Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Zukunft von Fixed Blades
Kevin Wilkins
13.07.04, 12:58
Wie man wahrscheinlich bemerkt hat, baue ich immer weniger Fahrtenmesser. Es geht stark im Richtung Folders und Küchenmesser.
Ein Grund dafür ist die immer weniger gewordene Interesse von den Kunden dafür. Egal auf Messen oder im Netz: Feststehende Messer lassen sich nicht mehr so gut verkaufen. Klar, früher habe ich die Messer für wesentlich weniger Geld auch verkauft, was auch nicht weiter geht. Gegenwärtig ist es schwierig Messer für 300 Euro mit Gewinn zu verkaufen. Ich habe aber den Eindruck, die Kunden sind aber auch weniger (oder sparsamer) geworden.
Wie sieht ihr die Trends an? Gibt's mehr Messermacher? Bessere Fabrikmesser? Hat man einfach weniger Geld locher für Messer und - wenn die meisten von uns ehrlich sind - haben wir fast gar kein Gebraucht für Fahrtenmesser. Die liegen in der Schubelade. Küchenmesser, naja, die kann man jeden Tag einsetzen! Folders? Klar, als EDC. Macht Spaß.
Was denkt ihr dazu??
Ralf Welge
13.07.04, 13:25
Hi Kevin,
die strukturelle Lage wird sich zwischen Dortmund und Berlin wohl nicht
sonderlich unterscheiden. Wem gehts denn heute so gut, daß er
mehrere hundert Euro für einen "Spass" ausgeben kann oder will????
Du hörst doch jeden Tag mal wieder neue Nachrichten, wie Mr. Eichel
wieder was neues findet um den Haushalt zu stopfen.
Ich habe selbst als Metaller damit zu kämpfen und das ist momentan
alles nicht lustig.
Alle sind unzufrieden, wissen nicht was morgen noch für ein Schwachsinn verzapft wird.
Kein Wunder.... Die Leute halten Ihr Geld derzeit echt unter dem Kopfkissen, damit keiner dran kommt... und schon gerade kein
Hr. Eichel.
Hoffentlich wird das bald mal anders............
Ob es nun Fixed oder andere Bauarten sind, es währe doch zu schade
etwas Gutes bei Seite zu legen.
Wenn keiner von uns "Gas gibt", machen wir selbst den gleichen Fehler
wie unsere jetzige (hoffentlich nicht mehr Lange!!!) Regierung.
MFG,
Ralf
Hallo!
Also ich denke neben der allgemeinen Sparsamkeit in schlechten Zeiten
spielt eher eine Rolle, dass Fixed eher zum Gebrauch gekauft werden.
Z.B. für eine Trekkingreise, oder für die Jagd, Angeln etc..
Da kauft man ein gutes Exemplar und benutzt das die zwei Wochen im Jahr. Im Alltag würde ich nur ungern mit einem Fixed herumlaufen.
Bei Foldern ist es etwas anderes. Das kann man immer mitnehmen als EDC.
Das ist dann so etwas wie ein Schmuckstück, wie eine Uhr z.B.
Davon kauft man sich auch eher ein zweites Exemplar und es spielt die Optik eine grössere Rolle als beim Fixed.
Michael
Es könnte auch daran liegen, daß immer weniger Leute "richtige" Outdoor-Aktivitäten unternehmen, bei denen man ein solides großes Fixed braucht.
Im Alltag sind große Fixed nicht besonders praktisch, und nur für die Vitrine ist es den Leuten wohl zu teuer in diesen relativ schlechten Zeiten. Ein Wirtschaftsaufschwung würde auf lange Sicht sicher auch die großen Fixed wieder "zurückbringen".
Die Chance für die Feststehenden sehe ich heute in erster Linie in Form von kleinen und mittleren, relativ einfachen Modellen, die als Ersatz für die Folding EDC´s dienen sollen.
Genau wie zum Beispiel Deine Mini- und Medium-Thorns, Kevin.
Man muß dem Kunden nur begreiflich machen, daß ein kleines Fixed durchaus Vorteile gegenüber einem Folder hat.
In Verbindung mit ausgereiften und komfortablen Tragesytemen an Gürtel, Hals, oder in der Hosentasche bietet ein Fixed letztlich auch ein ebenso bequemes Handling wie ein Folder. Damit ist ein (verdecktes) Mitführen auch in der Öffentlichkeit und im Berufsalltag genauso möglich wie bei Foldern.
Dieses Bewußtsein für kleine Fixed-EDC´s hat sich hier im Forum schon etabliert. In den Sammler- und Nutzerkreisen, die nicht in solchen Communities organisiert sind, muß sich das evtl. erst noch "herumsprechen". Da muß die Mund-zu-Mund-Propaganda ihren Dienst tun. Einen großen Werbe-Etat hat kein Messermacher.
Das Problem ist, daß die großen Serienhersteller im EDC-Bereich nach wie vor primär auf das klassische "Taschenmesser" und damit den Folder setzen. Das prägt natürlich die Grundeinstellung zu EDC´s bei den Nutzern. Und das schon seit Generationen.
Käme die Messerindustrie von heute auf morgen auf die Idee, daß kleine Fixed auch hervorragende Alltags-Taschen-Messer abgeben können, würde auch die Einstellung der Käufer wieder umschwenken.
So muß halt viel mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden.
Fazit:
Für die großen Feststehenden sehe ich angesichts knapper werdender Budgets eher schwarz. Angesichts des nachlassenden Outdoor-Trends (mMn) erst recht.
Dafür kommt die große Chance der kleinen Fixed. Über kurz oder lang werden sich deren Vorteile weit genug herumgesprochen haben, um den Foldern Konkurrenz machen zu können.
Sam
christophmc
13.07.04, 13:58
Hallo Kevin,
ich denke, dass zurzeit grundsätzlich eine Zeit der Fabrik- Produktionsmesser angebrochen ist.
Ein deutliches Anzeichen dafür ist die vermehrte Cooperation von bekannten Custom-Maker mit Serienhersteller.
Im Rahmen dieses Prozesses werden Messer produziert, die das Design eines bekannten (und deswegen auch teuren) Messermachers tragen und durch die zumindest bei einigen Firmen vorherrschenden Qualitätsstandards sauber gemacht sind. Abstriche gibt es hier meistens im Bereich des finishens.
Diese Entwicklung gilt m.E.n. für Fixed und Folders.
Ich persönliche mag eher Fixed und habe auch eher den Bedarf
mehrere Fixed für verschiedene Einsatzbereiche zu besitzen, als das Bedürfnis für jeden Wochentag einen anderen Folder mit mir zu tragen.
Gleichwohl konnte ich hier im Forum betrachten, dass die überwiegende Anzahl von gezeigten Customs Folder waren.
Ich denke eine Ursache kann in der sich ständig vergrößernden Schar von Messer-Selbermacher liegen, die für den Eigengebrauch ein Fixed selbst erstellen. (zu denen ich mich auch zähle)
Bei einem Folder ist das so ohne weiteres natürlich nicht machbar.
Eine weitere Ursache kann auch in dem generellen Umgang mit dem Thema Messer im sozialen Umfeld liegen. Es gibt nur noch sehr wenige Anlässe, bei denen man ein Fixed tragen kann ohne massiven Argwohn bei den Mitmenschen zu erzeugen.
Wege aus dieser Problematik könnten aus meiner Sicht entweder ein verstärktes Marketing (ich gehe mal davon aus, dass mind. 80% aller unzerstörbaren tactical Survival-Combat Knives nie benutzt werden, trotzdem werden diese verkauft/gekauft) oder eine Spezialisierung auf Messer für spezielle Anwendungen (Jagd, Neckies, Handwerk, etc.) sein.
Eine weitere Möglichkeit wäre in diesem Zusammenhang ein Auflage von Kleinserien, die mit preiswerteren aber trotzdem sinnvollen Materialen (Carbonstahl statt s90V, heimische Hölzer statt Edelhölzer, etc.) zu einem niedrigeren Verkaufskurs führen würden.
Trotz der Fixed Flaute fände ich es sehr schade, wenn Du Dich aus dem Bereich zurückziehen würdest, da ich Deine Fixed als sehr gelungen erachte und ich das von Dir gebaute Fixed auch sehr gerne benutze.
Gruß
Christoph
messerscout
13.07.04, 14:00
Hallo Kevin,
die Antworten zu Deiner (sehr interessanten) Fragestellung hast Du alle schon selber gegeben ... ich denke auch, dass es zuallererst an der derzeit schwachen Konjunktur liegt. Solange die Leute keinen Silberstreif am Horizont sehen, der eine Verbesserung ihrer finanziellen Lage in Aussicht stellt, solange wird halt gespart.
Und bekannterweise wird dann zuerst an den sog. Luxusgütern gespart. Jedes Ding ist grundsätzlich durch ein anderes ersetzbar. Und der Unterschied, sein Gemüse mit einem IKEA-Messer zu schneiden oder ein von Dir gefertigtes Teil einzusetzen, das ist Luxus. Denn kleinschneiden, das tun beide Messer.
Der von Dir genannte zweite Aspekt, dass "man" heutzutage ja eigentlich keine feststehenden Messer benötigt, der stimmt wohl nur zum Teil. Angler, Jäger, Outdoor-isten etc. sind sicherlich eine Zielgruppe, die gerne fixed-knives benutzt.
Vielmehr glaube ich, dass im Bereich fixed-knives derzeit stark am Markt und an seinen Bedürfnissen vorbei produziert wird (nicht konkret auf Dich bezogen).
Ich glaube, der Trend geht eher zum "kleinen" (und damit sinnvollen) Fixed, das einen EDC-Folder ersetzen kann. Deine Mini-Thorns laufen doch gut, oder?
Weiterhin denke ich, dass der Markt ziemlich übersättigt ist von lauter Militäry-, Combat- und Tactical-Knives. Das ganze Szenario rund um diese Messer ist Krieg, Konflikt und Aggression - und das WILL halt im Moment keiner (hoffentlich) mehr hören.
