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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Preise für ein Handmade


Schanz Juergen
29.08.04, 23:45
was mich mal interessieren würde:
was denkt ihr das die untere preisgrenze ist die ein messermacher haben muss um ein custom herzustellen (und evtl. noch etwas dabei verdienen zu können) und was ist für euch die obere preisgrenze für ein handmade oder auch wo hört für euch der "spass" auf??
bin auf die antworten echt gespannt.

pick-up
30.08.04, 00:16
die unterste grenze für ein handgemachtes messer...............was soll man da sagen. er muß sein material rausbekommen und die stunden an arbeit die er reingesteckt hat bezahlt bekommen. ich denke mal ein kleines fixed ohne griffmaterial für 150 euro ist da schon echt günstig.

die oberste grenze ist schwehr zu beschreiben. ich kann jetzt nur von mir reden.
1. muß mir das messer extrem gefallen
2. muß es top verarbeitet sein
3. muß es selten oder limitiert sein( ich rede hier von maximal 10 stück oder so )

wenn die drei sachen passen, bin ich bereit 2000,- euro maximal auf den tisch zu legen

Sigtrygg
30.08.04, 00:18
Hallo Jürgen.

SEHR schwere Frage, die so einfach mit Zahlen wohl nicht zu beantworten ist...

Welche Materialien...
Welcher Arbeitsaufwand...
Welche Maschinenausrüstung ist vorhanden...
Welche Griffmaterialien...
Welcher Schliff (Plain, Chissel, ballig...)

Die untere Qualitäts-Grenze liegt dann wohl bei einem einfachen dünnen Stahlstück mit Flachschliff, Sandstrahlfinish, verklebten Holzgriff und Kunstlederscheide...
...
30-50,-€

Tja, und dann ein 2500 Lagen Damast mit Elfenbeingriff, Mokume-Handschutz, Gold-Tauschierung, Spiegelpolitur...
Das ganze unter Wasser Mundgeklöppelt...

2000-3000,-€

Wo will man da eine Grenze setzen? Die Bandbreite der möglichen Materialkombinationen und Qualitäten der Ausführung sind da einfach zu groß.

Hängt natürlich auch noch vom Bekanntheitsgrad des Machers ab.
...

Ich kann für mich persönlich keine Grenze angeben, da ich selber Messer mache.

Natürlich nicht ganz so gut wie die Großen, aber dann kann ich sagen ICH habe es gemacht...

Kaufen kann jeder der genug Geld hat, aber selber machen...

DAS kann nicht jeder.

Und so ein Messer hat für mich dann einen viel höheren persönlichen Wert als das dollste Scagel.

Wer kann da mit gutem Gewissen Zahlen nennen?

Ich nicht...

Greets...

Michael

Andreas
30.08.04, 00:27
Ich geh jetzt von einem Vollzeit-Messermacher aus, der über einen "Mindest-Maschinenfuhrpark" besitzt (Bandschleifer, Ständerbohrmaschine, Polierbock, ...)
Für ein einfaches, individuelles, "handgemachtes" Fixed (~Klingenlänge 9-13cm, Mono-Stahl, keine Serienfertigung!) mit aufgesetzten Griffschalen (Micarta, Holz) ohne Backen mit einfacher Lederscheide .... mindestens 250-280 Euro.
Das ganze ohne Schnickschnack ... kein File-Work, kein punziertes Leder, keine ausgefalllenen Materialien, keine Backen mit Schwalbenschwanz oder ähnliches.
Obere Preisgrenze? Da sach ich besser nichts zu .... bisher sind ~1300-1500 Euro für ein Messer mein Limit ... aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben ;)

Schanz Juergen
30.08.04, 00:36
das meine frage sehr unpräzise ist, ist mir bewusst. wenn ich nun die ersten antworten hier lese hat ja jeder auch ne andere vorstellung, was ein messer überhaupt mal min. haben muss, damit es für ihn ein messer ist.

bitte macht doch weiter so - schreibt einfach mal was ihr dazu denkt!!!!
danke!

Del Ray
30.08.04, 00:44
Hallo Jürgen,

ich gehe davon aus, dass Du Deine Frage speziell auf dieses Forum beziehst, denn was Sammler für handgemachte Messer ausgeben, weisst Du ja sehr wohl, denke ich :hmpf: .
Und vermutlich meinst Du:
Ihr, die Ihr hier diesen Beitrag lest und häufige Besucher des Forums seid, was würdet Ihr für ein handgefertigtes Messer ausgeben?

Ich persönlich glaube, dass es hier in Deutschland zur Zeit kaum möglich ist, ein handgefertigtes Messer für unter EUR500.- zu verkaufen, und noch eine Kleinigkeit davon zu haben, wenn man das professionell betreibt, also Werkstatt-Kosten, hochwertiges Material, sorgfältigste Bearbeitung, und natürlich das Finanzamt mit einbezogen (ein für 500.- verkauftes Messer bringt nach Abzug der Mehrwert- und Umsatz Steuer EUR375.-). Und wenn man noch andere Kosten dazurechnet, die ein hauptberuflicher Messermacher hat, müsste er das Messer innerhalb eines Tages fertiggestellt haben, um über die Runden zu kommen, und das wäre recht schnell.
Ich erwarte von einem Messermacher, dass er sich Zeit nimmt, das wird dann natürlich teurer, aber auf ein 8-Stunden Messer habe ich keine Lust, ehrlich gesagt.
Dann ist für mich auch interessant, ob der Messermacher mit Maschinen arbeitet oder von Hand. Maschinen ermöglichen vielleicht das
8-Stunden-Messer, aber es bleibt die Frage, ob es dann überhaupt ein handgefertigtes Messer ist.
Führt man die Rechnung weiter, und ein Messermacher kalkuliert für mein Messer ca. eine Woche oder mehr, dann würde ich EUR1500.- als einen durchaus berechtigten Preis ansehen.

Ehrlich gesagt finde ich EUR500.--und-weniger-Preise für ein handgemachtes Messer eher als ein zu hinterfragendes unrealistisches Wettbewerbs-Angebot in einem in DE schwierigen Markt.
Ich will dann hier an dieser Stelle nicht konkreter werden.

Unsere Freunde in USA habe mit hohen Preise für gute Messer noch nie Probleme gehabt, weder sie zu verlangen, noch sie zu bezahlen, sie kennen sich mit handgefertigten Custom-Knives schon seit Scagel und Marbles und Abercrombie&Fitch aus und wissen, dass Gutes seinen Preis hat.

Vielleicht habe ich Deine Frage auch falsch verstanden, Jürgen, dann bitte ich um Präzisierung.
Auf jeden Fall ist die Frage gut :) !

Gruss,

Uli Zerdick

Del Ray
30.08.04, 01:00
Ich kann für mich persönlich keine Grenze angeben, da ich selber Messer mache. .......
Und so ein Messer hat für mich dann einen viel höheren persönlichen Wert als das dollste Scagel.


Hallo Michael,

Dein Messer mag ja für Dich einen persönlichen Wert haben, aber Jürgen fragte ja, was DU persönlich in Euro ausgeben würdest, glaube ich.

Übrigens bekommst Du für das dollste Scagel in USA um die EUR20,000.-, wenn es denn ein schönes ist, und ich bezweifele, dass Du Deins nicht gegen das eintauschen würdest, ob Du es
nun selbst gemacht hast oder nicht :hmpf: .

Gruss,

ULI

Sigtrygg
30.08.04, 02:22
Hallo Uli.

Keine Frage, natürlich würde ich diesen Tausch machen.

Das wars aber auch nicht was ich damit sagen wollte.
Etwas was man selbst gemacht hat ist eben doch etwas ganz besonderes.

Ein Sammler kommt zu Dir und zeigt Dir seine neuste Errungenschaften:

Ein traumhaftes gekauftes Messer mit allem Drumm und drann...
Und ein Messer das er selbst in seinem Keller hergestellt hat...

Über Lob für welches Messer freut er sich wohl mehr?

...

Das soll aber auf gar keinen Fall heissen, das ich die Leistungen der Profis in irgendeiner Weise schmälern will!

