Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feuerschweissung hält nicht
mikromeister
04.05.05, 18:28
Ich habe heute eine kleine Feuerschweissung versucht , ganz nach Anleitung.
Alle Indizien sprechen auch dafür dass es eigentlich funktioniert hat, aber beim Bruchtest sind die Teile relativ leicht wieder auseinandergesprungen.
Beim Schweissen ist das Borax rausgespritzt, beim 2. Erhitzen war klar zu sehen, dass 90% der Fläche thermischen Kontakt hatten und eine kleine Stelle am Rand nicht verschweisst war.
Die Bruchstelle zeigt sich metallisch blank ohne jede Oxidationsspuren.
Ich denke ich habe recht kalt geschweisst weil die Teile sehr klein waren. ausserdem habe ich nach dem Schweissen die Teile zwar nochmal geschmiedet, aber nicht sehr viel.
Frage:
Ist das ok so und eine Feuerschweissung hält eben nicht mehr?
Hätte ich nachher noch mehr verformen müssen?
Ist was prinzipiell schief gelaufen?
Uli Hennicke
04.05.05, 19:59
Hört sich nach etwas zu kalt an.
Was hast du denn versucht zu verschweißen?
Grüße Uli
doppelkopp
04.05.05, 21:14
Hallo,
ich mache auch schon seit einiger Zeit versuche mit dem Feuerverschweißen, das klappt auch mittlerweile in den meisten Fällen, aber mir sind die ersten 5 bis 10 verschweißungen alle wieder aufgegangen. Mittlerweile habe ich etwas Gefühl dafür entwickelt, aber ich interessiere mich für diesen Bruchtest kann jemannd ein kurzes wort darüber verlieren?
Beim Schweissen ist das Borax rausgespritzt, beim 2. Erhitzen war klar zu sehen, dass 90% der Fläche thermischen Kontakt hatten und eine kleine Stelle am Rand nicht verschweisst war.
Die Bruchstelle zeigt sich metallisch blank ohne jede Oxidationsspuren.
sorry, dass ich mit meinen 2/3 fehlerhaften verschweißungen meinen senf ablass.
- kann es sein, dass die teile nicht gut plan im paket waren ??
grüsse ,..
mikromeister
04.05.05, 21:50
Die Teile waren aus Feld- Wald- und Wiesenbaustahl und alles andere als plan.
Nach meinen Informationen sollen aber die Parter gar nicht plan sein, weil dadurch die Gefahr des Boraxeinschlusses vermindert ist.
Dass es zu Kalt war kann ich mir wie gesagt sehr gut vorstellen, weil die kleinen Teile vom Schweissbrenner zum Aboss schon abgekühlt sind.
Es waren die zwei etwas ausgeschmiedeten Enden von 8mm Rundmaterial. Also etwa 12x12x2mm je Schweiss-Partner an einem entsprechend langen "Mutterstück"
Ich habe beide Teile zusammen in der Zange gehalten, das sie etwa 1mm auseinanderstanden, und dann zusammen erhitzt und draufgehauen.
Ist schon klein, aber ein Damastpaket hat auch nur ein paar mm dicke Bleche am Anfang.
Hätte man das nun reparieren können durch Erhitzen und nochmaliges Überschmieden oder muss das beim ersten Mal passen?
doppelkopp
04.05.05, 22:09
meiner bescheidenen erfahrung nach hat es sich auch am sichersten erwiesen, dass die stahlpakete plan und blank, so mit am besten keinem zehntel mm abstand gut in borax und sand eingekleidet sind.
Ich habe beide Teile zusammen in der Zange gehalten, das sie etwa 1mm auseinanderstanden, und dann zusammen erhitzt und draufgehauen.
böser fehler, wenn du ohne fixierung "draufhaust", wird es sich irgendwo aufschmeißen.
platten also punktschweißen.
plan sollte unbedingt sein, eine verschweißung sollte ohne sauerstoff abgehen, daher auch der borax.
für einen laien ist es daher auch mit gasesse leichter.
grüsse ,..