Und genau hier liegt die Chance der Messer-Macher und Hersteller. Baut doch alltagstaugliche, kleinere Gebrauchsmesser, besinnt euch auf traditionelle Materialien und entwickelt neue und innovative Design-Ideen und der Trend ist euer Freund.
All das dürfte Dir selbst doch recht leicht fallen, zeigt doch alleine Deine Frage, dass Du offen und bereit bist für Veränderungen des Marktes.
Weiterhin gutes Gelingen und
beste Grüsse,
Messerscout
ok, ok, während ich getippt habe, waren Samhain und Christophmc schneller ... :D . Zeigt aber auch, dass ich mit meiner Meinung nicht so alleine da stehe.
Oliver Mendl
13.07.04, 14:01
Hallöle,
Das Problem Geld lasse ich mal aussen vor, davon verstehe ich zu wenig. Wenn auch ich der Meinung bin das unsere derzeitige Regierung nicht wirklich das ist was Deutschland in Sachen finanzen etc. braucht.
Ich sehe das Problem mit den "Fixed" (Festehendes Messer) im "Rest" der Bevölkerung:
Wo kann ich im Altag ein größeres Fixed mitnehmen ohne schiefangeguckt zu werden ?
Wer nicht gerade viel draußen unterwegs ist wird ein "Fahrtenmesser" kaum brauchen da sind Folder sicher die bessere Wahl!
Oder eben, deine Mini-Thorns - passen perfekt in die Hosentasche :)
Ein anderes Problem, und da wären wir doch wieder bei Geld, ist das viele den Wert einer Handarbeit nicht schätzen und alles mehr oder weniger für "lau" haben möchten - gerade die, die 1 Messer haben wollen und sich nicht mit dem Sammeln und der Vielfalt von Messern beschäftigen.
Mein Dad ist das beste beispiel, seit sicher 30 Jahren ein "dickes" Victorinox in der Tasche, immer dabei, nicht im Traum würde er zu einem Macher gehen und sich was für jenseits der 100€ anfertigen lassen.
Auch wenn er meine Stücke schön findet - das was ich dafür ausgebe, würde er nicht.
Und eben auch weil er keine Verwendung für ein "großes" Messer hat.
Das Porductions besser sind als Handmades, hm, denke ich nicht.
Aber die Hemmschwelle ein Production mit Kraton Griff etc. in nen Baum zu kloppen liegt definitiv niedriger als selbiges mit einem Handmade zu tun.
(Bei mir ist es so, das wenn ich für ein Messer Geldausgebe und eine so tolle "komposition" bekomme, will ich es auch nutzen)
Manch anderer möchte es halt lieber für die Vitrine.
Alles in allem sehe ich als das "wahre" Problem die nur eingeschränkte nutzbarkeit eines "Fixed" als EDC (Immer dabeihab Messer) in einer öffentlichen Umgebung.
Ich persönlich fände es sehr Schade wenn Messermacher "Fixed" "absetzen" würden.
Grüße
Olli
bei mir liegt ein problem bei der mitnahme von groesseren fixed.
mittlerweile neige ich dazu ein kleineres fixed als edc dabei zu haben. meist werden das dann neckknifes die ich in der hosentasche mit mir fuehre. die angesprochenen idee mit den preiswerten, kleinen messern aus "billigeren" materialien find ich sehr gut! auch so harmlos wirkende messer wie das bm210 activator gefallen mir. aber es werden wohl viele durch den preis fuer so ein kleines messer abgeschreckt.
Ein weiterer Aspekt, der für mich gegen die fixed blades spricht,
ist das neue Waffengesetz, welches viele abschreckt, so ein "Riesenteil" zu besitzen und ggf. zu tragen.
Auch ich bin verunsichert, ob das eine odere andere feststehende Messer nicht doch als verbotener Gegenstand eingestuft wird und ich behördlichen Ärger zu befürchten habe.
Denke,die Zukunft für kleine Fixed ,welche täglich zugebrauchen sind,mehrere Tragemöglichkeiten bieten,wird eher besser aussehen.
Bei den grösseren-kleinerer Kreis der Nutzer.
Ich glaube nicht das die Fixed nur wegen dem "Sparen" zurückgehen,dann müste doch das Folder eher rückläufig sein.Höhere Kosten in der Herstellung.
Denke die Nische(Design,Grösse)) ,welche von dir oder Norbert Leitner besetzt ist hat ihre Chance und Berechtigung.
Ich komme mit Sicherheit noch zu einem Thorn von dir,deine Seiten werden ja schon übersetzt,die Bestellung finde ich für mich noch etwas umständlich,hat aber was mit Zeit,Tagesablauf und Bequemlichkeit bei mir zu tun.
Viele Grüsse,
walter
Ich will mir nicht den Mund verbrennen, aber 300 wär mir halt zuviel für Fixed.
Der Trend geht aber weg von schweren Kloppern zu kleinen witzigen Messern. Auch fixed. Ich denke, der Clou ist ein kleines Fixed, das du fast wie einen Folder trägst, also so, das es gar nicht als fixed auffällt.
Siehe: Spyderco Ronin, BM Activator, Snody fixed.....
Interessanterweise geht ein Trend bei Foldern gerade in die andere Richtung. MEGA GROSS!!
(Ist ja witzig, als ich das sah, gab es eine Antwort, da hab ich erstmal mein Teil offline gelegt und siehe da: ich babbel, was andere dreimal sagten :D )
Kevin Wilkins
13.07.04, 15:35
Hallo Kevin,
Eine weitere Möglichkeit wäre in diesem Zusammenhang ein Auflage von Kleinserien, die mit preiswerteren aber trotzdem sinnvollen Materialen (Carbonstahl statt s90V, heimische Hölzer statt Edelhölzer, etc.) zu einem niedrigeren Verkaufskurs führen würden.
Christoph
Leider spielt der Preis des Stahls unwesentlich in der Endpreis des Messers. Ob ein Messer an Ende 450 oder 428 Euro kostet ist keine Entscheidungsgrund für Käufer. Bei der Mesistn Hölzer ist es auch so.
Die wesentlich Kosten sind Arbeit, Maschinen, und Festkosten.
Dies trifft auch die kleinere Fixed ebenso: ein Mini Thorn ist genau so teuer zu machen als ein Messer mit 2-3 mal so lange Klinge. Und öfters die kleinen sind schwieriger zu schleifen.
Also ich denke, dass das Geld eine grosse Rolle spielt. Immer mehr Menschen habe weniger Geld zum ausgeben. Und wenn ich mir dann ein teures Messer kaufe, dann eines, dass ich ohne Probleme dabeihaben kann. Nicht jeder trägt ein Messer mit 12 cm Klinge IWB bei sich, so wie ich :irre: . Man gewöhnt sich aber drann :hehe: .
Bei Luxusgütern wird halt immer mehr auf günstigere Produkte ausgewichen, anstelle von nem Handmade gibt dann ein Linton.
Das lässt sich alles ohne Aufwand auch auf andere Waren/Güter übertragen, die man nicht unbedingt braucht.
@ Mokifan
Das Waffengesetz sollte da keine Rolle spielen, dem ist es egal wie gross ein Fixed ist. Einzige Ausnahmen sind die Griffformen, quer oder mit Schlagring.
Kevin Wilkins
13.07.04, 15:37
Ich will mir nicht den Mund verbrennen, aber 300 wär mir halt zuviel für Fixed.
... und 300 Euro ist bereits die Schmerzgrenze, worunter es lohnt sich praktisch nicht zu machen.
Kevin Wilkins
13.07.04, 16:42
Noch eine Sache: die Scheide. Wie sieht man es, wenn fixed OHNE Scheide angeboten werden? Ich werde wahrscheinlich auch demnächst keine Scheiden mehr selber machen (ausser Kydex Necklace) und die machen lassen. Wenn ich 4-5 Stunden für eine Lederscheide brauche, und Leder usw kaufen muss... sehr unwirtschaftlich ist es.
Oliver Mendl
13.07.04, 16:50
Hi,
Um für mich zu sprechen:
Wenn mich das Messer fasziniert und ohne Scheide kommt, werde ich es bestimmt nicht "liegenlassen" Auch wenn ich hinterher evt. noch was draufzahlen muss, oder das Messer zum "einkleiden" bringen/schicken muss.
Sofern ich die möglichkeit dazu habe weil sich jemand bereiterklärt das zu tun, ansonsten siehts ziemlich duster aus ...
Aber im grunde finde ich es besser wenn ein Messer mit Scheide kommt.
Lieber ne schöne Scheide anstelle eines Zipperpouches, ein zipper halte ich allerdings für das Minimum ab nem gewissen Wert des Messers.
Grüße
Olli
christophmc
13.07.04, 17:06
Ich persönlich brauche keine Lederscheide zu einem Messer, da ich diese selber auch ganz gut hinbekomme.
Wenn dies ein Weg ist, Deine Kosten zu senken Kevin, würde ich diesen ruhig einschlagen.
Es hat ja auch schonmal ganz gut funktioniert:
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=17437
Nochmal zum Thema Material, ich bin als Hobbybauer davon ausgegangen, dass die Materialkosten eine Rolle spielen,
im Selbstbau macht es schon einen Unterschied, ob man 1.2842 oder s90v nimmt.
Als Profi ist natürlich die Arbeitszeit der entscheidende Faktor, vielleicht gibt es aber wege für eine "preiswertere" Linie, diese zu verkürzen?
Event. Einsatz von Maschinen statt Handfinish, auch das Weglassen einer Scheide könnte dazu führen.
Ich habe in dem obigen Thread auch zugeschlagen und fand die Möglichkeit für unter 200€ ein handmade Fixed zu bekommen sehr verlockend.
Gruß
Christoph
... und 300 Euro ist bereits die Schmerzgrenze, worunter es lohnt sich praktisch nicht zu machen.
