenig ballig wie möglich zu schmieden (ich hoffe du verstehst was ich meine)...
n tolles teil!
schönen abend noch
christopher :D
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