PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ballistol - Nein Danke!



Andy Haas
04.12.04, 09:16
Ich erlebe es im Job fast täglich, grad eben wieder, lese es auch immer wieder und jedesmal stellen sich die paar Haare die ich habe auf, das so vielgelobte und -benutzte Ballistol ist der größte Mist den man für Geld kaufen kann!
Mag sein, daß der Erfinder dieses Gebräus ein für die damalige Zeit wirklich gutes Mittelchen ersonnen hat. Das ist aber lange her.
Ballistol emulgiert erstens mit Wasser, was ein Ol ja nunmal nicht tun sollte wenn es Stahl vor Rost schützen muß. Und zweitens wird das Zeugs im Laufe der Zeit fest und klebrig.
Ich weiß nicht wie viele Waffen und Messer ich schon komplett in jedes Einzelteil zerlegt habe um die Sachen wieder zum Laufen zu bringen.
Also an alle, die das Zeug immernoch verwenden, tuts Euch nicht mehr an, vergeßt es und holt Euch was gutes. Mein Favorit ist übrigens G96 :super: .
Und falls ich jetzt jetzt offene Türen eingerannt habe, möge man mir das bitte nachsehen.

Gruß vom Andy

bert66
04.12.04, 09:37
Hmmmm, das mit balistol wußte ich! glaube auch es verwendet keiner bzw. nur noch wenige. Dein favorit klingt gut (kannte ich noch nicht) laut homepage. Aber woher nemen und nicht stehlen !!!???? :confused:

Nepomuk
04.12.04, 09:45
G96 ??? Wie sind den so die allgemeinen Eigenschaften.
Wichtig - ist es auch für den menschlichen Organismus verträglich?
Meine Messer benutze ich meist zum Schneiden von Nahrungsmittel.
Bekomme ich das Zeug in jedem Waffengeschäft?

gast 230908
04.12.04, 09:47
Hi Andy!

Ich bin z.Bsp. ein überzeugter Nutzer eben dieses "Gebräus". Allerdings nutze ich das Öl nicht zum schmieren irgend welcher beweglichen Teile, sondern zum Konservieren von Leder oder rostenden Stählen (nein, nicht Messer) :D

Um Leder zu versiegeln und weich zu halten (meine Stiefel) ist es allerdings bestens geeignet!

olli16
04.12.04, 10:10
Moin,

....also sooo schlecht ist Ballistol nun auch nicht, es hängt, meiner Meinung nach, davon ab wofür man es benutzt.

Wenn es z.B. darum geht massiv festgegangene Mechanik wie Türschlösser usw. wieder gangbar zu bekommen, bzw. im Winter Auto-Türschlosser vor dem Einfrieren zu schützen, funktioniert Ballistol noch mit am Besten.

Das Gleiche gilt auch für das Pflegen von (Leder)-Motorradkombis und für das Konservieren von Metalloberflächen. ZB. ein mit wenigen Tropfen Ballistol getränktes Küchentuch in den Besteckkasten des alten Familien-Tafelsilbers legen und da läuft auch nach Jahren nichts mehr an und das Zeug ist außerdem noch lebensmittelverträglich.

Tötlich wirkt Ballistol allerdings bei Ledergürteln und Lederscheiden. Das Leder wird weich wie Handschuhleder und vor allem Scheiden verlieren ihre Form.

Wie sich Ballistol als Waffenöl eignet kann ich, mangels Erfahrung, nicht beurteilen, aber nach dem was ich gehört habe, ist es zumindest für die Reinigung geeignet.

Für Messer benutze ich es auch nicht mehr, da ist selbst WD 40 wesentlich besser geeignet.

Gruß
Olli

gast 230908
04.12.04, 10:12
Und Vorsicht bei Messing, das läuft an und verfärbt sich... Bekommt man nur noch ganz schwer weg :mad:

Andy Haas
04.12.04, 10:14
G96 gibt es eigentlich in jedem gutsortierten Waffenhandel, bei uns jedenfalls garantiert (Waffen-Brühl Limburg um mal etwas zu werben). Leider ist der Importeur nicht in der Lage kleine Dosen zu besorgen, es gibt lediglich 12 OZ. Spraydosen. Für mich kein Problem, ich brauch das Zeug ja täglich.
Gefahrenhinweise: R12-hochentzündlich ; R40-irreversible Schäden möglich.
Naja, ich benutz das Zeug wie gesagt täglich und das seit ca. 8 Jahren, bekomm auch mal was ins Auge und die Hände hab ich permanent damit benetzt. I´m still alive, ums mal mit Eddi Vedder´s Worten zu sagen.

Der Andy

waltan
04.12.04, 10:52
So hat jeder seine Erfahrung.

Ich benutze es für manche Lederutensilen ,Autoschlösser,Hund und anderes.
Bei Messer bin ich durch die hiesigen Beiträge ganz von der "Schmiere" abgekommen-(Schmutzanhaftung).

Kommt auch auf die Menge an,wie mit allem.

Grüsse,
walter

pitter
04.12.04, 11:23
Wenn es z.B. darum geht massiv festgegangene Mechanik wie Türschlösser usw. wieder gangbar zu bekommen, bzw. im Winter Auto-Türschlosser vor dem Einfrieren zu schützen, funktioniert Ballistol noch mit am Besten.

Tja, einmal ;) Dafür nimmt man gar kein Öl, weil das verpappt. Zum Schmieren gibts Graphit Pulver und wenn man irgendwas gangbar machen will, ein Kriechöl mir hohem Anteil an Lösungsmitteln. WD 40 oder noch besser ein Kontaktspray. Wobei sprühen ohne nachträgliches Säubern immer Pfusch ist, aber manchmal gehst halt nicht anders.

WD40 zum Reinigen und eventuell Schmieren für Klingen nehme ich auch. Vorsicht, weil WD40 Kleber löst. Und grundsätzlich ists natürlich wegen der hohen Viskosität und dem Lösungsmittel kein Schmiermittel.

Ballistol verwende ich nie und nimmer für irgendwas. Das Ding hält sich auch nur durch Legendenbildung und Mund zu Mund Propaganda ;)

Grüße
Peter

Dude
04.12.04, 11:43
G96 ??? Wie sind den so die allgemeinen Eigenschaften.
Wichtig - ist es auch für den menschlichen Organismus verträglich?
Meine Messer benutze ich meist zum Schneiden von Nahrungsmittel.
...

Das habe ich mich auch schon gefragt, da ich mir auch ab und zu mal einen Apfel o.ä. schneide. Gesund werden die Mittelchen alle nicht sein. Man sollte es vielleicht nicht unbedingt auf der Klinge belassen bzw. vorher abwischen, wenn man Lebensmittel schneiden möchte.

Habe noch das Gute alte Ballistol, das ich aber meistens für andere Dinge als für Messer benutze. Ich werde mal nach G96 Ausschau halten. Danke für den Tipp.

Byron
04.12.04, 11:53
Hallo allerseits!

Wie Nepomuk würde mich interessieren, welche Schmier- und Rostschutzmittel man bei Messern verwenden kann, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.
Kennt jemand die genauen Definitionen für "nicht toxisch" und "lebensmittelecht"?

Gruß,
Byron

Havor
04.12.04, 12:15
Ganz einfach:
Entweder du nimmst ein Speiseöl, das ist per Definition lebensmittelecht oder du forderst beim Hersteller ein Sicherheitsdatenblatt an.
Kann er keines vorweisen oder enthält das Ding kaum Daten, dann hat der Hersteller seine Hausaufgaben nicht gemacht und man sollte das Zeugs besser nicht kaufen.

So sieht sowas dann aus (PDF):

http://www.carl-roth.de/jsp/de/sdpdf/AA74.PDF?lang=de&catId=DE

So, wichtig sind die Angaben zur tox. und die R und S Sätze.

Achja, viele Datenblätter kann man hier finden:

http://www.eusdb.de/

olli16
04.12.04, 12:18
Hallo Pitter,

sorry, da muss ich Dir (ausnahmsweise) widersprechen. Ich bin seit 20 Jahren Kfz-Meister, Du glaubst nicht, wieviel Auto-Türschlösser ich in dieser Zeit zerlegt und gangbar gemacht habe. :mad:

Die meisten waren von diesem "tollen" Graphit-Pulver völlig verstopft. Das heißt, von den ursprünglichen 5-6 "Zuhaltungen" waren bestenfalls noch 1-2 intakt - bis hin zu einem völlig blockierten Schloß.

Graphit-Pulver ist ein Festschmierstoff, und der hat (technisch bedingt) in einem Wälzlager und in feinmechanischen Bauteilen (wie zb. Türschlössern) nichts zu suchen. (Das Zeug gehört in meinen Augen verboten :( )

Ich habe in dieser Zeit mit Ballistol als Mittel gegen "Einfrieren" der Schlösser bei meinen und auch bei Kundenfahrzeugen nur gute Erfahrungen gemacht. Besser funktioniert eigentlich nur noch dünnflüssiges Motorrad-Kettenspray (für O-Ring-Ketten mit viel Lösungsmittel). Der Nachteil ist allerdings, dass der Schlüssel anschließend für einige Tage "etwas fettig" ist.

Nix für ungut :D
Gruß
Olli

Ralf
04.12.04, 13:08
Balistol hat seine Berechtigung.

Wie olli 16 schreibt nehme ich Balistol auch für Autotürenschlösser und Haustürenschlösser schon seit ca. 20 Jahren und muß sagen es hat sich immer Bewährt.
In meiner Fa. nehme ich Es zum schmieren von langsam laufenden Förderbändern in der Lackiererei, es gibt nichts besseres (und ich habe schon viele Öle und Fette ausprobiert).

Es ist natürlich kein Allheilmittel, wie ich früher auch mal gedacht habe.

Zum schmieren meiner Folder nehme ich White Lightning.
Zum Konservieren meiner rostenden Klingen WD 40.
Um Lederhüllen zu pflegen Granger´s G-Wax.
Um Lederjacken und Sessel geschmeidig zu halten Vaseline oder Nivea.
Zum schmieren von Kunststofflagern Industrie-Lube mit Flonium ohne Silicone.

So hat jeder seine Favoriten und ist mehr oder weniger glücklich damit.

Ralf

waltan
04.12.04, 13:15
Die meisten waren von diesem "tollen" Graphit-Pulver völlig verstopft. Olli

Die Erfahrung hab ich auch gemacht,seit den 90er benutze ich und meine KFZ-Werkstatt Balistrol.(für Schlösser)

Seitdem hab ich Ruhe,Sommer wie Winter.

Gruss
walter

Andy Haas
04.12.04, 13:24
Natürlich habt Ihr Recht damit wenn Ihr Leder, Holz oder den Hund damit pflegt. Es freut mich aber zu lesen, daß keiner von Euch die Stahlteile der allerliebsten Schätzchen damit behandelt :D !

Der Andy

beagleboy
04.12.04, 13:46
Besser funktioniert eigentlich nur noch dünnflüssiges Motorrad-Kettenspray (für O-Ring-Ketten mit viel Lösungsmittel). Der Nachteil ist allerdings, dass der Schlüssel anschließend für einige Tage "etwas fettig" ist.


Das wundert mich jetzt allerdings aus meiner Erfahrung in unserer Motorradwerkstatt.

Gute Kettensprays sind extreme Haftschmierstoffe und sollen nicht nur schmieren, sondern auch kleben, um im Fahrbetrieb nicht abgeschleudert zu werden.

Diese Klebwirkung kann ich mir einem Schloßmechanismus nur schwer als förderlich vorstellen. Außerdem bindet das Zeug Verschmutzungen wie Teufel und geht damit eine recht unheilige, aber dauerhafte Allianz ein. :confused:

Fairlane
04.12.04, 13:46
Ballistol benutze ich schon über zehn Jahre für die Pflege meiner
Waffen, besonders auf der Brünierung als Rostschutz.
Schlechte Erfahrungen habe ich damit nicht gemacht, es haftet nicht schlecht und nach Gebrauch ist ein Nachölen und gleichmäßiges Wischen mit Tuch Pflicht.
Für Messer etc. taugt es wirklich nur bedingt und es gibt, wie erwähnt bessere Mittel.
Graphitpulver ist für mechanische Teile (Schlösser) nach einer gewisser Zahl von Anwendungen wirklich der Tod. Anfangs läuft´s super....später immer schlechter, es verschlackt einfach.
Ich bin hier mittlerweile auf Tetra-Gun umgestigen. Habe zwar keine Ahnung, ob´s das noch zu kaufen gibt, aber ich zehre an den Resten einer Tube, welche bei meiner Peters-Stahl .45 dabei lag. Es ist Fluoropolymer, eignet sich bestens bei Teilen, welche starker Reibung ausgesetzt sind (nahezu spielfreier Schlitten meiner Pistole), ist einfach wieder zu entfernen, unterstützt die Reinigung......nicht schlecht das Zeugs.

Gruß Fairlane

Mike
04.12.04, 14:32
R 40

heißt normalerweise das Zeug steht in Verdacht Krebs zu erregen.
(Verdachtsmomente liegen vor, es reicht nur noch nicht zur Einstufung Krebserregend)

Bei täglichem Umgang mit dem Zeug hoffe ich das Du wenigstens eine Absauganlage hast so das Du die Dämpfe nicht einatmen mußt.

Mfg, Mike

x-blades
04.12.04, 15:05
Tach auch,

da muss ich mich auch mal wieder zu Wort melden.
Also so schlecht is das gute Ballistol nun auch wieder nicht. Klar, ich verwende auch zwei andre, nämlich Brunox und Flitz, aber Ballistol ist meiner Meinung nach gar nich mal so schlecht. Ich öle damit immer meine P7 und hatte noch nie Probleme damit.

Außerdem kommt dauernd irgendein anderer Mist auf den Markt, das is besser, des is besser und wir haben das Baste. Blödsinn.

Für den Otto Normalverbraucher reicht das Zeug vollkommen aus und wer was andres haben will soll sich das Brunox Waffenspray kaufen, geht auch hervorragend für Messer und als Kettenspray fürs Mountain Bike is es auch top.

Grüße :glgl: :steirer: :irre: :D

Dude
04.12.04, 15:12
Das wundert mich jetzt allerdings aus meiner Erfahrung in unserer Motorradwerkstatt.

Gute Kettensprays sind extreme Haftschmierstoffe und sollen nicht nur schmieren, sondern auch kleben, um im Fahrbetrieb nicht abgeschleudert zu werden.

Diese Klebwirkung kann ich mir einem Schloßmechanismus nur schwer als förderlich vorstellen. Außerdem bindet das Zeug Verschmutzungen wie Teufel und geht damit eine recht unheilige, aber dauerhafte Allianz ein. :confused:

Das ist auch meine Erfahrung. Wer jemals eine Kette oder eine Felge von dem Kram befreien musste, der weiß, wie das haftet! Dem ist dann nur noch mit Spezialreinigern beizukommen (ich habe Ahasol Maschinenreiniger genommen, bezogen aus der Apotheke). Hat aber auch seinen Sinn, denn schließlich soll sich das Zeug auch bei deutlich über 200 km/h nicht gänzlich von der Kette verabschieden. Also ich würde damit kein Türschloss behandeln, genauso wenig wie Messer. WD40 scheint mir da geeigneter zu sein.

El Dirko
04.12.04, 15:37
zum Schmieren nehm ich Teflon und zum Reinigen Caramba. Wenn es was lebensmittelechtes sein soll nehm ich Salami.

Grad Teflon ist m.E. eine billige alternative zu den sau teuren Spezialmitteln für Folder-Achsen.

Gruss
El

Matthias
04.12.04, 15:54
Ballistol gibt`s schon seit vielen Jahrzehnten. Es hat sich immer bewährt. Wundermittel gibt es nicht. Daß die techn. Entwicklung auch in puncto Waffenölen weiterschreitet ist normal.
Aber habt ihr schonmal WD 40 zum Gurgeln benutzt, oder Silikon zur Hundepfotenpflege?
High Tech ist gut, aber der Waidmann mit seiner kleinen Tropfflasche Ballistol konnte seine Feuerwaffe, seine Blankwaffe sowie seinen Hund und sogar sich selber pflegen. Nicht zu vergessen seine Ledersachen, wie Stiefel, Gewehr-und Rucksackriemen usw.
Wem`s nicht behagt - einfach nicht kaufen!
Jedem das Seine! So einfach ist das.

Simple Grüße
Matthias.

pick-up
04.12.04, 16:38
Naja, ich benutz das Zeug wie gesagt täglich und das seit ca. 8 Jahren, bekomm auch mal was ins Auge und die Hände hab ich permanent damit benetzt. I´m still alive, ums mal mit Eddi Vedder´s Worten zu sagen.

Der Andy

na ja , .......aber die haare sind bei dir wech ....... :lach: :lach: :lach:


kopfduckundwechlauf :p

Andy Haas
04.12.04, 17:19
na ja , .......aber die haare sind bei dir wech ....... :lach: :lach: :lach:


kopfduckundwechlauf :p


Stimmt! Aber nur oben und der Rest ist meist nur 3mm kurz :D .

Der Andy

olli16
04.12.04, 17:53
Das wundert mich jetzt allerdings aus meiner Erfahrung in unserer Motorradwerkstatt.

Gute Kettensprays sind extreme Haftschmierstoffe und sollen nicht nur schmieren, sondern auch kleben, um im Fahrbetrieb nicht abgeschleudert zu werden.