Das sollte auf gar keinen Fall so rüberkommen!

Wenn doch entschuldige ich mich hiermit bei allen Vollzeit-Messermachern!

Greets...

Michael

Palladin
30.08.04, 03:33
Ich verstehe die Frage ehrlich gesagt immer noch nicht wirklich,
schließe mich aber, was die Beträge betrifft insoweit Pick-up an, d.h.

EUR 150-200 für kleines Fixed ohne Beschalung als Untergrenze,

EUR 2.000 als Obergrenze des noch irgendwie vorstellbaren, das müßte dann aber wirklich das Messer meines Lebens sein.


(ein für 500.- verkauftes Messer bringt nach Abzug der Mehrwert- und Umsatz Steuer EUR375.-). Hä ? Schlägt Dich Dein Finanzamt regelmäßig für das Bundesverdienstkreuz vor ? :p
EUR 500 abzüglich derzeit gültigem USt-Regelsteuersatz ergibt nach meinem Taschenrechner rund EUR 431 (USt=MwSt).
Von den zu zahlenden 69 Euro kann noch die Vorsteuer aus den gekauften Materialien bzw. Fremdleistungen abgezogen werden.
Selbstredend sind auch noch Einkommen- oder Körperschaftssteuer sowie Gewerbesteuer fällig, etc. ... aber ich glaube ich schweife ab.

bigthing6
30.08.04, 08:47
für eine einfache monostahl klinge (ohne griff und scheide) denke ich ist 200 bis 250 Euro angebracht, mein max für ein komplettes messer wären um 500Euro, eher weniger, das hat nix mit armut zutun, sondern mit gesundem menschenverstand.

Del Ray
30.08.04, 09:05
Selbstredend sind auch noch Einkommen- oder Körperschaftssteuer sowie Gewerbesteuer fällig, etc. ... aber ich glaube ich schweife ab.


..... wenn das dann alles tatsächlich dazukommt,
wird man schon bei den 375.- landen, der grösste Batzen
dabei ist die Einkommenssteuer.
Aber Du hast recht, wir schweifen vielleicht etwas ab.

Gruss,

Uli :)

feuervogel69
30.08.04, 10:12
für mich "nutzenabhängig".
für ein messer das ich brauche und mit dem ich "arbeiten" müßte max. 500-700 euro.
andererseits würde ich auch ein ganz einfaches schlichtes messer, was lediglich aus gutem stahl ist und beim härten und schleifen die hand des meisters gesehen hat und so 100-150 euro kostet, als custom (für mich) bezeichnen.
(auch der meister kann doch mal ne kleine serie fertigen, wo sich der gesamt-arbeitsaufwand pro messer reduziert,oder?)

für sammler gelten andere kategorien ;-))

lg feuervogel

exilant
30.08.04, 12:36
Also, erst einmal bin ich froh, dass es zuerst meine fixed von Jürgen und danach diesen Thread gegeben hat. Also mein Portemonaie ist froh.

Ich würde anders fragen, was ist der akzeptable Stundensatz für einen Messermacher?

Gut was?

Hab mal bei der Goldschmiedeinnung gefragt, was die so nehmen. Ist schwer sagen die, weil eben immer auch die persönliche Kunst ein Preisfaktor ist.

Aber so ab 25 - 35 Euro die Stunde kann man anfangen. Der Ruf und die Kunst steigert den Preis. Das läßt sich schon übertragen, denke ich.

Mehr kann ich nicht sagen. Nur soviel, als ich vor einem Jahr bei Jürgens Site reinschaute und las, was da so zeitlich veranschlagt wird und dann sein Angebot bekam, lag er voll in der goldenen Mitte, wo es eben Spaß macht Geld auszugeben.

Zu billig führt zu mangelnder Wertschätzung, zu teuer verprellt fürs nächste Mal bzw. ist eben das Geld weg. Dazwischen führt zu neuen Geschäften.

Die Obergrenze ist bei Kunden wie mir schnell erreicht, weil der Nutzeffekt eben nicht mehr gesteigert werden kann.

Was bringt mir ein Vollintegral außer Gewicht mehr, als ein Messer aus einem Stück Stahl mit aufgeschraubten Schalen?

Also, wenn ichs überlege, pro Centimeter bis 11 oder 12 Euro. :D

Mokifan
30.08.04, 13:10
Meine preisliche Schmerzgrenze, egal ob fixed oder folder sind 400 EUR.
Auf alle Messer, die über diesem Preis liegen, muss ich schon sehr, sehr scharf sein (das TOAD ist so ein Teil, welches mir nicht aus dem Kopf geht).
Ich weiß, daß bestimmte Messer erst in dieser Preisklasse starten und auch durchaus das Geld wert sind -
Ich kann sie mir jedoch nur durch längeres Ansparen erlauben und überlege mir solch eine Anschaffung mehrmals.

Admiral Numa
30.08.04, 14:22
Hallo,

ich bin etwas überrascht. Wie teuer ein Macher seine Messer verkaufen muß bzw. wie günstig er produzieren kann, um immer noch Geld zu verdienen, sollte jeder selber wissen. Wenn dieser Macher nach vernüftiger Kalkulation meint, ein einfaches Fixed (von vernünftiger Qualität gehe ich aus, alles andere wäre ja rufschädigend) für 80 Euro anbieten zu können, finde ich das schön. Ich muß nicht 500 Euro zahlen, um glücklich mit einem Messer zu sein. Wenn das jedoch aufgrund einer vernüftigen Kalkulation nicht geht, dann geht es eben nicht!
Der Markt für günstigere Messer ist sicherlich größer als der für hochpreisige. Es fragt sich halt nur, wo der Ertrag höher ist. Kein Profesioneller macht das zum Spaß, sonst wär er ja kein Profi.
Man sieht sieht ja hier immer wieder, daß Menschen bereit sind sehr viel für ein Messer auszugeben. Aber genauso klar ist, daß je höher der Preis geht, desto weniger Menschen sind fähig die Preise zu zahlen. Daher ist sicherlich bei vielen die Fragestellung besser, was er oder sie für ein Fixed zahlen KANN!

Allerdings denke ich auch, daß es Sammler gibt, die Qualität zumindest auch über den Preis definieren und erst glücklich sind, wenn eine gewisse Preisgrenze überschritten ist. (Das dies natürlich auch immer mit gewissen Materialien und künstlerischer Interpretation zusammenhängt ist mir auch klar!) Eine scharfe Kalkulation interessiert in dem Segment Kunst niemanden so wirklich! Hauptsache ist eher, daß ich neben der Qualität ein gutes Gefühl mit verkauft bekomme. Dafür sind viele bereit auch unvernünftige (dies nur bezogen auf eine rein betriebswirtschaftliche Kalkulation, nichts anderes!) Preise zu zahlen.

Ich würde mich manchmal auch über "Low-Budget"-Messer freuen! Einfache Materialien zu einfachen Preisen.

Liebe Grüße,

Max

MichaelStgt
30.08.04, 15:16
Also ich finde die deutschen Messermacher sind doch ziemlich teuer.
Wenn Ihr mal bei Rob Brown vorbeischaut, bekommt man ein Handgearbeitetes Jagdmesser mit Büffelhorngriffschalen schon ab 260 Dollar (also ca. 210 Euro). Auch die Sub-Hilt Figther sind mit 600 bis 670 Dollar sehr preisgünstig.
Die Qualität der Messer ist hervorragend, daran kann der günstige Preis nicht liegen.
Die Frage ist dann nicht unbedingt, wieviel man als Höchstgrenze bereit ist auszugeben, sondern ob man sich ein Messer das einem Gefällt vielleicht von einem anderen Messermacher machen lässt.

exilant
30.08.04, 15:28
Hallo,


Der Markt für günstigere Messer ist sicherlich größer als der für hochpreisige.

Daher ist sicherlich bei vielen die Fragestellung besser, was er oder sie für ein Fixed zahlen KANN!

Ich würde mich manchmal auch über "Low-Budget"-Messer freuen! Einfache Materialien zu einfachen Preisen.