Deine Frage ist gut Kevin, ich frag mich konkret auch, was das Problem mit 300EUR fixed ist ;) Meine Überzeugung:
Der Preis ist nicht das Problem. Wenn Du sie verschenkst, bekommst Du viele Kunden, nur dann kannst Du davon nicht leben. Meiner Meinung nach muss man nicht die Preise an den Kundenwunsch anpassen, sondern man sucht sich die Kunden fuer seine Preise. Bevor Du Dir ueberlegst, wie Du ein 300EUR Messer an die verkaufst, die nur 200EUR ausgeben wollen, ueberleg Dir eher, wo Du Die herbekommst, die 300EUR zahlen. Das ist meiner Meinung nach effektiver. Dass das teilweise seltsame Auswüchse annimmt, zeigen abgehobene Preise von anderen Messermachern. Aber auch da funktioniert es.
Das Argument mit der derzeitigen Wirtschaftslage ist meines Erachtens auch keines. Jemand, der +300EUR fuer ein Messer ausgeben will, kann das immer. Und selbst bei denen, die sich die 300EUR absparen müssen, ists eine Frage der Wertigkeit. Maddog, Busse, Strider werden auch gekauft. Ich glaube eben nicht, dass bei Luxusgütern auf irgendwas anderes ausgewichen wird, andere Branchen leben weiterhin ganz gut. Es ist eine Frage des Images. Man kauft kein Messer, sondern ein Messer mit was Drumrum. Die einen wollen Schmiedefeuer drumrum, die anderen die Navy Seals.
Wenn man die Frage hier auf das Forum bezieht, ich glaube auch, dass es eine Rolle spielt, dass immer mehr Leute Spass am Messerbauen haben. Also wird eher Matieial gekauft, als fertige Messer. Frag Leute, die Materialien verkaufen, da brummt der Laden.
Aber das Forum sind nicht "die Kunden". Hier ist eine ganz eigene Klientel. Hier kannst Du, weil Dich die Leute kennen, Messer fuer einen Preis X verkaufen, die Du draussen fuer X-200 nicht wegbekommst. Hier bleibste aber auf Sachen sitzen, die Du woanders fuer X+200 auch noch verkaufen könntest :rolleyes: Das ist etwas verwirrend.
Genau wie die Frage nach den Scheiden. Wenn du die selber machst, kannst Du die ja je nach Kundenwunsch bauen oder nicht. Ich muss Messer entweder mit oder ohne bestellen. bestelle ich mit, finde ich einen, er sagt, er braucht das Ding nicht. Bestelle ich die Messer nackig, finde ich einen, der sagt, ein Messer ohne Scheide taugt.
Ich hab mir, aus meiner Sichtweise als beginnender online Shopbesitzer abgewöhnt, sowohl was die Messer wie die Preisgestaltung angeht, lange zu ueberlegen. Ich biete an, wovon ich ueberzeugt bin und ich schreib nen Preis hin, den ich fuer fair erachte. Das läuft oder es läuft nicht. Wenn du Messer verschenkst, gehst Du eh pleite.
Gruesse
Pitter
als messermacher bin ich wohl einer der wenigen/einzigen in diesem forum die diesen beruf als brotberuf ausüben. ohne handelsware wie z.b. materialverkauf.
mit meinen produkten bin ich relativ klar positioniert. das der verkauf schlechter wird davon merke ich nichts. für mich ist das forum für marktinterpretationen aber nicht repräsentativ.
handwerk ist nicht billig und wer als handwerker vieles der maschine überlässt macht kein handwerk mehr.
viele industieprodukte stehen in keinem preis/leistungsverhältnis mehr und dafür wird das geld bereitwillig ausgegeben.
was fehlt ist ein handwerksbewusstsein. dass dieses wertbewusstsein fehlt oder abhandengekommen ist liegt zum teil an den messermachern selbst.
schöne zeit!
norbert
Nochmal zum Thema Material, ich bin als Hobbybauer davon ausgegangen, dass die Materialkosten eine Rolle spielen,
im Selbstbau macht es schon einen Unterschied, ob man 1.2842 oder s90v nimmt.
Als Profi ist natürlich die Arbeitszeit der entscheidende Faktor, vielleicht gibt es aber wege für eine "preiswertere" Linie, diese zu verkürzen?
Event. Einsatz von Maschinen statt Handfinish
Wenn man ein kleines Handmade fixed schnell baut, sagen wir mal in vier Stunden, sind das 250EUR. Da spielts keine Rolle mehr, ob der Stahl jetzt 10 oder 20EUR kostet. Und beim Maschineneinsatz - ab wann ists dann noch ein Handmade? Nebenbei, wenn Du billig mit Maschinen arbeiten willst, sprich CNC, brauchst Du entweder Masse, oder nen Kumpel der das in Schwarzarbeit macht. Auch keine besonders vielversprechende Strategie.
Man kommt einfach bei einem Handmade nicht unter eine gewisse Summe. Wenn man davon leben will, vielleicht fuer ein einfaches 4" fixed mit zwei Schalen ohne jeden Schnickschnack um die 250EUR. Davon darfst Du gleich mal 16% abziehen. Drunter gehts imo in D nicht. Nicht sauber kalkuliert und ordentlich versteuert. Und IMO darfs auch gar nicht billig werden. Ein Handwerk, das an sich ueberfluessige Sachen produziert, darf sich seine Exclusivität nicht selbst wegkalkulieren.
Gruesse
Pitter
... und 300 Euro ist bereits die Schmerzgrenze, worunter es lohnt sich praktisch nicht zu machen.
Was auch damit zusammenhängt, auf welchem Niveau Du arbeitest. Das ist ohne Wertung. Ja? Es soll Dir ja auch Spaß machen.
Wenn ich mich recht erinnere, fallen für Dich Stücke aus halb vorproduzierten Teilen aus, weil Du Deine Qualität so nicht halten kannst. So hattest Du zumindest auf meinen damaligen post reagiert.
In diesem Sinne pflichte ich Pitter bei, dass man im Hochqualitätsbereich nicht über den Preis entscheidet. Was nicht heißt, dass alles zu jedem Preis gekauft wird, nach dem Motto, "steht jeden Morgen ein Depp auf, mußt ihn nur finden".
also als sammler ( in meinen augen schöner :p ) messer, muß ich sagen:
das ich ein messer danach beurteile , ob ich es haben will, ob es mir gefällt.
ob der messermacher mir gefällt. man kauft ja auch die ideologie des messermachers mit.
passt eines von den merkmalen nicht, kaufe ich dort kein messer. man könnte mir eines schenken, ich würde es mit anlauf in den wald werfen ( wer mich kennt, weiß das ich das ernst meine )
ich habe in letzter zeit so einiges für messer ausgegeben, aber auch ich merke, es geht nicht mehr so wie vorher. anstatt 12-13 handgemachte, sind nun nur noch 8-9 drin. das ist einiges.
ich denke jeder muß zur heutigen zeit etwas kürzer treten. jeder muß für sich und seine familie geld zur seite legen. und da sind messer nun mal der erste ansatz weniger auszugeben.
wenn es nun mal so ist, das einige weniger ausgeben, und anderen die zwar geld haben, deine messer nicht gefallen, ist die masse leute , an die du verkaufen willst, kleiner geworden.
man überlegt es sich halt öfter und genauer.
allerdings ist es für mich zur heutigen zeit schöner einen folder zu kaufen, da ich den auch fast überall nutzen kann. das kann ich mit nem fixed nicht. ja ja , ich weiß, jetzt kommen leute wie frank, die immer ein 30 cm teil mit sich herumtragen, das ist für mich aber die totale ausnahmen. einen folder kann man mit ins restaurant nehmen und dort nutzen, man kann ihn im biergarten nutzen und so fast überall. mit einem fixed ist das nicht so einfach ohne eigesperrt zu werdn, weil man gleich unter attentatsverdacht steht :D
wenn jemand ein fixed von dir kevin haben will, wird er es sich früher oder später auch kaufen, egal wei teuer du die messer machst.
so ist es bei mir jedenfalls mit den foldern. wenn ich was haben will, wird so lange gespart, bis ich es mir kaufen kann, egal wie lange das ist. das erhöht die vorfreude auf das messer.
also mach dir keinen kopp !
Ich denke in der heutigen Zeit ist es sehr schwer anderen Ratschläge zu geben.
Der Kreis der Messersammler ist doch sehr beschränkt und wird auch nicht mehr viel wachsen,(Geldmangel) eher schrumpfen.
Ein Messersüchtiger verkauft häufig ein Messer um ein neues zu kaufen und der Käufer dieses gebrauchten Messers, kauft erstmal kein anderes Messer, somit fehlt Dir (oder einem anderen) dieser Kunde.
Wenn Du Kunden für Deine Folder hast, würde ich das auf alle Fälle vorantreiben aber ich würde mich trotzdem nicht von den Fixed verabschieden und vielleicht auch schauen, daß man Kleinserien als Zulieferer für andere Firmen auflegt, Bausätze seinen Kunden anbietet, Material verkauft, preigünstige und gute Materialien anbietet.
In der heutigen Zeit scheidet sich die Spreu vom Weizen, da zeigt es sich ob man ein guter Geschäftsmann ist (nicht nur ein guter Handwerker) und das finanzielle Fundament muß auch stehen, sonst hält man eine solche Zeit wie die Jetzige nicht durch.
Ralf
Hallo Kevin,
daß mit den Fixed denke ich hast Du wirklich gut getroffen - Fixed als Alltagsmesser treffen eben nur bestimmte Berufsgruppen oder sind mit einem Hobby verbunden, als EDC trägt man ein Fixed wohl eher nicht mit sich herum.