Diese Klebwirkung kann ich mir einem Schloßmechanismus nur schwer als förderlich vorstellen. Außerdem bindet das Zeug Verschmutzungen wie Teufel und geht damit eine recht unheilige, aber dauerhafte Allianz ein. :confused:

Das Du (als biker :super: ) jetzt auf diesen Post antworten würdest, war mir klar (und durchaus auch erwünschst :super: )
Aber... was ist gegen die Eigenschaften des dünnflüssigen Kettenfetts einzuwenden, wohlgemerkt, ich spreche jetzt vo 1-2 maliger Anwendung pro Jahr (mit der ich sehr gute Erfahrung gemacht habe).
Der Haupt-Nachteil "Staubansamlmung" dürfte bei einem (Auto-)Türschloß zu vernachlässigen sein.

aber wie schon weiter oben erwähnt.....jedes Mittel für seinen Zweck.

Gruß
Olli

beagleboy
04.12.04, 18:58
Aber... was ist gegen die Eigenschaften des dünnflüssigen Kettenfetts einzuwenden, wohlgemerkt, ich spreche jetzt vo 1-2 maliger Anwendung pro Jahr

Hauptsächlich die Tatsache, daß das Zeug eben nicht dünnflüssig bleibt (auch wenn es so aus der Dose kommt), sondern nach Verdunsten der enthaltenen Lösemittel einen extrem zähen, klebrigen Film bildet, der die Schmierung an Ort und Stelle hält.
Ich habe schon so viel Motorrad-Hinterräder ausgebaut bzw. Ketten gewechselt, daß ich sehr gut weiß, wie gut das Zeug klebt. ;)

Und ein Kettenspray, das nicht klebt, taugt naturgemäß eben nichts.

Allgemeine Anmerkung: O-Ringtauglichkeit bei Kettensprays bezieht sich auf die Eigenschaft des Sprays, die bei modernen Motorradketten enthaltenen Dichtungsringe zwischen den Gliedern ("O-Ringe") nicht anzugreifen.
Keinesfalls soll das Kettenspray an diesen Dichtringen vorbeigelangen, denn dahinter befindet sich die werksseitige Fettfüllung der Kette, die ja nicht durch Lösemittel herausgewaschen werden soll.

Insofern ist auch nicht die Menge an Lösemitteln relevant, sondern nur die Beschaffenheit bzw. die Eigenschaften (Verträglichkeit bei Gummi).

In jedem Fall aber verdunsten diese Lösungsmittel bestimmungsgemäß nach Auftragen des Sprays, um dann die Hafteigenschaft des Schmierstoffes zur Entfaltung zu bringen.

Aus meiner Sicht sind feinmechanische Apparaturen und Kettenspray absolut inkompatibel. :D

Exkurs Ende.

Guenter
04.12.04, 19:02
Nicht das Kettenfett, sondern der Kettenreiniger dürfte für solche Schlösser das geeignete Mittel sein. Ein vorkommen trocken laufendes Schloß nimmt keinen Schmutz auf und hat durch die Materialkombination genug Gleiteigenschaften.

beagleboy
04.12.04, 19:09
Der Kettenreiniger ist (ähnlich wie Bremsenreiniger) hauptsächlich stark entfettend.

Im Prinzip ist das mit den Gleiteigenschaften der trockenen Materialien auch richtig; allerdings sieht es im Winter bei eingedrungender Feuchtigkeit halt leider anders aus...

Skippy
04.12.04, 22:00
Ah - mal wieder ein Glaubenskrieg.... :D

Die alte Geschichte. Wer lange genug mit Schusswaffen zu tun hatte, dem werdet ihr Ballistol nicht ausreden können - weil es nun mal hervorragend für genau diesen Bereich geeignet ist. Allerdings sollte man es nicht in feinmechanischen Kunstwerken verwenden. Einer Glock ist egal, womit sie geschmiert wird, einem Korth vermutlich nicht.

Weiters wird zu schnell von Gewehrläufen auf andere Metallgegenstände geschlossen. Für Messing, das sich schon leichengrün verfärbt wenn man es nur mal böse ansieht, ist Ballistol der Tod.

Dass man seinen Jagdhund mit Ballistol versiegelt ist mir neu. Die paar Euro für eine Tube Hirschtalg werden doch hoffentlich drin sein. :p

~

olli16
05.12.04, 07:00
.....Ich denke mal, es ist so (wie bei dem ursprünglichen Thema "Ballistol"), jeder hat seine eigenen "Hausmittelchen" auf die er schwört.

Zitat Beagleboy:
Hauptsächlich die Tatsache, daß das Zeug eben nicht dünnflüssig bleibt (auch wenn es so aus der Dose kommt), sondern nach Verdunsten der enthaltenen Lösemittel einen extrem zähen, klebrigen Film bildet, der die Schmierung an Ort und Stelle hält.
Ich habe schon so viel Motorrad-Hinterräder ausgebaut bzw. Ketten gewechselt, daß ich sehr gut weiß, wie gut das Zeug klebt.
Zitat ende.


Klingt gut.

Durch diese Eigenschaft dringt es aber auch in jeden Winkel des Schlosses ein, verdrängt Feuchtigkeit, und hinterläßt einen dauerhaften Schmierfilm, macht aber (zugegebenermaßen) das Schloß nicht unbedingt leichtgängiger (aber frostsicher :D ).

Daher , und vor allem wegen den "fettigen" Schlüsseln mute ich diese "Behandlung" nur meinem Wagen und dem Wagen meiner Schwester zu.

OT Off

Gruß
Olli

PS: Hallo Skippy, willkommen im Forum. Natürlich werden Hunde nicht mit Ballistol konserviert :D . Aber es eignet sich gut zur Behandlung von kleineren Wunden und Kratzern.

fuchs
05.12.04, 14:20
Dass man seinen Jagdhund mit Ballistol versiegelt ist mir neu. Die paar Euro für eine Tube Hirschtalg werden doch hoffentlich drin sein. :p
~

"versiegelt" ist gut... Ballistol hat aseptische Eigenschaften - kleine Wunden kann man damit gut desinfizieren, aufgescheuerte Hautstellen, Blasen etc heilen schneller - übrigens auch beim Menschen.

Matthias
05.12.04, 21:46
Ich dachte eigentlich, jeder (Jagd)Hundehalter würde ob der pflegenden Wirkung von Ballistol, speziell für Hundepfoten (Ballen) wissen.

Hirschtalg ist aber garantiert auch nicht schlecht!

Unser Irish Setter (R.I.P.) hat seine Pfoten nach Behandlung mit Ballistol immer ganz begeistert "abgeschlappt". Na ja, ist 20 Jahre her.


Grüße
Matthias.

Tokee
05.12.04, 21:58
Also ich gehöre zu der Pro-Ballistol Gemeinde. Ich benütze es für kleine Wunden (meine Hunde sind auch begeistert davon, schlecken es auch sofort weg, auch von meinen Wunden), Leder geschmeidig machen, Holz behandeln und Messer säubern, Messerachsen ölen und Klingen versiegeln. Ich hatte bisher noch keine negativen Erfahrungen damit und bin froh das ich nur ein kleines Fläschchen brauche und nicht fünzig verschidene Mittel für jedes Kinkerlitzchen was anderes.

Tschau
Tokee

Gerald
05.12.04, 22:19
Hi,
Balistol oder WD40 oder.. mag für Hand- oder andre Feuerwaffen ja o.k. sein. Da ich aber seit Jahren mich den Japanischen Messern und Schwertern verschrieben habe kommt bei mir grundsätzlich nur chinesisches Kamelienöl auf alle Messer und Mechanismen. Das harzt nicht, ist lebensmittelecht und hat keinen Eigengeschmack.
Vor allem ist das Reine Öl absolut säurefrei!
Schmiert euch weiter eure Brote mit Nelkengeschmack ala Balistol oder probiert mal geschmackneutral.


Stay sharp

Gerald

function
05.12.04, 22:32
Muss mich doch jetzt auch mal pro Ballistol äußern.

Mag ja sein, dass es in Bezug auf Rostschutz oder Schmierung wesentlich bessere Mittel gibt. Fragt sich nur, ob man diese als durchschnittlicher (Messerforum gemeint) Messerbenutzer auch nur ansatzweise benötigt.
Haupeinsatz eines Öls beim Messer besteht vermutlich darin, die Klinge vor Korrossion zu schützen - Handschweiss oder Lebensmittelreste, die mit der Klinge in Berührung kommen sind wohl die größte Gefahr.

Die meisten von uns werden eine hochwertige Klinge möglichst zeitnah nach dem Benutzen sowieso reinigen und mit einem neuen Ölfilm versehen, in dieser Zeitspanne ist bei meinen Klingen, welche ich mit Ballistol einreibe noch keine Korrossion aufgetreten.
Beim einem Haupteinsatzgebiet meiner Messer, nämlich dem Zerkleinern von Lebensmitteln muss ich nicht die geringsten Bedenken haben, da Ballistol bei der Einnahme unbedenklich ist (auf jeden Fall in diesen geringen Mengen)

Weiterer, für mich nicht unwichtiger Faktor: 50 ml für 2,60 Euro oder 500 ml für starke 10 Euro.

Also traut euch.

(Übrigens verschickt Ballistol auf Anfrage Broschüren zu ihrem Produkt, wenns nach denen geht ist Ballistol vielseitiger als ein schweizer Messer, aber wir wollen ja mal nicht übertreiben)

crashlander
06.12.04, 13:20
Ballistol ist prima, um Katzenohren zu putzen :super:
Gegenteilige Äußerungen beteiligter Katzen entsprechen nicht der Wahrheit :D

Ich verwende es eigentlich auch kaum noch für Messer. Da ich eigentlich nur rostfreie Klingen habe, brauche ich selbige kaum zu schützen. Zum Schmieren der Klingenlager reicht ab und an mal ein Tropfen Tuf-Glide. Sparsam eingesetzt besteht da auch keine Gefahr, sein Essen zu verunreinigen. So ein kleiner Tropfenspender hält außerdem ewig. Riecht nur etwas, aber Ballistol ist auch nicht unbedingt Parfum.

el pedo
07.12.04, 10:41
Eine geruchsfreie, allerdings etwas teure Alternative zu gängigen Schmiermitteln ist Christolube - das Schmiermittel wird im Reglerservice für Tauchgeräte verwendet, reagiert nicht mit Sauerstoff und ist absolut geruchsneutral. Da Atemluft daran vorbeiströmt ist es auch gesundheitlich als unbedenklich einzustufen. Nur rauchen sollte man das Mittel nicht (steht auf der Packung - naja ist halt ein amerikanisches Produkt ....hat aber sicher seine Berechtigung ....)
Einmal eine Kleinstmenge (mit einer Stecknadel) auf bewegliche Teile aufgetragen bleibt das Mittel auch unter Reinsauerstoffeinfluss absolut unverändert und verdickt/verharzt nicht. Der Klingengang wird unglaublich weich.
Wie gesagt - billig ist das Zeugs mit ca 25 Euro für 2 fl.oz nicht, allerdings reicht die Menge fast ewig.
Erneuern lässt sich der Schmierfilm einfach durch abwischen und neu auftragen - es klebt nie etwas und ich muss keine weiteren Lösungsmittel verwenden.
Für Klingen ist meiner Meinung nach Salami und Speck das Einfachste, wenns nicht gerade ein Vitrinenmesser ist.

Gerald
07.12.04, 11:36
Ich habe schlechte Erfahrungen mit Salami bei Klingen mit hohem Eisenanteil gemacht, Verfärbungen und Korrosion.
Kommt vermutlich von den Konservierungsmitteln und Säuerungsmitteln die mittlerweile in jedem Wursterzeugnis zu finden sind.

Ich kann jedem der eine lange Lebensdauer seiner Klinge will nur Säurefreie Öle empfehlen.

Kalle (WF)
07.12.04, 11:50
Normalerweise hätte ich nach den Salami-Tips gedacht, schön fettiger, schleimiger Aal tuts auch, nachdem ich mir aber mal eine Damastklinge damit beinahe versaut hatte (mein niedliches Böker/Sachse-Integral wurde richtig schön dunkel und war nur auf langwierige Weise wieder ansehnlich hinzukriegen), bin ich doch vorsichtiger geworden, und suche immer noch etwas, daß nicht so ölig schmeckt wie Caramba oder WD 40, und nicht so schmiert und stinkt wie Ballistol, da ist deine Idee vielleicht wirklich gut.

Viele Grüße,
Kalle

xtorsten
07.12.04, 15:03
super thread, endlich mal was zum Plaudern....
zur Salami und Co: ich habe da auch mal einen Fettfilm auf dem Messer gelassen. Zwei Stunden später hatte ich schönen braunen und auch tiefgehenden Rost. Bei wems klappt ist gut. Zum unbedarften Nachahmen würde ich es nicht empfehlen.
Dafür gibt es ja auch diese Nelken- und Kamelienölgeschichte, die Gerald schon angesprochen hat. Das ist dann auch lebensmittelverträglich.
Oder einfach ein Stofftaschentuch und trocken wischen (die Klinge natürlich). Wird zwar dann doch mit derZeit grau, aber der fiese braune Rost bleibt weg. Wem das nicht gefällt, der kann sich ja ein Stück Leder auf `ne Holzleiste kleben und dann Chrompoliturpaste aus der Autoecke im Baumarkt drauftun - damit bekommt man dann auch diese Schicht weg.
Balistol nehme ich aber auch - um Schleifmittel wie Keramikstäbe wieder frei zu bekommen oder alte Klingen mit sehr dicker schwarzer Oxidschicht von dieser zu befreien. Dass Balistol gesundheitlich unbedenklich ist, halte ich für einen Mythos. Das Zeug reizt die Atemwege - und ich finde nicht zu knapp. Ist mir egal, was irgendwelche Datenblätter dazu schreiben, ich würd`s mir nie und nimmer in den Mund stecken!
Und für irgendwelche Schlösser beim Auto nehme ich Brunox-Spray. Ich habe es vorigen Winter in das Schloss vom Kofferaum reingetan und seitdem kein Prob mit dem Mechanismus.

Gibt es denn wirklich noch Leute, die sich damit die Zähne putzen?
Ob die wohl vorher auch schon Eremiten waren???

gruß,
torsten

DACK
16.12.05, 18:30
Wieso hab ich jetzt das Gefühl, daß die, die sich über Ballistol am meisten aufblasen das Zeug noch nie benutzt haben und nur vom Hören sagen kennen ?

Ich benutze Ballistol seit über 30 Jahren zur Messer- und Waffenpflege und daneben für alles was sonst nmoch so anfällt und bin dabei nicht unzufriedener geworden.
Natürlich macht Ballistol Leder weich (und ist für Scheiden und Futturale nicht geeignet), dafür ist es ja gedacht - das steht aber auch schon auf der Flasche/Dose.
Und von verharzen hab ich weiß Gott nichts feststellen können, - allerdings betragen mneine Pflegeintervalle auch nicht Jahre ...

Wer allerdings die eierlegende Wollmilchsau sucht ist bei Ballistol an der falschen Adresse (obwohl Ballistol schon mehr positive Eigenschaften vereinigt als 95 % seiner Mitbewerber).

Geier0815
16.12.05, 19:58
Moin, Moin,

für alle Motorradfahrer unter uns mal ein etwas anderer Tip zur Schmierung der Kette mit dem ich bisher auch nur beste Erfahrungen gemacht habe: http://moppedcafe.xt600.de/xt600z/xt600z_tips.html#Kettenschmierung

Andy Haas
17.12.05, 09:21
Och naja, wenn man mich so sieht könnt man schon meinen, ich wär etwas aufgeblasen :lach: .

Aber es ist dann doch immer seltsam zu lesen, daß man versucht mir mein Fachwissen was man sich in vielen Jahren Beruf angeeignet hat abzusprechen.
Nun gut, ich werds überleben und die Ballistolverfechter sollen das Zeug weiterhin nehmen. Jeder wie er mag!

Mich erstaunt nur ab und an, daß so alte Beiträge wieder ans Tageslicht kommen.

Übrigens, mein geliebtes G96 wird nicht mehr nach Deutschland importiert. Leider! Nun muß ich mich wieder mit irgendwelchem schlechteren Öl herumschlagen.

pick-up
17.12.05, 10:19
so, ich habe hier nun einiges aufgeräumt , was hier nicht hingehört.

ich möchte euch bitten, hier nur themenrelevante sachen zu schreiben und keine leute zu beleidigen .
sollte das nicht klappen, wird der thread ganz schnell zugemacht bzw andere maßnahmen ergriffen http://www.wolfpaw.de/smilies/kaffeepc.gifhttp://www.wolfpaw.de/smilies/mod_boese.gif

aik juramentado
18.12.05, 12:15
Ich benutze Balistol, finde es nicht sonderlich toll, kenne aber noch keine Alternative.
Nennt doch mal einfach kurz und knapp ein vor Rost schützdendes Mittel, bei dem die Klingen in Foldern flutschen und das auch essbar ist.
Am Besten noch mit Link und Bestellmöglichkeit.