Liebe Grüße,

Max

Naja, wir bewegen uns bei handmade. Also dort, wo Leute kaufen nicht weil die Not sie treibt sondern, weil sie das besondere suchen.

Der Markt ist voll von billig aber das kann das handmade nicht beeinflussen.

Low-Budget messer von guter Qualität sind erst kürzlich wieder von Benchmade auf den Markt geschmissen worden.

Es geht schon um die Frage, wie der Wert eines Messers bzw. die Arbeit dahinter bezogen auf das fertige Produkt eingeschätzt wird.

Ich kann mich aber nur noch einmal denen anschließen, die sich über ein preisgünstiges Angebot mehr freuen als über eines, wo man, wenn man sagt was es gekostet hat, sieht, wie der andere Luft holt.. :D

Admiral Numa
30.08.04, 15:58
Low-Budget messer von guter Qualität sind erst kürzlich wieder von Benchmade auf den Markt geschmissen worden

Dies ist sicherlich richtig, wenn man von ganz einfach ausgeht.

Mir schwebte eher vernünftiger Stahl (die Stahlwahl beeinflußt den Wert eines Messer ja nun nicht so erheblich) in einer einfachen Form (soll heißen ohne aufwändige und daher zeitraubende Gestaltungen), Flachschliff und "schönem" Grifmaterial (aufgesetzte Holzschalen zB, nicht immer nur das billigste Plastik).
Dies ist sicherlich eine Konfiguration, die zeitlich am wenigsten anspruchsvoll ist, trotzdem aber Möglichkeiten der Mitgestaltung bietet und damit unschlagbare Vorteile gegenüber einem (zB) Benchmade bietet.

Liebe Grüße,

Max

Oliver Mendl
30.08.04, 17:08
Hi,

Wieder mal ein Geiz ist Geil Thema *g* .

Ich denke das die unterste Grenze für ein Handmade bei 150 € liegt.
Ein Handmade ist in meinen Augen etwas besonderes, und das soll es auch bleiben. Würde man nun diese für 50 - 80 € raushauen "weils gerade" geht verliert man mehr als das man gewinnt.
Stell dir mal vor es würde das passieren was es für den Elektrobereich schon lange gibt : "g**nstiger.de für Handgemachte Messer"
Nun druckt sich da xy ein Angebot aus, kommt damit zu dir. Knallt dir das aufn Tisch und sagt: Das ist ein "Angebot", kannst du das unterschreiten.
Und dann nimmt der Teufelskreis seinen Lauf und ehe man sich versieht enden die nächsten Bestellungen alle in dem selben preis dumping. <- hat in meinen Augen auch nichts mehr mit handeln zu tun ...

Ich persönlich finde handeln gut solange der Deal dan noch für beide Seiten interessant ist. Dumping und agressives "abzocken" dagegen geht halt ein paar mal, danach ist der Macher/Dealer wech vom Fenster ...

Das Limit definiert sich bei mir nicht in einem Bestimmten Betrag sondern in einer Überlegung : Wenn ich xy jetzt kaufe, kann ich dann noch , meinem anderen Hobby nachgehen, kann ich mal eben mitem kumpel nen döner holen und kann ich mit den jungs und mädels noch inne disco. Sind die Faktoren gegeben bin ich auch bereit viel fürn Messer zu geben. Wenn nicht, schaut man halt was den monat/monate noch so "los" ist und verzichtet evt. einafch mal auf nen Disco besuch oder eben das Messer ;)
Und selbstverständlich versuche ich auch zu handeln - keine Frage, aber dieses agressive dumping würde mir nicht im Traum einfallen, dann eher, wie schon gesagt mal einfach verzichten und dafür auch im nächsten Monat noch zu dem Macher/dealer gehen können ;).

Irgendwo habe ich mal gelesen, man solle nicht über Preise reden, das sehe ich ähnlich, wenn mir ein Macher/Dealer entgegen kommt muss ich das nicht an die große Glocke hängen auch das trägt zur wahrung eines gewissen preis-niveaus bei.

Abschliesend hoffe ich nur das diese Geiz ist Geil mentalität wieder abnimmt und diverse Leutchen mal übern Tellerand gucken.

Viele Grüße
Olli

Sika
30.08.04, 17:32
Hi Jürgen,
kommt ganz auf den Messermacher an. Den Messermacher ist nicht gleich Messermacher u. Handmade nicht gleich Handmade.
Aber für ein Patttern-welded Bowie von Andrew Jordan würde ich schon 2300€ hinblättern. Da ist kein € zu viel.
Im Unteren Bereich denke ich ,kann man schon ein handmade mit monostahl Klinge für 250€ anbieten.

Nette Grüße Sika

Rage
30.08.04, 21:01
Die unterste Preisgrenze liegt grob geschätzt bei 300€ würd ich vermuten.
Mit nem vernünftigen Stahl, gutem Griffmaterial und ner Lederscheide. Alles
ohne schnickschnack versteht sich.
Meine oberste Grenze sind 250€ welche ich für ein Messer ausgeben würde, und schon ausgegeben habe (ein Serien-Teil).
Ich entscheide nach zwei Kriterien. Erstens, macht das mein Geldbeutel mit? Ich bin kein Großverdiener und andere Hobbies hat man ja auch noch.
Zweitens, nach der Gebrauchsfähigkeit. Ich will kein Vitrinenmesser. Und ein 800€ Teil oder noch teurer würd ich wohl kaum mit in den Wald nehmen
oder zum Camping. Das wär mir einfach zu schade wenns verloren ginge.
Ich hab kein Problem damit daß Handmades für mich zu teuer sind, sie sind schließlich etwas besonderes, und das soll auch so bleiben.

Grüsse Rage

Schanz Juergen
30.08.04, 21:09
also ich finde das ganze hier sehr!!!! interessant!
ich sehe ja die ganze sache immer nur aus meiner sicht - die sicht des verkäufers und kenne natürlich auch meine kalkulation. wenn man aber viel mit "neukunden"(ich meine damit leute die z.b. das erste mal mit handgefertigten messern in kontakt kommen) zu tun hat ist es schon mal interessant zu sehen was sich der einzelne so über die preise für gedanken macht.
ich z.b. gehe auch von der untergrenze €150.- aus den wenn man mal stahl,griffmaterial und scheide, verbrauchsmaterialien(schleifbänder...), fremdvergabe(härterei) und strom..... zusammenrechnet kommt da selbst bei einem sehr günstigen (150.-€) messer schon einiges zusammen. dann möchte man ja auch noch ein paar euro für die arbeitszeit:-))
@ del ray - die frage was den nun handmade ist lassen wir mal hier beiseite.. ich mach nen neuen thread auf...

Beelzebub
30.08.04, 21:18
Meine oberste Grenze sind 250€ welche ich für ein Messer ausgeben würde, und schon ausgegeben habe (ein Serien-Teil).
Ich entscheide nach zwei Kriterien. Erstens, macht das mein Geldbeutel mit? Ich bin kein Großverdiener und andere Hobbies hat man ja auch noch.
Zweitens, nach der Gebrauchsfähigkeit. Ich will kein Vitrinenmesser. Und ein 800€ Teil oder noch teurer würd ich wohl kaum mit in den Wald nehmen
oder zum Camping. Das wär mir einfach zu schade wenns verloren ginge.
Ich hab kein Problem damit daß Handmades für mich zu teuer sind, sie sind schließlich etwas besonderes, und das soll auch so bleiben.