Uli Hennicke
04.05.05, 22:28
Die Teile waren aus Feld- Wald- und Wiesenbaustahl und alles andere als plan.
Nach meinen Informationen sollen aber die Parter gar nicht plan sein, weil dadurch die Gefahr des Boraxeinschlusses vermindert ist.
Dass es zu Kalt war kann ich mir wie gesagt sehr gut vorstellen, weil die kleinen Teile vom Schweissbrenner zum Aboss schon abgekühlt sind.
Es waren die zwei etwas ausgeschmiedeten Enden von 8mm Rundmaterial. Also etwa 12x12x2mm je Schweiss-Partner an einem entsprechend langen "Mutterstück"
Ich habe beide Teile zusammen in der Zange gehalten, das sie etwa 1mm auseinanderstanden, und dann zusammen erhitzt und draufgehauen.
Ist schon klein, aber ein Damastpaket hat auch nur ein paar mm dicke Bleche am Anfang.
Hätte man das nun reparieren können durch Erhitzen und nochmaliges Überschmieden oder muss das beim ersten Mal passen?
Ich dachte Du hättest nach einer Anleitung gearbeitet!
Suche dir eine bessere.
Es gibt sicherlich einiges im Forum zum Thema Feuerschweißen.
Schweißbrenner und so kleine Stücke sind denkbar ungeeignet für Übungen.
Viel Erfolg Uli
moin moin,
also zum einen ist ST37 wirklich schlecht mit sich selbst zu verschweißen.
Aus Anmerkungen hier aus dem Forum und durch eigene Erfahrung weiß ich mittlerweile, dass Bausstahl recht unterschiedliche Zusammensetzungen hat. Einige davon schweißen leider sehr schlecht.
Dann müssen die Kontaktflächen metallisch sauber sein. Ich schleife alles vorher an. Dann zusammenfügen mittels Schweißung an den Enden.
Erhitzen auf rot, Borax rauf, wieder ein wenig erhitzen bist auf dunkelorange, dann packen - also verdichten der Lagen, austreiben von Oxyd und Borax. Dann erst hochheizen auf Schweißtemperatur und zusammenpappen. Ich mache meist zwei Schweißhitzen Das soll aber wohl nicht unbedingt nötig sein.
Meine ersten Versuche hatte ich mit ST37. Ging genau wie bei dir.
Ich habe mir dann St37 und 1.2842 genommen. Die pappen schon vom nebeneinander liegen zusammen.
mikromeister
05.05.05, 09:37
Danke für die Tipps,
ich bin dann eigentlich ganz zuversichtlich dass ich in der Gasesse die teueren Präzisionsstahlteile gut zusammenbringe.
Wenn alle sagen dass das leichter ist wird es hinhauen.
Ich habe mir für den Anfang gedacht ich bestelle mal 20,4 x 3,4 2845 und 1740 je 2 Schichten und wenn das gut geht mache ich noch eine Schneidleiste aus reinem 2845 dazwischen.
Wo ich mir nicht so sicher bin ist, ob ich durch Ausschmieden den Block so eben bekomme, dass beim Falten nicht lauter Hohlräume mit Boraxeinschlüssen entstehen.
Oder muss man zwischendrin nochmal mit dem Bandschleifer drüber?
Danke für die Tipps,
Wo ich mir nicht so sicher bin ist, ob ich durch Ausschmieden den Block so eben bekomme, dass beim Falten nicht lauter Hohlräume mit Boraxeinschlüssen entstehen.
Oder muss man zwischendrin nochmal mit dem Bandschleifer drüber?
Das geht eigentlich auch ohne Bandschleifer. Stell Dir doch mal den Materialverbrauch vor, wenn Du jedes mal planschleifen willst.
