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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lehmesse-Esse bauen aus Lehm


schlosswalker
03.05.05, 12:14
Hallo Leute

Da ich gerade beim bau einer lehmesse bin, hier aber expliziet noch keinen eintrag zu gefunden habe, habe ich dieses thema mal auf gemacht. Falls jemand schon erfahrungen mit dem bau einer lehmesse hat oder auch am probieren ist wie man mit lehm arbeiten muß und was man damit machen kann bitte melden.
Ich bin selber am experimentieren und bin über jeden tip oder gedankenblitz dankbar.
Da es historisch bleiben sollte kam ich auf eine lehmesse und bin fleisig am basteln.
Meine bisherigen erfahrung:
Ich habe einen Holzkasten 40X30 cm gemacht mit einer tiefe von ca. 10cm. Den habe ich dann mit einem stroh/lehm gemisch aufgefüllt. Beim mischen des lehms ist mir aufgefallen das man weniger stroh braucht als zuerst vermuted. Das stroh dient ja im grunde als Arminierung so wie die stahlbaumatten in beton. Aber viel stroh hilft viel funktioniert nicht. Wenn zuviel stroh im gemisch ist , wird es durch die stelzigkeit des stroh sehr schwer, gescheit damit zu arbeiten. Die richtige mischung ist aber auch geschmackssache und hängt von der verwendung ab. Also weiter ausprobieren. Ich hoffe bei mir klappt es.

Und...das ganze trocknet SEHR langsam. nach einer woche war das zeug immer noch weich. Ich habe dann zum trocknen ein Kohlefeuer oben drauf gemacht um das wasser zu vertreiben. Im warsten sinne des wortes. Es schwitzte dann unten durch die bodenbretter durch. Eine ecklige sifferei.
Ab einer schichtdicke von 5cm muß man warscheinlich etappenweise arbeiten und erst eine schicht trocknen lassen bevor man die nächste auflegt!?
Die oberfläche habe ich mit einer dünnen schicht purem lehm versehen damit das stroh nicht hochsteht.

Das mal meine erfahrungen. Ich hoffe ich finde dikusionspartner zwecks austausch. Wie gesagt, da ich selber am experimentieren bin her mit euren idee.
Hoffendlich war das ganze hier jetzt nicht zu lang und uninteressant

Grüße
Thomas

P.S.
Zwecks wäremstau habe ich rechts und links erstmal zwei specksteine angedacht. Einer mit einem loch zur seitlichen belüftung des feuers. Funktioniert recht gut. Bekomme da für kleinere sachen alle temperaturen hin die ich brauche. Wollte aber mal auch versuchen das ganze mit lehm zu machen. Ähnlich dem wie in einer japanischen schmiede.
Thomas

Bennet
03.05.05, 15:08
Hallo schlosswalker!
Hört sich ja interessant an was du da fabrizierst! :irre:
Ich hab ja nich viel ahnung von Lehmverarbeitung aber kann es nich sein das dir das ganze irgendwann zu Staub zerfällt?Durch die große Hitze bilden sich doch bestimmt Risse oder der Lehm wird porös?oder wenn dir im Winter die Ritzen mit Wasser volllaufen?
Tut mir leid wenn ich Panik mach ,aber die Idee hört sich zu genial an um so problemlos zu funktionieren! :argw:
könntest du vielleicht n`paar Bilder reinstellen?
gruß bennet

mikromeister
03.05.05, 15:27
Zum Lehm Strohgemisch fällt mir ein, dass das Stroh nicht nur zur Armierung dient, sondern vor allem auch um durch viel Hohlräume die Isolationseigenschaften zu verbessern.
Aus diesem Grund scheint mir ein maximaler Strohanteil gut zu sein.
In Fachwerkauskleidungen wurde früher das Stroh vorher kleingehäkselt und eigeweicht, dann lässt es sich leichter verarbeiten. Am geschmeidigsten ist Haferstroh, Gerstenstroh ist stärrig.
Ein Zusatz an Kuhmist macht die Sache klebriger, härter und feuchtigkeitsbeständiger nach dem Trocknen.

hobby
03.05.05, 15:32
Inhaltlich kann ich gar nichts beitragen.
Aber es gibt ja eine Gruppe von Leuten, die sich auf das Hausbauen mit Hilfe von Lehm verlegt haben. Die sollten aufzufinden sein und auch über Erfahrungen verfügen.

Haudegen
03.05.05, 16:03
schau mal hier, bzw. frag mal:
http://www.tempus-vivit.net/tempus-vivit/taverne/index.php?show=30&action=show

bei google experimentelle Archälogie eingeben, gibt auch noch andere foren.

grüsse ,..

doppelkopp
03.05.05, 22:45
ich habe mal eine anleitung zum bau auf irgendeinem beitrag hier gesehen (link) und habe dann soetwas ähnliches gebaut. jedenfalls kenne ich jetzt einige schwachstellen.
zum Lehm : der Lehm sollte stark abgemargert werden, also sehr viel sand, von schotter würde ich in dem Fall abraten, weil der zu viel zerspringt in der Hitze.

das abmagern kann man folgendermassen prüfen : wenn der lehm kentbar ist, eine wurst draus rollen, so 10 15 cm und fingerdick die zu einem kreis biegen, wenn sie brüchig wird, sich aber noch nicht durchbricht is das gemisch so i.o.
also ganz schön viel sand so 1:1


die Strohzuschläge brauchen gar nicht so hoch zu sein, bevor das anfängt zu dämmen verkohlt das eh alles, dann wirds auch wieder unstabil, aber am besten wären so ca 5 cm hanffasern oder auch stroh zur armierung. ich habe meine allerdings ganz ohne gebaut,

ich habe meine esse aus ziegeln und feldsteinen mit lehmmörtel gemauert, nen Stahlrohr mit luftlöchern dient zur belüftung, ist aber teilweise nicht so ideal.

für den Brennraum gibts da allerdings ein Problem, bei der Hitze, die ich fürs fe-schweissen erzeuge fängt der Lehm schon an zu schmelzen. ausserdem ist die Oberfläche schnell zerschlagen. muss man öfter mal neubauen, so 2 monate hats aber gehalten.

für die feuerstelle habe ich dann den alten lehm von dem brennraum genommen, nochmehr Sand rein, als die Oberfläche verschmolzen war gabs dann eine schöne verglaste oberfläche, die schon einiges aushält.