Grüsse Rage

Sehe ich auch so. Messer müssen benutzbar sein ohne das man sich bei jedem "Schmiss" gleich vor Angst in die Hose macht :D

Ein "handmade" für 150 €, wäre natürlich ein Schnäppchen wo ich fast nicht "nein" sagen könnte. :rolleyes:

redkite
31.08.04, 09:20
... ist ein „Handmade“ Messer, so wie es Del Ray schon sagte, in Deutschland nicht verkaufbar, ... denn wenn man von der Idee über das Material und die Ausführung jeden Pfennig bzw. Cent kalkulieren würde, käme man auf einen Preis, den nur ein ausgesprochener Freak und extremer Sammler ausgeben würde ... in Amerika gelten da ganz andere Maßstäbe.
Jeder hat ja so seine persönliche Messerphilosophie ... mir sind die Preise z.B. piepegal, da ich keine Messer sammle und demzufolge auch keine kaufe ... außer einem Opinel, das ich immer in der Hosentasche habe, um auf der Baustelle einen Bleistift zu spitzen oder eine Markierung in den Schnurbock oder in die Mauerlatte zu machen, oder eben um ein Stück Wurscht abzuschneiden ...
ich finde meine Befriedigung im Messer „machen“ ... von der Idee (die ich oft wochenlang im Kopf mit mir rumschleppe) bis zur Fertigstellung ... und da ich meine Messer zu 98 Prozent (den Rest behalte ich selber ;) ) verschenke, mache ich finanziell in jedem Fall „Nasse“, denn das Material musste ich ja auch erst kaufen ...
das heisst aber nicht, das ich mich nicht für bestimmte Messertypen von bestimmten Messermachern begeistern kann (da gibt’s aber auch welche die mir absolut nicht liegen), ...
... aber ich würde diese Messer eben auch nicht kaufen, weil für mich (und das gilt nur für mich persönlich !), ein Messer das nur in der Vitrine liegt seine Funktion (als Messer) nicht erfüllt ... es macht dem Besitzer eben „nur“ Freude, wie etwa ein Gemälde oder eine Briefmarke ...

Servus, Karl-Heinz

dibau
31.08.04, 11:00
Hallo zusammen, möchte als Neuling auch meinen Senf dazugeben, also : meiner Meinung nach entwickelt sich die Leidenschaft (die manchmal Leiden schafft !) des Messersammelns langsam aber stetig, die meisten von uns haben mit einem "günstigen" Gebrauchsmesser angefangen, wenn man nun noch das Glück (Pech) hatte, im Freundeskreis auf weitere Gleichgesinnte zu treffen, die anfangs oft in unterschiedlichen Fachgeschäften und auch mit abweichenden Schwerpunkten ihre Anschaffungen besorgten, so findet man langsam selbst seine Prioritäten, ebenfalls sinkt mit zunehmendem Wissen die Abneigung, wirklich viel Geld auszugeben, als Beispiel sei angemerkt, daß wohl niemand am Anfang dieser Leidenschafft sofort für ein Messer 500 Euro ausgibt, da erhält man doch nur Kopfschütteln sagen wir mal von der Gattin...außerdem spielt auch die persönliche finanzielle Situation eine gewichtige Rolle, ABER irgendwann will dann jeder eine "Perle" in der Hand oder seiner Sammlung haben, nicht zum benützen, nur zum bewundern und bei vielen von euch, mich eingeschlossen, unterstelle ich, daß wenn man den Wert aller in seinem Besitz befindlichen Stücke zusammenrechnet, es absolut kein Problem darstellt, sich EINEN wirklich echten / raren / einzigartigen Customizer hätte kaufen können, doch wem genügt schon ein Messer für alle Fälle... gut, daß es Internet gibt, wir wissen, es gibt kein Ende der Innovationen :steirer:

Del Ray
31.08.04, 11:29
...... fast in jeder Antwort auf Jürgens Frage ist zu lesen,
dass man ein hochwertiges Custom Knife sowieso nicht benutzt.

Das ist, bei allem Respekt, immer das Problem des jeweiligen Käufers.
Und es ist wohl auch überhaupt nicht im Sinne des Messermachers, den Ruf zu haben, seine Messer seien nicht zum Benutzen.

Ich kenne die Einstellung von Jockl Greiss über die Benutzbarkeit seiner Messer, die für mich Kunstwerke sind und auch entsprechend kosten, seine Messer machen dann noch mehr Spass, WENN man sie auch benutzt. Bei den Treeman Scagel-Style Customs ist es genauso. Diese Messer sind zum Benutzen gemacht worden. Und weil solche Messer einfach gut sind, sieht man ihnen das nicht an. Was glaubt Ihr, wie schnitthaltig Jerry Rados Damast ist !!!

Ehrlich gesagt, ein teures Messer macht nur Sinn, wenn man es benutzt, Spekulationsobjekte sind Messer mit wenigen Ausnahmen niemals, und wenn ja, dann muss man sie 30 oder 50 Jahre in Ruhe liegen gelassen haben.

In USA ist es etwas anders, zugegeben. Ob ein S.R.Johnson Chute Knife zum Benutzen gebaut worden ist, ist zu hinterfragen.
Aber wir sind ja nicht in USA, und mir machen Deutsche Messermacher, die ausdrücklichen Wert auf die fast perfekte Benutzbarkeit ihrer Produkte legen, im Moment sehr viel Spass.
Jim 'Treeman' Behring spaltet mit seinen Messern Holzscheite, bevor er sie ausliefert, und ich konnte von Jockl G. ein kleines Messer bekommen, mit dem er schon mehrere Rehböcke zerlegt hatte,... und es war am Messer nichts zu sehen.

Soetwas macht mich an, wenn's um Messer geht.


ULI :)

Schanz Juergen
31.08.04, 19:45
@ del ray,
wir schweifen ab:-)) obwohl ich dir natürlich vollständig zustimmen muß das ich es auch am liebsten habe wenn die messer berbraucht werden - was aber bei meinen kunden, denke ich, zum großen teil eben vom preis beeinflusst wird...

die frage war - oberes limit und für was denkt ihr kann man an handmade zum minimumpreis herstellen....

Del Ray
31.08.04, 19:59
@ Jürgen,

ja, ich weiss, Deine Frage war anders.

Ich glaube fest, dass ein Handmade, wie auch immer hergestellt (ich finde die 'handmade-oder-nicht-Debatte' völlig daneben übrigens!) für unter 500.- nicht zu haben sein dürfte, alles darunter sagt etwas über die Art der Handmade-Fertigung aus, so denn der Macher ein Professioneller ist. Das ist meine in 40 Jahren 'Messer' gewachsene Überzeugung.

Also, meine unterste Grenze: EUR500.-

Meine oberste Grenze: Da ist keine Grenze
(The Sky is the limit).

Viele Grüsse,

Uli Zerdick
_______________________
e-mail: zerdick@t-online.de

Schanz Juergen
31.08.04, 21:28
@ uli,
die frage mit handmade oder nicht oder was.... kam mir in den sinn als ich deinen beitrag hier gelesen habe und hat eigentlich nichts mit dir zu tun.
was ich allerdings erwartet hatte war genau deine antwort:-) - bin gespannt und hoffe das sie noch kommt!!!

didges
31.08.04, 21:44
Ich halte mich kurz mir meiner Meinung was mir spontan duch den Kopfe gin bei Jürgens Frage ist

minimum 400 und wenn es aus den algemein gänigen Matrialien ist die so zu 90 % verwendet werden so denke ich bei 2100 denke ich für mich ist es gut seiden es rechtfertigen dann besondere Dinge mehr.
besonder Dinge meine ich Matrialien und größe Form usw ich denke bei deiner Frage einfach an mein Gefühl ein gutes Messer herzustellen und was es kosten könnte ich baue Holzblasinstrumente und diskutiere derartige Dinge auch als Instrumenten bauer auf andern Platformen laufend.
Diese Antwort ist natürlich meine rein persöhnlich nach der du ja fragtest.
Lieben gruß
Stefan
www.didges-thiel.de

redkite
31.08.04, 23:29
@ Jürgen,

Ich glaube fest, dass ein Handmade, wie auch immer hergestellt (ich finde die 'handmade-oder-nicht-Debatte' völlig daneben übrigens!) für unter 500.- nicht zu haben sein dürfte, alles darunter sagt etwas über die Art der Handmade-Fertigung aus, so denn der Macher ein Professioneller ist. Das ist meine in 40 Jahren 'Messer' gewachsene Überzeugung.

Also, meine unterste Grenze: EUR500.-

Meine oberste Grenze: Da ist keine Grenze
(The Sky is the limit).