Ich habe aber einmal eine Anmerkung welche ich an einen Messermacher richten will: Baut doch mal EDC's abgestimmt auf Berufsgruppen: Ich schildere Dir mal mein Anliegen an ein Messer für meinen Beruf. welches ich jeden Tag dabei hätte sofern es dies geben würde:
Ich bin Textilingenieur und kämpfe mit vier Hauptproblemen:
1.) Schneiden eines Textils mittels Schere oder einer scherenähnlich aufgebauter Festklinge (Scheren eines Schweizer Taschenmessers oder Leatherman muten eher als Kinderspielzeug an, wenn ich 3,50 m Rollenbreite schneiden muss). Auch stellt der Textiler meist die Schere nur in einem festen Winkel an und durchtrennt das Textil ohne Scherenbewegung (geht nur bei scharfen Scherfen)
2.) Öffnen von Paketen (evtl. mit 1.) verbunden
3.) Öffnen von Blechdosen und Hobocks
4.) Kleine Nadel zum Auszählen der Gewebedichten
Mit diesen Funktionen würde man ganze Textilfirmen austatten können und ich denke fast jede Berufsgruppe hat solch spezifische Anforderungen - Solltest Du Interesse haben und einen Vorschlag für mein Anliegen liefern können würde ich sogar den Vertrieb übernehmen.
Ciao
Thomas
als EDC trägt man ein Fixed wohl eher nicht mit sich herum.
Man merkt, daß Du hier neu bist :rolleyes:
:D
Ein Messersüchtiger verkauft häufig ein Messer um ein neues zu kaufen und der Käufer dieses gebrauchten Messers, kauft erstmal kein anderes Messer, somit fehlt Dir (oder einem anderen) dieser Kunde.
Ich denke, Kunden von Messermachern sind nicht so wechselhaft wie die Sammler der industriellen Ware.
Wenn ich mir irgendwann mal einen Wilkins, Schanz oder was ähnlich Feines leisten kann, dann will ich aber auch meinen Wilkins oder Schanz. Ich will die Komunikation mit dem Macher, eigene Details usw.
Klar, ich würde auch mit dem Messermacher über den Preis reden. Aber nicht im Sinne von Preisverhandlungen. Eher um zu erfahren, was erfordert das Messer alles, was ist aufwendig, was wird mir für mein Geld geboten. Wenn ich der Meinung bin, der Preis paßt zur Leistung, dann ist das so.
Ob 300€ oder 600€ ist mir dann egal. Ich darf nur nicht das Gefühl haben, da will mich einer über den Tisch ziehen.
@Kevin: auf dem Treffen in Berlin hattest du ja nur Folder dabei, glaube ich. Ich hatte immer das Gefühl, du machst lieber Folder und fertigst Fixed nur zur Abrundung deines Angebotes.
Vieleicht ist es auch so, daß es einfach weniger Messermacher gibt, die erstklassige Folder bauen, daher gibt es bei dir eben häufiger Aufträge für Folder.
stay rude
braces
hat wohl nichts mit neu zu tun, aber ich gehe mal von meinen Umständen aus, ein fixed hat eben meist mehr als 8 cm (sofern es für mich alltagstauglich sein soll) und die bekomme ich ohne blöde sprüche hören zu müssen (Hemd und Anzughose) wohl eher schwerer unter als ein folder das mit 8 cm Klingenlänge noch immer gut in die Hosentasche passt ;)
ich bin der meinung das es das fixed auch noch im 500 jahren geben wird ansonsten wäre es schon lange weg. auch bücher wird es trotz bit und bites in 500 jahren auch noch geben.
für mich macht es keinen sinn grosse messer zu bauen für andere macht es sinn so ist es eben. ich habe wanderer mit äxten im nordskandinavischen fjäll gesehn, wo es weit und breit keinen einzigen baum gibt.
als alpinist und weitwanderer will ich ein messer das mich begleitet und nicht eines dass ich mitzuschleppen habe.
genau so versuche ich zu bauen. und mein design tragen viele als EDC.
manche begleiten einen so unauffällig wie die mücken im sommer.
also fixed für eine stabilere zukunft aber auch locks für eine flexiblere zukunft. wie auch immer es wird immer beides geben.
schöne zeit!
norbert.
Nunja, hat schon was mit neu zu tun, sonst wüsstest Du, daß auch Klingen unter 8cm alltagstauglich sind, und jedes kleine Fixed mit der richtigen Tragevorrichtung absolut komfortabel mitzuführen ist (ich wiederhole mich).
Ich kenne/besitze ettliche Modelle, die z.B. bequem in der Hosentasche getragen werden können. ;)
sam
Tja, mit dem Folder, den ich von Dir habe, bin ich leider so zufrieden, dass ich seit einem Jahr überhaupt kein Messer mehr gekauft habe. Selber schuld! ;)
Mit feststehenden Messern kann ich irgendwie nichts anfangen. Zum einen klickt und klackt da nichts (blöder Grund vielleicht, aber ich bin wohl ein Spielkind). Zum anderen kann ich sie nicht mitnehmen: Ich habe schon alle möglichen Trageweisen probiert, und alles ist mir zu unbequem. Das Messer müsste dann schon mit Scheide so klein sein wie ein geschlossenes Klappmesser, und das bringt dann wohl nicht mehr viel.
Wenn ich ein feststehendes Messer wollte, dann wären 300 Euro oder auch mehr nicht das Problem; ein Klappmesser kostet schliesslich noch mehr. In Sachen, die ich ständig bei mir habe und oft benutze, investiere ich gern und reichlich. Dagegen ist alles, was schwer transportabel ist und die meiste Zeit zu Hause bleiben muss, für mich beinahe minderwertig; vielleicht habe ich irgendwelche Nomadengene. :)
Da spare ich dann, was ich anderswo ausgebe: Meine Küchenmesser sind billigster Ramsch (mit dem Sharpmaker funktionieren sie aber auch), mein Computer ist hardwaremässig auf dem Stand von 2000 und wird hoffentlich noch einmal vier Jahre schaffen, ein Auto habe ich gar nicht erst, und joggen tu ich barfuss, verschleisst kein Laufschuhe. :)
Björn
Ich persönlich befinde mich ziemlich oft in der Zwickmühle ob ich nun einen
Folder oder ein Fixed mit mir trage, denn wie es schon erwähnt wurde -
man wird öfters mal schief angesehen, wenn man ein größeres Fixed bei
sich hat. Wenn ich im Sommer mit T-Shirt und Jeans draußen bin wurde ich von Bekannten oder Freunden schon öfters gefragt, ob ich in´ Krieg ziehen will, nur weil ich einen Folder am Gürtel hängen habe. So einen Kommentar finde ich natürlich ziemlich blöde und normal kümmert mich das Geschwätz anderer Leute nicht, aber mit einem 30cm langen...oder gar längeren Fixed durch die Gegend zu laufen ist auch nicht so ganz meine Sache; das sind die Teile welche ich lieber im Herbst und Winter unter der Jacke habe, damit es nicht soooo auffällig ist.
Was meine Shopping-Liste für zukünftige Fixed betrifft schaue ich mich schon nach "alltagstauglichen" um, also solchen, die etwas unter 30cm
liegen. Alles andere, was mein Herz begehrt und über 30cm Klinge hat, wandert eben in die Vitrine.
Leider ist es eben so, dass viele Otto-Normalverbraucher einfach keinen Sinn für ein halbwegs gutes Messer haben. Ein Arbeitskollege wollte mal von mir einen Tipp für einen Allround-Messer haben, da legte ich ihm mein 16 Jahre altes Kershaw 3140 Wildcat Ridge vor - wohl eines der ersten gescheiten Messer, das ich bekommen hatte - und was sagte er ? "Muuuaaahhhrrr, was für ein Dolch - viel zu groß !".
So scheint aber leider die überwiegende Meinung der breiten Masse zu sein.
Viele sind einfach nicht bereit für ein gutes Messer 300 EUR oder mehr zu bezahlen und sehen in einem Fixed weniger Sinn und Anwendungsmöglichkeiten.
Gruss Fairlane
Es ist zwar schade, aber der Trend geht wohl mehr und mehr zum Folder
und weg vom Fixed.
Also ich würde z.B. kein Fixed von Dir kaufen Kevin. Das liegt aber nicht daran das ich keine Fixed-Messer kaufe. (Ich kaufe mehr Fixed als Folder.)
Der Grund hierfür ist, das ich versuche meine Messer bei demjenigen zu kaufen der in seiner Arbeit für etwas steht, dass dem ähnelt was ich umsetzen möchte. Du stehst m.E. für hochwertige Folder mit einem einmaligem Design, mir wäre kein besserer für einen Kerambit Folder eingefallen. Außerdem habe ich in einem Forum gelesen, dass Du Dich dafür interessierst. Deswegen habe ich mich in dieser Sache an Dich gewandt.
Will sagen, ich denke schon das Du in der Vermarktung Deiner Produkte eher die Folder-Käufer ansprichst. Jedenfalls ist das bei mir so.
Gruss
El
Ich muss einfach mal fragen:
Bezieht sich diese Diskussion hier um eine vermeintliche Trendwende (auf welche Gruppe eigentlich bezogen?) vom feststehenden Messer zum Klappmesser allgemein, oder lediglich auf die Beobachtung von Kevin Wilkins, warum er immer weniger feststehende Messer verkauft ?
Da das im Kevin Wilkins Unterforum abgehandelt wird, gehe ich davon aus, dass es sich lediglich um die Prdukte von Kevin Wilkins handeln muss.
Ansonsten müsste ich dann sagen, dass es nun wirklich Tausende von Messermachern weltweit gibt, und jeder, der dieses Geschehen beobachtet, wird eine Trendwende vom Fixed zum Folder nicht bestätigen können, wenn man es schafft, über den Rand des eigenen kleinen Tellers zu schauen.
Eine Möglichkeit einer Erklärung wäre noch, dass der Geschmack der Sammler und Benutzer ständig wechselt. Ich befasse mich schon eine gewisse Zeit mit Messern, und ich habe dabei beobachtet, dass es oft etwas Neues gibt, einiges kehrt wieder, das ist mit Luxusgütern so, Autos, Mode, usw. Und wenn ein Hersteller explicit einen ganz bestimmten Stil vertritt, dann kann es auch mal sein, dass dieser Stil irgendwann nicht mehr 'gefragt' ist. Hier ist dann Anpassung angesagt, wenn man weiter verkaufen möchte, 'Survive will the fittest (to fit = anpassen)', oder er verschwindet in der Vergangenheit.