Ich mache das Falten jetzt so:
ausschmieden, Kerben, Borax drauf, erhitzen, Borax mit der Drahtbüste abschubben bis die Kontaktfläche sauber wird. Bei Bedarf das ganze nochmal, die Reinheit läßt sich sehr gut erkennen. Dann falten, Borax drauf (ein wenig). Dann auf orange und PACKEN mit vorsichtigen Schlägen. Das ist fast das wichtigste, denn dabei drückst du Borax zusammen mit dem Oxyd heraus und Verdichtest die Lagen. Zwischen die dann verdichteten Lagen kommt kaum noch Sauerstoff oder Borax.
Dann noch ein wenig Borax auf die Oberfläche, dann hochheizen und schweißen.
mikromeister
06.05.05, 20:15
Heute habe ich einen weiteren Versuch unternommen und eine blankgeflexte Feile zwischen zwei St37 Stücke gepackt.
Das Ergebnis war sehr ähnlich. Bis auf ein paar eindeutige Fehlstellen durch schlechte arbeit war eigentlich alles verschweisst.
Am stark ausgeschmiedeten Erl haben die Lagen auch gut zusammengehalten. Ich konnte nur ein paar mm an der Spitze auftrennen, dann war schluss.
An der Klingenspitze konnte ich an einer Fehlstelle ansetzen und ein ganzes Stück Klinge mit dem Meissel in ihre 3 Lagen zerlegen. Eindeutig waren die kleinen nicht geschweissten Randbereiche zu erkennen mit Oxideinschlüssen und die deutlich überwiegenden Bereiche die metalisch rein herauskamen und offensichtlich verbunden waren.
Ist eine starke Verformung für ein gutes Ergebnis notwendig? oder habe ich vielleicht immer noch zu kalt gearbeitet. Der spätere Erl war auch die heisseste Stelle beim Schweissen.
Kann man Fehlstellen am Rand die beim Ausschmieden erkennbar werden reparieren?
Solche Fehlstellen muss man besser Vermeiden, reparieren habe ich noch nicht geschafft.
Da der Erl sauber geschweißt hat, würde ich dann doch auf zu niedrige Temperaturen tippen. Ich benutze aber immer zwei Schweißhitzen.
Hast du eigentlich auch die ST37 Stücke saubergeflext ?
Und wie schon beschrieben, erst packen dann schweißen.
Boraxeinschlüsse sind bei mir eigentlich nie das Problem gewesen. Borax wird ja doch flüssig wie Wasser und spritzt beim Packen sehr gut aus den Fugen heraus. Das Packen mußt du mit vorsichtigen Schlägen machen.
Die Hitze beurteilt sich am besten wenn man auf das Borax schaut. Wenn es kocht wie Nudelwasser nochmal bis 10 zählen, dann ist es gut.
Das Schweißen dann zügig, die ersten 2 -3 Schläge ein wenig kraftlos um die letzten Reste der Boraxschlacke auszutreiben, und dann fester schlagen. Wenn Du die richtige Temperatur hast, fühlt es sich irgendwie teigig an.
Bei 3 Lagen Stahl, mußt Du wirklich zügig vom Feuer zum Amboß kommen.
mikromeister
13.05.05, 19:01
Das Dreckszeug will einfach nicht halten.
Zwei neue Versuche mit Feile und St37 in 3 und 5 Lagen haben jeweils in einer Lage großflächig versagt und beim Rest lässt sich die Schweissung aufspalten. Letztendlich also schlechter als beim ersten MAl.
Beim warm Abschroten spleissen sich die Lagen schon auf 5 mm Länge auf.
Diesmal habe ich eine Thermoelement in den Ofen reingehängt und bei 1080°C geschweisst, wobei der Stahl vermutlich etwas kälter war als die Messspitze. Das reichlich aufgebrachte Borax hat mit feinen Blasen gekocht, ich war blitzschnell auf dem Amboss. Vorher hatte ich bei ca. 900°C gepackt und dann nochmal Borax draufgestreut.
Ich kann einfach keinen Fehler erkennen und bin mit meinem Latein am Ende.
Kann eine ca 30 JAhre alte noname Feile so schlecht schweissbar sein?
Hätte ich wirklich den allerletzten Rest Hieb auch noch rausflexen müssen?