DACK
18.12.05, 13:32
Byron - Wie Nepomuk würde mich interessieren, welche Schmier- und Rostschutzmittel man bei Messern verwenden kann, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen
Armaturen-Hahnfett, z.B. von Kirchhoff, Zugelassen für Trinkwasser, temperaturbeständig -20 bis +200 C, ich nehme an auf Silikonbasis. kennt jeder Klempner, gibt's in jedem Baumarkt.
Ich nehme dieses Fett für meine Tauchermesser vor dem Einsatz, - allerdings weniger aus Verträglichkeit für mich als für meine Umwelt

Scrub
21.12.05, 11:54
Also ich benutze Ballistol für meine Messer und das funzt sehr gut! wird zwar nach einger zeit etwas klebrig aebr das einfach abwischen und wieder neu drauf(is ja net so aufwändig) und ist scheinbar auch nicht gesundheitsgefährdend. weil als mein bruder sein zivi gemacht hat, da ht der vater seines chefes das zeug immer geschluckt wenn er magenprobelme o.ä. hatte! also von daher denke ich ist ballistol ein recht gutes zeug. ich habe allerdings noch keine erfahrung mit anderen mitteln gemacht. das liegt aber auch daran, das ich mich erst seit kurzer zeit mit dem schmieden von (Damast)Messern beschäftige!

Günther
21.12.05, 12:23
Ist zwar schon Uralt der Beitrag, aber anscheinend immer noch aktuell. ;)

Ich benutze seit kurzem Kameilienöl, bisher aber nur Balistol.
Ich muß dazusagen, das ich fast nur Feststehende Messer zu pflegen habe, und da ist es nicht so tragisch, wenn das Öl mal etwas zäher auf der Klinge ist, ist ja nur ein dünner Film.

Ich wüßte nciht, was für ein anderes Öl ich einer Kundschaft raten sollte.
Versuch mal einer Hausfrau, oder einem alten Jäger, der ohnehin Balistol für seine Waffen verwendet, von chinesischem Kamelienöl zu überzeugen. :irre:

Jeder wie er meint, ich find Balistol nicht schlecht. :D

The Playstation
21.12.05, 12:52
Man muß überlegen, was das Öl leisten soll. Ist man Sammler oder Benutzer?
Für Sammler ist ein dünnflüssiges Öl wie Kamelienöl oder Nelkenöl ideal.
Auf weiter Flur ist das aber recht ungeeignet. Da benötigt man besser haftende Öl- und Schmierstoffe wie WD40 oder vaselineartiges Zeug.

In der Frühzeit haben tierische Fette und sogar Ohrenschmalz herhalten müssen. :P

Beim Sammler ist auch der Aufstellungsort wichtiger als das Konservieren mit Öl. Ich sage nur Kalte Wände, Feuchträume, Niedrigenergiehaus, Lüftung, ...

The Playstation
21.12.05, 12:56
Noch ein Tip für den idealen Standort: Sucht einen warmen Ort in der Nähe der Heizung oder an der Innenwand aus. Denn Feutigkeit setzt sich immer am kältesten Punkt ab. ;) Aussenwände sind nicht geeignet.
Gutes Lüften verbessert nicht nur das Raumklima.

JB1964
21.12.05, 15:53
Mein Vater war Jäger und Sportschütze. Für seine teuren Waffen hat er immer "Cito" und später "Viri" verwendet. Diese beiden waren beim Entfernen von Pulverschmauch sehr hilfreich und haben als Kriechöle auch eine sehr gute, konservierende Wirkung. (Bei Schußwaffen wohlgemerkt)

Kennt jemand diese Öle? Wie sind die für Messer geeignet? Ich meine sowohl für Sammler, aber auch User.

Da gibt es noch "Venatol". Ist das eurer Meinung nach genauso sagen wir umstritten wie das (veralterte?) Ballistol?

Floppi
21.12.05, 20:19
Da benötigt man besser haftende Öl- und Schmierstoffe wie WD40
WD40 löst Epoxidverbindungen - außerdem ist es als Rostlöser konzipiert und nicht als Rostschutz...

cheez
21.12.05, 22:05
Es hat eine gewisse Rostschutzfunktion, steht zumindest drauf. Ich kann nicht beurteilen, wie effektiv das als Rostschutz funktioniert, ist recht flüchtig (und überhaut nicht zäh).

Ich mache gerade Feldversuche mit meinem Fahrrad. Der Rost von der Kette wurde gut von WD40 gelöst, es wird sich zeigen, wie schnell neuer ansetzt.

Keno

MojoMC
21.12.05, 22:49
Ich mache gerade Feldversuche mit meinem Fahrrad. Der Rost von der Kette wurde gut von WD40 gelöst, es wird sich zeigen, wie schnell neuer ansetzt.Eigentlich ist WD40 der Tod einer jeden Motorrad- oder Fahrradkette.

Rostlösend trifft zwar zu, aber es ist auch ein Kriechöl und verdrängt das Kettenfett in den Gliedern. Da WD40 auch sehr flüchtig ist, hat man innerhalb kürzester Zeit eine furztrockene Kette, die ihren Geist bald aufgibt.


Ich hab gute Erfahrungen mit Teflon-Kettenspray gemacht. Haftet sehr gut, ist aber nicht so schrecklich klebrig, dass viel Staub & Dreck angezogen wird.

cheez
21.12.05, 23:09
Danke für den Tipp. Als Alternative hab ich noch ein Kettenspray hier. ich werd mal testen.

Nur - keine Sorge. Nachdem eins meiner Räder von einem Kumpel zu Schrott gefahren wurde (Fahrräder & Frauen verleiht man nicht - weiss ich *jetzt* auch) und das neu gekaufte dann im Haus vom Geländer gesägt wurde, hat mein jetziger fahrbarer Untersatz ganze 20€ gekostet. Da stört mich auch die Kette kaum. :irre:

Keno

luftauge
22.12.05, 08:20
Für eher flächige Gegenstände ist WD40 sehr wohl geeignet, zumindest als Konservierungsmittel, aber nur dann, wenn man es regelmäßig benutzt, ausserdem kann man gewisse Bauteile damit hervorragend vorbereiten, um sie mit wirklich zähem Fett dauerhaft zu schützen, wohlgemerkt schützen - nicht mumifizieren oder einmotten, da gibts Besseres.

WD40 verdünnt manche zähe Fette kurzzeitig, ohne sie zu zersetzen, und erhöht dadurch die Streich- und Eindringfähigkeit, die WD40-Schicht allein ist für dauerhaften Halt einfach zu einfach zu dünn, und letztlich auch nur eine ganz dünne Wachsschicht.

Am Rasenmähergehäuse (Motorträger/Unterboden) oder an Felgen (zweiter Reifensatz) mache ich das seit Jahren mit sehr gutem Erfolg, für bewegliche Teile wie Fahrradketten nur um den Rost zu lösen und zum Reinigen, um dann mit geeignetem Mittel richtig zu fetten.

Wirklich zäh und wirksam sind u.A. die Sprays/Fette/Öle von Bremer&Leguil (Rivolta), da müsste man aber genau ausprobieren, für welche spezielle Verwendung man sie einsetzen will.

WD 40 kann mehr oder weniger fast alles, aber nichts perfekt, aber verzichten würde ich darauf nicht mehr wollen, darum auch nur noch 5l Kanister anstatt kleine Spraydosen - zum Glück ist nocht nicht alles mit EP verklebt... :D

Ich weis auch nicht warum, aber ich habe es noch nie geschafft, mir Ballistol zu kaufen, wohl, weil ich mit den anderen Mitteln zufrieden bin.

edit:
Nebenwirkungen von WD40 + "X" konnte ich noch nie feststellen, vielleicht sollte ich doch mal Ballistol zum Vergleich ausprobieren :cool:

Gruß Andreas

Guido
25.12.05, 23:27
Hallo Leute,

hier gab es schon einiges zum Thema Ballistol und WD-40:

http://www.messerforum.net/showthread.php?t=14368

Beides meiner Meinung nach nicht das Wahre.

Ich würde Kamelienöl nehmen.
Gibt es bei Dick Feine Werkzeuge.


munter bleiben

Guido

gast
26.12.05, 08:36
@Play : Ups was ist die Welt klein :p Nu mal im Ernst : Es ist keine gute Idee hölzerne Montierungen an der Heizung zu lagern : Das kann dazu führen das der Lack abspringt und die Shirasaya beim Nihonto Risse bekommt, an der Naht aufgeht. Eine wohltemperierte Kiste, resp. Schrank ist da besser.

Was die Wunderbrühe angeht : Hat jemand einen langzeit Versuch gemacht : Leute über 200 Jahren bitte melden.
Grundsätzlich habe ich gegen moderne Stoffe und auch Pflegemittel nicht´s einzuwenden, aber wer einmal, ein einzigesmal einen halben Liter ranziges was es auch immer mal war von einer Klinge geschruppt hat, weis was ich meine.
Ich würde also vorschlagen : Warum die traditionelen Mittel wechseln wenn hier die Langzeitwirkung bewiesen ist. Wie gesagt nur meine Meinung.
Grüße zum Rest Weihnacht aus dem jetzt leider verschneiten Berlin
( Ich hasse Schneefegen : :irre: )
Stefan

pastor_almao
26.12.05, 17:59
Ob es andere Bezeichnungen dafür gibt, weiß ich nicht, aber ich verwende seit etlichen Jahren Universalöl bzw. "Nähmaschinenöl" und davon nur sehr wenig bei stark rostenden Klingen wie dem Glock Feldmesser bspw.

Vor dem Gebrauch wisch ich die Klingen dann "trocken", weil schmierig raubt mir den ganzen ästhetischen Genuß.

Liebe Grüße!

Hattie
11.01.07, 09:29
Die AMERICAN ARMY benutzt (mindestens frueher) BREAKFREE, ein synth. Oel mit Teflon fuer Ihre Waffen. Ich finde es bis jetzt das allerbeste Schmiermittel - macht deutlich leichtgaeniger als andere.
Schwere zu finden - Ich habe meins vom Waffenladen.

mfG Rolf

Wrangler
12.01.07, 11:20
Och naja, wenn man mich so sieht könnt man schon meinen, ich wär etwas aufgeblasen :lach: ............
..........................

Übrigens, mein geliebtes G96 wird nicht mehr nach Deutschland importiert. Leider! Nun muß ich mich wieder mit irgendwelchem schlechteren Öl herumschlagen.

Zum 1. Teil: NEIN, Du bist NICHT aufgeblasen, vielleicht einige Zentimeter zu klein, für Dein Gewicht, (wie ich :mad: )! :steirer:

Zum 2. Teil: Jetzt hast Du ja endlich den Ersatz für Dein geliebtes G96 gefunden oder ist das BRUNOX sogar noch besser?! ;) :D

Wrangler
12.01.07, 11:24
Ich benutze Balistol, finde es nicht sonderlich toll, kenne aber noch keine Alternative.
Nennt doch mal einfach kurz und knapp ein vor Rost schützdendes Mittel, bei dem die Klingen in Foldern flutschen und das auch essbar ist.
Am Besten noch mit Link und Bestellmöglichkeit.


Schätze mal, Du solltest Dich vertrauensvoll an Andy (Haas) wenden und ein (oder mehrere) Döschen Brunox Lubri-Food ordern! ;) :D

(Falls Du zwischenzeitlich noch nix gefunden haben solltest, ist schliesslich schon 13 Monate her! :steirer: )

Wrangler
12.01.07, 11:28
Die AMERICAN ARMY benutzt (mindestens frueher) BREAKFREE, ein synth. Oel mit Teflon fuer Ihre Waffen. Ich finde es bis jetzt das allerbeste Schmiermittel - macht deutlich leichtgaeniger als andere.
Schwere zu finden - Ich habe meins vom Waffenladen.

mfG Rolf


Hab`s an einem recht schwergängigen Lockback-Folder ausprobiert und es funktionierte bestens!!!:super:
Danke für das Probefläschchen, Rolf! ;)

Jedoch riecht das Zeug schon so "giftig", dass ich es NICHT unbedingt an Lebensmitteln haben möchte!!! :teuflisch

Sam Hain
12.01.07, 11:36
Kleiner Tip: Breakfree hat einen Deutschlandvertrieb http://www.breakfreeclp.de/
Wenn man da höflich anfragt, bekommt man ein Gratis-Pobefläschchen mit 20ml. Das reicht für Messerzwecke sehr lange;) .

Lenny
09.07.07, 17:42
hi,

hab grad balistol für mein Vic SAK benutzt und ich muss sagen dass die klinge jetzt schlechter geht als vorher!!

das gebinde ist neu,das gleiche problem hatte ich schon mit meiner 10 jahre alten flasche,dachte es hätte über die jahre feuchtigkeit gezogen und deshalb neue flasche besorgt.

was soll ich für öl denn nehmen?leider sind die örtlichen messer oder waffenshops nicht sehr ausgestattet oder kooperativ oder günstig.
und wg so n bischen öl will ich mich nicht wieder bei nem onlineshop anmelden müsse.

hab zuhause fahrradkettenspray und sonnenblumenöl,reicht das aus?

gast07022009
09.07.07, 17:51
http://www.neoval.ch/neoval/

ist sehr gut!

stahldurst
09.07.07, 18:13
Hallo!
ich verwende auch dieses Neoval:
http://www.eurotech.at/content/view/130/198/
In diesem Shop nicht erwähnt aber steht auf der Dose:
"Giftklassefrei, hautfreundlich und angenehm im Geruch".
Damit pflege auch meine Vitrinenstücke weil es einen
trockenen Schmierfilm hinterlässt der den Staub nicht anzieht.
Hab das Zeuch mal beim Messerkönig in Wien erworben.
mfg
Hans
ps: Das einzige was mir am Ballistol gefällt ist der Duft.
Ich liebe diesen Geruch :hehe:

Mahlzeit
09.07.07, 18:31
ich verwende Ballistol auch - seit vielen Jahren - am Messer. Aber nur an der Klinge und als Holzpflege. Für Lederscheiden nehme ich ein mittel auf Bienenwachsbasis, für Achsen und bewegliche Teile entweder Tuff-Glide oder White-Lightning.

Lenny
09.07.07, 19:55
ich probier mal das kettenspray,mal seh wie das ist.

wo krieg ich das anderes zeug?in kaufhaus?baumarkt?

EDIT:
nachdem ich die aufschrift auf der spraydose gelesne hab(wassergefährdent,nicht auf die haut kommen lassen...) hab ich das kettenspray zur seite gelegt.

smallmagnum
10.07.07, 09:50
...Wie sich Ballistol als Waffenöl eignet kann ich, mangels Erfahrung, nicht beurteilen, aber nach dem was ich gehört habe, ist es zumindest für die Reinigung geeignet.
Balistol eignet sich hervorragend zum Reinigen von Waffen, weil es Pulver- und Bleirückstände löst. Nach dem Schiessen die Waffe und deren Innenleben gut einölen, einmal über Nacht einwirken lassen und am nächsten Tag reinigen. Die gereinigte Waffe öle ich nicht extra noch ein, um die Teile vor Rost zu schützen und sie leichtgängig zu halten. Da genügt der hauchdünne Film, der nach dem Reinigungsvorgang ohnehin auf der Waffe bzw. den Metallteilen bleibt. Zu stärkes Einölen fördert die Verrschmutzung anstatt sie einzudämmen. Logo, Schmutz haftet ja an Öl.
Ein unschlagbarer Vorteil von Balistol ist, dass man auch die Holzteile (Griff, oder beim Gewehr Kolben) damit behandeln kann.

Zum Reinigen meiner Messer verwende ich auch Balistol, allerdings nicht zum Ölen der beweglichen Teile. Aus den oben genannten Gründen, Balistol emulgiert mit Wasser und wird mit der Zeit klebrig, verwende ich hierzu "normales" Feinmechanikeröl aus dem Baumarkt-Regal. Etwas Vernünftiges muß ich mir erst noch besorgen.

Hoffe, ein klein wenig geholfen zu haben.

widhalmt
10.07.07, 10:23
Ich verwende auch gern Ballistol für meine Messer. Hab' aber auch fast nur feststehende Exemplare. Da mag' ich sogar den Look des dicken Films, der sich bildet, wenn man es ordentlich einölt.

Für Folder, etc., die ich nicht zum Jausnen benutze, verwend' ich auch mal Tuf-Cloth. Bin damit auch recht zufrieden.

Allerdings mach' ich mir nicht viel Sorgen, dass etwas, das so eine enge Bindung mit dem Stahl eingeht, sich wieder ablöst und ins Essen schmuggelt.

Andy Haas
10.07.07, 11:16
Im übrigen, ich verwende, das habe ich aber glaube ich an anderer Stelle schonmal gesagt, nur noch Brunox Lubrifood.
Und ich verkaufe es auch. Bei Interesse mail an mich.

Oliver Mendl
10.07.07, 13:01
moin,

ich habe die ganze pers. kommunikation entfernt, bitte bleibt beim thema.
wenn nötig macht das per mail weiter oder in der PE.

grüße,
olli

Andy Haas
10.07.07, 13:08
Ich bin nicht beleidigt, warum auch.
Ich will mich nur nicht mehr an unfruchtbaren Diskussionen beteiligen, die darin münden, daß jeder beleidigt tut, weil er nicht das versteht was der andere geschrieben hat sondern das, was er verstehen will.

Ich habe nunmal diesen riesigen Erfahrngsschatz. Warum sollte ich dann mit dem was ich weiß hinterm Berg halten anstatt zu versuchen, denen die wahrscheinlich nicht ganz so viel Einblick in die Materie haben, weiterzuhelfen. Wer diese Hilfe nicht will, der braucht sie ja nicht annehmen. Nur wenn man einerseits weiß daß das Zeug nix taugt, es nicht für Messer nicht nimmt für Waffen jedoch schon, dann kann ich nicht anders und muß es kommentieren.