Ausser Loveless fällt mir niemand der neueren Messermacher ein, der über eine so lange Zeit immer nur den eigene Stil produziert hat. Aber vielleicht liegt es daran, dass er diesen Stil sozusagen erfunden hat, wer weiss.
@ Kevin:
Hast Du schon mal überlegt, ob Deine Beobachtung einer Trendwende nicht die Trendwende einer Messer-Art, sondern eventuell eine Trendwende eines Messer-Stils andeuten könnte?
Viele Grüsse,
Uli
:)
Kevin Wilkins
14.07.04, 10:32
Wow, es sind wirklich viele interessante Beiträge gepostet worden!
@ Piter: Deine Bemerkungen über Marketing sind richtig. Man kann entscheiden, viele Energie (und Zeit) in Marketing zu stecken. Mir fehlt es an Kapital, um ein Lagerbestand zu machen und haben bis ich die verkaufe. Kapital geht ins Materialenlager: Stahl, G-10/11, Micarta, Sägebänder, Titanplatten, usw. Es gehen immer hier 1000 euro und da 350 euro usw für Materialen raus.
Zu den Bemerunkungen zur Fertigung von preiswertere Fixed: Ich habe sowas überlegt und beobachtet, wie andere es probieren. Auch die Ami-Messermacher geraten sehr schnell bei sowas ins schleudern. Der Grund dafür ist Konkurenz von Fabrikmessern. Sobald man "billige" Messer macht, steht man gegen Firmen die einfach bessere "billige" Messer machen, entgegen, weil die besser ausgerustet dafür sind. Ich will keine Namen nennen, aber man kennt die wahrscheinlich selber. Typisch ist, sehr schnell massenweise Bestellungen zu bekommen, massenweise Lieferschwierigkeiten zu bekommen, und schlechte Qualität, verspätet auszubringen. Resultat: pleite und/oder viele saurere Kunden und ein Ruf wie Donner.
Ich persönlich habe immer Probleme weniger als mein Bestes zu liefern. Zu Friederich den Grossens beruhmte Ausgage an seine Soldaten die Pause machten,"Hunde, wollte ihr ewig leben!?" Sollte einer der alte Lancer geantwortet haben, "Naja Fritze, für 13 Pfennige am Tag muss es für heute reichen." (Immer anders zittiert, aber was solls!) Ich habe Probleme zu sagen, für 150 Euro z.B. ist genug. Dann ist es die reinste Produktionsarbeit geworden, und ich konnte genau so bei eine Firma arbeiten.
Dieses Jahr in Solingen, habe ich bemerkt, (mein Eindruck) das insgesamt der Verkauf von Fixed Blades insbesonders die "Loveless Dropped Hunter Klones" sehr schleppend läuft. Bei mir war es auch relativ wenig "Higer End" Fixed. Obwohl die Qualität welche ich gegenwärtig liefere, ist (denke ich) sehr hoch und dafür die preise völlig OK.
Es gab grosse Interesse für die Küchenmesser, nach dem Motto "Wow! Ein Messer was ich wirklich benutzen könnte!!" Also den Einkauf rechtfertigen.
Deswegen habe ich den Schlußfolge gezogen, es sitzt weniger Geld locher, für nichtnutzige Messer die sowieso nur in eine Vitrine stehen.
Ich habe auch gesehn, mehrere Macher da hatten auch "billigere" Produkte angeboten, und wo ich dachte, wenn's um Gebrauchstaglichkeit geht, wäre man mit ein Fabrikmesser gute Qualität besser bedient. Warum? Weil die bessere Fabriken verstehen Schneide Geometrie usw wesentlich besser als jemand der was einfach durch den scleifen haut, um Geld zu verdienen. Ich denke die billigere Messer sind auch in Solingen meistens nicht verkauft worden.
Wenn man es billiger macht, dan muss die Preisleistungsverhältniss wirklich hervoragend sein! Ich denke das ist der Schlüssel, und eine welche es mit "Sole authorship" Fixed Blades sehr schwer zu erreichen ist. Wenn ich Mini Thorns in China schleifen lasse, wollte ihr noch 150 Euro dafür bezahlen? Nein? Ich auch nicht. Ich überlege weitere Lösungen.
Oder ich kann mit Gravure anfangen. Man lässt es gravieren, verdoppelt die Kosten, und macht Gewinn! Wie wäre es mit Eichenlaub Hunter's Thorns? :cool:
Die Scheiden sind eine Kostenfaktor, die meistens übersehen wird. Eine gute Scheide halte ich für sehr wichtig. Leider eine machen zu lassen (in DE), bringt ca 120-150 Euro mit sich zur Preis des Messers. Ich bin derzeit beschäftigt, eine Reihe Scheiden zu entwickeln, die mitbestellt sein können, welche von ein Sattler gemacht sind. Wenn ich dieses Problem gelöst habe, hoffe ich eine gute Schritt nach vorn gemacht zu haben.
Was nicht heißt, dass alles zu jedem Preis gekauft wird, nach dem Motto, "steht jeden Morgen ein Depp auf, mußt ihn nur finden".
ACK, sehe ich genauso. Ich bin nun wirklich nicht dafuer, das Handmades verschleudert werden sollten, aber irgendwo nach oben ist fuer mich Schluss. Als Kunde und als Verkäufer, verarschen kann ich mich selber. Aber nach wie vor, ich halte das Preis-Argument nicht fuer das wesentliche. Ist meinestens nur ein bequemer Lückenfüller.
Gruesse
Pitter
@ Piter: Deine Bemerkungen über Marketing sind richtig. Man kann entscheiden, viele Energie (und Zeit) in Marketing zu stecken. Mir fehlt es an Kapital...
An Kapital fuer den Lagerbestand oder fuers Marketing?. Man kann Marketing auch relativ billig machen. Ein bekannter von mir hat eine Werbeagentur, die heisst http://wirb-oder-stirb.de/ :), denn....
Dieses Jahr in Solingen, habe ich bemerkt, (mein Eindruck) das insgesamt der Verkauf von Fixed Blades insbesonders die "Loveless Dropped Hunter Klones" sehr schleppend läuft....Deswegen habe ich den Schlußfolge gezogen, es sitzt weniger Geld locher, für nichtnutzige Messer die sowieso nur in eine Vitrine stehen.
....wenn man nur mal das Forum als Zielgruppe sieht, was man allerdings nicht tun sollte, dann ist doch die Frage nicht das Geld, was manche ausgeben. Die Frage ist nicht, warum verkaufe ich kein fixed fuer 300EUR, sondern, warum kaufen die Leute, Strider, Busse, Maddog, Emerson, Lightfoot fuer 400EUR. Du weisst so gut wie ich, dass das alles natuerlich keine schlechten Messer sind, aber auch nicht mehr als 0815 Seriendinger aus Grossproduktion. Teilweise aus einfachem und billigen Stahl, teilweise aus der gleichen Härterei, wie ein 50USD Benchmade. Ja warum werden die dann gekauft? Richtig, wegen dem Drumrum. Man kauft nicht nur ein Messer, man kauft immer was drumrum. Und das ist nix anderes als Marketing. Solange die Leute nicht wissen, was bei Deinen Messern so doll ist, kaufen sie es nicht. Bevor man ihnen nicht schmackhaft macht, dass ein individuell gefertigtes Messer einfach stilvoller ist, als Serienteile, kaufen sie es nicht. Es muss einfach cool sein, ein fixed von Dir zu kaufen.
Und dann gibts natuerlich die Golf, Schinken-Champion-Salami und Swatch Fraktion, die wollen gar nichts individuelles.
Die Diskussion führen wir seitdem es das Forum gibt. Ich weiss nach wie vor nicht, wie man fuer Serienteile mehr ausgeben kann, als fuer ein Handmade. Und ich wuerde Deine Folder jedem Lightfoot und Emerson vorziehen, blind. Nur mit mir kannste nicht leben. Also muss man die suchen. Und entweder man findet diejenigen, oder eben nicht. Die Preisfrage ist meiner Meinung nach die vollkommen falsche.
Gruesse
Pitter
Es gab grosse Interesse für die Küchenmesser, nach dem Motto "Wow! Ein Messer was ich wirklich benutzen könnte!!" Also den Einkauf rechtfertigen.
Ich glaube schon, dass es einen Markt für "ernsthafte" Messer hoher Qualität bzw. mit Niveau und Persönlichkeit gibt. Diese "Ich bin doch nicht blöd - billig" - Geschichte hilft in dieser Hinsicht tatsächlich weiter, den Sinn für Qualität zu schärfen. Daher überrascht es mich nicht, dass Küchenmesser gehen.
Wenn ich Mini Thorns in China schleifen lasse, wollte ihr noch 150 Euro dafür bezahlen? Nein? Ich auch nicht. Ich überlege weitere Lösungen.
Wenn ich das recht verstanden habe, sind die Kosten fürs Schleifen in D Konkurenzfähig zu China. Das sag ich mit sarkastischem Unterton. Also, wenn Du so überlegst, dann guck Dich doch einfach mal in Ruhe um. Am Ende hast Du "Wilkins -Red Line- made in G" das würde gekauft (oder?)und wäre nicht schlechter (oder?). 150 ist für ne gute Idee und ne wie soll ich sagen, wenn rüber kommt, dass eben nicht einfach blöd Masse, sondern eben eine Garantie der Sorgfalt da ist, Super Preis. Und das zahle ich doch auch für manch anderes...
Wenn so eine Idee konkreter wird....
Gehen würds.
Kevin Wilkins
14.07.04, 20:32
Das mit China war ein Witz. Die Preise in DE sind keinerlei Konkorenzfähig mit China. Arbeiter in China kriegen kein 1 Euro pro Stunde, davon abgesehen, was für eine Menge man machen musste usw usw. China Produktion - oder überhaupt Produktion - für jemand wie ich, ohne GmbH, ohne Kapital, ist undenkbar. Also: ein Witz.
Ich habe bereits in DE mit Schleifen in Auftrag probiert. Vor ca 4-5 Jahre. Es hat mir ungefähr 3000 DM Verlust gekostet und kein einzige brauchbare Klinge gebracht. Am Ende war es bei meinem Rechtanwalt, ging auf gegeseitig gestellte Rechnungen und starb, weil eine Klage die Muhe nicht wert war. Um überhaupt mit sowas anzufangen ist 500 Messer meistens mindestmenge. Ich hatte es mit 100 probiert. Das Geld hatte ich lieber in Bier oder sonst was stecken können. Derzeit habe ich keine 1500 Euro für "Versuche."
Ich überlege gar nicht, im Konkurenz zu Messer Fabriken an zu fangen. Himmelswillen. Das wäre wahnsinn. Dafür hätte ich ca 128 Euro als Startkapital.
@Piter
Ich denke nicht das es ist nur meine Fixed Blades die langsamer gehen. Von was ich höre und beobachte, es ist überall so. Was Strider und die andere die du erwähnst angeht, ich denke da wird auch nicht mehr so heiss gegessen wie gekocht. Wenn Messer von denen hier auf dem markt kommen, sitzen die auch wesentlich länger unverkauft als vorher herum. Aber das sieht man bei - meiner meinung nach - fast alle Fixed Blades, nicht nur von die die du ganannt hast.
Schanz Juergen
14.07.04, 21:38
hallo kevin,
also ich kann den trend eigentlich auch nicht bestätigen - ich mach ja eigentlich auch nur fixed, und wenns den halt sein muß dann auch nen folder. ist eine frage, wie schon oben zu lesen - was bringe ich rüber -
wenn das wirklich so wäre das fast alle nur noch folder kaufen, dann überleg mal wieviel messermacher gibts den überhaupt die folder machen?? - seeehr wenige im vergleich zu den fixedmachern-- vielleicht liegt da das geheimniss. - bei mir ist der trend nach wie vor zum fixed...
Uli Hennicke
14.07.04, 22:10
Erst wollte ich mich aus der Diskussion raushalten, jetzt sage ich doch etwas dazu.
Handgemachte Messer sind Produkte die eigentlich kein Mensch wirklich braucht, es sind Luxusprodukte wie Schmuck, Porsche, Edelklamotten, teure Uhren etc. Oder noch extremer Gemälde, Kunst, Skulpturen usw.
Aber es sind Dinge die unser Leben bereichern und schöner machen.
Ich finde es bleibt jedem Macher überlassen was für ein Produkt er anbietet und wie er das macht und wie er seine Philosophie rüberbringt.
Es gibt Kunden die haben das Geld für besondere Dinge und geben es auch dafür aus. Es gibt Kunden die sparen lange für etwas exclusives.
Und es gibt Leute denen andere Produkte, die billiger sind genügen.
Für mich ist Messermachen sowohl eine handwerkliche als auch eine geschäftliche Herausforderung, die ich angenommen habe.
Hallo Kevin, ich denke es ist schlecht über interne Zahlen von Dier hier zu sprechen
Grüße Uli
Was Strider und die andere die du erwähnst angeht, ich denke da wird auch nicht mehr so heiss gegessen wie gekocht. Wenn Messer von denen hier auf dem markt kommen, sitzen die auch wesentlich länger unverkauft als vorher herum. Aber das sieht man bei - meiner meinung nach - fast alle Fixed Blades, nicht nur von die die du ganannt hast.
da muß ich dir wiedersprechen, kevin, die strider gehen besser, als je zuvor.
was ich in den letzten jahren verfolgt habe, war der fast totale wegbruch der mittleren preisklasse, messer (fixed und folder) gesamt betrachtet. in den jetzigen "schlechten zeiten" gehen nur sehr preiswerte sachen an die leute die sparen müssen und sehr teure an kunden, die nicht auf's geld schauen brauchen.
die kunden für deine fixed sind da, du musst sie nur finden...
pitter hat weiter oben schon alles gesagt, was zum thema marketing/werbung/productplacement zu sagen ist. lies es noch mal aufmerksam durch.
Editiert als nicht zutreffend
editiert
Ich kann zwar nicht genau nachvollziehen worauf das bezogen war,aber sinngemäs stimme ich da zu.
Ich bin vor einigen Jahren auch nur auf dich aufmerksam geworden, durch einen Bericht im Schweizer Waffenmagazin. :super:
Aber hier in Deutschland war seitdem nichts mehr zu lesen. (zumindest habe ich nicht gesehen)
...Handgemachte Messer sind Produkte die eigentlich kein Mensch wirklich braucht, es sind Luxusprodukte wie Schmuck, Porsche, Edelklamotten, teure Uhren etc. ..
ich nehm diesen faden mal auf ...
all diese sachen, es sind "spiel"zeuge.
die wenigsten tauchen in den marianengraben, obwohl ihre uhr es aushalten würde :steirer:, die wenigsten porschefahrer drehen wöchentlich ihre 20 runden auf dem nürburgring.
aber, eine edle uhr durch die finger gleiten lassen, das vollendete gehäuse von alles seiten betasten, das hat was. das werk zu betrachten, ob durch einen glasboden oder bei abgeschraubtem boden, das faziniert mich.
auch mit einem edlen folder kann ich spielen, klinge auf, klinge zu, dem satten "klack" einer verriegelung lauschen, herrlich.
es ist die verbinung von haptik + optik, das zusammenspiel von mechanik und schönheit, DAS macht es für mich aus.
und die mechanische faszination, die fehlt mir bei einem fixed. es ist viel zu ernst und sachlich.
Ich habe in der Vergangenheit festgestellt, das ich zwar gerne Fixed kaufe und in die Hand nehme, aber mir die Einsatzmöglichkeiten fehlen. Da ich kaum ein Messer mit Absicht für die Vitrine kaufe, habe ich mich immer stärker auf Folder konzentriert (aktuell habe ich auch einen Folder bei Kevin bestellt). Ich denke das geht den meisten so.
und die mechanische faszination, die fehlt mir bei einem fixed. es ist viel zu ernst und sachlich.
Hmm, ich bin ja auch eher der Folder Typ. Aber es gibt einfach fixed, die schon faszinieren. Das sind idR nicht die Teile ala Stahlplatte mit zwei Schalen dran ;) und bei mir auch nicht irgendwelche aufgebrezelten Dinger mit Gold, Gravur und Tralalla (ja, ich weiss, Gravur ist halt Geschmacksache), sondern Messer deren Linie einzigartig und bei denen die Verarbeitung perfekt ist. Dann darfs auch mal ein fixed sein.
Aber was Du zum "völlig Überfüssig sein" schreibst, ist der Punkt :). Entweder billich oder teuer, dazwischen wirst von zwei Seiten gebissen.
Gruesse
Pitter
Kevin Wilkins
15.07.04, 11:34
Ich habe in der Vergangenheit festgestellt, das ich zwar gerne Fixed kaufe und in die Hand nehme, aber mir die Einsatzmöglichkeiten fehlen. Da ich kaum ein Messer mit Absicht für die Vitrine kaufe, habe ich mich immer stärker auf Folder konzentriert (aktuell habe ich auch einen Folder bei Kevin bestellt). Ich denke das geht den meisten so.
Dies ist genau der Trend, der ich bei viele Kunden sehe! Dabei meine ich nicht, das alle bei mir bestellen, sondern, naja, ihr weisst was ich meine... :p
Zu der 2. Absätze: ich suche keine Kunden, was soll das? Ich baue und verkaufe viele Fixed blades, diese Post war über Trends in der Markt.
Dann verstehe ich Dich nicht, zumindest sehe ich diesen Trend nicht.
Ich sehe immer noch die Messermacher ihre Droppoint, Wüsteneisenholz Integrale bauen, wie die Jahre zuvor. Ich sehe, dass hier, wie in den US zig Messermacher mit fixed tactical knives ihre Brötchen verdienen. Und selbst im Serienmesser Bereich erkenne ich nicht, dass fixed nicht mehr gehen. Die entsprechenden Firmen habe ich schon genannt. Und wenn selbst Brot und Butter Messerfirmen wie Benchmade oder Spyderco, die ja traditionell reine Folder Hersteller sind, fixed anbieten, und wenn selbst im aktuellen Magnum Katalog sehr viele fixed für untere/mittlere preisklassen angeboten werden, dann sehe ich einfach keinen Trendwandel.
Was ich immer mehr sehe - ich glaube auch da nicht, dass sich da was verändert hat, mir fällt es nur immer mehr auf - ist, dass verstärkt nach Image/Show und dem Drumherum gekauft wird. Und das erreichst Du eben nur uebers Marketing und ueber ein entsprechendes Image. Egal, ob man jetzt auf der Schmiedewelle reitet, alles handgebissen und urtümlich, oder auf der SOF tactical Welle oder auf Jägergrün und Droppoint, oder auf Supracor oder was weiss ich. Was ist da allgemein, noch konkreter kann man das gar nicht sagen.
Das mit dem "Marketing" habe ich auch nicht geschrieben, um Dir vorzuschreiben, was Du besser machen sollst. Es fällt mir einfach immer mehr auf, dass weniger das wichtig ist, was man selbst von den eigenen Messern weiss, sondern ausschliesslich das, was man davon vermittelt. Diese Binsenweisheit tauchte aktuell wieder als Geistesblitz in meinem Kopf auf ;) wahrscheinlich reite ich deshalb so darauf herum.
Gruesse
Pitter
crashlander
15.07.04, 16:18
Inwieweit es einen Trend in der Messerszene hin zu Foldern gibt, kann ich nicht sagen, da können wohl nur Händler und Macher mitreden. Meine persönlichen Vorlieben gehören jedoch ganz klar den Foldern, die bewegen sich bei mir im zweistelligen Bereich.
Fixed habe ich gerade mal 4 Stück (eins davon auf dem Weg zu mir ;) ), davon zwei Spontankäufe, weil sie mir so gut gefallen haben(Brend, Brend-inspiriert, beides Bootknives), eins als Wandermesser (Fällkniven S1). Das vierte ist ein Eigenentwurf und soll ein für mich edc-mäßig tragbares fixed darstellen (Bilder folgen). Für mich gehört zur Faszination der Messer das mechanische Moment von Klappmessern. Fixed sind da für mich prinzipiell erstmal langweiliger.
Auch wenn viele Messer halt doch sehr selten oder nie benutzt werden, suche ich sie mir doch u. A. danach aus, welchen Nutzwert sie für mich haben. Und da schneiden 12-zöllige Jagdmesser leider ganz schlecht ab.
Zum Trend entweder ganz billig oder ganz teuer: Trifft auch zumindest auf mich zu. Gut, Custom-Knives sind da schwer einzuordnen, weil sie doch insgesamt teurer sind als Fabrikmesser. Aber auch hier kaufe ich lieber eins weniger, dafür präziser gearbeitet.
Bei Fabrikmessern weiß ichs nicht. Ich würde jetzt mal Magnum und Linton als billig, CRKT als mittel und Spyderco, MT als hochpreisig einordnen (wobei Spyderco auch Mittelsegment-messer anbietet). Und da scheinen sich ja sogar hier im Forum für alle drei Gruppen Liebhaber zu finden.
Kevin Wilkins
15.07.04, 17:31
Inwieweit es einen Trend in der Messerszene hin zu Foldern gibt, kann ich nicht sagen, da können wohl nur Händler und Macher mitreden SNIP
Doch Crashlander, du kannst auch deine Meinung und Beobachtungen schildern, und genau das hast du gemacht... genau das war Sinn diese Thread.
Ich habe nicht nach Rat für meine Messermachen oder Verkauf gebeten. Wenn Leute es so verstanden habe, dann bedaure das Mißverständnis.
Meine "Probleme" sind viel mehr Bestellungen als ich zeitlich machen kann!
Ich habe lediglich beobachtet, immer mehr Kunden (meiner meinung nach), neigen sich zur Folders (obwohl die mehr Geld kosten) und Küchenmesser und weg von Jagd(ähnlich) Fixed Blades. Hauptgrund dafür: Folders kann man mehr benutzen, Spaß damit haben im alltag; Küchenmesser. ständig gebrauchen. Fixed Blades... liegt nur herum und das Geld ist eher eng, also kauft man, was man nutzen kann.
Die meisten Leute haben es auch verstanden und eine breite Band Meinungen abgegeben.
Das finde ich Interessant und denke auch für viele so.
Kevin Wilkins
15.07.04, 17:49
editiert
Ich kann zwar nicht genau nachvollziehen worauf das bezogen war,aber sinngemäs stimme ich da zu.
Ich bin vor einigen Jahren auch nur auf dich aufmerksam geworden, durch einen Bericht im Schweizer Waffenmagazin. :super:
Aber hier in Deutschland war seitdem nichts mehr zu lesen. (zumindest habe ich nicht gesehen)
Doch, es gabe einige Berichte, vor allem in Katana Nr2, Herbst 2003.
hallo,
jetzt werden mich die handwerker erschlagen, aber was soll`s.
ich bin im kaufmännischen aussendienst tätig. teilweise benötige ich einige tage um überhaupt einen auftarg für unsere firma zu ergattern.
das hat dann trotz allem gehalt, firmenwagen, spesen, etc. gekostet.
im bereich des handwerks jedoch, erklärt mir jeder handwerker, warum
es so teuer sein muss. arbeitszeit, maschinen, etc.
natürlich kann ein handwerker nach einigen stunden arbeit ein produkt
zeigen, was ein kaufmann nicht kann, da er ja nur mit kunden
gesprochen hat.
hier stimmt für meine meinung nicht mehr die realität zum preis eines handgemachtem messers. egal ob fixed oder folder.
das führt meiner meinung dazu, dass man heute deutlich ausgewählter
kauft.
im übrigen kommt noch dazu, dass ein sammlermesser beim weiterverkauf oftmals nicht mal den damaligen kaufpreis einbringt.
( in sinne wertsteigerung, oder nur werterhalt ).
somit sind teure messer nicht immer eine gute wertanlage.
nur so meine meinung dazu,
gute zeit andreas
Klingenspiel
15.07.04, 18:28
Noch eine Sache: die Scheide. Wie sieht man es, wenn fixed OHNE Scheide angeboten werden? Ich werde wahrscheinlich auch demnächst keine Scheiden mehr selber machen (ausser Kydex Necklace) und die machen lassen. Wenn ich 4-5 Stunden für eine Lederscheide brauche, und Leder usw kaufen muss... sehr unwirtschaftlich ist es.
Ich kaufe viel lieber Messer ohne Lederscheide und ich bin ein großer Kydex-Fan. Nicht nur weil ich Tierprodukte ablehne.
Ich unterhielt mich gerade mit einem Freund der in einer Firma namens "Schwing" arbeitet und erwähnte, daß er dort an einem einmaligen Projekt beteiligt war in dem zehn Messer als "Kundengeschenke" angefertigt wurden. Der Schweißer fertigte das Design, der Ausbilder bearbeitete den Stahl, der Polierer verpaßte den Messern Holzgriffe, in einer weiteren Abteilung wurden 4 Edelstahl Schrauben versenkt um den Griff zu befestigen, usw..
Mir wurde als Amateur bewußt, daß das Kunstwerk des "Messermachens" allein schon viele handwerklich unterschiedliche Talente erfordert und ich möchte, daß diese ausschließlich dem Messer zu Gute kommen.
Zu dem eigentlichen Thema kann ich eigentlich nur beisteuern, daß ich über zehn Jahre Folder-Benutzer war und mein primäres EDC jetzt ein Fixed ist. Ein Forumit drückte es kürzlich nach Erhalt eines sehr schönen Custom-Fixed so aus : "Meine Klapmesser können sich warm anziehen." Da mein Chinook2 gerade Staubfänger spielt schliesse ich mich an.
Seitdem ich zufällig auf dieses Forum stieß, erwarb ich 4 Messer in ca. einem Monat obwohl ich mir nur Eines hätte leisten können.
Da mein letzter Messerkauf Jahre zurückliegt gibt es bei mir großen Nachholbedarf :hmpf:
Gruß
Christoph
hier stimmt für meine meinung nicht mehr die realität zum preis eines handgemachtem messers. egal ob fixed oder folder.
...
somit sind teure messer nicht immer eine gute wertanlage.
Ein fixed am Tag sind 8 Stunden je Minimum 40 EUR Summe 320EUR plus 30EUR fuer nen einfachen Stahl und Micartabacken mach 350EUR. Das ist viel Geld fuer ein Messer, aber recht viel anders nicht korrekt kalkulierbar. Schneller gehts mit CNC, wird aber auch erst ab Menge billiger und dann kan man sich uebers Handmade streiten ;) Die Diskussion hatten wir schon hundert mal, führt zu nichts.
Preis-Leistungs Gedanken sind bei Handmades genauso wenig angemessen, wie bei mechanischen Uhren, Füllfederhaltern, geschmiedeten Fenstergittern, Möbeln vom Schreiner, Gaggenau Küchen usw.usw.
Teure Messer sind *nie* eine gute Wertanlage, genausowenig wie teure Uhren. Das kann klappen, Rolex oder Emerson trägt man heute quasi fuer lau, das kann morgen genauso voll in die Hosen gehen.
Es geht um Spass am Handwerk und das Bewusstsein, was zu tragen, was nicht jeder hat. Vollkommen überfüssiges eben.
Wenn Du so anfängst, kein Handmade fixed ist "besser" als ein BM fixed, oder ein einfaches Schweden Messer. Es kostet halt einfach mal ein vielfaches und Kollege Klaus Otto hat eben keines :)
Gruesse
Pitter
Mir wurde als Amateur bewußt, daß das Kunstwerk des "Messermachens" allein schon viele handwerklich unterschiedliche Talente erfordert und ich möchte, daß diese Talente ausschließlich dem Messer zu Gute kommen.
Was heisst das?
Gruesse
Pitter
Klingenspiel
15.07.04, 18:59
Was heisst das?
Gruesse
Pitter
Ich nehme an, daß mehr Zeit für das "Messermachen" und die Weiterentwicklung übrig bleibt, wenn z.B keine Lederscheiden mehr angefertigt werden müssen da dieser Beruf sowieso schon viel unterschiedliches Können abverlangt.
warum und wofür der mensch geld ausgibt, wird sich im forum sicher nicht ergründen lassen.
die zweckmässigkeit der produkte liegen an/in den produkten selbst.
die vorlieben der benützer und sammler sind individuell verschieden, ändern sich auch im laufe der zeit - somit kaufen sie mal dies mal jenes.
kevin, warum du im verhältnis weniger fixed verkaufst, liegt möglicherweise daran, dass du schöne folder baust und diese auch stärker in den vordergrund rückst.
schöne zeit!
norbert.
Ich erlaube mir, mal in Erinnerung zu rufen, dass zu Beginn des Threads sehr viele auf den Trend zum "fixed edc" hinwiesen. Also die praktischen kleinen Dinger, die einem die Sorge um die Schlosssicherheit ersparen.
Und um den Gedanken der Handwerkskunst aufzugreifen (ich bin froh, das hier niemand von Kunsthandwerk sprach), am Anfang war eben auch davon die Rede, dass eben kleine fixed Raum bieten für Ideen um alltagstaugliche Trageweisen.
Eben das ist wirklich eine interessante Geschichte. Was gibts den groß an Befestigungsmöglichkeiten? Schlaufe oder Tek - Lok. Nicht schlecht, aber was filigraneres, was auch flexible Trageweisen erlaubt oder fiexed für Hosentasche, schmale Clips mit Klemme und Antirutschpad... Da kann man noch was machen.
War halt Pech Kevin, das diese € 300 Geschichte reinkam. Aber egal.
BTW für mich ist bei fixed wirklich nicht mehr wichtig als ein Stück angeschliffener Stahl mit links und rechts.... Ich achte mehr darauf, wie die Klinge gestaltet wurde, wie die Kombination aus Schneidfähigkeit, Stabilität und Eleganz (auch bei Kloppern) umgesetzt wurde. Mir gefallen in diesem Zusammenhang Klingenrücken, die so glatt und gerade wie gestanzt sind gar nicht gut.
Meine Frau liebt ihr Obstmesser, seitdem es richtig scharf ist. Und ich glaube, nachdem sie sowas kennt, spielt auch für sie Qualität eine Rolle und das Messer auch einen Preis haben ist für sie selbstverständlich.
Eben das ist wirklich eine interessante Geschichte. Was gibts den groß an Befestigungsmöglichkeiten? Schlaufe oder Tek - Lok. Nicht schlecht, aber was filigraneres, was auch flexible Trageweisen erlaubt oder fiexed für Hosentasche, schmale Clips mit Klemme und Antirutschpad... Da kann man noch was machen.
Ich denke auch, dass hier noch einiges Potential liegt, das kreative Messermacher ausnützen können, wo sie eigene Akzente setzen können. (Beim Klingendesign ist ja schon ziemlich alles ausgereizt. Es dürfte sehr schwierig sein, etwas zu bauen, was noch keiner vorher gebaut hat, insbesondere wenn das Messer noch zu was zu gebrauchen sein soll.)
Mit kleinen, alltagstauglichen Messern, die bequem und unauffällig zu tragen sind, können auch neue Interessenten für feststehende Messer erschlossen werden.
Der Nachteil ist natürlich, dass es dann weniger hochspannende Diskussionen um vertikales und horizontales Klingenspiel und um den sichersten Messerverschluss mehr gibt.
Was verkauft sich besser Fixed oder Folder ?
Ich denke es liegt daran was ich bewußt oder unbewußt propagiere.
Ich habe bislang keine Folder angeboten, kann also nichts dazu sagen das Sie bei mir besser gingen als Fixed.
Da ich so ziemlich jede Klinge schmiede und bewußt in einem archaischen Stil ( ich habe auch schon andere Messer gemmacht, aber per hand gebissen liegt mir einfach und das bringe ich mit Überzeugung rüber) ziehe ich mit Sicherheit eine andere Klientel an als du Kevin.
Als Alternative zu einem Folder bietet sich aber durchaus was feststehendes an.
Das Messerchen hier ist z.b. 16cm lang und passe in nahezu jede hosentasche. oder an jeden Gürtel.
Damit kann man alles machen was ein Folder auch kann, mit dem Vorteil der größeren Stabilität.
Trotzdem werden immer noch folder verkauft :steirer:
Das ist auch ein gutes Beispiel zum Thema handarbeit.
Das Dingelchen war ziemlich aufwändig herzustellen ( Damastschmieden, Klinge schleifen, Ebenholz und Elfenbein Griffschalen ausschneiden und anpassen.
Um mit Pitter zu sprechen:
Wirklich notwendig ist es nicht so was zu besitzen.
Aber wenn ich es habe bin ich der Einzige der genau sowas hat.
Und so was zu bauen macht unendlich mehr spaß als 20 Messer von der Stange.
Damit bekommt der Käufer (von fixed oder Folder) auch wieder was, worin das Herzblut des Machers steckt.
Und das läßt sich manchmal nur schwer in Zahlen bemessen.
Deshalb was dem einem zu Teuer, ist dem anderen grade recht, weil er grade sowas sucht.
Und als Macher sage ich vielleicht:
Das Stück hier ist mir soviel 'xxx! wert.
Drunter gebe ich es nicht her.
Dann hat jeder das recht zu entscheiden ob es Ihm das Geld ebenso wert ist oder ob es ihm zu teuer ist.
gruß
Peter
"Mit kleinen, alltagstauglichen Messern, die bequem und unauffällig zu tragen sind, können auch neue Interessenten für feststehende Messer erschlossen werden."
Und genau hier liegt der Punkt! Deine Mini-Thorne-Serie ist eine Super-Sache und könnte mit großer Sicherheit noch ausgebaut werden.
Abgesehen von Sammlern, die Ihre Messer als Kunst- und Sammlerobjekte, also primär zum Sammeln und nicht zum Benutzen kaufen --> (Vitrine!) Werden Messer nach praktischen Überlegungen gekauft.
Vom prinzip her mag ich lieber Fixed als Folder, kann aber die großen Dinger nicht mitnehmen (Benutzen) - also kommt doch wieder ein Folder in die Tasche... und so habe ich viel mehr Folder als Fixed gekauft im Laufe der Zeit... - Aber ein kleines, komfortables Hosentaschen-Fixed wäre ne feine Sache. Wenn ich mal wieder in Berlin bin, will ich unbedingt mal die Mini-Thorns live sehen!
Klar - Küchenmesser und Folder kann man im Alltag öfters Benutzen und am Gebrauch daran freude haben. -> Genauso wäre es mit handlichen Fixed. Warum werden so viele Neckies verkauft? Warum verkauft sich das kleine WM1-Knive von Fallkniven so gut?
Übrigens: Deine Folder sind natürlich eine gute "Eigenhauskonkurrenz". Allerdings die Minitorns sind auch eine Klasse für sich und ein sehr typisches gutes Design, das Du nicht aufgeben solltest.
Gruß
Paco
feuervogel69
16.07.04, 11:59
ich will nur 2 dinge dazu sagen:
1.ohne euer forum wüßte ich von all dem gar nichts (guten messern im allgemeinen)! dagegen wenn hier mal im sachsenländle auf nem mittelaltermarkt ein messermacher mit euren qualitäten auftauchen würde, denke ich hätte ich jetzt wahrscheinlich auch das eine oder andere... einfach weil man gute dinge anfassen und spüren muß. aus dem katalog kauft man sowas nicht. vielleicht erweitert ihr einfach mal euren (verkaufs)aktionsradius? kunden muß man immer neu gewinnen. im handwerk geht das imho nur über die faszination desselbigen. d.h. man muß es sehen, dabeisein wies gemacht wird, schärfedemonstration etc.
2. ich habe 2 diplome in der tasche, bekomme aber für die stunde 20 euro (!) an einer hochschule... natürlich gönne ich allen ihr geld, aber der markt ist eisern. ich muß mich auch entscheiden, ob mir meine arbeit wichtiger ist, als ein adäquat bezahlter job.
das soll keine kritik sein, eher information, daß in anderen bereichen (also musik) zugunsten eines arbeits-und qualitätsverständnis im sinne sinnvoller lebensgestaltung schon lange große finanzielle zugeständnisse gemacht werden.
daß irgendein volksmusik-dilletant nach 3 trompetenstunden dann fett kohle verdient, kratzt mich immer weniger. dafür erfüllt mich noch meine arbeit und ich muß nicht diesen ganzen freizeitwahn mitmachen um glücklich zu sein.
Kevin Wilkins
18.07.04, 11:22
ich will nur 2 dinge dazu sagen:
1.ohne euer forum wüßte ich von all dem gar nichts (guten messern im allgemeinen)! dagegen wenn hier mal im sachsenländle auf nem mittelaltermarkt ein messermacher mit euren qualitäten auftauchen würde, denke ich hätte ich jetzt wahrscheinlich auch das eine oder andere... einfach weil man gute dinge anfassen und spüren muß. aus dem katalog kauft man sowas nicht. vielleicht erweitert ihr einfach mal euren (verkaufs)aktionsradius? kunden muß man immer neu gewinnen. im handwerk geht das imho nur über die faszination desselbigen. d.h. man muß es sehen, dabeisein wies gemacht wird, schärfedemonstration etc.
SNIP
Mach ein Besuch bei einer der Messermessen in DE. Besonders würde ich die Messe in Mai in Solingen empfehelen aber es gibt einige andere. Da kannst du mehrere Messer in alle Katagorien im Hand nehmen!
feuervogel69
18.07.04, 11:49
das is eben so weit weg :-((( da kann ich mir ja schon für die fahrtkosten ein halbes messer kaufen ;-).
aber vielleicht verirrt sich ja mal jemand auf die "angel sport jagen"- messe o.s.ä. in markkleeberg auf dem agra-gelände (bei leipzig)?
jetzt fahr ich erstmal mit meinen opinels in den urlaub ;-)
lg an alle und schönes messermachen! der feuervogel
Hallo zusammen,
ich hab mal meine Custom Fixed und Custom Folder gezählt:
Fixed: 17
Folder: 2
Wenn ich mal gegenüberstelle an wie vielen Tagen ich ein Fixed bei mir trage und an wie vielen Tagen einen Folder, komme ich auf ein ganz anderes Verhältnis. Bei mir klappt es einfach nicht ein Fixed als EDC mitzunehmen. Ich habe auch wirklich kleine, Wilkins Mini Thorn (2), eines von Norbert Leitner, zwei von Fred Parin, aber wenn ich davon eins mal zur Hand nehme in der Arbeit, da fallen mir die Kollegen fast vom Bürostuhl.
Warum besitze ich dann so viele? Die Hemmschwelle eines zu kaufen ist aufgrund der niedrigeren Preise einfach geringer und ich sammle einfach gern.
Nichtsdestotroz werde ich in der nächsten Zeit auf Custom Folder umsteigen, da ich ein Messer einfach mitführen und benutzen möchte, wenn ich schon einiges an Geld dafür ausgebe. Also lieber öfters mal nein sagen und dann dafür aber auch ein Messer besitzen das ich auch benutze.
Grüße
Hans
Nette Diskussion.
Ich habe drei Custom-Folder, und sechs Custom-Fixed. Ein weiteres Fixed wird gerade für mich gemacht. Alles kleine Messer unter 20 cm Gesamtlänge, damit man sie auch mitnehmen kann. An mir kanns also nicht liegen, daß bei Kevin mehr Folder geordert werden :hmpf: :hmpf:
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