Habe ich zu schlecht gepackt wenn beim Schweissen nochmal Borax rausspritzt.
Und überhaupt: Wenn geschweisst ist, egal wie schwächlich, sollte doch beim späteren glühen quasi eine Diffusionschweissung entstehen und die Naht immer stärker werden.
Kann es an einer unsauberen Drahtbürste gelegen haben ?
In Solingen haben sich Roman, Achims Kumpel Norbert und noch ein Anderer über so ein Phänomen unterhalten.
Dabei ging es um Messingdrahtbürsten, bzw. deren Rückstände, die ein Verschweissen unmöglich machen.
Gruß Andreas
mikromeister
13.05.05, 21:39
Örks,
ich habe eine Messingdrahtbürste verwendet!
Zwar nur zum bürsten des fertigen Paketes vor dem Schweissen aussen rum, aber wer weiss.
Allerdings erklärt das meines Erachtens nicht die Tatsache, dass die meisten Oberflächen eindeutig verschweisst sind, aber trotzdem sehr wenig aushalten und sich mit eibnem Meissel wieder aufspalten lassen.
Das mit der Messingdrahtbürste war ein Blauschuß :irre: - Roman und seine Gesprächspartner hatten auch noch keine unmittelbar plausible Erklärung, aber vielleicht hilfts weiter, und einer von ihnen (Roman, AchimW, o.A.) liest das hier noch. Und wenn jemand dafür eine Erklärung parat haben könnte, dann einer von ihnen.
Ich habe das dort nur aufgeschnappt ;)
Mir ist dazu noch etwas eingefallen, kann aber auch komplett abwegig sein:
Kann es theoretisch möglich sein, dass die Zn-Anteile des Messings eine Feuerverschweissung genauso verhindern, wie beim Elektroschweissen ?
Oder ist es beim E-Schweissen eher ein Stromflußproblem mit dem Zink ?
Gruß Andreas
Also langsam fällt mir zu deinem Problemen auch nichts mehr ein.
Das mit der Drahtbürste halte ich für möglich. Denn als ich mit dem Bronzeschmelzen in meinem Ofen angefangen habe, wurde ich von anderen aus dem Forum davor gewarnt, dass der Ofen dann schlecht schweißen würde. Selber benutze ich immer eine Stahldrahtbürste.
Denn bei den Glühtemperaturen bleiben sicher Rückstände der Bürste auf dem Stahl. Zumal deine Feile weichgeglüht immer noch härter ist als die Messingbürste.
Arbeitest du eigentlich mit Gas oder Kohle ?
Versuch doch mal am oberen Ende der Schweißtemperatur zu arbeiten. Das heißt wenn der erste Funke aus dem Ofen kommt. Das ist zwar nicht optimal aber immer noch besser als sch.. Schweißungen.
Nimm mal anderen Baustahl, Zulieferer wechseln.
mikromeister
14.05.05, 16:50
ich schweisse mit einer selbstgebauten Gasesse, die wohl etwas groß für den Brenner geraten ist. Viel höher als die 1080°C komme ich nicht.
Ich kaufe jetzt 2842 und 1730, peppe mein Borax mit Ammoniumchlorid und Borsäure auf und versuche es noch ein mal. Wenn es dann nix wird schmeisse ich den Kram in die Ecke und mache Monostahlmesser.
Der x-fache Ausschmiederei von Hand und alleine auf doppelte Länge um Damast zu machen sehe ich nach den ersten Versuchen sowieso sehr skeptisch gegenüber.
Mit 63kg Abtropfgewicht und leptosomer Statur sollte ich wohl eher Skalpellklingen schmieden.
PS: Ich habe gerade die Empfehlung von Roman gelesen, man solle mit dem 4Kg Fäustel schweissen, weil man da mehr Gefühl hätte! Mit welchem Monster schlägt er denn dann wohl zu wenn es grob wird??