Ich hab mich auch nicht eingemischt, ich hab das Ding hier angefangen!:hmpf:

Außerdem habe ich dem smallmagnum privat eine Mail geschrieben, deren Inhalt, weil persönlich, hier drin nichts verloren hat.

Ich habe meine Meinung, respektiere auch andere, nur nicht dann, wenn sie mit " machen wir schon immer so" begründet werden. Da hat man sich nämlich keine eigenen Gedanken drüber gemacht.

smallmagnum
12.07.07, 10:33
Sodala, nicht dass hier der Eindruck entsteht, in diesem Thread würde wüst gestritten.
Ich hatte mit Andy mittlerweile einen netten Plausch per E-Mail - und ich habe das Brunox Lubrifood von ihm bestellt.
Wenn ich es getestet habe, schildere ich meinen Eindruck, wieder hier in diesem Thread.
Dass es schlecht ist, kann ich mir übrigens nicht vorstellen, denn mittlerweile weiss ich, dass Andy wirklich ein Experte auf seinem Gebiet ist.

Bulldog
12.07.07, 15:21
Zum Thema "Ballistol" möchte ich auch gern etwas anmerken:
es hat durchaus seine Berechtigung, denn so schlecht ist es nun wirklich nicht. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es zum Teil Kunststoffe angreift (zumindest manche). Und da sollte man vielleicht doch zu einem säurefreien Öl greifen, bevor man sich den Griff verhunzt. Gerade bei Klappmessern gehe ich lieber auf "Nummer sicher". Wer Ballistol zur Hautpflege nehmen möchte, für den gibt es in der Apotheke "Neo-Ballistol" (gab es zumindest früher in Variationen für Mensch und Tier). Das ist durchaus brauchbar.

stormsapper
12.07.07, 17:32
Moin,
ich kann Andy Haas, aus der Sicht des Büchsenmachers nur beipflichten! :super:

Finger weg von Ballistol in Verbindung mit Waffen und Foldern!!!

Besonders Schlösser, Sicherungen, Ejektoren usw. von Waffen und Verriegelungen von Foldern verharzen nach kurzer Zeit bis zum Funktionsausfall! Besonders für Federn und Druckstücke ist das Zeug Gift!

Ich kann für die Konservierung von Waffen vollsynthetisches Motoröl empfehlen, am Besten 10W60. Wird auch von vielen Benchrest- Schützen verwendet.

Klar, lebensmittelecht ist das natürlich nicht, was den Anwendungsbereich bei Messern natürlich einschränkt.
Bei Sammlern sollte das aber kein Problem darstellen.


Gruß
Daniel

Geonohl
12.07.07, 18:51
Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es zum Teil Kunststoffe angreift (zumindest manche). Und da sollte man vielleicht doch zu einem säurefreien Öl greifen, bevor man sich den Griff verhunzt.

Balistol ist alkalisch, nicht Sauer.
Ich, der ich ne menge Allergien hab, binn mittlerweile auch gegen Balistol allergisch. Wird eins oder mehrere von den Kräutern sein.
Ich probiere zur Zeit Klauenöl. Das wird ja in fast allen älteren Schlosserbüchern erwähnt (währe leidlich durch Nähmaschienenöl zu ersätzen). Darauf binn ich nicht allergisch, ist Essbar und schmiert gut- fragt sich nur wie lange; aber es soll ja heute noch für Uhren benutzt werden.

Goldfinger
12.07.07, 18:58
Eines muss man dem Zeug lassen. Es riecht einfach gut. Vermutlich ist das auch das Geheimnis seines Erfolges.

Ich nehme es ganz gerne um Holzgriffe einzuölen. Leider taugt es dafür nicht besonders, weil es zu dünn ist und von den Poren komplett aufgesogen wird. Muss man halt jede Woche wiederholen. Aber tue ich doch gerne für meine Lieblinge.

Dizzy
12.07.07, 21:10
Hallo,
irgendwann kommst Du wenn Du Jäger bist fast zwangsläufig mit Ballistol in Verbindung. Bei mir war das schon relativ früh in meinem Jägerleben Mitte der Achtziger. Immer schön die Waffenteile mit dem Zeug eingerieben, und wenn Du mal etwas zu viel auf oder ins Rohr geschmiert hattest, lief es so schön im Waffenschrank immer in die Ritzen oder Übergänge zum Holzschaft und emulgierte oder verharzte dort. Das Teufelszeug bekam man sehr schlecht wieder weg, so das Ballistol für mich schnell Geschichte wurde.Heutzutage ist das Mittel eigentlich nur noch ein Überbleibsel aus der guten alten Oberförster Frevert Zeit . Mancher "Langohr"von Jäger mit 40 oder gar 50 Jahresjagdscheinen auf dem Buckel schwört noch heute auf das Zeug, trifft aber seit 20 Jahren das Scheunentor aus 20 metern nicht mehr, weil die Läufe zugeharzt sind.lol
Manch einer sagt dem Mittel sogar heilende Wirkung nach. Meine Frau zum Beispiel hält sich immer ein kleines Fläschen Ballistol über. Sie sagt das wäre ein prima Mittel um Herpesbläschen an der Lippe zu bekämpfen.
Na ja, der Glaube versetzt bekanntlich Berge!:)

Dizzy

AchimW
12.07.07, 21:32
Naja, Schusswaffen interessieren mich nicht sonderlich. Aber ich habe so um die 130 Klappmesser (auch Automatics), die seit über 30 Jahren nix anderes als Ballistol sehen und gesehen haben und bisher warte ich noch auf das erste Problem damit. Komplexe Mechaniken habe ich damit allerdings nie geschmiert. Ich bin ja kein Uhrmacher.

Und....... für die erste Behandlung nach dem Ätzen von Damast habe ich bisher noch nichts Besseres gefunden WEIL es eben basisch ist und restlos neutralisiert. Ich habe eine Menge anderer Sachen dafür getestet, Waffenöle aller Art, Maschinenöle, WD40 und sonst was, alles Schrott. Was mir logischerweise sagt, dass es auch ansonsten gegen saure Einflüsse aller Art besser sein müsste als all die anderen Mittelchen.

Benutzt was ihr mögt und gut findet, ich bleibe bei dem Zeug.

Achim

robbytobby
12.07.07, 21:41
Hallo Dizzy,

Legenden leben halt länger!

Es ist schwer, gegen so einen Mythos anzukämpfen, das macht man einfach nicht. Selbst, wenn es Leute gibt, die aus ihrem beruflichen Umfeld berichten können, also genau wissen, worüber sie reden.

Alles Andere ist dann schon fast "Religion". Es riecht ja so gut, und früher hat man es auf Mückenstiche geschmiert, etc., etc..

Ich baue nur feststehende Messer und Ballistol an der Klinge ist für mich absolut unvorstellbar. Weder am Wildbret, noch an der Salami, selbst, wenn es vorher abgewischt wurde.

Ich lade alle Ballistol-Protagonisten dazu ein, mal eine Geschmacksprobe zu nehmen. Wahrscheinlich ist der Geschmackssinn mehrere Tage nachhaltig gestört, wobei es doch so gesund und unbedenklich ist.

Noch schöner ist es, wenn man eine gebrauchte Pistole kauft - natürlich mit Ballistol gepflegt - die jede dritte Hülse am Auswurf zuverlässig klemmt. Herzlichen Glückwunsch! .... Und es war Arbeit!

Bei Messern bin ich auf Kamelienöl. Säurefrei, geruchlos, geschmacklos, gesundheitlich unbedenklich, Reste kann man sich schön in die Hand oder ins Gesicht reiben. Das finde ich persönlich OK und ich räume ein, dass es noch andere Sachen gibt, die genauso gut sind.

Lenny
12.07.07, 22:27
hab heute mal schliff-fett aus dem laborbadarf in das scharnier vom Waiter SAK gescmiert.nur eine winzige menge aufgetupft,und schon ging "wie geschmiert".

ist lebensmittelecht und vakuumbeständig,also nicht ölig oder so.ich habs mal mit wasser und auch spüliwasser gemischt,mischt sich nicht.
mal sehn wo ich kamelienöl herkrieg...

immi666
17.07.07, 07:56
wie kriege ich das ballistol wieder aus meinem folder?
reicht da warmes wasser für? nach 2 wochen ballistol
benutzen finde ich nämlich auch, dass die klinge nun eher
SCHWER - anstatt leichtgängig ist!!!



scheisse...
:-(

stormsapper
17.07.07, 09:12
Moin immi666,
schon die Alchimisten hatten folgende Erkenntnis:

similia similibus solvuntur

Was soviel bedeutet wie:

ähnliches löst sich in ähnlichem => nimm Öl!

Du kannst den Folder mit WD40 oder einem anderen Kriechöl einweichen und dann am besten mit Druckluft ausblasen.
Waschbenzin oder Aceton gehen auch, wenn dein Folder das verträgt!

Ansonsten Ultraschallreiniger mit Wasser und Spülmittel.
Bei Kunststoffgriffschalen ist Vorsicht geboten, die verformen sich wenn die Badtemperatur zu hoch ist! Hatte das Problem mal bei einem Victorinox bei circa 60°C ;-)


ciao
stormsapper

immi666
17.07.07, 09:30
supi, ich danke dir für die hilfe!!! :super:


:) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :)

Lenny
23.07.07, 18:22
echt?die vertragen keine 60°?das ist ja nicht viel...

naturelle
23.07.07, 19:29
Hmm. Damit habe ich keine Probleme, aber die Cellidor-Griffschalen sind nicht alkoholfest! Also nie mit Alkohol abwischen.

Bummi
23.07.07, 19:47
Hallo mein Bester,
für messer ist Ballistol ja auch nicht erfunden worden, sondern für Schußwaffen die im nassen wald umhergeschleppt werden, dafür die Emulgierfähigkeit um Wasser zu binden bzw. zu unterwandern, das man es nicht monatelang drauf lassen soll ergibt sich wieder aus der jagdlichen Waffenpflege, man machte nach Gebrauch sauber und wischte Öl und Wasser ab.
Soviel zur Ehrenrettung Ballistol.
P.S. sollte mal jemand einen wunden Hintern haben oder einen Wolf
o.ä. Neo Ballistol wirkt Wunder
gruß fritz alis bummi

smallmagnum
23.07.07, 20:27
Dann melde ich mich wie versprochen nochmal zu Wort.

Mittlerweile habe ich das Brunox Lubrifood von Andy erhalten und ausprobiert.
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich sehr angetan von dem Öl bin.
Es reinigt, schmiert und konserviert laut Herstellerangabe, ist also universell einsetzbar.
Es ist dünnflüssiger als Ballistol - und bleibt es auch, kein Verkleben, kein Verharzen. Ich habe eine Messerklinge satt mit Lubrifood eingeölt und eine Woche lang liegengelassen, der Ölfilm war dünnflüssig und klar wie unmittelbar nach dem Aufbringen.
Durch die dünnflüssige Konsistenz hat es bessere Kriecheigenschaften als Ballistol.
Für punktgenaues Auftragen habe ich eine handelsübliche 10ml-Injektionsspritze mit Lubrifood gefüllt. Dadurch lässt sich das Öl tropfenweise dosieren und präzise dorthin bugsieren, wo man es haben will. Spritze+Nadel kosten in der Apotheke um die 30 Cent, eine wirklich empfehlenswerte und preisgünstige Investition.
Ich habe einen zerlegten Folder mit Spiritus gereinigt, wieder zusammengebaut, und im "trockenen" Zustand das Klingenspiel ziemlich eng eingestellt, so dass das Gelenk relativ schwergängig war. Mit der Spritze habe ich in jeden Spalt des Gelenkes jeweils zwei Tropfen Lubrifood eingeträufelt. Nach zwei-drei Klingenbewegungen setzt bereits deutlich die Schmierwirkung ein und die Klinge ist deutlich leichtgängiger. Rein gefühlsmäßig ließ diese Leichtgängigkeit auch nach einer Woche nicht nach.
Einzig und allein mit der Eigenschaft "geruchsneutral" (edit: eigentlich hieß der Begriff "geschmacksneutral")bin ich nicht einverstanden. Für mich hat das Lubrifood, man verzeihe mir diesen Ausdruck, einen modrigen Geruch, erinnerte mich spontan an einen alten Keller.
Aber bitte ja nicht überbewerten, man riecht das nur in dem Moment, in dem man das Öl dick aufträgt. Später, wenn man das Messer abgewischt hat und nur noch ein hauchdünner Film zurückbleibt, riecht man nichts mehr, auch wenn man seinen Schnüffel nahe ranhält.
Die reinigende Wirkung von Lubrifood hat mich auch überzeugt. Eine mit Schleifabrieb und Lansky-Schleiföl versiffte Camo-Finish-Klinge eines Smith&Wesson-Folders wurde nach zwei Reinigungsdurchgängen so sauber, dass ein nach dem Reinigen über die Klinge gezogener weisser Wattebausch keinen Schmutz mehr zutage brachte.
Testen muss ich jetzt nur noch, wie gut das Lubrifood Pulver- und Bleirückstände in meinen Waffen löst, aber das gehört ohnehin nicht in ein Messerforum.

Zum Preis (Bitte den genauen Preis bei Andy via E-Mail erfragen, ich glaube, er möchte nicht, dass er hier gepostet wird).
Nun ja, Brunox Lubrifood kostet schon deutlich mehr als Ballistol, wenngleich auch nicht gerade das Doppelte, nicht einmal annähernd, wenn man davon ausgeht, dass die 100 ml-Flasche Ballistol bei Frankonia 4,75 EUR kostet (laut Katalog 2006/2007). Aber der Preis bewegt sich in absolut akzeptablen Grenzen - und die bessere Qualität ist imo den Mehrpreis auf jeden Fall wert.
Zumal man davon ja nicht 8 Liter auf 100 km verbraucht;)

Fazit --> :super:
Ich werde ganz auf Lubrifood umsteigen :)

@Andy
Ich hoffe, Du verkaufst das Zeugs noch länger!

Andy Haas
25.07.07, 13:57
Schön, freut mich daß ich wieder jemanden überzeugt habe.

@Bummi
Ich wollt jetzt zwar nicht wieder damit anfangen aber warum glaubst Du ist es von Vorteil, daß Ballistol mit Wasser emulgiert. Das will mir nicht einleuchten!
Öl soll das Metall vor der Feuchtigkeit schützen und nicht sich damit verbinden. Dann ist die Feuchtigkeit zwar in einer anderen Form aber immernoch da. Das ist kontraproduktiv!

Eine Ehrenrettung von Ballistol ist nicht nötig, schafft auch keiner!

Erka
25.07.07, 15:08
Ich wollt jetzt zwar nicht wieder damit anfangen aber warum glaubst Du ist es von Vorteil, daß Ballistol mit Wasser emulgiert. Das will mir nicht einleuchten!

Ich will erst recht nicht irgendwas anfangen ;) und bin auch kein Schmierstoffexperte, aber ich kenne das von Wälzlagerfetten als eine mögliche Strategie des Rostschutzes bei geringem Feuchtigkeitsanfall. Manche Fette emulgieren mit Wasser, so dass Wassertröpfchen von Öl/Fett umschlossen werden, den Schmierfilm damit nicht unterwandern können und nicht (oder weniger?) ans Metall geraten. Bei anderen Fällt viel Feuchtigkeit / Wasser an, funktioniert dass nicht mehr. Für Wassersportfahrzeuge o.ä. ist dieses System dadurch natürlich nicht geeignet :)
Gerade dazu bei Peter-Greven Fettchemie gefunden: "Natronfette ... Charakteristische Eigenschaften dieser Schmierstoffe sind gutes Haftvermögen und die Fähigkeit, geringe Wassermengen zu emulgieren, was wesentlich zu ihrem besonders guten Korrosionsschutz beiträgt."

Nur zur Info, dass es für den Korrosionsschutz bessere Wege gibt brauchen wir wohl nicht mehr diskutieren.

Grüße Rainer

Geonohl
25.07.07, 15:39
Ich will erst recht nicht irgendwas anfangen ;) und bin auch kein Schmierstoffexperte, aber ich kenne das von Wälzlagerfetten als eine mögliche Strategie des Rostschutzes bei geringem Feuchtigkeitsanfall. Manche Fette emulgieren mit Wasser, so dass Wassertröpfchen von Öl/Fett umschlossen werden, den Schmierfilm damit nicht unterwandern können und nicht (oder weniger?) ans Metall geraten. Grüße Rainer

Dashalb geht es gut als Blattlausentferner, auf die Rosen als Emulsion gesprüht:D.
Ich finds eben gut, weil es etwas alkalisch wirkt und nicht giftig ist, aber das hatten wir schon.

hdo
28.07.07, 10:40
Hallo,

bei der Waffenpflege spielen doch sehr unterschiedliche Anforderungen eine Rolle.
Bei Messerbesitzern spielen fast nur Korrosionsschutz und teilweise (bei Foldern) auch die Schmiereigenschaften eine Rolle.

Beim regelmäßigen Pflegen eines Laufes gilt es aber auch Tombakreste zu entfernen. Und dabei ist es sehr hilfreich, wenn ein Waffenöl Kupfer und Messing etwas "an den Kragen geht".