Viele Grüsse,

Uli Zerdick
_______________________
e-mail: zerdick@t-online.de


... 500,- EUR ist schon ziemlich knirsch, als Minimum ... bei einem erträglichen Stundensatz und von der Idee bis zum einpacken ... das wäre ein fairer Preis ... aber was ist schon fair ??? ... der Jürgen (und auch einige Andere) wird in Deutschland und Österreich damit Probleme haben das Messer zu verkaufen, denke ich mal ;) ... ich habe da bei Stefan Steigerwald so ein "Dingens" gesehen, für 13.500,00 EUR oder so, ich glaube, das wird er wohl nur im Amiland verkaufen können ...

Del Ray
31.08.04, 23:58
... ich habe da bei Stefan Steigerwald so ein "Dingens" gesehen, für 13.500,00 EUR oder so, ich glaube, das wird er wohl nur im Amiland verkaufen können ...

.... wohl eher nicht, weil ihn dort keiner kennt,
aber immerhin hat er damit versucht,
hier in DE neue Massstaäbe zu setzen,
das ist gut.

Uli Zerdick

pitter
01.09.04, 00:10
... 500,- EUR ist schon ziemlich knirsch, als Minimum ... bei einem erträglichen Stundensatz und von der Idee bis zum einpacken ... das wäre ein fairer Preis ... aber was ist schon fair ??? ... der Jürgen (und auch einige Andere) wird in Deutschland und Österreich damit Probleme haben das Messer zu verkaufen, denke ich mal ;)

Nein. Du darfst nicht nur vom Forum hier ausgehen. Schau Dir die Preise mancher bekannter Messermachern in D an. Die verkaufen zu ganz anderen Preisen. Das liegt zum Teil daran, dass deren Kundschaft auch weis, wofuer sie bezahlt. Nämlich fuer die Arbeitszeit. Und das dem anderen auch zugesteht. Und natuerlich auch andere Prioriäten hat. Fuer das Messergerümpel, was so manche in den Schubladen ansammeln, kann man sich auch ein mundgebissenes Handmade kaufen. Anwendungs- aber auch Stilfrage.

Ich sehs wie Del Ray, unter 500EUR fuer nen Folder ist schwierig, wenn die Qualität stimmen soll. Und wenns ein professioneller Messermacher ist, der davon lebt, sauber kalkuliert und die Steuer nicht bescheisst. So siehts doch aus.
Die Obergrenze, nun ja, grundsätzlich auch wie Del Ray, aber das Limit ist nicht der Himmel, sondern meine Brieftasche.

Nebenbei, bei der ganzen Diskussion darf man eines nicht vergessen. Hohe Preise sind kein Garant fuer Spitzenqualität :hehe:

Gruesse
Pitter

zingzong2005
14.05.06, 13:43
Mal ne Frage weil sie sich mir gerade stellt.

WAS kann ein Hobbymessermacher,der auch zig Stunden an einem Messer sitz und versuchtein "perfektes"Ergebnis zu erzielen für ein Handmade verlangen.

Sagen wir mal Monostahl,Griff aus Holz nach Wahl/Möglichkeit inkl.Lederscheide.

Wären da EUR 100 zu viel des Guten???

Danke
ZZ

Long John
14.05.06, 14:29
Hallo ZZ :)

"Wären da EUR 100 zu viel des Guten???"

Das kann sein, muß es aber nicht.

Der Macher bestimmt den Preis, und der Kunde geht darauf ein :)


-------oder auch nicht :mad: ---------


Grüße

_____
Tom

zingzong2005
14.05.06, 14:44
Hmm da hast schon Recht.

D.h also ich sollte das nicht wie "Profi vs.Anfänger" bewerten sondern selbstbewußt sagen, z.B 100 Euro kostet ein xy-Messer von mir.

Zahls od Pech gehabt. :hehe:

Trotz der vielen Arbeit die ich,mach ja alles per Hand(feilen,schleifen,...)reinstecke,bin ich doch der Ansicht,dass ich mir noch nicht anmassen kann genausoviel wie ein Profi zu verlangen.
(soferns überhaupt wer zahlen würde)

ABER da gehts wohl nur nach Geschmack und wenn einer ein ZZ haben will,dann wird er wohl, auch wenns nicht perfekt ist, den Preis bezahlen :argw:

Long John
14.05.06, 14:56
Hallo ZZ :)

Ich habe auch schon das eine oder andere Messer gemacht.
Mangels Maschinen auch gefeilt, geschliffen usw.

Ca. 2Wochen dauert es, bis eins fertig wurde (jeden Tag daran gearbeitet).

Das mache ich aber ausschließlich für mich zum Spass, lernen, Freude daran haben. Ich würde keines davon verkaufen wollen (möchte doch den namhaften Messermachern aus dem Forum keine Konkurenz machen ;) )

Es kam aber auch schon vor, daß mich ein Bekannter fragte, ob ich ihm eins verkaufen würde.

Ich sagte, unter 250Euro ist nichts drin, worauf er Abstand von einem Kauf nahm.

Der Schweiß, die Blasen und das "Herzblut" was in solch einem Messer steckt, kannst nur Du "bewerten".


PS: Die meisten Messer habe ich an Freunde verschenkt (habe nur noch
2 z.Zt.)


Grüße

____
Tom

cheez
14.05.06, 15:01
Um überhaupt Geld für ein handgemachtes Messer zu verlangen bzw es zu verkaufen, sollte man erstmal einen Ruf haben - idealerweise einen guten Ruf.

Wieviel kann man verlangen? Soviel, wie der Markt hergibt. Und die potentiellen Käufer werden sich an deinem Ruf orientieren.

Probier's doch einfach aus.

Zahls od Pech gehabt.

Oder Glück.

Keno

zingzong2005
14.05.06, 15:41
Hallo,
Mir geht es ja wie Long John.

Brauche zwar keine 2 Wochen (schmiedest dus auch selbst?) bis es fertig ist,aber es dauert schon recht lange bis man alles beisammen hat+sagen kann "O.k jetzt passts mir, wie es ist".

Steckt eben einfach viel zu viel Schweiß+Herzblut drinnen. :staun: RICHTIG!!!

Ich machs ja auch nur aus Spaß und jetzt wo ich "alles"selber machen kann,nurnochs Material kaufen muß ist das Messermachen ein Traumhobby!

NUR um ehrlich zu sein, ich würde an Freunde,die nicht genausolche Messerfans sind wie ich,und vor allem von denen ich nicht zu 100% weiß,dass sies zu schätzen wissen,NIE ein Handmade, verschenken.

Mir kam der Gedanke bezüglich"wieviel kann ich verlangen"nur weil eben ein Freund /kein wirkl.Messerliebhaber/ gefragt hat was den sowas kosten würde...

Grüsse
ZZ


P.s und e sist ja nicht nur die Arbeit an sich,es kommt ja auch noch die Materialbeschaffung,... dazu.
Was ich da schon für "Weltreisen" gemacht habe,von einem Shop zum Nächsten... , bis ich das Gesuchte hatte... :(

Long John
14.05.06, 15:57
Hallo ZZ :)

Ja, ich schmiede auch.

Aber wer kann schon von sich behaupten, die Gefühle eines Menschen zu 100% richtig einzuschätzen.

Bei meinen Hunden bilde ich mir das zu 99% ein ;)


Grüße

____
Tom

Ritchie
14.05.06, 18:41
Mal wieder zurück zum Thema:

Im Stock-Removal-Verfahren sollte ein einfaches Messer (Flachschliff, Drop Point, Holzgriffschalen, einfache Ledersteckscheide) für 150€ machbar sein.
Geschmiedete Exemplare, aufgrund des höheren Arbeitsaufwandes, in gleicher einfacher Ausstattung sind, schätze ich mal, ab 200€ möglich.
Einen Folder für unter 300€ halte ich für undenkbar, lasse mich aber gerne eines besseren belehren ;-)
Nach oben sehe ich es wie DelRay, the sky is the limit.

Meine persönliche Schmerzgrenze für ein Messer sind 1.000€.

