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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Damastvorbereitung


Uli Hennicke
08.07.04, 22:26
Hier ein paar Bilder von der Vorbereitung eines Damastpaketes in 90° zueinander gestellten Lagen.
Das Paket wurde ausgeschmiedet, tordiert und in der Mitte aufgesägt.
Die inneren Teile werden nach außen gelegt, dann auf einen Schneidenstahl aufgeschweißt, San-Mai Technik. Durch das weitere Ausschmieden und Schleifen wird sich das Muster noch verändern.
Die Klinge zeige ich Euch demnächst.

Grüße Uli

Uli Hennicke
09.07.04, 17:30
Hier die verschweißte und angeschliffene Klinge. Länge 185mm, Höhe32mm, Stärke noch 5mm.
Als Schneidenstahl in der Mitte habe ich Silberstahl verwendet.
Grüße Uli

Mittelalterschmied
09.07.04, 20:41
ist die Klinge schon verplant??Messer oder Bestellung .

sieht ja noch besser aus als die Klinge im Dick-Katalog ,letzte Umschlagseite ,ich meine Nr.3 Bo Helgessson ,er sagt ja nicht wie sie hergestellt wurde.Nur das es fünf Stunden gedauert hat.


freue mich schon auf weitere Bilder.

grüße Thomas

Uli Hennicke
09.07.04, 21:41
Diese Klinge ist keine Besellung.

Fünf Stunden sind nur ein Teil von der Zeit die solch eine Klinge bis zur Vollendung braucht.

Bo`s Klinge im Dick ist nur 75mm lang und der Anschliff ist für meine Begriffe leider sehr bescheiden. Der Preis hingegen nicht. Aber ich schätze mal D schlägt 100 -200 % oben drauf, muß er ja auch.

Uli

Dizzy
09.07.04, 21:49
Hi Uli,
WARUM NUR? :confused: Warum nur, glaube ich, daß Du den geilsten Damast in Deutschland zu fertigen verstehst?
Die Antwort ist ganz simpel:
Man schaue die Bilder an und staune!! :steirer: :super: :steirer:

Ein weiters kleines " Kunstwerk " aus Deiner Schmiede.

Bis bald
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Dizzy

Mittelalterschmied
09.07.04, 22:57
@Uli
Ja da gebe ich dir recht ,der Anschliff ist halt typisch nordisch.

das sollte auch kein vergleich sein .Mich hatte nur die Strucktur des Damast an das Messer im Katalog erinnert . und ich habe über die Herstellung gerätselt.Leisten kann ich mir das auch nicht .

Das fünf Stunden nicht reichen kann ich mir vorstellen.

Uli Hennicke
13.07.04, 21:46
Die Klinge ist nun zum Härten vorbereitet. Wärmebehandelt und grob geschliffen, die Kanten an der Schneide leicht gerundet, auf der Schneide ca.0,8mm stark gelassen. Das Fertigschleifen kommt nach dem Härten und Anlassen bei langsamer Bandgeschwindigkeit.
Ich habe die Klinge kurz im Eiesen- Drei-Chlorid gehabt damit man das Muster besser sehen kann.
Noch ein Bild von mir beim Schmieden eines anderen Damastpaketes.
Grüße Uli

aqua
13.07.04, 23:34
Wirklich toll! :super: Die Klinge ist eine der schönsten Damastklingen die mir unter die Augen gekommen ist. Freu mich schon das fertige Messer bestaunen zu können!

Sehr interessant und beeindruckend ist für mich zu sehen wie sowas entsteht und welch ein Aufwand von Nöten ist, eine so tolle Klinge herzustellen.
:super: :super: :super:

Uli Hennicke
16.07.04, 23:50
Es ist angerichtet.
Die Klinge nach dem Härten, Anlassen, Schleifen, Feinschleifen und Ätzen in warmer Schwefelsäure.

Das Muster ist wunderbar zu sehen und ich bin zufrieden.

Dizzy
17.07.04, 12:18
SABBER! STAUN! GLOTZ! SPRACHLOS

gruß
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Dizzy

Uli Hennicke
21.07.04, 18:15
Alle Bauteile sind soweit fertig und das Messer ist zusammengeschraubt.
Jetzt lasse ich noch alles so ein paar Tage aklimatisieren dann wird es verklebt.
Zwinge, Kappe und Schräubchen sind aus dem Damast der Klinge gearbeitet, Griff ist Osik.

Grüße Uli

bullet101
21.07.04, 19:09
Da geht mir ja das Herz auf :staun: :super: .

Sieht echt toll aus.

Gruß Marcus

P.S.:Hast du meine Mail eigentlich bekommen. Mein GMX spinnt zur Zeit ein wenig.

Dizzy
21.07.04, 19:25
Hallo Uli,
ich glaube, daß ich mal wieder eine Schnüffel und Befingerfahrt in Planung nehmen sollte.
Ein in meinen Augen perfektes Teil! :staun:

viele Gruesse
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Dizzy

P.S. Auch die Schräubchen sind wie Du schreibst aus dem Klingendamast?