Wenn eine Waffe regelmäßig in Gebrauch ist, dann frage ich mich schon, wie denn da an bewegten Teilen derartige Verharzungen durch Ballistol entsehen sollen, daß es Probleme geben könnte.
Dieser Aspekt verschließt sich meiner Praxis vollkommen.

Der Korrosionsschutz von Ballistol kann durchaus ein Problem sein, wenn man mit verschwitzten Händen an der Waffe hantiert hat und diese dann (weil ja schließlich gut eingeölt) im Waffenschrank einschließt.
Ist mir selbst leider einaml passiert, was mir unschöne Korosionen am Lauf einer Pistole und am Abzug eines Revolvers einbrachte.

Auch bezüglich der Schmiereigenschaften gibts sicher besseres.
Ein Teflonfett z.B..

Gutes Motorenöl ist ein perfekter Kompromiss, was Schmiereigenschaften und Korrosionsschutz betrifft.
Leider werden durch das Motorenöl auch die Tombakreste in den Läufen "konserviert".

Ich werde Ballistol trotz der vorhandenen Nachteile weiterhin verwenden. Gemeinsam mit einem Lupus-PTFE-Fett und anderen Pflegemitteln.

Was spricht eigentlich dagegen Messer und Folder mit ganz normalem Parafinöl zu konservieren/schmieren?

Gruß,
Dirk

OneDay
28.07.07, 19:04
Unterschiedliche Öle für unterschiedliche Prioritäten.

Für mich ist am wichtigsten, dass das was ich verwende nicht giftig ist, weil meine schmierbedürftigen Teile durchwegs EDCs sind und auch mal zum Aufbereiten diverser Imbisse eingesetzt werden. Der Gedanke, regelmäßig die neuesten Teflonverbindungen zu schlucken, und sei die Menge noch so gering, gefällt mir nicht.

Manches hochpreisige Schmier-Wundermittel duftet so giftig, dass ich es nach dem Öffnen und noch vor dem ersten Gebrauch an Freunde verschenkt habe. Die ölen damit ihre Vitrinen-Heiligtümer, und das ist okay. Heiligtümer zerteilen keinen Apfel (Huch, Säure!) und bearbeiten kein Spanferkel.

Ich schmiere gerne mit natürlichen, ungiftigen Ölen, aber da ich nebenbei auch mit Schusswaffen hantiere, ist der Weg zum Ballistol-Fläschchen meist kürzer. Tip: Wenn man ein Messer öfter als alle 6 Monate verwendet, oder bei Foldern alle heiligen Zeiten mal die Mechanik schnell durchwischt, wird man niemals Probleme mit verklebtem Ballistol haben. :ahaa:

briesenreiter
21.09.07, 12:26
Wir haben Jahrelang Ballistol für diverse Werkstattarbeiten verwendet.
Ich war schon länger unzufrieden damit, mein Vater (mein Chef) ist
damit "grossgeworden" und hängt quasi an dem Ballistol...

Ich habe dann vor ca 2 Jahren angefangen diverse andere Sachen auszuprobieren.

Die Chemikalie meiner Wahl ist nun ein sogenannter
Schnell-Rostlöser der Firma Oel-Chemie Tüllmann.
-enorme Kriechfähigkeit
-guter Schmiereffekt
-Wirksamer Rostschutz
-starke Feuchtigkeitsverdrängung

Das Zeug heisst Nifestol70 und ist in verschiedenen Gebindegrössen
ab 400ml Spraydose lieferbar.
Ich benutze grössere Gebinde und fülle das Öl in eine Sprayflasche um.

Meiner Meinung nach ist das Nifestol besser als WD40 etc.

Ich benutze dieses Öl zum Konservieren, Schmieren, angegammelte Schrauben lösen etc...

Herr Tüllmann ist sehr nett, das Öl ist Preiswert.

Für Infos info@oel-chemie.de, oder www.oel-chemie.de

Nifestol70 ist natürlich nicht lebensmittelecht:irre:

Für meine Schusswaffen nehme ich trotzdem weiterhin Ballistol.

Sven
21.09.07, 13:59
Für meine Schusswaffen nehme ich trotzdem weiterhin Ballistol.
:):D:glgl: Ich glaube der Andy springt bald im Dreieck. Kann ich aber auch verstehen, wenn man jahrelang Flinten wieder herrichten musste die dieser Rotz kapott gekriegt hat.

Ciao Sven

Lancelot
11.12.07, 21:55
Hallo zusammen,

ich entschuldige mich, dass ich dieses doch sehr umfangreich diskutierte Thema wieder aufwärme.
Doch möchte ich auch gerne etwas zu diesem Thema sagen.

Ich bin immer wieder verwundert, wie Ballistol mit jedem neu erscheinenden Schmiermittel in Frage gestellt wird.
Dabei ist an Ballistol eigentlich kein besonderes Geheimnis.

Ballistol besteht zu größten Bestandteilen aus medizinisch reinem Weissöl.
Weissöle in medizinischer Qualität müssen sehr hohe Anforderungen an Reinheit und Verträglichkeit erfüllen. Sie sind ebenso farblos, geruchs- und geschmacksfrei. (Der Geruch von Ballistol entsteht durch die enthaltenen Lösungsmittel)

Was allerdings hier immer wieder geschrieben wurde und wirklich nicht ganz richtig ist, ist das Ballistol mit der Zeit verharzt.
Das ist absolut nicht möglich, da es ein Harz und Säure freies Öl ist.

Das es nach der Zeit "klebrig" wird ist wie folgt zu erklären:
Wird ein Gegenstand, zum Beispiel eine Klinge mit sehr viel Ballistol bestrichen dann bildet sich nach dem Abdunsten der darin enthaltenen natürlichen Lösungsmittel ein weißlicher vaselineartiger Film auf der Oberfläche. Das heißt, das Öl wird ohne die Lösungsmittel zähflüssiger, es harzt aber nicht!
Dieser Belag ist der harz und säurefreie Rückstand der als Schutz- und Schmierfilm wirkt.
Das durch diesen dickflüssigeren Schmierfilm ein etwas höherer Widerstand in der Mechanik bei Foldern entsteht ist also normal.
Wen das stört, kann ja ein anderes Schmiermittel verwendet werden.
Es wurden ja einige empfohlen :super:
Keinesfalls ist der Schmierfilm aber mit einer Verharzung zu verwechseln wie es bei anderen Ölen vorkommen kann.
Ein großer Vorteil der hier auch genannt wurde ist, das Ballistol alkalisch ist.
Und der alkalische PH Wert entsteht gerade durch die hier verteufelte Emulsion :-)

Während die meisten anderen Öle in einer 3%-igen Emulsion mit Wasser einen Neutralwert von pH 7 ergeben, reagiert Balistol bei pH 8 bis 8,5 leicht alkalisch und besitzt dadurch zusätzliche wertvolle rostschützende Eigenschaften.
Dadurch werden alle Säurerückstände neutralisiert, nicht nur nach dem ätzen, sondern auch von Handschweiß oder Säurehaltigen Lebensmitteln! Also für Küchenmesser ist Ballistol durchaus eine annehmbare Wahl.

Ich kann aber auch einsehen, dass gerade im Bereich der Mechanik, bessere Schmiermittel zur Verfügung stehen, welche neben besseren Leichtlaufeigenschafften auch nicht so Staubanfällig sind.

Ich will hier auch nicht Ballistol als das Mittel der Wahl anpreisen.
Ich denke das Herr Haas mit Sicherheit zu recht seine Erfahrungen
hier zum Wohle aller mitteilt und das seine Erfahrungen wahrscheinlich weit über den reine Rostschutz von Ballistol hinaus gehen. Und ich hoffe nicht das er nun vor ärger in den Schreibtisch beeist, zumal ich hier noch so neu bin. Man möge es mir nachsehen.
Und ich denke auch das es viele Anwendungen gibt in denen Ballistol nicht das Mittel der Wahl ist.

Aber als Rostschutzmittel für Klingen, denke ich, ist es durchaus gut geeignet.

Gruß Manfred

Knothole
12.12.07, 01:15
€Lancelot

Bring aber dabei bloß nichts von dem Ballistol auf eventuell vorhandene Messingmonturen.

Habe bei einem von meinen Messern damit schwer das Parierelement versaut.


Gruß William

smallmagnum
12.12.07, 14:44
...Bring aber dabei bloß nichts von dem Ballistol auf eventuell vorhandene Messingmonturen.
Habe bei einem von meinen Messern damit schwer das Parierelement versaut.
Ist mir auch einmal passiert. Allerdings habe ich das Messing mit Gundelputz wieder blitzblank bekommen. Hast Du das mal versucht, mit Deinem Parierelement?

Knothole
12.12.07, 21:49
Klar,mit Metallpolitur gereinigt.

Dann mit Tuchscheibe vollkommen neu poliert.

Kommt immer wieder zum vorschein.

Als das Messer noch kein Ballistol sah war das Problem nicht vorhanden.


Gruß William

jweber
13.12.07, 20:20
Jetzt muß ich zum Uralt-Thread auch noch meinen Senf dazugeben:
Ja, ich habe auch Ballistol da. Nein, es kommt genauso wenig in Schlösser wie Grafit. Es ist bei mir auch noch nie verharzt.
Aber es ist prima zum Reinigen, man muß es aber komplett wieder runterwischen. Für zwei alte rostende Küchenmesser verwende ich inzwischen lieber Kamelienöl, auf Messing darf das Zeug nur drauf, wenn man Messingspuren aus einem Lauf entfernen will.
Hier wurde Nifestol erwähnt. Das Zeug kenne ich noch von meiner Zeit bei Y-Tours. Dort wurde es als Waffenöl verwendet und mußte nach einem Einsatz den Dreck von einer Anzahl Schüssen entfernen, die ein Jäger wohl nur selten übers ganze Jahr abgibt. Sollte also als Waffenöl taugen.

Also: Für jeden Einsatzzweck gibts das passende Öl. Man muß die Vor- und Nachteile halt kennen und nur die Vorteile nutzen. Ich z.B. mag WD40 überhaupt nicht. Das schmeckt einfach nicht. Oder soll ich sagen, ich kanns nicht riechen. Ich habs auf jeden Fall nicht gerne an den Pfoten. Da ist mir Ballistol lieber.
Auf Feinmechanik ist mir aber auch anderes lieber als B. Aber auch nicht 10W60. Auf die Idee bin ich aber auch noch nie gekommen. Vielleicht sollte ich mal......:-)
Jörn

smallmagnum
13.12.07, 21:31
...Auf Feinmechanik ist mir aber auch anderes lieber als B. Aber auch nicht 10W60. Auf die Idee bin ich aber auch noch nie gekommen. Vielleicht sollte ich mal......:-)
Erstens ist es 10W50.
Zweitens.....probiers doch mal, ich hielt es anfänglich auch für einen Scherz. Aber die Schmiereigenschaften von dem Zeug sind erstklassig - muß ja auch so sein.
Und der Schmierfilm reisst auch bei 100° C nicht, man kann also seinen Folder beruhigt mehrere Male schnell hintereinander öffnen ;)
Die reinigende Wirkung des Motoröls halte ich allerdings für nahezu nicht vorhanden. Aber wie Du schon selbst sagst, für jeden Zweck das seine, zum Reinigen ist das bei mir Brunox Lubrifood. Andy hat mich vor einiger Zeit zu dem Lubrifood "überredet". Ich habs gekauft, ausprobiert, und ich war sofort überzeugt davon. Dadurch dass es so dünnflüssig ist, spült es den Schmutz von verdreckten Metallteilen, regelrecht runter.

winzi34
13.12.07, 23:12
Ich hab mir zwar nicht alle Beiträge durchgelesen, aber ich glaube daß hier ein ganz wichtiger Punkt nochmal klargestellt werden sollte.
Verwende ich mein Messer für allgemeine Schneidaufgaben oder bringe ich das gute Stück in Kontakt mit Lebensmitteln.
Mir persönlich würde zumindest kein Wild schmecken von dem ich weiß, daß der Jäger es mit einem Messer zerlegt hat welches vorher mit einem nicht lebensmittelechtem Öl behandelt wurde!!!
WD40 und 10W50 Öl sind wohl gesundheitlich äußerst bedenklich. Ich habe mir selbst mal in meinem jugendlichen Leichtsinn das amerikanische Tuf-Glide besorgt. Die Warnhinweise sind 10mal so lang als die tatsächlichen Eigenschaften, und das Zeug stinkt zum Himmel.
Also lange Rede kurzer Sinn. Ein Messer, das ich nur zum Schneiden von Holzstöcken, Karton etc. benutze würde ich mit jedem erdenklichen Schmiermittel behandeln. ABER, wenn das Messer mit Lebensmitteln in Berührung kommt gibt es für mich nur Ballistol, Kamelienöl etc. Wenns sein muß auch Sonnenblumenöl oder weiche Butter.
Andreas
:steirer::steirer::steirer:

Squid
14.12.07, 03:01
Natürlich gibt es für spezielle Anwendungen spezielle Öle, Fette, Schmiermittel.
Ich würde Ballistol ja auch nicht als Kugellagerfett benutzen.

Aber für alle Pistolen, Gewehre, Schwerter, Messer etc. die nicht im täglichen Gebrauch stehen, ist das Zeugs ein Segen: nicht ohne Grund steht ja auch in der "Betriebsanleitung", dass Ballistol einen dauerhaften Schutzfilm bildet.

Aber Ballistol ist auch für in Benutzung stehende Messer optimal: denn es ist ungiftig.

Ich behandele damit alle alten Waffen an der Wand, weil es Korrosion nun einmal verhindert, sowie alle rostenden modernen Stähle ... gut, ist nur eines, ein Khukuri von Michael Held.

Auch 2 Lederjacken - eine die durch Tragen gealtert war, sowie einen verhärteten Flohmarkterwerb- konnten durch Ballistol wieder "flott gemacht" werden.

Ich habe auch schon versucht, Ballistol (statt Labello oder Vaseline) als Lippenpflegemittel im Winter zu benutzen: Schmerzhaft wie Hölle, keine gute Idee... Aber letzlich trotzdem Wirksam...

smallmagnum
14.12.07, 09:42
...Aber Ballistol ist auch für in Benutzung stehende Messer optimal: denn es ist ungiftig.
Das ist Brunox Lubrifood auch, denn es wurde für die Lebensmittelindustrie entwickelt.

Rm_Sam
19.12.07, 18:55
Für meine Schusswaffen nehme ich trotzdem weiterhin Ballistol.

Ebenfalls, selbst den gut 2 Jahre im Tresor versauerten Revolver eines Bekannten konnte ich damit noch gut herrichten. Für Klingen bin ich allerdings noch auf der Suche nach einem günstigen Ersatz, da mir die schmierige Konsistenz und Geruch von Ballistol überhaupt nicht passen.

Gelenke schmiere ich bisher mit White Lighting, in Schlösser kommt Teflonspray oder Hochwertigeres. Bin da wohl als Mitglied vom SSDeV vorgeschädigt ;)

kaycee
23.12.07, 02:15
hi all

ich arbeitete mal in einer firma die maschinen für die lebensmittelindustrie hergestellt hat. da hatten wir unter anderem dieses (http://www.interflon.com/website/DEDE/InterflonFinGrease.html) fett in gebrauch, jenes euch hier evtl interessieren könnte. riecht nicht, schmiert gut, keine verfärbungen an metallen, konservierend und lebensmittelecht(nennenswerte mengen sollte man trotzdem bei keinem dieser schmierstoffe zu sich nehmen :rolleyes:). ein film auf einer klinge ist aber problemlosund ich persönlich würde ein behandeltes messer eh vor gebrauch abwischen. auch das darin enthaltene teflon(PTFE) hat meines wissens nach keine wirkung auf den körper, wird ja schliesslich auch in der medizin für z.b. implantate verwendet.

aber es ein fett, also schmierig zum anfassen. dafür aber gute kriechfähigkeit, natürlich nicht so ausgeprägt wie ein spezielles kriechöl. mit einem tuch auf eine klinge aufgetragen absolut unsichtbar. dicke schichten(ab ca. 0.5mm) sind leicht milchig in der farbe.


scharfe grüsse
kaycee

Geonohl
23.12.07, 15:54
Wie die anderen Öle auf basis von Erdöl umstritten, genau wie Teflon das nicht fest an irgendwelche Oberflächen gebunden ist (wirklich fest ist aber noch nie gelungen) und die anderen Zusätze sind auch nicht angegeben. Ich würd das für den Lebensmittelbereich nicht nehmen. Da würd ich ja noch das Bohr- und Gewindeschneidfett, dass ich in der Ausbildung benutzte vorziehen, auf dessen Ferpackung stand was von "Tierischenreststoffen" :D.

ZiLi
23.12.07, 16:39
Das mit der Lebensmittelechtheit der Interflon-Produkte ist wohl ein Gerücht - zumindest steht nix davon drauf, wengleich auf der Sprühdose immerhin angegeben ist, dass es ungiftig sei. So gut sich Interflon Fin Grease (Teflonfett) und Fin Super (Teflonkriechöl) bei Schusswaffen bewährt haben, so ungern setze ich es deshalb bei Klappmessern ein. Fin Grease kommt bei mir nur zum Einsatz, wo es das Messer im Normalfall nicht verlassen kann, also NUR bei der Achse innerhalb der Gleitscheiben, wenn ich das Messer demontiert habe. Ansonsten tuts bei mir auch meist Lubri-Food.