Vielleicht liegen meine Misserfolge an meinem 1 Kg Hammer mit dem ich wie geraten anfangs nicht sehr fest draufhaue. Mein schwerster Hammer zum ausrecken ist 2kg am langen Stil.
hallo mikromeister,
wenn ich deine beschriebenen probleme so betrachte, würde ich spontan sagen, dass du zu kalt schweisst.
deine besagten 1080 grad halte ich für feile+st zu gering. baustähle sind wegen des geringen kohlenstoffgehalts nur bei höheren temperaturen zu schweissen.
mein aller erster versuch, vor 2,5 jahren, war auch 3 lagig.innen feile und aussen st.
"schwierig" zu verschweissende stähle (wegen hohen nickelgehalts, höheren chromgehalts oder eben niedriger kohlenstoffgehalt)
schweisse ich immer um ca.1200 grad( wenn ich nach der bekannten farbskala gehe).die farbe ist dabei im bereich zwischen orange und gelb,wobei es fast mehr ins gelb geht.das borax kocht bei dieser temperatur und wirft viele kleine blasen!!zu beachten sind viele kleine blasen.das ist wichtig.anfangs dachte ich auch, dass ,sobald das borax ein paar blasen wirft, die richtige temperatur erreicht ist. wenn du das paket bei richtiger schweisstemperatur herausholst, dampft das paket. das kommt von der verdampfenden monobolsäure.
bevor du die drohung wahr machst und die flinte ins korn wirfst, versuch beim nächsten mal bei höherer temperatur zu schweissen.wenn du mich fragst, bring das aufpeppen des borax mit Ammoniumchlorid und Borsäure nicht so viel. bei mir und meinen kumpels klappt das auch wunderbar ohne das zeugs!
achja nochwas! wenn du das paket ausschmiedest achte darauf, dass du das paket nicht zu kalt werden lässt! das kann auch eine mögliche fehlerquelle sein.
ich habe das feuerschweissen am besten mit der einfach zu schweissenden kombination 1.2842 und c45 (oder c60) gelernt.
viel erfolg und lass den kopf nicht hängen!
gruss stefan
Hallo Mikromeister,
Gasessen sind für Anfänger (wie ich auch) schonmal sehr gut, da man das Werkstück und die Glühfarbe durch den Blick darauf genau beurteilen kann. 1080 Grad finde ich ebenfalls etwas zu niedrig. Versuche, wenn du die Möglichkeit dazu hast, etwas höher zu gehen. 1200 Grad (helles Gelb) sollten es meiner Meinung nach schon sein. Wie bereits erwähnt hilft dir der Zustand des Borax auf dem Packet relativ gut bei der Beurteilung der richtigen Temperatur. Wenn das Borax kleine Blasen wirft, so wie Kohlensäure im Mineralwasser, dann liegst du etwa bei der richtigen Temperatur. Wichtig ist, dass du das Packet, nachdem du's aus dem Ofen holst, schnell mit gleichmässigen Schlägen bearbeitest und verschweisst denn die Temperatur beginnt sofort zu sinken. Ebenfalls der kalter Amboss sorgt für einen raschen Temperaturabfall und bevor du alle Lagen verschweissen konntest, liegst du schon wieder unter der erforderlichen Temp.!!
Also versuchs nochmal und lass dich nicht entmutigen. :ahaa: :super:
Gruß
Mitsutada
Ich würde sagen ein vier Kilo Hammer zum Arbeiten ist für die meisten Hobbyschmiede wirklich ein wenig viel. Ich arbeite im Moment mit einem 1800gr. Schlosserhammer. Das geht ganz gut.
Meine nächste Anschaffung wird ein 2 kg Kreuzschlaghmmer sein. Damit kann man wunderbar gefühlvoll schweißen und durch die gedrehte Finne auch allein sehr gut Strecken.
Das Strecken geht zwar auch auf dem Rundhorn aber dann ist es immer so laut. Das Strecken auf der Ambosskante finde ich nicht so toll.
Den 1000gr Hammer solltest Du lieber für die feineren Arbeiten nutzen.
Wenn deine Esse zu groß ist, benutze beim Schweißen eine Tür.