Uli Hennicke
21.07.04, 20:07
Dizzy

P.S. Auch die Schräubchen sind wie Du schreibst aus dem Klingendamast?[/QUOTE]


Die Abschlußmutter (ich hatte Schraube geschrieben) die die Kappe hinten hält ist auch Damast.
Freut mich wenn es Euch gefällt.
Das war mal ein Messerbau in ein paar Schritten, wenn Ihr mögt kann ich auch mal ein Stück bauen und es genauer dokumentieren.
Grüße Uli

Günther
21.07.04, 21:05
Das war mal ein Messerbau in ein paar Schritten, wenn Ihr mögt kann ich auch mal ein Stück bauen und es genauer dokumentieren.
Grüße Uli


Wird immer gerne angenommen, zumindest von meiner Seite :super:

Besonders die verschiedenen Griffmontagen sind immer ein wenig knifflig,da ist es sehr willkommen, wenn man erfahrenen Leuten über die Schulter gucken kann :lechz:


Grüße aus Österreich, Günther.

Joe847
22.10.04, 20:25
Hallo Uli,

Die Arbeit is einfach traumhaft!!!!!
was mich überaus interssiert ist die zusammen Stelung der Stähle in dieser Klinge?
Als Schneidenstahl hast Du nen Silberstahl genommen aber die anderen?
Einfach ein Traum!
Mfg.
Joe

Uli Hennicke
22.10.04, 22:52
Die Stähle für die Außenlagen sind Ck60; 1.2842; Kugellagerschale vom Flugzeug mit wenig Kohlenstoff und Nickel.

Dieter
22.10.04, 23:42
Hallo Uli

Auch ich finde Deine Arbeit echt gelungen.
Was mich nur etwas wundert ist der Umstand warum Du den Damast um den Silberstahl herum geschmiedet hast.
Geht es denn nicht auch, daß man nur den Damast zur Klingenherstelung verwendet.
Ich denke daß das Ausschleifen der Klinge etwas problematisch werden kann wenn nicht eine gleichmäßige Verjüngung vorgenommen werden soll.
Die Trennlinie wäre dann doch sehr unterschiedlich weit vom oberen oder unteren Rand entfernt, was event. dann nicht mehr so schön wäre.
Bei einem Damaststück ohne inneren Monostahl könnte man dann doch wesendlich freier zu Werke gehen.

Jetzt versteh das bitte nicht als Kritik, ich interessier mich nur für die Sache und wollte deshalb nur mal diese Frage an Dich richten.

Den Damast finde ich absolute Sahne.

Gruß Dieter :)

Uli Hennicke
23.10.04, 00:00
Hallo Dieter sicher baue ich auch Damaststahlklingen ohne Schneidkern, aber in diesem Fall habe ich in den Außenlagen pures Nickel dieser wäre zu weich in der Schneide.
Grüße Uli

Fish
23.10.04, 21:36
Hallo Uli

Erst einmal Lob und Anerkennung! Dieses Messer ist einfach spitze!

Ich habe aber trotzdem zwei Fragen:

1. Du schreibst, der Griff sei Osik. Was genau ist das für ein Material? Holz, Horn oder sonst etwas?


2. Schon oft habe ich bei Dir "San-Mai Technik" gelesen. Trotz nachschlagen auf der Seite http://www.damaszener.de/ bin ich nicht darauf gekommen, was das genau ist. Ich bin aber überzeugt, Du kannst mir weiterhelfen.

Viele Grüsse Pius

Uli Hennicke
24.10.04, 00:02
Hallo Pius,

1. Oosik ist der Penisknochen vom Walroß, ein sehr dichter und fester Knochen der sich sehr gut für einen Messergriff eignet. Ihn gibt es fossil , alt und je nach dem wo und wie lange er gelegen hat in sehr schönen Farben, bräunlich, sandfarben und leicht rötlich, und auch frisch.
Die Farbe kommt durch ölen mit zB. Hartöl wunderbar heraus.

2. San- Mai Damast auch Furnierdamast ist eine Aufbau wie ein Dreilagenstahl. Sprich ich habe einen Schneidkern, Monostahl oder Damaststahl und Feuerschweiße auf die beiden äußeren Seiten einen Deckstahl auf zB. Damast der in den verschiedensten Weisen aufgebaut sein kann. Grundidee des ganzen ist einen harten Schneidkern mit zähen Außenlagen zu erreichen.

Grüße Uli

Fish
24.10.04, 12:46
Hallo Uli

Danke für die Infos. Wenn das so ist, dann habe ich auch schon von San-Mai gehört, ja sogar schon selbst geschmiedet. Ich habe nur nicht gewusst, dass das so heisst. Ich kenne diese Technik vor allem von den nordischen Messern.

Zum Oosik habe ich noch eine Frage. Normalerweise sind Knochen in der Mitte ja hohl. Ist das hier auch der Fall? Wenn ja, wie füllst Du diesen Hohlraum auf, damit der Griff schön satt sitzt? Man kann ja nicht einfach Epoxiharz oä. eingiessen, denn sonst wäre der Griff ja kaum mehr demontierbar.

Grüsse Pius

siebenstern
02.11.04, 15:58
Meine Güte.
Wenn ich das mal wieder hier so sehe, also nicht in Reinkultur in der Werkstatt, sondern als Fotos -
dann weiss ich wieder warum ich Lehrling bin und DU Meister.

Isser nicht toll, mein Chef?