Mitsutada
03.05.05, 22:48
Kann es sein dass sich hinter dem Synomym "Schlosswalker" Thomas Schlosser aus Bochum verbirgt??? :ahaa: Wenn ja, dann ebenfalls schöne Grüße aus Bochum. Wie siehts denn jetzt mit deiner Gasesse aus? Biste wieder davon ab, oder baust du dir die Lehmesse nur zur Alternative?
Interesse mal wieder im schönen Muttental zu schmieden? (nächste Woche) :hehe:

Gruß

Mirco

sanjuro
05.05.05, 01:33
QUOTE=schlosswalker]... Falls jemand schon Erfahrungen mit dem Bau einer Lehmesse hat oder auch am Probieren ist, wie man mit Lehm arbeiten muss und was man damit machen kann, bitte melden.
[/QUOTE]

Thomas,

wenn Du Dir die maximale Temperatur in einer Esse vorstellst, ist es fast immer möglich, Lehm zum Schmelzen zu bringen; es gibt Sorten, die bei 1.100°C schmelzen. Das gehäckselte Stroh, das durch seine Hohlräume die Wärmedämmung beim Hausbau verbessert, hat bei einer Esse sicher nicht die gleiche Wirkung. Das ist auch der Grund, weshalb man früher Lehm mit PFERDEMIST vermischt hat. Mit Kuhmist hast Du zwar mehr Klebewirkung, aber vor allem an den Händen...Daher würde ich den Lehm (Lehm ist eine natürliche Mischung aus Ton und Sand) mit zermahlenen Feuerleichtsteinen magern, wenn er dadurch noch ausreichende Plastizität behält. Einfacher ist es allerdings, bei einem kompetenten Profi-Töpfer nach feuerfestem Ton zu fragen, den man dann auch mit feuerfester Schamotte (Schamotte ist gebrannter und wieder aufgemahlener Ton unterschiedlicher Feuerfestigkeit) noch weiter magern kann.

Das Trocknen kann man nicht wesentlich beschleunigen, wohl aber das Reißen, und zwar indem man "künstlich" schneller trocknet. Im Gegenteil muss man das Objekt u.U. mit dünner Folie vor zu schneller Trocknung schützen. Aber bei ausreichender Beimengung von Zuschlagstoffen ist die Gefahr des Reißens geringer. Es macht übrigens auch Sinn, nach sog. Bildhauerton (bis 50% Schamotte mit 2 mm Körnung) zu fragen, der zwar nicht zwangsläufig feuerfester sein muss, aber sicher gut und vor allem sicher zu verarbeiten ist, weil er wenig Schwindung aufweist.

Die Innenseite der Esse könntest Du mit einer Mischung aus Kaolin und anderen hoch feuerfesten Materialien bestreichen, die man im Töpfereibedarf (Westerwald) fertig gemischt als Trennmittel erhält.

Das Objekt muss stets aus einer homogenen Masse gefertigt werden; ein mehrschichtiger Auftrag mit Trockenzeiten funktioniert nicht, weil sich die Schichten nicht mehr verbinden.

Was Du allerdings machen kannst, wenn es auch nicht original mittelalterlich ist: den Holzkasten mit Keramikfaser auskleiden (Wolle/Matte oder Faserplatten) und darauf die Esse formen. Am Ende muss das Teil sicher im Töpferofen vorgebrannt werden, damit es in einer Halterung aus Metall sicher hält - der Holzkasten verbrennt höchstwahrscheinlich!

Je dünner die Esse aus Lehm oder Ton ist, desto sicherer bleibt sie beim Brand im Töpferofen ganz - alles über 4-5 cm ist riskant. Aber - wie oben angemerkt - die Hinterdämmung macht in der Praxis den Unterschied!

Viel Erfolg!

sanjuro

AchimW
05.05.05, 12:06
Das Stroh muss sehr klein gehäckselt sein. Misch zusätzlich etwa 20 - 30 % Holzkohleasche und etwas Sand unter den Lehm. Das Trocknen dauert eben, aber wenn das Ding einmal trocken ist, dann hält es mit kleinen Reparaturen über Jahre. Ich habe so eine Esse in 2000 gebaut und die existiert immer noch.

Hier ein Bildchen, zusammen mit dem selbstgebauten Zweikammer-Blasebalg:

http://www.7knifedwarfs.com/aw/aachen1.jpg

Achim

doppelkopp
05.05.05, 13:05
einmal eine anmerkung, wie werden die bilder eingefügt? ich schaffes nicht.
würde auch mal ein bild von meiner posten

ansonten: danke für die tips mit den Zuschägen von schamotte, habe auch die Erfahrung gemacht, das das dann viel weniger schwindet und die Rissbildung wenig wird. das hat sich auch beim selektiven Härten als sehr wirkungsvoll erwiesen, denn auch beim schnellen Trocknen auf der esse bilden sich keine risse.

Floppi
05.05.05, 14:37
einmal eine anmerkung, wie werden die bilder eingefügt? ich schaffes nicht.

Hätte Dir glatt 'ne E-Mail geschrieben, wenn Du denn die Adresse freigeschaltet hättest. :rolleyes:
Naja, vielleicht lesen noch ein paar andere kommunikationsunfreudigere Formuiten mit, die's auch interessiert: Zu diesem Thema gibt es im Service Center den Beitrag Wie kann ich Fotos zu meinen Beitrag zufügen (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=24716). Da steht alles dazu drin.

doppelkopp
05.05.05, 14:52
ich probiers mal,
http://img89.echo.cx/img89/4633/455lehmesse7tl.gif

ansonten schönen Feiertag

feuervogel69
05.05.05, 15:26
tip zum trocknen:

anläßlich einer wohnungsüberflutung bei urlaubsabwesenheit wurde die mauer einfach mit einer ziemlich riesigen MIKROWELLE getrocknet.
das hat ziemlich gefunzt, gedampft und gewirkt ;-))))

könnte mir vorstellen, daß das auch bei lehm funktionieren könnte, da das material gleichmässig (wenn auch schnell) trocknet. klar, müßte man die mikrowelle so modifizieren, daß sie bei offender türe strahlt. also höchste VORSICHT falls das jemand ausprobiert.

lg matthias

schlosswalker
09.05.05, 01:47
Hallo Leute

Danke für die rege beteiligung nach meinem eintrag. Danke, find ich klasse!
Habe dieses WE auf einem Mittelaltermarkt einen schmied getroffen der sich auch eine einfache lehmesse gebaut hat. Er hat einen Kesselboden mit ca. 10cm wandhöhe mit lehm ausgekleidet und in der mitte eine lange schmale mulde mit seitlicher belüftung geformt.
Ich konnte das ganze in funktion sehen und es funktioniert gut. Er hat da auch messerklingen mit geschmiedet. Größe so wie ein fahtenmesser
Mit der Rissbildung im lehm das stimmt schon. Aber er sagt man kann die risse einfach wieder mit lehm zuschmieren und das ganze weiter benutzen.
Es gibt natürlich ein temperaturproblem. In dem Kesselboden spielt das keine Rolle, aber ich werde da probleme bekommen mit dem holzboden meiner kontruktion. Falls sie durchbrennt(und davon gehe ich jetzt mal aus) werde ich sie wohl durch eine metallplatte ersetzen müßen. Aber das werde ich devinitiv mal ausprobieren. Was die temperaturen angeht interessiert mich das schon. Ob, wann und wie der lehm schmilzt werde ich denke ich mal auch feststellen.
Beimischungen in dem lehm wollte ich im grunde nicht machen. Lediglich stroh um lediglich etwas festigkeit zu bekommen.
Das mit dem trocknen halte ich für wichtig. ich hoffe ich habe mit dem wärmen von oben jetzt nicht kaputt gemacht. Aber ich habe ja noch stroh und lehm und kann nochmal anfangen wenn es so sein sollte. Die qualität das lehmes werde ich mal so wie oben beschrieben prüfen. Scheint ebenfalls recht wichtig zu sein.

@mirco
Mit schmieden im hammertal hört sich gut an. Bin halt gerade von einer Mittelalter Veranstalltung zurück und meld mich aber noch bei dir.

So, grüße und danke noch mal
Thomas

schlosswalker
25.06.05, 01:33
Hallo leute

Da ich den thread ja seiner zeit mal auf gemacht habe wollte ich mich noch mal melden.
Ich bin jetzt soweit fertig mit meiner lehmesse.
Nach den ersten test sieht es so aus.
Die dicke von 10cm scheint o.k. zu sein da nichts darunter schmörgelt.
Ich habe im grunde eine begrenzung der hitze mit zwei großen specksteinen erreicht. In einem ist ein loch für die seitliche belüftung. Der blasebalg funktioniert recht gut. Wenn er das leisted wie der erste mit der kleinen bodenfeldesse, dann komme ich auch auf schweistemperatur. Aber da bedarf es noch eines testes. *G*
ich werde mal bilder machen und setze die dann hier rein.

Grüße
Thomas

Günther
25.06.05, 10:13
@AchimW:

Gibt´s irgendwo eine ANleitung, wie so ein Blasebalg gebaut wird?

Floppi
25.06.05, 11:34
Gibt´s irgendwo eine ANleitung, wie so ein Blasebalg gebaut wird?
Für'n Zweikammerblasebalg gab's mal bei die-hayden.de 'ne Anleitung. Wie gesagt: es gab sie mal...

Dafür kann ich mit 'nem MA-Blasebalg mit 2 unabhängigen Kammern dienen: http://www.altmuehlnet.de/gemeinden/Wellheim/ERZ/schule4.htm
Und einem römischen Modell: http://www.die-roemer-online.de/index.html?/eisenherstellung/blasebalg.html

WiCon
25.06.05, 12:54
Hier (http://www.olifantix.de/Grafik1.gif) gibt es einen.
Wo sind denn nur die Hayden?
Hier ist noch einer (http://www.emainc.com/radnor/bellows.htm)

Grüße Willy

schlosswalker
01.07.05, 00:28
Hi Leute

Wie die hayden sind weg??? Schade. Genau nach dem prinzip ist mein blasebalg gebaut.
Aber noch was zur lehmesse.
Die geschichte mit den specksteinen als seitliche begrenzung hat einen schönheitsfehler wie ich feststellen mußte.
Ich hatte halt zwei schöne lange schmale steine rechts und links verwendet. Nur leider mußte ich feststellen das der verwendete speckstein keine punktuelle hitze verträgt. Am Düsenausgang, also da wo die größte hitze ist, sind mir die steine einfach weggeplatz. Wenn der stein gleichmäßig erwärmt wird ist das kein problem, nur punktuelle hitze verträgt er wohl nicht.
Lösung: entweder man nimmt mehrere kleine steine und stellt sie zusammen oder man baut auch dies geschichte aus lehm. Da meine esse portabel sein sollte habe ich jetzt erstmal mehrere plastersteine genommen und die zusammen gestellt. Das müßte gehen. Über kurz oder lang werde ich aber wohl kommplett in lehm machen. Ist eh historischer. Aber man kann ja auch mal was ausprobieren. Gell

Grüße
Thomas

whoEver
11.07.05, 16:36
Hallo erstmal an alle. Bin ganz neu hier im forum.

Also folgendes.. ich habe vor 1-2 monaten einen schmiedekurs belegt, und nun hats mich auch irgendwie gepackt ;)

ich dachte mir zunächst dass ich mir eine feldschmiede bei e*** ersteigere, aber irgendwie sind andere leute immer bereit mehr geld dafür zu lassen :staun: . daher dachte ich an eine selbstgebaute variante. habe auch schon einige vorstellungen, die ich aber erst nach meiner frage erläutern möchte / kann.

also mir geht es nicht unbedingt um historische hintergründe bei meiner esse. die meisten selbstbauten aus lehm haben eine seitliche luftzufuhr, die feldschmieden eine von unten... hat die luftzufuhr von unten vorteile oder kommt es da zunächst nicht so drauf an?

gruß
Jens

Dallas
11.07.05, 21:07
toll das sich jemand mit dem thema beschäftigt. dachte ich wär da der einzige.

Ich habe mir letztes Jahr eine Esse aus Lehm gebaut. Die Idee stammte aus einem schwedischen Wikingerdorf nahe Höllviken (Südschweden)
Da meine Eltern gerade ein altes Bauernhaus mit Lehmböden/Wänden ausbauen, glaube ich da etwas zur Diskussion beitragen zu können.

Die Esse die ich nachgebaut habe, wurde auf einer Holzplatte "getöpfert".
und hat die Form eines Kreuzes (oder Mjöllnir :D ) also in etwa so:
__
__|_|__
__ __
| |
| |
|__|

Ich hoffe man kann sich das jetzt ungefähr vorstellen.
An der oberen Seite befindet sich das Einlasssloch für den blasebalg.
die beiden "Armseiten" sind frei um längere Stücke erhitzen zu können.
die lange Seite dient dazu die Kohle zu lagern (zum fixen nachlegen).

Ich habe die Lehmmischung mit Sand abgemagert und keine anderen Zusatzstoffe verwendet (Stroh dient der Isolierung und der Gewichtsreduzierung) dann wurde das gut 1m lange Stück vorsichtig im Schatten getrocknet. Für das Einlassloch habe ich vorher natürlich ein Rohr hineingeschoben. Steine wurden zur Einkleidung nicht verwendet, (hatte den verdacht das die herausplatzen könnten) und waren auch nicht nötig.
Entstehende Schwundrisse wurden mit einer etwas fetteren Mischung verputzt.

Hitzeprobleme ergaben sich mit der Holzplatte nicht. Die Esse ist immer noch funktionsfähig. Zur Winderzeugung habe ich (völlig unhistorisch) eine fussbetriebene Matratzenpumpe verwendet. Dafür hab ich die Holzkohle selbst hergestellt. Und die hat auch am besten funktioniert.

Für das nächste Mal werde ich die Esse noch vorsichtiger trocknen. Und vor allem nicht draussen lagern. Mal sehen vielleicht kommt noch so Gitter rein wo der Wind grossflächiger von unten aus den Düsen austreten kann.

Dallas
11.07.05, 21:07
oh nein! mein schönes ascii-arts! :mad:

Floppi
12.07.05, 17:51
Wem darf ich mal ein bild schicken der es dann hier reinstellt?
Gerade von jemanden, der hier neu ist, würde ich erwarten sich auch mal ein Thema komplett durchzulesen. :mad: Dann wäre dem Lesenden nämlich auch der Beitrag #11 aufgefallen.
Den Inhalt darfst Du gerne 1:1 auf Dich beziehen: http://www.messerforum.net/showpost.php?p=202063&postcount=11

Und wieder 2 Beiträge die gänzlich überflüssig wären, wenn... :rolleyes:

Geonohl
12.07.05, 20:28
Der Lehm sollte wenig Kalk enthalten (Test mit 10%iger HCL, darf nicht sprudeln). Ich hab beim bau eines Rennofens Heu benutzt, dass lässt sich besser biegen als Stroh, natürlich verkohlt das auch, aber es kommt ja auf die Hohlräume zur Isolierung an, die zurückbleiben.
Eine Feuerschale mit Seitenwind hat den großen Vorteil dass sich die Form (das ist der Fachausdruck für das "Teil" durch den der Wind (die Luft) eintritt) nicht mit Schlacke zusetzt; die beim gebrauch von schlechten Kohlen oder viel Schweißsand endsteht. Die Essen vor 150 Jahren hatten wohl noch alle einen Seitenwind (nach alten Musterbüchern).Da waren als Material für die Esse Sandstein und als 2.Wahl Gußeisen (Platten) angegeben. Die Luft von unten zu zuführen kam wohl erst mit den Guß Feuerschalen und einem platzsparenden Untertischgebläse in gebrauch. Die Formen sollten nach den Buchangaben aus (dickwandigem) Kupfer sein, die nicht schmelzen da die Wärmeleitfähigkeit ausreicht, um vom Luftzug gekühlt zu werden und Edel genug um nicht so schnell zu Oxidieren.Ich habe aber bisher nur Keramikrohre in gebrauch gesehen. Die Form sollte etwas nach unten in die Feuerschale stechen und etwas über dem Boden eintreten. Um den Kohlen Verbrauch und die Aufheitzzeit zu veringern waren Windumleitungen, um das Feuer herum, zum vorwährmen in gebrauch.
Schöne Grüße
Geonohl

luftauge
12.07.05, 21:22
hab ich...

...doch da es wohl die möglichkeit gbt das über Fördermitglieder einstellen zu lassen,
... man wird wohl nochmal nachfragen dürfen?

Desweiteren gehen mir solche leute gewaltig auf die nerven, die ständig nur nach etwas suchen worüber sie sich beschweren können.


Sicher kann man andere Forumiten fragen, aber dieser Hinweis von Floppi war nur zu Deiner eigenen Bequemlichkeit und Vereinfachung beim Reinstellen der Bilder gedacht, ausserdem sind es kostenlose Bilderdienste, darüber gibts einen Extra Thread im Service Center.
Was gibts daran zu mosern ?

Das ist kein Service, wenn Andere das übernehmen, sondern reine Nettigkeit, die man mit Beiträgen wie Deinem gerade eben auch ganz schnell überstrapazieren kann, also Ball flach halten, ausserdem hat Floppi es weiter oben schon einem anderen Neuling erklärt :rolleyes:

Deinen letzten Beitrag habe ich entfernt, und nun weiter zum Thema.

Gruß Andreas

schlosswalker
21.07.05, 01:46
Hi Leute

Nach einer woche probelauf wollte ich mich hier mal melden und berichten. Nebenbei ist das dann mal wieder was zum thema. Aber ich habe auch schon einige einträge zum thema gesehen die neu waren. Es sammeln sich immer mehr infos was ich gut finde. Danke hier noch mal an alle!
Also. Ich habe meine esse aufbebaut und hatte am anfang gleich das problem das ich zu wenig hitze in der esse hinbekahm. Ich hatte mir ja für die seitenwände mit, in lehm gesetzten , plastersteinen beholfen(zeitlich schnell improviesiert wegen trockenzeit) Ich hatte den lufteinlass auf halber höhe gesetzt was genau das problem war. Ich bekahm kein vernüftiges glutbett hin, wodurch, wenn ich das werkstück in die kohlen steckte, selbiges direkt im luftstrom lag. Denkbar ungünstig für das material wie manche wissen. Zum glück war ein anderer schmied vor ort der mit den tip gab den lufteinlaß ganz auf den boden zu legen. Und eigentlich hätten die seitenwände auch noch um die hälfte höher sein müßen um das glutbett noch tiefer zu machen. Aber es ging dann doch so. Nach dem ich also den lufteinlaß ganz auf den boden gepackt hatte und die seitensteine neu gesetzt hatt, bekahm ich ein ausreichendes glutbett hin womit ich volle temperatur erreichte(12mm vierkantbaustahl hab ich weg gebrannt(-:) Fazit. auch bei holzkohle braucht es ein ausreichendes glutbett um auf hitze zu kommen. Mher als bei fettnuß, da holzkohle an der oberfläche nicht verbackt und dadurch mehr wärme verliert. Es bedarf dann imer frischer kohlen oben auf um die wärmeverluste zu verringern.
Die qualität der kohle ist ganz entscheidend. Die kohle darf nicht zu feinkörnig sein. Dann kann die luft nicht gut durchfahren.Aber auch nicht zu großstückig. Und buchenholzkohle ist am geeignetsten(wenig schmiedeflöhe)
In der woche sind einige dinge enstanden. Unteranderem ein messerrohling den ich jetzt ausschleifen werde.
Wenn ich abends die esse ausgeräumt hatte glühte noch der boden. und der lehm um die luftzufuhr war verglast. Obwohl die lehmplatte nur ca.10cm dick ist hat das holz darunter überhaupt keinen schaden genommen. Ich werde in zukunft die seitenwände komplett aus lehm formen. Mir war zwar bewußt das es eine bessere lösung sein wird als mit den steinen aber ich wollte schließlich mal etwas ausprobieren und habe dadurch, auch durch die fehler, wieder einiges gelernt. Und das ist es was ich mag(-: tüfteln! Ich habe ein paar bilder gemacht und werde sie, wenn ich zeit habe mal reinsetzten.
jetzt werde ich mal demnächst lehm kaufen und an version 2.o gehen. Die lehmplatte kann man einfach überspachtel. Wenn die seitenwände fertig sind gehts weiter(-:

Grüße
Thomas*neue messer schneiden besser*

Remo
22.07.05, 20:26
ich an deiner stelle würde mal nen alten häfner oder kachelofenbauer fragen. die haben früher nur lehm und stroh gehabt -> bei hohen temp.
ist da nichts passiert hab ich von nem kollegen gehöhrt.

schlosswalker
23.07.05, 18:34
Hallo romeo

Danke für den tip.
Das mit den temperaturen für öfen mag sein. Ich könnte mir aber vorstellen das die temperaturen in kachelöfen nicht so hoch ist wie in einer esse. In einer esse können immer hin etwas 1300° herschen. In einem ofen??
Zumindestens ist der vergalsungseffect nur auf einem kleinen bereich(frischluftdüse) bezogen. Das verglaste material kann man regelmäßig weg machen und durch frischen lehm ausbessern. Das ist das schöne an lehm. du kannst immer reparieren.

Grüße
Thomas

Remo
24.07.05, 17:25
denk einfach mal an einen grundofen.
früher hat man die brennkammer auch nur mit lehm gebaut.
ich würde auf jeden fall mal fragen zwecks trocknungszeit und mischverhältniss des lehms.
die haben nämlich früher genug mit der pampe rumgepampt ;).

schlosswalker
14.09.07, 22:07
Hallo Leute

Mal wieder was zum Thema lehmesse.
Mein Mobile Esse funtioniert immer noch.(-: Heute kahm ich mal wieder zum schmieden und es ging alles wie gehabt gut.
Weshalb ich aber hier schreibe:
Da ich endlich mal im Winter meine feste Esse mauern möchte(ich habe es immernoch nicht geschafft daran zu arbeiten) suche ich nach bezugsquellen für !reinen! Lehm. Oder ein Tip zu einer Lehmgrube in NRW wäre nicht schlecht.
Ich habe zwar eine quelle für Lehm!putz!. Der ist aber leider stark mit sand abgemagert damit er halt nicht reist. Bisher hat er zum zwecke der mobilen Esse auch soweit funktioniert. Nur für die feste esse möchte ich den lehm selber mischen so wie ich ihn brauche. Strohlehm/grasslehm reinlehm ect ect. So kann ich mir auch den Lehmmörtel für die Steine selber zusammenstellen.
Die felder in meiner Nähe haben leider keinen lehmigen Boden )-:
Weis jemand von einer Lehmgrube in NRW?
Die Mail die ich an diverse Ofenbauer, Restaurationsbestriebe und sonstiger Firmen geschickt habe um an Infos zu kommen sind leider alle nicht beantworted worden.!?

Vielleicht weis ja jemand rat!?

Grüße
Thomas

Remo
20.09.07, 20:42
Hi Schlosswalker

Ich hab mal bei uns in der Firma gefragt wo man reinen Lehm herkriegt.

Anscheinend haben den so ziemlich alle Großhändler für Ofenbau im Progamm.
Laut unserem Ofenbauer gibt es den Lehm in `Klinkerziegelgröße´ zum
einweichen.
Er kennt noch eine Firma in Meßkirch BW die Lehmöfen baut.

Glück bei der Suche
Remo

schlosswalker
25.04.08, 22:08
Hallo Leute

In der hoffnung das ich diesen Sommer endlich meine feste Esse mauern kann und endlich von meiner kleinen mobilen esse weg komme habe ich noch ein paar fragen.
Wie groß sollte der eigentlich schmiedetisch sein??
Ich habe ja vor den aus bruchstein zu mauern. Aber ich schwanke noch mit der eigentlichen größe.
70x70cm, 80x80cm, 60x70cm????
Wie sind Eure erfahrungen, bzw wie sehen Eure Essetische aus??
Das eigentlcihe schmiedefeuer soll mittig installiert werde.
Wie hoch sollte der Essetisch sein ??
Bin für jede info bzw hilfe dankbar

Grüße
Thomas

sanjuro
25.04.08, 22:46
.....In der Hoffnung, dass ich diesen Sommer endlich meine feste Esse mauern kann und endlich von meiner kleinen mobilen Esse weg komme, habe ich noch ein paar Fragen. Wie groß sollte der eigentliche Schmiedetisch sein? Ich habe ja vor, den aus Bruchstein zu mauern. Aber ich schwanke noch bezüglich der eigentlichen Größe.
70x70 cm, 80x80 cm, 60x70 cm? Wie sind Eure Erfahrungen bzw wie sehen Eure Essetische aus? Das eigentliche Schmiedefeuer soll mittig installiert werde. Wie hoch sollte der Essetisch sein?.....
Da gibt es sicherlich ein Menge persönlicher Vorlieben und unterschiedlicher Erfahrungen, denke ich. Die Größe des Esseisens ist natürlich ein Kriterium, ebenso der zur Verfügung stehende Platz. Machst Du große Feuer, für die Du Kohle im Vorrat auf den Tisch kippst? Legst Du Werkzeuge und Werkstücke auf dem Tisch ab?

Die Höhe ist sicher auch von Deiner Körpergröße abhängig, aber auch davon, ob die Abzughaube in der Höhe regulierbar ist. Der Abstand sollte ja nicht so groß sein!

Wenn Du die Tischfläche aus Bruchstein mauern willst: wie glatt kann das dann werden?

Für mich wäre ein sehr wichtiger Punkt, dass der Rand des Esseisens nicht ÜBER der Tischebene liegt, sondern gleich hoch oder - bei einem Eisentisch - DARUNTER. Dann kann man sehr schön Steine an den Rand der Feuerschüssel stellen und so ein recht tiefes Feuer haben. Außerdem kann man ohne den Rand die Kohle besser ins Feuer holen.

Aber das ist alles eine Sache des Ausprobierens.

Jedenfalls wünsche ich Dir viel Spaß; mit einem neuen Feuer wird alles noch mal so gut gehen!

Gruß

sanjuro

schlosswalker
25.04.08, 23:26
Hallo sanjuro

es werden nur die seiten aus bruchstein gemauert. Die Oberfläche wollte ich mit lehm schön glatt streichen. Dort wo das feuer ist, eine leichte vertiefung mit einer seitlichen luftzufuhr für die holzkohle.
Das feuer wird durch zwei lehmblöcke mit einer länge von 50cm und einer höhe von ca. 20cm begrenzt. So ist bereits meine mobile esse gebaut.
Durch die einzelnen blöcke kann ich die eigentliche feuergröße etwas variieren.
Geplant ist, irgentwann auch mal größere werkstücke(z.b. längere Messer) zu schmiede, wo ich auch etwas platz im feuer bräuchte.
Bei meiner mobilen Esse nutze ich den (wenigen raum) neben dem feuer momentan lediglich um werkzeug abzulegen.
Je nach größe des neuen Tisches könnte ich aber auch frische holzkohle daneben lagern. Aber die kohle habe ich eigentlich immer in einem sack in griffnähe stehen, bräuchte sie also nicht umbedingt zwischenlagern, denn draufschaufeln direkt aus dem sack ist momentan auch kein problem.
Das mit der größe des Tisches ist wohl wirklich geschmacksache.
Was mir helfen würde wären halt erfahrungen was bei den schmieden so als z.B. mindestmaß angedacht wäre.
Je größer je besser?? Oder klein und kompakt??
Ich schwanke gerade zwischen den maßen von 70x70 und 80x80.

Grüße
Thomas

Hellm
07.05.08, 20:08
Also ich nutze seid einiger Zeit Lehmessen, ursprünglich einfach weil ich kein Geld für was anderes hatte, aber in zwischen find ichs richtig gut so.
Deshalb behaupte ich einfach mal ich hab einige Erfahrung damit.
Bei uns gibts im grunde nur Sandboden, also is auf dem Acker kein Lehm zu holen.

@Schlosswalker:

Ich würde dir allerdings raten dich mal nach einem kleinen Bach in deiner Umgebung umzuschauen. Der Bachgrund besteht häufig aus Lehm.
Liegt einfach daran das sich der Bach immer weiter in den Boden einschneidet bis er auf eine Wasserundurchlässige schicht trifft. Das is oft eine Lehmschicht. Also einfach mal Gummistiefel an und in den Bach steigen. So besorge ich mir den ganzen Lehm für meine Essen. Ist ne hervorragende qualität und lässt sich dann solange mit Sand strecken bis er die gewünschten Eigenschaften hat.

schlosswalker
07.05.08, 22:51
Hallo Hellm

Willkommen im Forum!!
Das mit dem Bachlauf ist mal wirklich klasse. Da wäre ich so nicht drauf gekommen, obwohl es logisch erscheint.
Da Du ja nutzer einer Lehmesse bist, kann man da mal Mäuschen spielen und fragen wie Du die gestalltet hast?? So was größe und aufbau angeht. Würde mich über Bilder riesig freuen(-:

Danke nochmal für den Lehm-Tip und Grüße
Thomas

Hellm
08.05.08, 21:00
Hallo Schlosswalker!
Klar damit kann ich gerne dienen. Ich werde morgen mal ein paar Bilder von meiner Esse machen. Ich muss dir allerdings sagen, dass meine momentane Esse noch nicht ganz optimal arbeitet. Die alte war irgendwann nicht mehr in allzu gutem Zustand. Die war im Grunde genauso gebaut wie deine, die du am anfag dieses threads beschrieben hast. Holzkasten mit Specksteinbrocken usw. Ich kann dir aber schonmal beschreiben wie sie zur zeit aufgebaut ist: Wie bei mir eigentlich immer ist sie eine komplette Recyclingkonstruktion. Ich habe nie viel Geld und muss fürs Studium sparen, weshalb ich nur altes material wieder verwende und alles was möglich ist selberbaue. Ich habe(leider) keinen festen platz für meine Esse und deshalb muss sie transportfähig sein. Im moment besteht sie aus einer art Tonne, die ich aus einer Bodeplatte und Holzbrettern zusammengezimmert habe. die ist ungefähr 100cm hoch und 50cm im durchmesser. Die unteren 40 cm sind mit Holzstückchen gefüllt. Darüber 35cm Tongranulat, wie man es für bepflanzungen von Blumentöpfen benutzt. Das wäre auch noch ein Tipp für dich: Statt des Strohs kann man auch Tongranulat in den Lehm mischen. Das Isoliert auch ganz gut und es spring nicht bei hitze, weil es das Wasser leicht abgibt. Mache ich gelegentlich so. Darüber ist dann quasi die "Feuerschüssel" die ich aus Lehm gebaut habe. Die ist ich schätze mal 15 oder 16 cm tief. Seitenwind kommt durch einen Luftkanal der auf Bodenhöhe in die Schüssel trifft. Mit dieser Esse hab ich noch so einige probleme. Sie heizt zwar schnell auf und sogar größere Werkstücke haben schnell Schmiedetemperatur, aber für Feuerschweißungen wird sie offenbar noch nicht heiß genug. Ich kann mir vorstell das es an der gringen Tiefe liegt, oder aber daran das die Luftzufuhr noch nicht ausreicht. Letzteres halte ich für weniger wahrscheinlich weil ich in der alten, kleinen Lehmessse Schon Damastmesser hergestellt habe. Ich muss also noch etwas an der Form tüfteln, damit ich meine Fähigkeiten im Damaszieren weiter verbessern kann:super:. Was meint ihr? wie Tief sollte ich die Schüssel machen?

Hellm
14.05.08, 23:59
Hallo Schlosswalker!
Die hab ich bisher benutzt, Holzkasten mit Speckstein usw. siehst du ja.

http://img259.imageshack.us/img259/2294/dsc00121sm5.th.jpg (http://img259.imageshack.us/my.php?image=dsc00121sm5.jpg)
http://img301.imageshack.us/img301/7971/dsc00120jn2.th.jpg (http://img301.imageshack.us/my.php?image=dsc00120jn2.jpg)

Das Teil wird ziemlich heiß, eignet sich aber nicht für größere Sachen, bzw. wenn man den mittleren Teil eines Werkstückes erhitzen will.

http://img88.imageshack.us/img88/2725/dsc00112fb1.th.jpg (http://img88.imageshack.us/my.php?image=dsc00112fb1.jpg)

Und diese Esse benutze ich im Moment hauptsächlich
So ist sie aufgebaut:

http://img530.imageshack.us/img530/4435/esserr8.th.png (http://img530.imageshack.us/my.php?image=esserr8.png)

http://img213.imageshack.us/img213/9969/dsc00122mg0.th.jpg (http://img213.imageshack.us/my.php?image=dsc00122mg0.jpg)

http://img219.imageshack.us/img219/8076/dsc00127jj5.th.jpg (http://img219.imageshack.us/my.php?image=dsc00127jj5.jpg)

Die Öffnungen rechts und links ermöglichen es größere Werkstücke zu erhitzen.

http://img206.imageshack.us/img206/6026/dsc00123ma2.th.jpg (http://img206.imageshack.us/my.php?image=dsc00123ma2.jpg)

Seit ich sie noch etwas tiefer gemacht habe wird sie auch heiß genug für Feuerschweißungen. Ich muss mich allerdings erst noch etaws dran gewöhnen, weil ich noch nicht ganz genau raus hab wie die Werkstücke plaziert werden müssen. zum Beispiel um beim Damaszieren nicht direkt im Luftstrom zu sein.

http://img99.imageshack.us/img99/7961/dsc00130zh7.th.jpg (http://img99.imageshack.us/my.php?image=dsc00130zh7.jpg)

Im Großen und Ganzen bin ich aber mittlerweile ganz zufrieden damit.

LG David

schlosswalker
15.05.08, 02:42
Hallo David

Das ist mal ein Klotz! Nicht falsch verstehen, aber die zweite Esse ist denke ich wirklich schwer. Meine eigene hat die ausmaße ähnlich deiner ersten Konstruktion, und da bekomme ich auch eine feuerschweißung hin. nur habe ich keinen kasten wo ich nur oben was ein stecken kann, sondern lediglich zwei lehmblöcke, zwischen die ich das werkstück legen.
Wenn ich weis wie ich Bilder reinstellen kann, tue ich das mal. Ich kann dir aber auch Bilder zumailen.
Frage? Wie groß ist die öffnung deiner Belüftung?? Und was benutz du als Belüftung? Denn es ist auch entscheident wie VIEL(menge) Luft in die Esse kommt. Mit meinem Blasebalg und einer 20mm Öffnung(stahlrohr) klappt das ganz gut. Mit dem Blasebalg und einem Gewicht auf der oberen Kammer kann ich genug druck und Volumen erzeugen um stahl zu schmelzen. Hitze braucht halt nicht nur kohle sondern auch Sauerstoff
Hängt an dem Kunstoffrohr nur eine Fußpumpe???(ich kenne diese Schläuche nur von so komischen Campingpumpen um Lumas auf zu pumpen)

Grüße
Thomas

Hellm
15.05.08, 15:47
Hallo Schlosswlker
Ja hast schon recht, die Zweite ist wirklich relativ schwer, aber ich transportiere sie mit einer Sackkarre und dann ist es ein Kinderspiel. Ich hab auch lange nur so eine kleine Esse benutzt, aber ich wollte versuchen die Haltbarkeit zu steigern und hab deswegen diese große Säule gebaut. Inzwischen bin ich damit ganz zu frieden und hab auf meinem Tisch mehr platz um Werkzeuge abzulegen, weil die Esse jetz daneben steht. Die Öffnung für die Luftzufuhr ist ungefähr 15mm im Durchmesser. Ich hab eine Stahltülle geschmiedet an die ich dann den Luftschlauch anschließe, damit der nicht schmilzt. Stahl schmelzen kann ich auch. sogar ziemlich leicht. hab mich die ersten Male ordentlich verschätzt weil die Werkstücke sehr schnell sehr heiß werden. Und ja deine vermutung war richtig, ich habe zwei Handelsübliche Fußluftpumpen mit je etwa 3l Volumen zusammengeschlossen, sodass man sie abwechselnd betätigen kann und einen sehr gleichmäßigen Luftstrom erzeugt. hab an jeden einen Handgriff angebaut und das ganze auf einen Holzrahmen montiert, sodass man das ganze auf dem werkzeugtisch festklemmen kann. damit kann ich enorm hohe Temperaturen erreichen und trotzdem wenn man mit mehr gefül Pumpt auch den Luftstrom gut steuern.
Klappt bisher sehr gut soweit und das ganze hat im höchstfall 30 euro gekostet.
David

Hellm
15.05.08, 15:56
Noch was:
die erste Esse ist auch nicht nur ein Kasten wo man oben was reinstecken kann, sondern hat noch eine Öffnung an der Seite:

http://img361.imageshack.us/img361/8134/dsc00117ya3.th.jpg (http://img361.imageshack.us/my.php?image=dsc00117ya3.jpg)

Und der Sinn der großen Esse ist im grunde auch nicht noch heißer zu werden, das klappt nämlich auch mit meiner kleinen sehr gut, sondern die Haltbarkeit zu erhöhen und sie alleine ohne Aufstellmöglichkeit zu benutzen.
LG David

Christopher_95
13.04.09, 20:10
Hi Leute,

also ich habe mir eben auch eher eine Art Feuerstelle gebaut, so zum kokeln und Feuer machen. Ich experimentiere auch noch mit Lehm.

Ich hab Glück, da bei uns im Garten 5cm unter dem Boden fast reiner Lehm ist. Ich habe kein Stroh genommen, sondern trockenne Tannennadeln.
Morgen werde ich mal ein Reisigfeuer machen, und die schwitzen lassen.

Viele Grüße,
Christopher

sanjuro
13.04.09, 23:25
.....ich habe mir eben auch eher eine Art Feuerstelle gebaut, so zum Kokeln und Feuer machen. Ich experimentiere auch noch mit Lehm......Morgen werde ich mal ein Reisigfeuer machen, und die schwitzen lassen......
So lange der Lehm noch feucht ist, bringt Feuer ihn zum Platzen und Reißen. Erst wenn er sich nach sorgfältigem Trocknen warm anfühlt (keine Verdunstungskälte durch Wassergehalt mehr), kann man mit Feuer "nachhelfen".

Gruß

sanjuro

Christopher_95
14.04.09, 14:21
Hoi,

hab sie jetzt mal angeheizt.
Obwohl die Feuerstelle noch Tropffeucht war, ist die nicht gerissen.
Jetzt ist sie außen überall Fest und Trocken.
Heute grillen wir mal mit dem Teil:steirer:

Gruß,
Christopher

natto
07.10.11, 18:32
Ich beginne gerade mit dem Schmieden und möchte eine neue Esse bauen. Hier sind Bilder von meinem letzten Werk.
http://www.messerforum.net/attachment.php?attachmentid=118819&stc=1&d=1318000221

Die Esse besteht aus Lehm, Ziegeln und Leichtbausteinen. Der Lüfter ist noch in Arbeit.

http://www.messerforum.net/attachment.php?attachmentid=118820&stc=1&d=1318000221

Bei einem halben Stein Höhe und Breite läßt sich die Esse gut verkürzen. Der Schleifstein ist 200mm lang.

http://www.messerforum.net/attachment.php?attachmentid=118822&stc=1&d=1318000711

Das hier soll die Zuluft werden, ein beschlagnahmter Maico-Lüfter aus dem Spritzwasserbereich einer Dusche mit leider nur 13 Watt. Das Kanalrohr mit bietet eine Reduzierung des Querschnittes von 100mm auf 50mm. Da der Lüfter auf Menge, nicht auf Druck ausgelegt ist, brauche ich eine große Öffnung für den Seitenwind. Sind 30mm in Ordnung?

Falls hier jemand einen vergleichbaren Lüfter verwendet, bitte melden. Lose aufgestellt mit einer aufgeschnittenen Flasche als Trichter kann ich ohne große Reserven bei der Luft schmieden. Ein geschlossener Aufbau wird bestimmt tricky.

Weil die Ziegel ziemlich warm werden möcht ich wieder Leichtbausteine zur Wärmedämmung verwenden. Die Feuerschale wird aus Lehm gebaut. Grund für den Neubau ist die etwas geringe Tiefe der aktuellen Esse. Dadurch soll das Glutnest gleichmäßiger werden. Zur Wärmedämmung gegen den Boden, und um den Seitenwind frei zu halten, soll unten ein wenig unverbrannte Holzkohle liegen. Wie hoch muß der Einlaß liegen damit das klappt?

Die Steine sind etwa 25cm x 30cm x 60cm. Damit ist folgender Aufbau möglich:http://www.messerforum.net/attachment.php?attachmentid=118824&stc=1&d=1318003626
Bei H=30cm ergibt sich ein Freiraum für die Feuerschale von 35x35x30cm, eine Feuerschale mit 3cm Wandstärke wäre 29x29x27cm groß. Das scheint mir etwas groß zu sein. 24x24x22 scheint mir besser geeignet zu sein, was meint Ihr?


Gruß, Holger

natto
09.10.11, 12:02
Moin Leute,

hat vielleicht doch jemand einen ählichen Lüfter in Einsatz? Wer kann mir etwas dazu sagen?
http://www.messerforum.net/attachment.php?attachmentid=118941&stc=1&d=1318154410http://www.messerforum.net/attachment.php?attachmentid=118940&stc=1&d=1318154410

Die neue Esse ist noch in Planung, aber der Lüfter muß beim nächsten Schmieden laufen. Der Lüfter entspricht nicht dem, was sonst so benutzt wird, aber mit einem Trichter zum Einfangen des Windes erreichte ich schon Schmiedetemperatur. Der Durmesser des Windes war bei dem Versuch 20mm.

Für den Notfall habe ich noch einen 3~ Radiallüfter, aber der bläst mir die Kohlen weg und ist auch noch leicht unwuchtig. Ohne FU möchte ich den nicht benutzen, und das Beseitigen der Unwucht wird zeitaufwändig.


Gruss, Holger

unsel
09.10.11, 12:58
Hehe Genial dein Blumentopfgebläse, sowas hab ich auch noch nicht gesehen,.
Jetzt fang an mit Schmieden, und mach dir nicht soviele Gedanken um das richtige Gebläse!
Hauptsache es kommt Luft, und du brauchst sie nicht per Röhrchen mit dem Mund rein zu blasen:p

Gruss unsel

natto
09.10.11, 13:32
Danke unsel, das Blumentopfgebläse ist richtig schön, gelle? Mit dem Schmieden geht es demnächst weiter - und ich möchte in Form schmieden üben, nicht am Gebläse rumpröddeln.

Bei zu kleiner Austrittsöffnung bricht der Luftstrom zusammen. Vielleicht erspart mir doch noch jemand das Austesten des Durchmessers des Windes.

Gruß Holger

natto
22.10.11, 13:23
Der 13W-Lüfter reicht wirklich aus! Beim letzten Durchgang lief der in einem provisorischem Aufbau, die Steuerklappe ist noch nicht abgedichtet. Mit einer 30mm Öffnung war das Paßstück für Gesenke bei ~1000° locker in einer Wärme in die Griffmulde geschmiedet.

Die nächste, tiefere Esse soll mit dem Lüfter Schweißtemperatur erreichen.

Gruß Holger

arno
22.10.11, 15:27
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