Kann ich nicht begründen, ist aber einfach so. Bei Uhren sind es z.B. 2.500€, bei Schuhen 500€, bei Autos 50.000€, bei einer Jeans 75€, bei einem T-Shirt 20€, einem Polo Shirt 40€ etc... Ich habe gelernt, daß es mit solchen Limits im Leben einfacher ist, man kommt dann einfach nicht in Versuchung... und das jeweilige Limit kann man je nach persönlichen Vorlieben anders definieren. Könnte ja mal einen eigenen Thread drüber aufmachen...oder einen vorhandenen wieder aufwecken...

Take care

Schanz Juergen
14.05.06, 22:09
@ zingzong - meine meinung:
du solltest dir überlegen:
wie lange brauche ich bis das messer fertig ist?
was bin ich mir - oder was kostet eine stunde bei mir?
kann ich auf dauer schneller werden?
also was kostet die zeit mal stunde (natürlich plus material)
wenn du in richtung kunst gehst, also z.b. das messer gefällt dir persönlich besonders gut und kostet deshalb x3 oder so, dann ists eh wurscht - die frage ist halt am ende grundsätzlich die : zahlts mir jemand und das herauszubekommen wirst du nicht in ein oder zwei jahren schaffen, das dauert jahre... entweder deine rechnung geht auf oder nicht.
bei mir ists nicht aufgegangen ( bin viel zu günstig :D )

gast
14.05.06, 22:20
Ich besitze zwar selber kein "handmade",bin aber wie die meisten der Meinung,daß 150-200€ für ein einfaches Messer eine realistische Einstiegssumme sind.Was den Höchstpreis betrifft:Man zahlt,was das Portemonnaie erlaubt oder auch:Man zahlt das,was das Messer einem persönlich wert ist.
Wenn sich jemand ein Messer nach seinen Wünschen machen läßt,evtl. auch noch am Entwurf mitwirkt,hat das für den Besitzer dann sowieso einen Wert,der in seinen Augen mit Geld nicht mehr zu bezahlen ist.(...was ein Satz :glgl: )

Gruß Rolf

Egbert
15.05.06, 08:05
Die Frage nach dem Preis für ein Messer kann man eigentlich nicht allgemeingültig beantworten. Finde ich. Manche Messer sind ja auch schon richtige Kunstwerke. Das Einzige was man algemeingültig sagen kann ist: "Alle Dinge sind so viel wert wie der Dümmste bezahlt"
Du kannst an einem Objekt noch solange herumfeilen, wenn du keinen findes dem es gefällt, ist es eben auch nichts wert.
Gruß Egbert

DACK
15.05.06, 09:45
Hi folks,

Da ich nicht zu den Vitrinentrödlern gehöre, würde ich für customizing kaum Geld ausgeben, da der Markt der Serienmesser schon weit mehr bietet als ich brauche.
Handmades sind aus demselben Grund schon gar kein Thema, es sei denn selbstgebaute. :p

Irgendwie war das dem Thema jetzt nicht so dienlich oder ? :rolleyes:

heiko häß
15.05.06, 13:45
Hi folks,

Da ich nicht zu den Vitrinentrödlern gehöre, würde ich für customizing kaum Geld ausgeben, da der Markt der Serienmesser schon weit mehr bietet als ich brauche.
Handmades sind aus demselben Grund schon gar kein Thema, es sei denn selbstgebaute. :p

Irgendwie war das dem Thema jetzt nicht so dienlich oder ? :rolleyes:
Erstens heißt "Handmade" nicht gleich Vitrinenmesser und zweitens bekommst Du für den Preis eines guten Serienmessers meist schon ein "Handmade".
Für manche Serienmesser sogar Zwei.
:hmpf:

hawknife
15.05.06, 15:27
..........

DACK
15.05.06, 16:20
Nochmal hi,
heiko häß - Erstens heißt "Handmade" nicht gleich Vitrinenmesser Stimmt, - ich hatte Vitrine deshalb nicht mit handmade, sondern mit custom in Verbindung gebracht, weil ich den Eindruck habe, daß der grösste Anteil dort sein Dasein fristed, oder ?
heiko häß - und zweitens bekommst Du für den Preis eines guten Serienmessers meist schon ein "Handmade". wenn dem so ist, beantwortet das aus meiner Sicht die Frage Juergen Schanz's nach dem maximalen Preis für ein handmade. :)
(Wobei ich mich an Juergens Definition für "custom" gegenüber "handmade" in einem früheren thread halte)

heiko häß
15.05.06, 17:04
Stimmt, - ich hatte Vitrine deshalb nicht mit handmade, sondern mit custom in Verbindung gebracht, weil ich den Eindruck habe, daß der grösste Anteil dort sein Dasein fristed, oder ?
kommt wieder ein bißchen auf den Preis und die Art des Messers an.
Ich schätze das ca. 80% der von mir hergestellten Messer im Gebrauch sind . Dafür mach ich sie ja auch :)
bis auf wenige Ausnahmen ;)

jeckyll
16.05.06, 20:34
Wer wirklich "handmade" will, hat wohl nur ein Limit gemäß seiner finanziellen Möglichkeiten.
Untergrenze m.M.n. 500€.

Wer nicht über die monetären Mittel verfügt, überlegt es sich ohnehin fünfmal, bevor er sowas in Erwägung zieht.

Jeder überlegt, was es ihm wert ist, wie "verrückt" er ist, wie sehr er dem "Hobby" verbunden ist. Wie man es auch bezeichnen will.

Mein "Uhrenlimit" sind 10000€ (natürlich kaufe ich sowas nicht jede Woche). Folder nicht über 500€ (aber keine handmade). Möglicherweise verschiebt sich das ja irgendwann nach oben. Meine ersten Uhren waren auch etwas günstiger................




jeckyll

DACK
16.05.06, 20:49
jeckyll - Mein "Uhrenlimit" sind 10000€ ...na ja :rolleyes: ..wenn man sich ein bißchen einschränkt ...

zingzong2005
16.05.06, 20:53
Tja also ich muß ja ehrlich sagen,bei aller Liebe zu Messern und anderen "Luxusartikeln", aber die bis jetzt genannten Limits,wären mir schon bisschen :hmpf: zu hoch.

Ich mein 300-400 würd ich für ein Messer vom Jürgen,Heiko,Peter,... ausgeben,ABER mehr nicht.

Nicht weils es mir nicht wert wäre,DASS nicht,aber ich persönlich verwnede die Messer die ich habe ja garnicht.

Meine User sind ein Vic das ich als Werbegeschenk bekommen habe,n Sog Powertool,und ein Laguiole (hab ich bissi verpfuscht).

Alles andere ob Handmade od gekauft liegt schön poliert in meinem Messerkasten.

UND daher würde ich eben nicht mehr wie besagte Summe ausgeben,weil zum rumliegen und ab und an anschauen wäre das mein Limit!

Aber mal abgesehen davon ein Custom od so gekauftes Messer vom Jürgen,Peter,Heiko,... wäre mir einfach viel zu perfekt und schön um es zu missbrauchen.

Viele sehen das ja GANZ anders,ABER kann ja jeder halten wie er will!

Abgesehen davon ein gekauftes Messer kann nie den Spaß und die Freude an einem vom Schmieden/Ausschneide bis zum fertigstellen selbstgemachten Messer,ersetzen.

Gruß
ZZ :steirer:

pick-up
16.05.06, 21:09
Wer wirklich "handmade" will, hat wohl nur ein Limit gemäß seiner finanziellen Möglichkeiten.


Wer nicht über die monetären Mittel verfügt, überlegt es sich ohnehin fünfmal, bevor er sowas in Erwägung zieht.

Jeder überlegt, was es ihm wert ist, wie "verrückt" er ist, wie sehr er dem "Hobby" verbunden ist. Wie man es auch bezeichnen will.






jeckyll



ich denke , das genau die hier angesprochenen punte den nagel voll auf den kopf treffen

Polarfuchs
16.05.06, 21:35
finanziellen Möglichkeiten und (für Verheiratete) des Verhandlungsgeschicks mit der eigenen Regierung.