Das hilft wirklich enorm. Es reicht dazu ein vorgestellter Ytong.
Die hintere Öffnung würde ich eh schließen und nur benutzen wenn man sie unbedingt braucht. Die Tür spart durch den Rückstau auch viel Gas.
Dieter Teuber
15.05.05, 11:08
Hallo Mikromeister
Auch ich bin noch Anfänger beim feuerschweißen. Ich habe mir ebenfalls eine Gasesse einschließlich Brenner selbstgebautund betreibe sie mit einer 08 Schweißdüse. Damit komme ich auch nur orange. wenn ich feuerschweiße, benötige ich eine 1,0 er Düse, Gasdruck ca 1,5 Bar und muß auch die hintere Klappe an der Esse aufmachen, dann komme ich auf hellgelb. (Bei geschlssener Klappe keine Chance)
Nachdem das Paket (einschl Borax) auf orange ist, packe ich das Paket mit einem 1 kg Hammer, ab in die Esse bis hellgelb und nehme dann einen 5 kg Schlegel zum schweißen. Dabei habe ich mir eine simple konstruktion zum festhalten gebaut:
Ich habe mir rechtwinklig zum Amboß eine Kette angeschraubt, an die ich am anderen Ende ein Flacheisen angeschweißt habe, sodaß ich das Schweißpaket mit dem Fuß festhalten kann und dabei beide Hände freihabe. Mit der Kette spanne ich natürlich nur das Anschweißstück, so daß das Paket frei ist. So kann ich mit beiden Händen mit der Hammerbahn dosiert zuschlagen und benötige auch keinen Zuschäger. Somit bin ich auch in der der Lage, das Paket zu strecken ( mit der Hammerfinne) und alles ohne große Anstrengung mit 5Kg Hammer.
Ich hoffe, das hilft dir ein wenig weiter und nicht vergessen:
In der Ruhe liegt die Kraft, nicht entmutigen lassen!
Gruß Dieter
Kandelaber
15.05.05, 12:20
...Dabei habe ich mir eine simple konstruktion zum festhalten gebaut:
Ich habe mir rechtwinklig zum Amboß eine Kette angeschraubt, an die ich am anderen Ende ein Flacheisen angeschweißt habe, sodaß ich das Schweißpaket mit dem Fuß festhalten kann und dabei beide Hände freihabe. Mit der Kette spanne ich natürlich nur das Anschweißstück, so daß das Paket frei ist. So kann ich mit beiden Händen mit der Hammerbahn dosiert zuschlagen und benötige auch keinen Zuschäger. ....
Über solch eine Konstruktion mache ich mir auch schon seit einiger Zeit gedanken. Kannst du vielleicht mal ein Foto posten auf dem deine Spannvorrichtung zu sehen ist? Würde mich mal interessieren wie das genau aussieht.
Gruß
Kandelaber
Zu Mikromeisters Problem:
Aus der Ferne kann man immer gut raten, ob man das Problem aber wirklich trifft, ist eher Zufall. Trotzdem ein paar Tips: 1.080 Grad reicht als Schweißtemperatur bei gut vorbereiteter Oberfläche bei den meisten leicht legierten Stählen aus. Als ich anfing, habe ich mit einem Keramikofen Versuche gemacht und kam zum Ergebnis, daß bei der Kombination 1.2842- Feile 1.070 Grad für eine saubere Verschweißung reichten. Es gibt in der Zeitschrift "Stahl und Eisen" einen Artikel, wonach bei polierter Oberfläche als Ausgangszustand schon bei 980 Grad eine Verschweißung zu erreichen war. Wichtig ist also die saubere Vorbereitung des Pakets.
Man kann auch mit der Walze schweißen, wenn man es kann. Da sie aber nicht senkrecht auf das Werkstück wirkt, sondern erst mal "einen Berg" vor sich herschiebt, kommt es zu Abscherbewegungen. Bei einem gut geschweißten Werkstück sind sie harmlos, beim Verschweißen selbst können sie stören.