Was übrigens auch ganz prächtig geht (kein Scherz), ist ein Tropfen frisches, warm verflüssigtes Friteusenfett, welches auch nach dem Erstarren recht gut schmiert - aber so eben nur bei demontierten Messern gut applizierbar ist - jedoch 100% lebensmittelecht ist und auch kaum Tendenzen zeigt, Staub anzuziehen und den berühmt-berüchtigten 'Fettschmirgel' zu erzeugen...

-ZiLi-

kaycee
24.12.07, 01:00
Das mit der Lebensmittelechtheit der Interflon-Produkte ist wohl ein Gerücht

nunja ich rede nur von dem einten produkt.


Ich würd das für den Lebensmittelbereich nicht nehmen.

ähm, schaut euch den link aus meinem post doch nochmal genau an. dort steht schwarz auf weiss, dass es mit lebensmitteln in berührung kommen darf. ist NSF-H1 klassifiziert, google wird dazu ausspucken was das genau heisst.


ich will hier aber keine werbung machen, wollte nur ein passendes produkt welches noch nicht genannt wurde vorstellen. soll jeder machen wie er will und es gut findet.:super:

liebe grüsse
kaycee

OttoPiffel
25.12.07, 19:46
Ballistol hat zwei Anwendungsbereiche für mich:
Zum restaurieren von altem, hartem, rissigem, ausgetrocknetem Leder benutze ich es sehr oft.
Zur Behandlung von Verstopfung bisher nur einmal, danach wurde ges******* wie ein Reiher.

oezguer
25.12.07, 19:48
.....Zur Behandlung von Verstopfung bisher nur einmal, danach wurde ges******* wie ein Reiher.

in welcher dosierung nimmst du es dann ein ? :confused: pur ?

OttoPiffel
26.12.07, 17:46
Es wurde wie folgt verabreicht:
Ein halber Suppenlöffel auf ein Glas warmes Wasser.
Hatte bei dem Delinquenten "durchschlagenden" Erfolg.

gast
19.12.08, 16:08
Tach!

Um hier auch mal wieder etwas Leben in die verstaubte Bude zu bringen wollte ich auch mal meinen dazu geben..

Also mit Ballistol im Aussenbereich habe ich auch negative Erfahrungen gemacht, wird dickflüssig wie Fett und verharzt. Aber ich denke dass es durchaus noch viele Einsatzgebiete gibt für Ballistol, wie z.B. die Leder- oder Hautpflege.

Was ich jetzt nicht so ganz verstehe, wieso ist die breite Front gegen Graphitpulver in Autotürschlössern?! Also ich fahre damit schon seit Jahren optimal und ist bisher auch noch nie ein Schloss zugefroren.
Der Fehler den viele wahrscheinlich gemacht haben, ist in ein mit Graphit behandeltes Schloss ein Sprühöl oder ähnliches hineinzugeben. Das ist in ungefähr wie wenn du zum Mehl die Eier gibst bei den Weihnachtsplätzchen ;)
Ich finde Graphit an Schlüsseln besser weils die Klamotten nicht versaut wie Öl. Ausserdem sind Türschlösser mechanische Teile mit Federn, usw. und daher ist eine regelmässige Pflege Pflicht!

Gruß
Matthias

Hattie
19.12.08, 17:01
>>Zum schmieren meiner Folder nehme ich White Lightning.
Zum Konservieren meiner rostenden Klingen WD 40.
Um Lederhüllen zu pflegen Granger´s G-Wax.
Um Lederjacken und Sessel geschmeidig zu halten Vaseline oder Nivea.
Zum schmieren von Kunststofflagern Industrie-Lube mit Flonium ohne Silicone.>>

gute vorschlage !

ich benutze was die us army und nato fuer ihre feuerwaffen benutzt BREAKFREE. schmiert mit PTFE (ähnlich Teflon®) und löst Rost, Blei- und Pulverreste in einem Arbeitsgang und ist ein sythethisches oel. G96® soll auch nicht schlecht sein - habe ich allerdings noch nicht benutzt. BREAKFREE lubrifiziert meinesachtes am allerbesten-benutze es in schloesser und waffen schon sein ueber 20 jahren, ohne jegliches problem. geht alles wirklich wie geschmiert - merkbar besser als andere oele. allerdings ob ichs essen moechte glaube ich nicht.

wd 40® is super fuer NICHT FETTENDES lubrifizieren (fast ein raetsel). es entfernt auch fett und fettiges dreck (grease) von kleidung hervoragend ohne flecken zu hinterlassen - allerdings loest auch kleber (fuer entfernung von klebeband spuren oder patex beestens geeignet). Ich nutze es auch um polier wax von meine messer bastelei zu entfernen.

Wenn man schonend (auch fuer den menschlichen organismus) stahl schutzen will emphele ich (BEIM ROSTENDE MESSER) ein gruendlich senf behandlung (fleckig auftragen) zum einblaeuen, und dann Rennaissance Wax® oder einfaches oliven oel. Nelken Oel oder Kamelien Oel gehrt ja auch ist aber sehr viel teuerer. sieht auch geil aus, auch wenn etwas rustikal.

smallmagnum
19.12.08, 18:53
...Ich finde Graphit an Schlüsseln besser weils die Klamotten nicht versaut wie Öl.
Wie bitte?
Hattest Du schon mal Schlüssel mit Graphit dran?
Oder gibt es seit neuestem farbloses Graphitpulver?

naturelle
19.12.08, 19:41
benutzt BREAKFREE. schmiert mit PTFE (ähnlich Teflon®)

PTFE ist Teflon.
Klick (http://de.wikipedia.org/wiki/Polytetrafluorethylen)

gast
19.12.08, 21:58
Nein ist mir nicht bekannt. Aber Graphit lässt sich entweder rausbürsten oder leicht auswaschen, was man von Öl (vielleicht noch in Verbindung mit Graphit) nicht behaupten kann ;-)

knivesmith
28.12.08, 20:23
Hallo ,Ich benutze Ballistol seit über 30 Jahren und ich bin immer noch davon überzeugt .Ich sammle hauptsächlich Khukuris und habe auch sehr alte die wenn ich Sie bekommen habe rissige Horngriffe hatten,mehrmals mit Ballistol einreiben wirkt wunder .Aber auch Holz und Leder wird mit Ba.. regeneriert . UND BITTE KEINE AUTOSCHLÖSSER MIT GRAPHIT SCHMIEREN das mag eine Zeit gutgehen aber irgendwann verkleben die winzigen Schliessstifte und nichts geht mehr ,dann kann man nur versuchen das Schloss durch spülen mit Rostlöser ( wd40 )wieder betriebsbereit zu machen .Grapith ist wunderbar für Schlösser von Burgen ,Kerkern und Gartentürschlösser aber Gift für Schliesszhylinder mit Stiftzuhaltungen . Grüsse aus Weihrauchcitty Rolf

Klingenputzer
29.12.08, 09:35
Hallo zusammen

Ich benutze Ballistol auch schon seit vielen, vielen Jahren und bin überaus überzeugt davon.
Meiner Meinung nach, ist es durch nichts zu ersetzen.
Bei mir werden rostende Klingen, sämtliche Mechanikteile ( Motorrad/Quad, Auto, Wohnung...) und auch meine Sportpistole damit gereingt und behandelt. Und ich hatte noch nie Probleme damit.
Außer für Wildleder muss es auch zur Lederpflege bei mir herhalten.
Meiner Meinung nach ist es eine echte Glaubensfrage, welchem Produkt man seine Gunst erweist; ich hab auf jeden Fall meinen treuen Freund gefunden:hmpf:

Schönen Tag noch

Flo

Chris Deminie
29.12.08, 14:28
Ich benutze seit ca 25 Jahren Balistol hab dazwischen auch mal was anderes benutzt aber dann doch wieder Balistol für meine Messer und Blankwaffen.
Gruß Chris

kaz
04.05.11, 18:56
Hallo!

Ich möchte mal kurz einen anderen Aspekt mit einbringen, weil für mich Ballistol nicht gleich Ballistol ist.

Also, ich verwende es erst seit kurzem, weil ich mir erst seit kurzem auch Carbon-Messer für die Küche zugelegt habe. Und dazu "Ballistol H1". Die Suche hier im Forum bringt dazu null Ergebnisse. Was mich etwas wundert, zumal ich vor wenigen Tagen das "normale" Ballistol zusätzlich eingeführt habe.

Das Ergebnis: Das normale will ich nur ungern auf meine Küchenmesser geben, weil es mir schon vom Geruch den Appetit verdirbt. Ja, angeblich ist es lebensmittelecht. Aber nur das Ballistol H1 ist tatsächlich für den Lebensmittelbereich gedacht. Und das hat offenbar eine andere Zusammensetzung, sicher auch, weil eine Zulassungsvoraussetzung angeblich die Offenlegung der Inhaltstoffe (oder gar der Rezeptur) ist.

Ballistol H1 wirbt mit dem Zusatz "geruchs- und geschmacklos" - und das ist auch tatsächlich der Fall. Das normale Ballistol möchte ich da erst gar nicht am Gemüse haben - lebensmittelecht hin oder her.

Humppa
04.05.11, 19:11
Servus!

Ich bin ebenfalls überzeugter Ballistol-Benutzer. Erstens wird das bei uns im Dienst verwendet.
Im privaten Bereich verwende ich auch Ballistol, als Korrosionsschutz für eventuell rostende Schlösser, zur Lederpflege und selbstredend auch für meine Messer. Ich verwende das normale Öl aber auch den Spray. Es ist immer eine Flasche in der Wohnung, eine in der Werkstatt und eine im Auto.
Es wurde auch schon gesagt, dass man Ballistol als Beruhigungsmittel für einen verdorbenen Magen (ein Esslöffel davon) verwenden kann. Ich hab das zwar noch nicht ausprobiert, aber scheinbar soll es helfen.

Beste Grüße

mainufer
04.05.11, 19:19
Ich mag Ballistol um Messer zu Ölen aus dem einfachen Grund, dass das Zeug Lebensmittelecht ist und vom Geschmack noch erträglich ist. WD40 stinkt ja schon wie sonstwas, das will ich sicher nicht an meiner Pizza oder meinem Apfel haben. Ja, es reagiert mit Wasser, aber ich renne ja auch nicht mit einem vor Öl triefenden Messer umher, daher ist es für mich nicht relevant. Meine Messer sind an der Klinge auch eher "trocken" und nur bei Foldern die Achse geölt. Das Ballistol verharzt kann ich nicht bestätigen.
Ansonsten Finde ich Ballistol für vieles eine gute Lösung (wenngleich womöglich nicht die perfekte). Meinen Lederstuhl reibe ich ca. 2 mal im Jahr damit ein damit das Leder erhalten bleibt und nach ca. 12 Jahren sieht das Teil noch echt top aus! Gerade Laien haben mit Ballistol was an der Hand das sie für fast alles nutzen können ob für die Küchenmaschine, Fahrradteile, das Auto, Schlüsser, Messer..

Niklas Schelling
04.05.11, 19:21
Also ich mag das Zeug zur Griffbehandlung die Maserung kommt einfach gut raus.
ich mische es meistens mit Möbelwachs zur Endbehandlung.
Ich weiss beileibe nicht was ihr gegen das Zeugsel habt , kenn kein anderes Öl das man gegen Magenbeschwerden saufen ( natürlich nur in kleinen Mengen ) kann :D .

flatratte
06.05.11, 20:26
Ich verwende Ballistol ebenfalls schon Jahre lang; für alle möglichen Aufgaben - die klassischen, wie Waffenreinigung/-konservierung (mittlerweile nicht mehr, da ich den Sport aufgegeben habe), als Schmiermittel ohne hohe Ansprüche (HiTech - Schmierstoffe haben schon ihre Berechtigung; als Motoröl würde ichs etzt net nehmen :)).
Die Umweltverträglichkeit ist mir einfach wichtig. Ebenso die Möglichkeit, es auch für Messer zu verwenden, die mit Lebensmitteln in Verbindung kommen.
Probleme hatte ich damit noch nie.
Ich lasse aber auch kein mit Ballistol behandeltes "Teil" jahrelang liegen. Die Dinge, die mir wichtig sind, nehme ich auch ab und zu mal in die Hand - und behandle sie nach.
Als Desinfektionsmittel habe ich es auf Wunden auch schon erfolgreich angewendet; mit einer Ausnahme: Einmal habe ich eine Verletzung im Mund mit Ballistol bepinselt; seit dem weiß ich, warum ätherische Öle für Säuglinge lebensgefährlich sein können. Mir hats buchstäblich den Atem verschlagen (will sagen: Auch trinken, gegen Magenbeschwerden, würde ichs net).
Das ist aber auch schon die Erklärung dafür, warum Ballistol "stinkt" - die Beimischung ätherischer Öle (von denen wohl mal jemand meinte, dass sie wohlriechend seien).
Dieter Bohlen würde sagen:"Geiler Wiedererkennungswert".
Warum sollte der Hersteller die Beimischung der ätherischen Öle ändern?
Ich sach nur: Corporate Identity.
Die haben den Bogen raus. Ballistol riecht wie nix anderes.
Ne echte MARKE.

WARCO
27.05.11, 21:29
Hallo,
Hier mal ein Test über verschiedene Rostschutzarten mit Öl, Fett, etc.

Ballistol schneidet gut ab. Die besseren Öle (Ustanol, Gunex 200) sind auch von der Ballistol-Firma.

http://www.christian-merten.de/DAF/Rostschutztest/Rostschutzmitteltest.htm

Dizzy
28.05.11, 09:19
Nein, für mich kommt Ballistol nicht mehr in Frage. Ich habe damit einmal mehrere hochwertige Jagdwaffen "eingemottet" und in den Tresor gestellt. Als ich nach geraumer Zeit einmal nach diesen Waffen gesehen habe,hat sich dieses Zeugs tropfenbildend und verharzend in den Schaft gefressen, daß ich richtig Arbeit hatte es wieder weg zu bekommen.

Für mich gibt es für Holz und Metall nur noch eins.Kostet zwar ein wenig mehr, ist aber nach meiner Meinung schwer zu toppen.....Lupus Waffenfett und Lupus Waffenöl.

http://www.nistar.de/product_info.php?info=p647_Lupus-Professional-PTFE-High-Tech-Waffenfett-50-g--Grundpreis--2.html

Dizzy

Headshrinker
28.05.11, 10:59
Hallo,
Hier mal ein Test über verschiedene Rostschutzarten mit Öl, Fett, etc...
Offenbar heißen diese Trennscheiben tatsächlich Negerkekse. :argw:
http://www.schleifhexe.com/negerkekse/index.php
Sachen gibt´s. :rolleyes:


Was das Verharzen von Ballistol angeht: Das liest man ja immer wieder, mir ist es bisher nicht aufgefallen. Neulich zitierte jemand bereits (http://www.messerforum.net/showpost.php?p=788123&postcount=7)aus der Ballistol-Story (nicht dem Datenblatt, wie angegeben) folgendes:

Auf ein mögliches Missverständnis
muss hingewiesen werden:
bestreicht oder besprüht man einen
Gegenstand mit viel BALLISTOL, dann
bildet sich nach dem Abdunsten der
darin enthaltenen natürlichen Lösungsmittel
ein weißlicher vaselineartiger
Film auf der Oberfläche. Dieser Belag
ist der harz- und säurefreie Rückstand,
der als Schutz- und Schmierfilm
wirkt. Keinesfalls ist er mit einer
Verharzung zu verwechseln, wie es bei
anderen Ölen vorkommen kann.
http://www.ballistol.de/files/abzug_neu.pdf, S. 5

Interessant, gibt es dazu irgendwelche weiteren Infos?


Beim Lupus-Produkt fällt mir auf:

Besteht aus feinstem,- kugelförmigen Teflon und Haftanteile [sic!] und besitzt dadurch auch im trockenen Zustand eine hohe Gleit- und Schutzfähigkeit selbst bei extremsten Einsatzbedingungen. ...
Anwendung: Nach gründlicher Reinigung ... unser Teflonfett dünn auf die gesamte Waffe mit einem Schwamm oder Tuch auftragen. ... mindestens 60 Minuten einwirken lassen um die Teflonpartikel zu festigen. ... Die mikrofeinen Teflonpartikel haften selbst in der kleinsten Ritze, so daß Sie einen unsichtbaren und lang anhaltenden Teflonschutz erzielen. ... Wenn Sie in Zukunft unseren Laufreiniger verwenden, werden bei der Reinigung die Teflonpartikel nicht gelöst.
Wir sind ja hier bei Messern und ohne jetzt irgendeine Gesundheitsgefahr behaupten zu wollen: Ich möchte so ein Mittel ungern auf meinen Messern und damit vielleicht im Essen wissen. Gegenmeinungen?

Orestes
28.05.11, 11:57
Gegenmeinungen?