Ich habe bereits ein Messer von Heiko Häß nach meinen Vorstellungen machen lassen und habe dafür keine 500 Euro ausgegeben. Hätte ich aber auch nicht so einfach gekonnt.

Insofern kann ich die Aussage Heikos über das mögliche Preisverhältnis zwischen Serienmesser und Custom nur bestätigen.

Wer seine Homepage mal angesehen hat, kann sich ja eine ungefähre Vorstellung über die Preise machen.

Ein feststehendes Custommesser ist also unter 200 Euro möglich und hier würde ich auch das untere Limit ansetzen.

Berücksichtigen muss man natürlich, ob es sich um einen normalen "Betrieb" oder um eine Zusatztätigkeit handelt, hier sind unterschiedliche Kosten anzusetzen.

Oberes Limit ist wie immer im Leben nur individuell zu setzten. Mein liegt auf jeden Fall unter 500 Euro (im Moment zumindest).

OT: Eine lebhafte Diskussion in einem Thread aus 2004, unglaublich. :hehe:

Ikarus
16.05.06, 22:30
:super: Gute Frage Jürgen, die ich nur für unseren Raum, ( Österreich, Deutschland ) beantworten werde, da bei uns der Stundenlohn eines Facharbeiters, "noch" höher ist als in Ungarn oder der Slowakei.

Die Qualität und die "Legenden der Szene" lasse ich auch außen vor, das würde auch zu weit führen und noch mehr Fragen aufwerfen! (Ebenso die zu Verfügung stehende Technologie, die Steuer usw.)

Also für 99% der privaten "Schneidewarenhersteller":
Ein Modell in großer Zahl angefertigt! (heat-treat!) :irre:

Für ein kleines feststehendes Messer mit 10cm Klinge, 0,3cm Dicke, ATS34, V-Schliff und G-10 Griff, ohne ( ohne Fehler! ) braucht ein guter "Messermacher" nicht einmal 1Stunde! (manche sogar mit verjüngten Erl!):super:

Ich würde daher sagen um die E 100,-E130,- und mit einfacher Steckscheide, von mir aus sogar Kydex!

Da bin ich aber schon sehr auf der Seite des "Verkäufers"!!!!! :teuflisch

Auch wenn der "Künstler nicht sehr viel dabei verdient, und sollte er sogar gerade ohne Verlust arbeiten, ist es in seinem Interesse! Jeder "customknivemaker" sollte solche "Einstiegsmodelle" haben um seine zukünftige Klientel anzufüttern! :ahaa:

Der Preis nach oben ist und wird immer offen bleiben, und das ist gut so!

Long John
16.05.06, 22:40
Hallo Ikarus :)

Wärst Du so nett und könntest deutlicher hervorheben, was von Deinen Aussagen als Spaß gemeint war.

Grüße

____
Tom

Andreas
16.05.06, 22:55
...
Für ein kleines feststehendes Messer mit 10cm Klinge, ATS34, V-Schliff und G-10 Griff, ohne ( ohne Fehler! ) braucht ein guter "Messermacher" nicht einmal 1Stunde, manche sogar mit verjüngten Erl! :super:

Das würde ich gerne mal sehen, wie das in weniger als einer Stunde machbar sein soll. Inklusve Wärmebehandlung? Inklusive eines "Gebrauchsfinish"?
Kannst Du Hexen? Oder wie kommst Du auf solche Zeiten?
Ansonsten würde ich gerne die eine Stunde mal zuschauen und das Ergebnis sehen.


Ich würde daher sagen um die E 100,-E130,- und mit einfacher Steckscheide! ...

Und die Stecklederscheide ist auch in der Stunde schon mit drin? Oder darf da der "gute Messermacher" dann noch etwas Zeit drauf rechnen?

Long John
16.05.06, 23:07
@ Ikarus

Du hast die Aussage von Jürgen falsch verstanden

Zitat von Jürgen Schanz:
"wie lange brauche ich bis das messer fertig ist?
was bin ich mir - oder was kostet eine stunde bei mir?
kann ich auf dauer schneller werden?"

Grüße

_____
Tom

Howie
16.05.06, 23:17
@ Ikarus

hast du schon mal etwas vom Maschinenstunden(satz) gehört ?
Oder von Verschleißmaterial, usw.

Und für eine einfache Lederscheide braucht selbst ein geübter mind 1,5 - 2 Stunden.

So einfach wie du das darlegst ist es nun auch wieder nicht.

bert
16.05.06, 23:22
Grundsätzlich, wer den sicheren Hafen "Hobby" nicht verlässt, kann verlangen was er will. 1,00 Euro - 1.000.000 €uro.
Das ist so.
Wer sich als Profi den Elementen des Marktes aussetzen will, wird schnell mancher Illusion beraubt.
Ist er zu günstig - schlecht für ihn, ist er zu teuer - schlecht für ihn.
Der Preis pendelt sich im offenen Markt wie eine Kompaßnadel automatisch ein.
Irritationen und Irrlichter kommen leider aus dem Bereich des Hobbys, dass lässt bei vielen den Eindruck entstehen das Handmades für unter € 300,00 zu haben sind.

Für Stabilität sorgten früher Gilden, Innungen, Handwerksverbände,... etc.

Heute?

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte.

John Ruskin (1819-1900)

Dennoch, hat gerade jetzt echtes Handwerk eine Chance.
Industriell gefertigte Produkte sind mitlerweile sooo teuer geworden, obwohl sie in Fernost-Billigländern hergestellt werden.
Professionelles Handwerk kann da absolut mithalten.

Liebe Grüße

Norbert

bert
16.05.06, 23:44
Ruskin, führt das weiter aus, als ich das Zitat noch in Erinnerung hatte: :)


„Es gibt kaum etwas auf der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und ein wenig billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist auch unklug, zuwenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zuwenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Wenn Sie dies tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres mehr zu bezahlen.“


John Ruskin
(1819-1900), englischer Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker und Sozialphilosoph

Ikarus
16.05.06, 23:57
Obwohl ich mich eigentlich nicht erklären wollte, (meine pers. Meinung)
glaube ich auch, manche sollten meinen Text noch einmal lesen!

Noch etwas: Wer kannte "Bob Engnath"? (Leider verstorben, aber wenn der nicht schnell war, und seine Preise waren einfach super!)

Wann wird ein Messer zum handmade-knive? (Purist oder Maschinist?)
Wie ich geschrieben habe, das ist meine Überzeugung, es geht!

Bert hat aber auch nicht Unrecht, leider.

Jürg
17.05.06, 00:13
Hy

Ich habe fast 2000 Euro für ein Messer ausgegeben das genau nach meinen Vorstellungen gemacht wurde. B.z.w. noch gemacht wird.Das Messer hat für mich einen einen persöhnlichen Wert.
Ein Anderer, der mein Messer sehen könnte, würde wahrscheinlich kopfschütteln und keine müde Mark (Euro) ausgeben. Es ist halt mein Messer, mit für meinen Verwendungszweck, mit meinen geschichtlichen Hintergrund und auch mein handgemachter Prototyp.
Mehr als 2500 Euro würd ich aber auch nicht hinblättern.

Mein altes Messer, welches fast 20 Jahre training überlebt hat, hat in Italien mal etwa 30 Fr. gekostet. Es sieht jetzt auch entsprechend aus.

Grüsse Jürg

Etana_G
17.05.06, 00:55
Ich denke zwar ich bekomme gleich haue,
aber dennoch muss ich auch mal was einwerfen...

Meine Customs, welche speziell auf mich zugeschnitten sind, vor meinen Augen
und teilweise mit meiner hilfe (z.B. tropfen Blut ins wasser - Aberlaube halt)
entstanden sind, mit Öl gehärtet wurden und
alle etwa im Puuko design sind:
Drop-Point, einfacher Griff
(teilweise ein Stück Leder, teilweise eine relativ aufwendige Lederwicklung, teilweise Holz)

Haben ohne Scheide immer unter 50€ gekostet...


Nun zur Erklärung:
Messer auf dem Mittelaltermarkt vom Showschmied, aus einfachem Kohlenstoffstahl,
"Wikingermesser" (die mit den gebogenen Griffen, welche auch als Feuerschläger benutzt werden können),
Märktler-Rabatt (5-10%).

Aber dennoch, ich empfinde auch diese Messer als Customs, da sie ja nach den Vorstellungen des Kunden gefertigt werden und vom Schmied selbstverständlich komplett handgemacht.

Obergrenze für ein Messer liegt bei mir bei ca 120€.
Das liegt aber an Geldknappheit.
Mit >leben< + Nebenkosten, da bleibt nicht mehr viel.

Gruß
Chris

zingzong2005
17.05.06, 10:55
Also wie das gehen soll,das jemand ein Messer inkl.Scheide in 1 STUNDE anfertigt,möchte ich auch sehen.

War der verstorbene Meister ein Zauberer? :confused:

Nichtmal unter Einsatz jeder erdenklichen Maschine kann ich mir vorstellen,das da ein hochwertiges "perfektes" Messer rauskommt.

ABER wenns wer kann,dann sagt Bescheid,weil das möchte ich LIVE erleben! :ahaa:

heiko häß
17.05.06, 16:06
Irritationen und Irrlichter kommen leider aus dem Bereich des Hobbys, dass lässt bei vielen den Eindruck entstehen das Handmades für unter € 300,00 zu haben sind
Bert , so einfach ist es nicht. Da gibt es noch ein paar andere Faktoren.
Die Messer der verschiedenen Messermacher sind extrem unterschiedlich. Während der Eine das Messer nach 10 minuten schwabbeln zum Kunden schickt beendet der Andere das Finish nach 5 Stunden.
Kunstwerke lassen sich unter 300Euro nicht machen, seh ich ein , Messer schon.
Über meine Philosophie beim Messermachen möchte ich jetzt nichts sagen, dürfte bekannt sein , aber nicht jedes Messer muß Vitrinentauglich sein.
Das die Hobbyszene manchem Vollzeitmessermacher ein Dorn im Auge ist verstehe ich ja , wieviele Vollzeitler gibt es aber?
Auch wenn ich nur zu 50% meinen Lebensunterhalt mit der Messermacherei verdiene muß auch ich kalkulieren.

Für Stabilität sorgten früher Gilden, Innungen, Handwerksverbände,... etc.
Heute?


Zum Glück Niemand sonst hätten wir alle die gleichen Preise , müßten alle gleichlang für ein Messer brauchen und würden alle die gleichen Messer machen.
Eine Preisstabilität macht bei Dienstleistungen Sinn aber nicht bei Handwerksprodukten.

bert
17.05.06, 17:18
Heiko, ich kann es nur aus der Sicht eines Vollzeitlers sehen, auch wenn Vergleiche mal hier und mal dort hinken mögen (denn einfach ist nichts), so kann man Äpfel mit Birnen nur soweit vergleichen, als dass es sich um Obst handelt.

Ich finde Handwerk gut, egal ob als Hobby, Semi oder Pro!

Dazwischen zu unterscheiden ist dennoch wichtig.

Ein Promaker muss sich in den Markt einfügen. Das ist gut so! Denn so werden Preise authentisch. Ein Hobbyist kann sich in diese Markt-Preisgestaltung einfügen, muss es aber nicht.

Das ist des Pudels Kern!

Liebe Grüße

Norbert

DACK
17.05.06, 17:27
Hi Messergemeinde.
egal aus welcher Richtung man sich der Findung erzielbarer Marktpreise annähert, geht doch an gewissen Marktgesetzmässigkeiten nichts vorbei :
Auch wenn es aus Herstellersicht wünschenswert wäre - den Preis einer Ware, die innerhalb einer freien Marktwirtschaft verkauft werden soll, legt nach wie vor nicht der Hersteller fest ! :argw:
Der Preis einer Ware resultiert allein aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Dabei ist es völlig nebensächlich wer wann wieviel Zeit, Mühe und Aufwand betrieben hat und meint, welchen Preis erzielen zu müssen. :staun:
Und aus eben diesem Grunde versucht man als Hersteller ja auch vorher schon mal festzustellen, wo der Rahmen erzielbarer Markpreise liegt.

Aber das ist bestimmt alles bekannt, oder ? :p

Guenter
17.05.06, 18:00
Noch etwas: Wer kannte "Bob Engnath"? (Leider verstorben, aber wenn der nicht schnell war, und seine Preise waren einfach super!)


Ja, ich kannte Bob, und er war ein besserer und schnellerer Schleifer als ich. Und ja, er hat einfache Messer in sehr kurzer Zeit gemacht. Allerdings als handgemachte Serienmesser mit einfacher Oberflächenbearbeitung und einfachster, maschinengenähter Scheide. Sein hauptsächlicher Einsatz lag im Serienschleifen von Gebrauchsmesserklingen. Und die Zeit von 1 Stunde ist dann auch nur reine Arbeitszeit und setzt das Härten der Klinge als anteilige Zeit im Verbund mit einem Bündel anderer Klingen voraus.

Auch Wayne Goddard hat Messer auf Wettbewerben in unter einer Stunde, sogar unter 30 Minuten, gemacht.
Aber:
die Klingen waren roh geschmiedet bis praktisch Endzustand, nur noch geschärft, mit Spitzerl, der in ein Stück Ast eingebrannt wurde. Und ohne Scheide.
Diese Messer wurden zum Teil verschenkt oder sehr preiswert verkauft.
Das heißt nicht,daß es keine Customs waren oder heute mit Hinweis auf den Hersteller nicht relativ teuer wiederverkauft werden.
Messer von ihm mit einer vergleichbaren Ausführung, wie man sie hier von Customs erwartet, liegen auch in vergleichbaren Preisregionen ab 300,-€.

heiko häß
17.05.06, 18:01
Das schöne ist ja das der Messermarkt so facettenreich ist. Mann findet vom "Lada" über den "John Deer" bis zum "Maybach" alles.
Jeder Messermacher kann selbst entscheiden in welcher Liga er spielen möchte und ob er in dieser Liga auch genug verdient oder ob sie schon überbesetzt ist.
Ich jedenfalls fühle mich in meiner Liga puddelwohl ;)

bert
18.05.06, 10:10
Ernst gemeint?

Eine Preisstabilität macht bei Dienstleistungen Sinn aber nicht bei Handwerksprodukten.

Da können sich ja alle Handwerksgesellen freuen, die noch Gehälter laut Kollektivvertrag bezahlt bekommen.

Viele Billiglohn-, Gastarbeiter in Ö & D & CH bekommen diesen eh nicht (mehr).
(siehe Baustelle). Dazu kommt noch die Bereitschaft zum Preisdumping, und dann, sieht es so aus wie Ö & D & CH es eben jetzt aussieht.

Aussterben von Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe.
Aussterben ganzer Handwerksbereiche.
Keine Kramerläden mehr, kein gutes Brot.
Die Landwirte nicht vergessen!

Aber, das alles, gibt es auch noch ein wenig billiger. :p

heiko häß
18.05.06, 13:15
Hallo Bert
Ich glaube wir reden an einander vorbei.
Nicht falsch verstehen , jeder muß für seine Arbeit einen vernünftigen Lohn bekommen. Ich arbeite auch nicht nur zum Spaß.
Es wäre allerdings Schwachsinn von mir zu verlangen das ich ein Messer zum gleichen Preis verkaufen muß wie Messermacher XY obwohl ich nur die hälfte der Zeit in das Messer investiere wie der andere Messermacher. Die Messer die wir herstellen unterscheiden sich bei den Materialpreisen nicht sonderlich , bei der Herstellungszeit aber zum Teil sehr stark. So lange wir nicht alle identische Messer herstellen können wir auch die Preise nicht mit einander vergleichen. Und selbst dann gäbe es noch extrem unterschiede in der Herstellungszeit.
Überlaßt jedem selbst was er für seine Messer verlangt. Wer nichts daran verdient verliert irgend wann die Lust und verschwindet wieder vom Markt .

bert
18.05.06, 13:54
Sag ich doch! ;)

L.G. Norbert