Der schwere Hammer ist beim Schweißen größerer Pakete sinnvoll, weil er tiefer wirkt. Bei kleineren Paketen oder beim Schweißen einer Dreilagenklinge nach Norwegermuster kann man einen leichteren Hammer verwenden-1-2 kg sind da schon recht und man sollte den Hammer verwenden, der einem am bequemsten ist. Die Verformung ist ohnehin nicht allein vom Hammergewicht abhängig, sondern weit mehr von der Technik. Man muß es verstehen, den Hammer "springen" zu lassen, beim Hochführen den Griff zu lockern und im Scheitelpunkt die richtige Beschleunigung zu geben. Roman ist auch eher ein zierlicher Typ und kommt mit dem großen Hammer gut zurecht.
Die Mischung Borax-Ammoniumchlorid hat sich bewährt und sollte gerade beim Schweißen an der Temperaturgrenze verwendet werden.
Wenn gar nichts anderes hilft: einem erfahrenen Schmied über die Schulter schauen. Die meisten sind da durchaus hilfsbereit. Könner brauchen sowieso keine Angst zu haben, daß ihnen ein Anfänger zu schnell Konkurrenz macht. Einfache Feuerschweißungen habe ich bisher eigentlich allen an einem Vormittag beigebracht (Naja, es gibt Ausnahmen).
Und schließlich: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen !
MfG U. Gerfin
Ich denke bei der von Mikromeister verwendeten Kombi ST37 und Feile ist die Temperatur mit 1080 nicht hoch genug. Zumal man ja auch bei einer alten Feile nicht wirklich genau weiß was das ist. Wenn man seine Werkstoffe so genau kennt kann man sicherlich an der untern Temperaturgrenze schweißen. In den Fällen in denen es aber nicht so genau bekannt ist, würde ich mich immer von oben herantasten und lieber eine aufwändigere Wärmebehandlung riskieren bzw auf jeden Fall machen als immer was für die Tonne zu produzieren. Dann kommt doch wirklich Frust auf und man denkt übers aufhören nach.
@Mikromeister
Versuch mal wirklich mehr Hitze in deinen Ofen zu bekommen.
Tür und Brennertuning
@ Dieter Teuber
Ich verstehe gar nicht wieso du so viel Öffnung bei dir brauchst, meinen Ofen kann ich bis auf , sagen wir, eine Öffnung von 3 * 3 cm schließen
und der Brenner brennt wie doof. Eigentlich kann man ohne Brille nicht mehr hineinsehen so weiß wird es darinnen.
Auch das du eine 1er Düse benötigst schein mir sehr viel zu sein.
Meine ersten Brenner hatten das gleiche Problem. Der jetzige mit dem Tstück (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=23805)
geht wirklich gut ab.
Dieter Teuber
15.05.05, 19:11
Hallo Bärtram
Wenn ich bei meiner Gasesse (Brennraumdurchmesser 14 cm) die hintere Öffnung mit 10 cm Durchmesser, bekommt der Brenner meiner Meinung nach zuwenig Luft. Wenn ich die hintere Klappe schließe, reicht die Temperatur zum feuerschweißen nicht aus. Ich habe auch schon versucht, die vordere Öffnung mit einem Ytongstein zu verkleinern, dann veringert sich die Brennerleistung schlagartig.
Mit der 1,0 er Düse und geöffnter hinterer Klappe komme ich dann problemlos auf Schweistemperatur.
Ich versuche mal kommende Woche ein Paar Bilder der Esse, sowie vom Brenner einzustellen
Hallo Kandelaber
Stelle kommende Woche Bilder von der Spannvorichtung ein
Gruß Dieter
Hallo Dieter,
wollen die Brennerdiskussion in den Thread über meinen Brenner verlegen ?
Nutz doch den link in meinem letzten Beitrag.
Meiner Meinung nach ist das Mischrohr oft zu kurz.
Mach mal Foto in die Esser hinein wenn der Brenner aus ist.
Powered by vBulletin® Version 4.1.12 Copyright ©2012 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.