Nö. Teflon ist selbst als Pfannenbeschichtung nicht ganz ohne: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/teflon-ia.html

Für meine Kohlenstoffstahl-Schneidwerkzeuge bevorzuge ich Brunox Lubri-Food. Das Zeug wird auch in der Lebensmittelindustrie als Korrosionsschutz und zur Pflege der Messer genutzt.

http://www.brunox.com/website/produkteseiten/Lubri-Food.htm

Bevor ich mit einem Brunox-verwöhntem Messer meinen Schinken schneide, wisch ich sie trotzdem ordentlich ab, weil Sicherheit muss gegeben sein. :cool:

Dizzy
28.05.11, 15:28
Also, ich sprach ja auch von "einmotten" ....also Messersammlungen oder alten teuren Jagdgewehren und nicht von Messern oder Waffen von täglichem Gebrauch. Dort wäre mir die Teflongeschichte auch zu suspekt.Obwohl das bei Jagdgewehren eine untergeordnete Rolle spielt.Aber für Angelegenheiten mit Langzeitschutz gibt es für mich nichts vergleichbar Gutes. Ich hatte Daniels Waldelefant-Folder mit Wootz von AchimW ein Jahr lang komplett in Lupus eingemottet im Safe liegen. Danach konntest Du das Messer einfach wieder abwischen ohne das Du einen Presslufthammer wegen der Verharzung dazu benötigt hättest.-))
Für Angelegenheiten des täglichem Bedarf's in punkto Schneidwerkzeuge habe ich mir eine 1000ml Nachfüll-Flasche incl.Pipette vom nachfolgend angezeigtem Produkt besorgt. Werde ich in diesem Leben unter normalen Umständen nicht mehr aufbrauchen können.Ist in der Pipette so was von ergiebig.

http://www.mehr-als-werkzeug.de/product/705280/Kamelienoel-Sinensis-100-ml/detail.jsf

@Headshrinker: Das war kein weißer vasilinartiger Schutzfilm,...daß war gelblich verharzte Ballistol-Rotze die Du kaum mehr ohne Anschliff vom Schaft bekommen hast...Bretthart :teuflisch


Dizzy

G-H-L
28.05.11, 16:53
@Headshrinker: Das war kein weißer vasilinartiger Schutzfilm,...daß war gelblich verharzte Ballistol-Rotze die Du kaum mehr ohne Anschliff vom Schaft bekommen hast...Bretthart :teuflisch


Also ich hab hier jahrealte Ballistolflaschen. Das Öl ist so flüssig wie gerade erst im Laden gekauft.
Ich habe aber auch Ballistol in ein Plastikfläschchen abgefüllt, mit einer feinen Ausgußtülle. Da hat sich am Boden eine flockiger, breiiger Bodensatz gebildet.
Kann es sein, daß das Ballistol mit irgendeinem anderen Stoff reagiert?

Gruß
Gerhard

blackfox
28.05.11, 17:08
Kommt auf Deine Fläschchen an: Ich habe vor Jahren mal Ballistol in ein Kunststoff-Ölfläschchen mit Spritzrohr aus Messing gefüllt: Blöde Idee! :irre:
Als ich - nach ein paar Jahren - mal wieder mehr als nur den öligen Lappen gebraucht hätte, endete das Rohr genau über dem Ballistol; der Rest lag zerkrümelt am Boden.
Wenn man vorher mal darüber nachgedacht hätte, was eine Substanz, die Tombakrückstände entfernen soll, wohl mit Messing macht ... :ahaa: :D

Dizzy
28.05.11, 17:37
Also ich hab hier jahrealte Ballistolflaschen. Das Öl ist so flüssig wie gerade erst im Laden gekauft.
Ich habe aber auch Ballistol in ein Plastikfläschchen abgefüllt, mit einer feinen Ausgußtülle. Da hat sich am Boden eine flockiger, breiiger Bodensatz gebildet.
Kann es sein, daß das Ballistol mit irgendeinem anderen Stoff reagiert?


Nun, in der Glasflasche in der es ausgeliefert wird passiert wohl am wenigsten. :ahaa:. Da die Jagdgewehre über mehrere Monate hochkant im Safe standen, hat sich im Laufe der Zeit an Holz und Metall Ablauf-Rotze in Richtung Boden gebildet,die vollkommen ausgeharzt an der Luft emulgierte und die nur noch schwierig weg zu bekommen war.

Ballistol? - Gerne jederzeit und immerwieder......nur nicht mehr bei Dizzy. :)

Dizzy

Mehlwurm81
29.05.11, 00:23
Ich bin ja auch einer dieser lästigen Ballistol-Verfechter:p...
Der Verlinkte Test ist allerdings alles andere als Praxisgerecht. Die Probestückchen waren ja keiner pysischen Beanspruchung (Wind, Regen, Bewegung, Berührung ect.) ausgesetzt.

Aber so wie es mir scheint, ist Ballistol nicht für Jedermann geeignet und benötigt eine sehr genaue Anwendung.
Es ist unumstritten, dass es für spezielle Anwendungen (wesentlich) bessere Mittel gibt. Meiner Meinung nach gelingt Ballistol hier jedoch ein guter Spagat zwischen den Eigenschaften.
Und was mir persönlich noch wichtig ist, ist die Tatsache, dass ich es bedenkenlos im Lebensmittelbereich oder in der Natur einsetzen kann, ohne irgendwem oder -was zu schaden.

Ritch
29.05.11, 06:28
Ich benutze zur Messerpflege Balistol aus der Glasflasche mit Pipette. Allerdings wird der Gummi (?) der Pippette mit der Zeit angegriffen.
Für Messer mit Messing verwende ich Brunox Lubri-Food , wobei ich die Handhabung aus der Spraydose nicht als Ideal empfinde.

luftauge
29.05.11, 09:37
Der Verlinkte Test ist allerdings alles andere als Praxisgerecht.
...
Kennst Du diesen alten thread ?
Test Korrosionsschutzöl (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=19006&highlight=Ballistol&page=2)

Den hatte vor Jahren ein Forumit zuhause ohne Labormethoden mit diversen Mitteln durchgeführt, die von anderen Forumiten bereitgestellt worden sind.

Falls sich jemand bereit erklärt, so einen Test nochmal zu machen und das in Bildern und mindestens semiprofessioneller Dokumentation hier vorzustellen, bekommt er ein Päckchen mit Testblechen - ich habe immer noch genug von diesen "Q-Plates" liegen. Die sind speziell dafür gedacht, die Qualität von Farben und Lacken zu testen.

Ist im Prinzip Dosenblech, das angestrichen, gerollt oder gespritzt wird, um die Haltbarkeit und das Alterungsverhalten des Überzugs zu beobachten. Für was anderes taugt das Zeug nicht, ist eben nur Weisblech.

Gruß Andreas

Lanzelot50
25.08.11, 21:41
Ballistol hat einen Vorteil: es löst, wenn es längere Zeit einwirkt, tatsächlich sehr gut Tombakrückstände in Läufen, trocknet aber ein. Ich hab seit ca. 20 Jahren beste Erfahrungen mit folgender Methode gemacht: Lauf mit viel Ballistol immer wieder durchziehen und anschleißend säubern, zum Schluß mit Ballistol einölen und dann mit ein wenig Vaseline hinterher einreiben. Das Metall ist auf "ewig" geschützt, ich hab vor einer Woche eine Lauf durchgezogen, den ich 12 Jahre nicht geschossen habe; Die Vaseline mit dem Ballistol waren noch "cremig", das Metall super blank.
Genauso verfahre ich mit Bajonetten und mit Messern, die ich für längere Zeit nicht benutzen werde...aber ACHTUNG: nicht in die Lederscheide stecken, die wird weich wie ein Waschlappen. :irre:

bvs
26.08.11, 08:20
Achtung, etwas offtopic:
Ich hatte eine gebrauchte Metabo Bohrmaschine mit Schnellspannbohrfutter ersteigert. Das Futter war durch Bohrstaub nahezu bombenfest (weniger Rost, jedoch angetrockneter Bohrstaub und Co.).

Caramba40 sowie WD40 in mehrfach hohen Mengen eingefüllt sowie das Futter mittels Wasserpumpenzangen mehrfach auf und wieder zu gedreht. Alles auch mal eine Nacht stehengelassen und nächsten Tag erneut probiert.

Ergebnis: FAIL, aber sowas von.

Dann mal eine mini Spraydose (50ml) Ballistol gekauft, etwas eingefüllt, gedreht und ZACK, der Dreck lief fast von allein raus und das Futter geht mühelos per Hand auf und auch wieder fest zu.


Bei Foldern nehme ich das Ballistol (da ich es ja nun mal habe) momentan zum Reinigen der Klingenachsen. Ich habe das Gefühl, daß Ballistol hier sehr gut den Schmutz nach außen befördert und man ihn so mit dem hervortetenden Ballistol wegwischen kann. Mühevolles Zerlegen spare ich mir dadurch. Verkleben oder Verharzen tritt nicht auf, da ich das ca. 1 mal pro Monat mache und die Folder "in Bewegung" bleiben.
Die Sraydose dosiert sehr gut, der Preis ist ok und das Zeug ist gut verfügbar.

Main Caramba40 riecht stark, unangenehm und langanhaltend. WD40 ist mir für Messer mit denen ich auch Lebensmittel schneide zu sehr "ÖL" im Sinne von "ÖL" an Auto usw. Die Handhabung führt hier auch leicht zu blöden Flecken in der Kleidung oder sonstwo.
Diese Dinge genügen bei mir für die Fahrradkette.

Das perfekte Universalmittel ist Ballistol aber garantiert nicht. Wie denn auch? Eine Lösung für hunderte Probleme? Schon gar nicht zur Wundbehandlung (OMG!). Hier lieber eine kleine Flasche Isopropylalkohol aus der Apotheke (ca. 2€ pro 100ml).

jakob.k
20.09.11, 12:02
So - ich werde mir auch nie wieder Ballistol kaufen. Hat als Korrosionsschutz fuer ein 1095er Messer absolut versagt. Habe die Klinge komplett damit eingesprueht und nach 2 Tagen in der Scheide ist da, wo das Ballistol war, ueberall Rost. What the ....

Ich weiss, dass man Messer nicht in der Scheide aufbewahrt. Aber mit einer guten Schicht Ballistol dachte ich mir, dass es vielleicht 2 Tage ueberlebt. War anscheinend falsch gedacht.

beagleboy
20.09.11, 12:29
So - ich werde mir auch nie wieder Ballistol kaufen. Hat als Korrosionsschutz fuer ein 1095er Messer absolut versagt. Habe die Klinge komplett damit eingesprueht und nach 2 Tagen in der Scheide ist da, wo das Ballistol war, ueberall Rost. What the ....

Ich weiss, dass man Messer nicht in der Scheide aufbewahrt. Aber mit einer guten Schicht Ballistol dachte ich mir, dass es vielleicht 2 Tage ueberlebt. War anscheinend falsch gedacht.

Ich könnte mir gut vorstellen, daß Du mit dem Ballistol die gerbsäuren einerseits aus dem Leder angelöst hast und andererseits mit der Ölschicht dann auch eine schöne "Brücke" zur Klingenoberfläche gebaut hast.

Da sehe ich jetzt weniger Ballistol als den verantwortlichen Faktor.

enrico
20.09.11, 14:52
So - ich werde mir auch nie wieder Ballistol kaufen. Hat als Korrosionsschutz fuer ein 1095er Messer absolut versagt. Habe die Klinge komplett damit eingesprueht und nach 2 Tagen in der Scheide ist da, wo das Ballistol war, ueberall Rost. What the ....

Ich weiss, dass man Messer nicht in der Scheide aufbewahrt. Aber mit einer guten Schicht Ballistol dachte ich mir, dass es vielleicht 2 Tage ueberlebt. War anscheinend falsch gedacht.

Genauso bewahre ich meine 1.2519-Messer von Uli Hennicke auf, zugegebenermaßen haben diese ordentlich Patina. Noch nie hatte ich Rostprobleme!

Ist es möglich, daß das Leder durch "zuviel" Ballistol aufgeweicht bzw oberflächlich getränkt wurde? Habe da auch eher beagleboys Vermutung ... was für Leder war denn das?

Gruß, C.

Lucky_Dutch
20.09.11, 16:05
Hallo zusammen,
Ich habe mit meinem ESEE 6 (1095er Stahl) das gleiche Problem: Habe bisher auch Ballistol als Rostschutz verwendet und es nach jedem Gebrauch bzw. Schleifen damit eingesprüht. Doch nach nicht einmal 2 Wochen in der Plastikscheide sind schon wieder die ersten Spuren von Rost an der Klinge erkennbar. :(

Gruß,

Mark

tommäs
14.12.11, 17:11
Ich verwende seit ca.15 Jahren Rivolta T.R.S. Plus, und bin absolut zufrieden damit

gast
14.12.11, 17:46
Ich schwöre auf Ballistol seid meiner Bundeswehrzeit.
Es gab kein anderes Mittelchen mit dem man das HK-G3 so fix wieder sauber und waffenkammerfrisch reinigen konnte.
Bis auf die Klingenachse, insbesondere bei Bronzewashern, verwende ich es zur Konservierung der Klinge, bin aber kürzlich auf Auto-Wachspolitur ohne Schleifanteil gewechselt, was die Klinge neben dem Rostschutz auch noch schön vitrinentauglich glänzen läßt.

G-H-L
14.12.11, 20:15
Ich habe bisher immer und überall Ballistol verwendet. Gut die Messingteile meines Helle Messers sind dunkel angelaufen, aber das kann man wegpolieren. Die Klinge aus Drei-Lagen-Stahl jedoch zeigt keinerlei Rost.

Ein uraltes Taschenmesser von meinem Vater hatte nach jahrelanger Lagerung Roststreifen (an den Stellen wo die Klinge die Platine berührt), die konnte man aber problemlos wegschleifen.

Einzig das Mora rostet wie der Teufel. Egal ob mit Ballistol oder Kamelienöl eingerieben.

Gruß
Gerhard

Greg D
14.12.11, 22:31
Kleiner Off-Topic Hinweis: Dieser Thread hatte vor anderthalb Wochen siebten Geburtstag! Keiner von uns war bei der Einschulung da, könnte ich wetten. :p

Ich selbst nutze Ballistol für alles Mögliche, hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Material Leder. Hin und wieder kommt aber auch hie und da ein Tropfen Ballistol an ein Messer.

Wie schon ach so oft hier geschrieben: Es ist mit Sicherheit nicht das ideale Mittel der Wahl für jede erdenkbare Aufgabe im Zusammenhang mit der Messerpflege, da gibt es dutzende von tollen Mitteln, die alle ihre Daseinsberechtigung haben und in vielen Dingen zweifelsfrei einen besseren Job abliefern als Ballistol. Aber wenn gerade sonst nichts da ist und man nur mal eben noch eine kleine Ölschicht draufgeben will, kann man bei Messern und Ballistol eigentlich nichts falsch machen.

Wichtig dabei: Die Dosis ist entscheidend. Meistens ist weniger mehr, gerade im Zusammenhang mit Ballistol. Zu viel von dem Zeug und man schrubbt und schrubbt und schrubbt.

In 10 Jahren macht der Thread hier den Führerschein und dann gnade uns Gott.

bitbabel
14.12.11, 23:14
Das Zeug reinigt echt prima.

Und zu mehr oder weniger ist es auch nicht zu gebrauchen.

jaeger80
15.12.11, 09:40
Für Messer als Korrosionsschutz mag es taugen, an meine Jagdwaffen kommt kein Balistol mehr.

Habe da schlechte Erfahrung damit gemacht und eine ziemlich teure Reinigzung beim Büchsenmacher. Das Zeug verharzt sehr wohl im Schlossbereich.

Verwende nur noch Lupus Waffenöl mit Teflon und Lupus Waffenfett.

Da das Zeug eh im Haus ist, kommt Lupus Waffenfett nach dem Reinigen dünn auf meine Damastklingen.

Robert

chamenos
15.12.11, 10:04
Für Messer als Korrosionsschutz mag es taugen, an meine Jagdwaffen kommt kein Balistol mehr.

Dass das hier aber das Messerforum und nicht das Jagdwaffenforum ist, hast du bemerkt?!:irre:

Und dass jeder der letzten 20 Beiträge deutlich macht, dass der Verfasser selbigen es nicht für nötig befunden hat, den ganzen Thread zu lesen, sondern ganz schnell hier seine Meinung der Allgemeinheit kund tun musste, dürfte nicht nur mir auffallen.

Ich befinde mich gerade auf der schmalen Schwelle zwischen Kopfschütteln und Fremdschämen.

Aber keine Sorge, - ich werde hier nicht zumachen.
Schon weil ich keinen Bock habe mehr als einen Öl-Thread zu moderieren.
So kann man immer prima, wenn wieder Proballistoler und Kontraballistoler aufeinanderprallen, den betreffenden Thread schließen und auf diese Mumie hier verweisen..... und promt wächst der Greis wieder um 4-8 Beiträge:glgl:

Egal, - weitermachen!

Gruß
chamenos

luftauge
15.12.11, 16:41
Ich habe mir vor etwa einem halben Jahr nach zig Jahren ohne dem nun endlich mal ein 50ml Fläschchen Ballistol gekauft und bin immer noch unschlüssig. Das einzige, was ich sicher weis, ist, dass der Duft bei mir einen gewissen Brechreiz auslöst, wenn es mit Rost in Kontakt kommt - wird wohl an der einsetzenden Wirkung liegen... - allein oder auf blankem Metall tut sich da nichts.

Achim hat gleich auf der ersten Seite erklärt, dass er Ballistol zum Neutralisieren nach dem Ätzen benutzt. Hat jemand zur folgenden Aussage/Vermutung genauere Hintergründe ?



... mit dem Ballistol die gerbsäuren einerseits aus dem Leder angelöst hast

Müsste Ballistol dann nicht auf die Gerbsäureanteile im Leder neutralisieren ? Ich war nämlich kurz davor, eine Lederscheide quasi darin zu ertränken, um das Rosten eines Messers darin zu stoppen... :confused:

Gruß Andreas

olli16
15.12.11, 17:29
Müsste Ballistol dann nicht auf die Gerbsäureanteile im Leder neutralisieren ? Ich war nämlich kurz davor, eine Lederscheide quasi darin zu ertränken, um das Rosten eines Messers darin zu stoppen... :confused:

Moin Andreas,

mach das bloss nicht. Ich habe da mal sehr schlechte Erfahrungen gemacht.

Siehe Post #5

"Tötlich wirkt Ballistol allerdings bei Ledergürteln und Lederscheiden. Das Leder wird weich wie Handschuhleder und vor allem Scheiden verlieren ihre Form."

Ich dachte damals: Ich verliere Gewicht;), laut Waage aber nicht:teuflisch.

Ich musste meinen (mit Ballistol "ertränkten") Gürtel alle paar Tage ein Loch enger schnallen. Und nein, nicht ich wurde schlanker, aber der Gürtel wurde dünner und länger.

Das gleiche Erlebniss hatte ich mit einer geformten Lederscheide (Martinii Explorer)... die war anschließend weich wie ein Handschuh.

Das kann bei zu engen Schuhen (gerade praktiziert) aber auch ganz nützlich sein.

Gruß
Olli

luftauge
15.12.11, 19:38
Ja Olli,

das hatte ich nämlich noch im Hinterkopf... ;)
Nur dass mein Leder so gut wie steinhart und beschichtet ist - die zu erwartende Erweichung käme mir in gewissen Grenzen nicht ganz ungelegen. Ich hatte auch nicht vor, sie wirklich in Ballistol zu ertränken, sondern nur oberflächlich von innen damit abzureiben, soweit die Bauform das zulässt. "Ertränken" war eher bildlich übertrieben.

Die Frage ist, warum kann Ballistol durch seine eher alkalische Beschaffenheit einerseits saure Reste vom Ätzen oder von Treibladungen neutralisieren, andererseits *möglicherweise* Reste von Gerbsäure reaktivieren und damit Stahl verstärkt zum Rosten bringen ?

Gruß Andreas

smallmagnum
16.12.11, 08:07
Hallo Andreas.

Ich bin zwar mittlerweile schon fast ein Anti-Ballistoler, aber gelegentlich nutze ich es trotzdem noch.

Meine stabile, harte Lederscheide des Böker Arbolito Bowie habe ich aussen und innen mäßig dick mit Ballistol eingerieben.
Sie wurde nur minimal weicher und behielt ihre Form. Also dezent aufgetragen wird Deine harte Lederscheide nicht aus der Facon geraten. Im Zweifelsfall halt lieber mehrmals dünn auftragen.
Zur Innenanwendung in der Lederscheide kann man Ballistol dünn auf einen Lappen aufsprühen und diesen anschliessend in die Lederscheide stopfen.

Ansonsten gilt für mich.
Ballistol zum Reinigen nur, wenn nichts anderes, wie z. B. Brunox Lubrifood, vorhanden ist. Nur einen hauchdünnen Film zurücklassen, denn Ballistol neigt zum Verklumpen.
Zum Ölen nein, nein und nochmals nein. Motoröl oder Break Free haben eine wesentlich bessere Schmierwirkung.

Gruß
Peter

brucelee7
21.12.11, 09:46
Hallo zusammen. Ich habe gute Erfahrungen mit den "Spezial Öl" von Aesculap gemacht. Im medizinischen Bereich wird es häufig genutzt.
Außerdem wünsche ich euch allen schöne und besinnliche Festtage!

HansWursT619
28.12.11, 22:39
Schade das es nach so langer Diskussion noch kein "Fazit" gibt.
Bei der nächsten Bestellung werde ich mir wohl mal das genannte Brunox Lubri-Foog mitbestellen.

bitbabel
29.12.11, 13:15
Die Frage ist, warum kann Ballistol durch seine eher alkalische Beschaffenheit einerseits saure Reste vom Ätzen oder von Treibladungen neutralisieren, andererseits *möglicherweise* Reste von Gerbsäure reaktivieren und damit Stahl verstärkt zum Rosten bringen ?


Das ist das grundsätzliche Problem im Internet. Einer behauptet was, ein anderer das Gegenteil, und der unschlüssige Forist kann sich die "Wahrheit" dann aussuchen oder darf es selber ausprobieren. Persönlich habe ich früher alle Messer mit Ballistol ertränkt und indirekt die Lederscheide so gleich mit. Und mir ist weder ein Messer angelaufen/gerostet, noch sonst was. Allerdings habe ich vorwiegend rostfreie Stähle, bei rostenden grundsätzlich beschichtet.

Ein rostendes unbeschichtetes Messer würde ich zumindest nicht in der (Leder)Scheide lagern (nach den Erfahrungen einiger Foristen, sicher ist sicher). Und gibt ja eigentlich auch keinen Grund seine Messerscheiden zu versiffen.

Andererseits denke ich daran, dass früher Schwerter in Lederscheiden mit Fellverkleidung gelagert wurden. Und das aus dem Grund, dass die geölten Schwerter das Fell in der Scheide tränken und so die natürlich rostenden Schwerter in der Scheide automatisch gepflegt wurden. Also, müsste ich eine Wette abgeben, dann wäre es diese: es gibt keine sachliche Grundlage für die Warnung. Aber, wie gesagt: warum nicht auf Nummer sicher gehen?


Schade das es nach so langer Diskussion noch kein "Fazit" gibt.


Aber lehrreich ist er schon. Und mein persönliches Fazit nach der Lektüre sieht so aus:

1. Alle Mittelchen nicht tonnenweise über das Messer giessen sondern sparsam auftragen und nicht die Lederscheide mittränken
2. Ballistol ist für die meisten offenbar okay, aber es gibt besseres, wenn Lebensmittelechtheit nicht explizit gefordert wird.

luftauge
29.12.11, 13:50
Naja, da sind doch noch Unterschiede :cool:

Dass es möglicherweise als Verbindung zwischen Leder und Metall Korrosion fördert oder initiiert, wurde ja nur als Vermutung in den Raum gestellt und von mir auch als solche aufgegriffen, das war ja noch keine "aktenkundige" Behauptung oder Tatsachenfeststellung. Von daher ist also kein Widerspruch oder keine Gegenbehauptung entstanden.

Gruß Andreas

joharo
29.12.11, 16:21
Ich schieße seit 40 Jahren und ebenso lange benutze ich Ballistol. Und ich werde es auch weiterhin benutzen.

bitbabel
29.12.11, 17:46
Naja, da sind doch noch Unterschiede :cool:

Dass es möglicherweise als Verbindung zwischen Leder und Metall Korrosion fördert oder initiiert, wurde ja nur als Vermutung in den Raum gestellt und von mir auch als solche aufgegriffen, das war ja noch keine "aktenkundige" Behauptung oder Tatsachenfeststellung. Von daher ist also kein Widerspruch oder keine Gegenbehauptung entstanden.

Gruß Andreas

Jo jo, dabei habe ich eher an die Aussage von Lucky_Dutch von Seite 6 gedacht- bitte nicht als Kritik an Deinen Anmerkungen dazu verstehen.

Der fröhliche Niederländer hat dort nämlich geschrieben, dass sein Esee 6 in der Lederscheide nach Ballistolbenutzung gerostet ist.

Hmmm.... zunächst einmal gibt es das ESEE 6 nicht mit einer Lederscheide, sondern nur mit einer Kydex zu kaufen. D.h. die Lederscheide für das ESEE 6 war wohl Eigenbau oder von jemand anderes explizit angefertigt. Und wer weiss, was da schief gegangen ist?

Zweitens: Wundert mich eh, das Messer ist doch pulverbeschichtet und wenn dann reden wir hier von der Schneide, die man ratzefatze mit einmal abziehen wieder fit kriegt.

Aber nehmen wir einfach mal an, der Beitrag hat trotz der Merkwürdigkeiten Substanz.

Und ich habe noch eine andere Theorie als die von Beagleboy, die mir dazu einfällt:

Noch nicht ganz trockenen Lederscheide gehabt und dann hat die restliche Feuchtigkeit und das Ballistol eine wunderschöne Wasser-Öl-Emulsion auf der Klinge gebildet.

Wenn ich jemals das Problem in der Realität haben sollte, werde ich als erstes eine PH-Messung an der Messerklinge machen. Das könnte weiterhelfen, dieses Phänomen physikalisch zu verstehen. PH = neutral -> Feuchtigkeit! PH = sauer -> Gerbsäure. (Oder?)

Wenn Lucky_Dutch sich dazu hinreissen lässt, hier einen 2. Beitrag zu schreiben und in der nächsten Apotheke einen PH-Streifen kaufen kann und er das Problem reproduzieren kann- das wäre schon interessant.

Wie auch immer: das Ballistol kann nichts(!) dafür wenn jemand Gerbsäure oder Wasser auf seinen Klingen belässt. Auch wenn ich das Zeug nicht so schätze wie die meisten hier, das kann man nun wirklich nicht als Kritikpunkt sehen.

Faltradl
29.12.11, 19:39
Schade das es nach so langer Diskussion noch kein "Fazit" gibt.
Nun ja, was erwartest du bei einem Thema aus dem Bereich der Glaubensfragen? Die einen schwören auf Ballistol und die anderen verteufeln es. Dementsprechend gibt es keine Chance auf einen Konsens, sondern höchstens von Zeit zu Zeit heiße Diskusionen.

=> Also lesen und daraus das eigenen Einsatzmöglichkeiten passende Fazit ziehen.

Gruß, Bernhard

Lucky_Dutch
29.12.11, 20:10
Der fröhliche Niederländer hat dort nämlich geschrieben, dass sein Esee 6 in der Lederscheide nach Ballistolbenutzung gerostet ist.

Hmmm.... zunächst einmal gibt es das ESEE 6 nicht mit einer Lederscheide, sondern nur mit einer Kydex zu kaufen.


Nunja, das ist nicht ganz richtig.
Von einer Lederscheide war nie die Rede...vielmehr hatte ich die (originale) Plastikscheide (um Kydex handelt es sich bei dem Material wohl auch nicht) erwähnt. Eben gerade mit der Absicht die Leder/Gerbsäuren-Problematik auszublenden um auf den reinen Korrosionsschutz von Ballistol einzugehen. Selbstverständlich ist das Esee 6 mit einer Beschichtung versehen, welche den Stahl vor Korrosion etc. schützen soll...doch da mein Messer schon des öfteren in Gebrauch war, ist die Beschichtung stellenweise nicht mehr vorhanden. Daher beschränkt sich mein Rost"problem" nicht mehr allein auf die Schneide, welche man, wie du richtig angemerkt hast, leicht durch Schleifen wieder fit kriegt.

Ich hoffe mein Beitrag (welcher ein kritischer Kurzbeitrag zu der Rostschutz-Eigenschaft von Ballistol sein sollte) hat nun ein wenig an Substanz gewonnen..auch wenn ich deine Theorie aufgrund der nicht vorhandenen Lederscheide nicht überprüfen kann.

Gruß Mark

bitbabel
29.12.11, 23:44
Ah, vielen Dank für die Klarstellung!

Dann darf ich weiterraten, dass Du mit dem Messer auf Tour warst, und es dir aufgrund der herrschenden Witterungsbedingungen angerostet ist?

So wird auch ein Schuh draus. :steirer:

Was ich nämlich sofort glaube, ist, das Ballistol eben nicht mehr für den Schutz auf Tour reicht, wenn die Verhältnisse nur einigermaßen ungünstig sind.

jpr
22.01.12, 01:12
Nachdem ich diesen interessanten Thread mit vielen Meinungen und Aspekten durchgelesen habe, werde ich meine Erfahrung mit Ballistol nun auch schildern.
Als ursprünglichen Kaufgrund hat mich die angepriesene Universalität und die ökologische Unbedenklichkeit überzeugt. Das die Sache mit der Universalität zum Teil doch sehr auf das tatsächliche Einsatzgebiet ankommt und Einschränkungen unterliegt wurde schon von vielen festgestellt.

In meinem Fall sollte Ballistol auf meinen Schwertsimulatoren aus Stahl zum Einsatz kommen und dort vor allem Rostschutz bieten. Dabei geht es nicht um Langzeitschutz. Meine Trainingsgeräte sind mehrmals die Woche in Gebrauch und werden direkt nach jedem Einsatz gepflegt, d.h. gesäubert und bis zum nächsten Gebrauch konserviert.
Ballistol hat sich hierbei als ungeeignet erwiesen. Trotz regelmäßigen Einsatzes (2-3 mal in der Woche) konnte ich Stahlgriff und Parierstange eines Simulators nicht vom Rosten abhalten. Ich nehme an, dass Handschweis und Schartenbilgung/Abwetzung die Oberfläche des Stahls stark anfällig für Rost machen. Das Problem des Rostens trotz Ballistoleinsatzes, bedingt durch seine leicht hydrophilen Eigenschaften, wurde von einem unserer Trainer kurz darauf auch beschrieben und haben mich für die Pflege meiner Simulatoren zunächst auf WD-40 gebracht, was ich dann ohne weitere Probleme mit Rost verwendet habe.
Da mir die Ölschicht aus ästhetischen/staubfänger/klebrig -Gründen irgendwann aber missviel bin ich dazu übergegangen die Simulatoren nach jedem Gebrauch zu reinigen, mit Nevr Dull zu behandeln (zuvor nur alle paar Wochen zusätzlich verwendet) und auf weiteren Öleinsatz zu verzichten. Neben der Politur hat es eine konservierende Wirkung, die zumindest für meine Zeitabstände bis zur neuen Pflege genügt.
Zudem wird der Stahl mit jeder Reinigung blanker, was mir durchaus gefällt. :hehe:

Bei Messern, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen würde ich aber weder WD-40 noch Nevr Dull verwenden. Hierfür nehme ich das schon einige Male erwähnte Öl der Kamelie und habe nur gute Erfahrungen gemacht.

Mein Fazit zu Ballistol ist, dass es sicherlich viele Einsatzgebiete hat - nicht zuletzt in der Schusswaffenreinigung, für die es hauptsächlich entwickelt wurde - in einigen, wie meinem, aber ziemlich versagt.
Folge davon ist, dass meine Flasche herumsteht und zustaubt um mich ab und zu mit seinem Geruch auf meinen dann nicht mehr so trockenen Händen zu beglücken :glgl:

Grüße
JP

Rheinperchten
24.01.12, 17:19
Also man erlebt ja immer wieder dass Dinge welche "frühermal" gut waren,- nun "böse" oder weniger geeignet sind wie neuere Produkte. Ballistol gibts schon sehr lange und war immer OK. Sicher gibts inzwischen neue Produkte die ebenfalls oder sogar besser geeignet sind. Ballistol hat je nach Anwendung seine Daseinsberechtigung. Teilweise verwende ich es auch zu meiner Waffenpflege,- teilweise !!!
Aber hier gehts um MESSER und Ballistol.
Laut Herstellerdatenblatt ist es für Geräte geeignet welche auch direkten Lebensmittelkontakt haben. Es wird auch in einem anderen Datenblatt darauf hingewiesen dass Ballistol schon seit 100 Jahren zur Hautpflege und sogar zur inneren Anwendung verwendet wird ohne dass es Probleme gab :glgl:
http://www.ballistol.de/files/unbedenklichkeitserkl_ballistol_2012.pdf
und
http://www.ballistol.de/files/ballistol_oel_.pdf
Fazit: Für Kochmesser kann man es als geeignet ansehen.
WD40 hat nix an Kochmessern zu suchen,- siehe Datenblätter
http://wd-40.kern-cdn.de/download.php?a=1&t=1&id=163
Für andere Messer,- Outdoor usw. ist es aber eh wurscht.

Ich nehm Kamelienöl. Hier sind die Erfahrungen gut, riecht nicht, harzt nicht und für Kochmesser geeignet.

excalibur
24.01.12, 17:36
Oh Mann,
dieser Thread hat echt einen hohen Unterhaltungswert und hat mir schon die Löschung diverser Beiträge von meinen Mod.-Kollegen beschert:p-was wäre wir ohne diese Glaubenskriege [ ach wären doch alle Glaubenskriege weltweit so harmlos:D]
Genug geschwafelt, die letzte epochale Äußerung war imho:


Aber hier gehts um MESSER und Ballistol.


...und geht da noch was?
Grinz Excalibur

Rheinperchten
01.02.12, 20:34
@ excalibur...
Ist doch nicht so wild wenn man etwas abschweift und bei einem Produkt wie Ballistol auch mal anmerkt wo es in anderen Bereichen evt. doch gut zu verwenden ist. Immerhin ist es ein altgedientes Produkt dass viele Leute lange begleitet hat.
Aber ich glaube die Kernaussage bleibt,- man muss Ballistol nicht unbedingt für Kochmesser verwenden. Bei Taschenmessern usw. würde ich nicht unbedingt abraten ( auch wenns auf jeden Fall besser Schmiermittel gibt ). Wie man aber erkennt, haben verschiedene Leute auch unterschiedliche Erfahrungen gemacht,- und das ist es doch was es interessant macht. :steirer: