Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stahlbezugsquelle und Härterei gesucht
Hallo an Alle,
für mein erstes eigenes Messerprojekt suche ich eine Bezugsquelle, bei der ich D2 oder auch A2 Stahl in den ungefähren Abmessungen 200x35x4,0mm bekomme.
Außerdem wäre ich auch noch über die Adresse einer empfehlenswerten Härterei im Raum München, bei der ich die Klinge härten lassen kann, sehr dankbar.
Danke für die Hilfe.
Hallo Hunter
versuch es bei Wolf Borger (http://www.wolf-borger-messer.de)
Benzstr. 8,
76676 Graben-Neudorf
oder bei der Messerwerkstatt Dobner
die haben leider keine Webseite
Email: Messerwerkstatt-Dobner@t-online.de
Tel.: 09127-579647
ich hab bis jetzt einmal bei Wolf Borger bestellt und auch härten lassen,
hat leider 3 Wochen gedauert (mein Messer nr. 2 ist zur Zeit bei Borger zum härten)
von Dobner hab ich letzte Woche den Katalog bekommen ist etwas übersichtlicher wie der von Borger (auch weniger drin)
man findet dafür aber auch die Sachen besser
[ 19-06-2001: Nachricht editiert von: kanji ]
Hi Hunter,
ich persönlich hätte ja den 1.2842 bevorzugt, gibt ne schärfere Schärfe als beim 1.2379, ist allerdings auch nicht so korrosionsbeständig (dann halt beim nächsten Mal....)
Original erstellt von Armin II:
<STRONG>Hi Hunter,
ich persönlich hätte ja den 1.2842 bevorzugt, gibt ne schärfere Schärfe als beim 1.2379, ist allerdings auch nicht so korrosionsbeständig (dann halt beim nächsten Mal....)</STRONG>
Hi Armin,
ja, den Stahl hatte ich auch schon im Kopf, aber da das Messer ein kleines, flaches feststehendes werden soll, das ich in einer Innenbundscheide tragen möchte (schaut im Büro unauffälliger aus), dachte ich mir, ich nehme von den rostträgen Stähle den rostträgsten. Darum die Wahl, aber wie Du schon geschrieben hast, dann halt beim nächsten mal...
Härterei Wallner Jahnstrasse München
und nimm beim näxtn moi an gscheidn Stahl der auch schneid
siehe unten.... <IMG SRC="smilies/cwm41.gif" border="0">
Original erstellt von Hunter:
<STRONG>Hallo Kanji und Armin II,
Jetzt brauche ich nur noch die Feile auspacken, eine Härterei finden und los gehts.</STRONG>
Hi Hunter, ich hatte auch bei Recknagel D2 bestellt und bin bis jetzt voll zufrieden. Was nützt mir Rost der scharf ist? <IMG SRC="smilies/wink.gif" border="0">
Was ich eigentlich wollte: Wolf Borger verkauft zwar im Augenblick kein D2 mehr, kann aber D2 härten!
Präzisionsflachstahl gibts z.B. bei
Haba Plattenservice, Herrenberg (bei Stuttgart) http://www.haba.ch
oder bei Recknagel http://www.praezisionsstahl.de/
u.A. gibts dort D2 oder auch 1.2842 (entspricht ca. O1) und zwar in präzisionsgeschliffener Ausführung, was natürlich dann vorteilhaft ist wenn man mit Stock Removal arbeitet. Die Oberflächenqualität ist einiges besser als bei den Stählen von Borger, Dobner oder Wojtinowski. D.H. dass man mit dem Finish wesentlich weniger Arbeit hat.
Hallo Kanji und Armin II,
Danke für Eure Tipps. Ich habe soeben bei der Firma Recknagel ein Stück Präzisionsgeschliffenes Stück D2-Stahl (1.2379) bestellt.
Jetzt brauche ich nur noch die Feile auspacken, eine Härterei finden und los gehts.
P.S.: Eine Stunde und dreizehn Minuten nach dem Stellen einer Frage die zum Ziel führende Antwort zu bekommen, das gibts nur hier im MesserForum.
[ 19-06-2001: Nachricht editiert von: Hunter ]
Original erstellt von roman:
<STRONG>Härterei Wallner Jahnstrasse München
und nimm beim näxtn moi an gscheidn Stahl der auch schneid
siehe unten.... <IMG SRC="smilies/cwm41.gif" border="0"></STRONG>
Servus Roman,
merci für den tip mit dera Härtarei in da Jahnstrass. Wos hädsd´n Du für a Stückl Stoi gnomma und wieso, I moan hoid bloß a soi, dazualeana is imma guad!
<IMG SRC="smilies/cwm40.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/spitze.gif" border="0">
Wos hädsd´n Du für a Stückl Stoi gnomma und wieso, I moan hoid bloß a soi, dazualeana is imma guad!
Romans Stahl Präferenzen wurden hier schon öfter besprochen. Hunter Du kannst ja einmal die Suchfunktion nutzen. So wurde z.B. in folgendem Thread eine Diskussion zwischen roman und Guenter geführt bei der es um Karbidgrößen und Schärfe geht.
Welchen Stahl beforzugt ihr und warum? Teil 2!! (http://www.messerforum.net/cgi-bin/ubbcgi/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic&f=2&t=000204)
@ Floppi
Was nützt mir Rost der scharf ist? Na dann warte mal ab wie rostbeständig dein D2 ist... <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0"> Wenn Du mal ne rostende ATS 34 Kinge gesehen hast, dann weisst Du was ich meine.
Also, wenn schon nicht wirklich rostfrei, dann wenigstens wirklich scharf!
[ 20-06-2001: Nachricht editiert von: Armin II ]
Entweder Oder....
Einen der Rostbeständigen (sorglosen) Stähle (4111/ RWL...)
und dann auf eine feine scharfe schneide verzichten
oder was für den richtigen Gebrauch höllenscharf und schneidhaltig (von c75- Feilenstahl oder Riffelstahl...) dafür mit etwas aufmerksamerer Plege.
Der 2379 = D2 ist ein guter Stahl.... nur nicht für Messer. Er vereint (hinsichtlich Messer)aus beiden voher beschriebenen Gruppen die "negativen" Aspekte (rostanfällig, wenig schneidhaltig (feine scharfe Schneide) sehr schlecht zu schärfen und durch das alles auch Pflegeintensiv.
Sicherlich machen viele Leute Messer daraus und das ist es was sie von dem Stahl bekommen. Weil ihnen oft der objektive Vergleich fehlt fällt ihnen das auch nicht wirklich auf und sie sind zufrieden. thats OK <IMG SRC="smilies/cwm41.gif" border="0">
Ja da hat der Armin recht. beim D2 ist einfach nicht mehr zu holen in punkto Rostbeständigkeit.
Beim ATS/ RWL ist auch bei bester Wärmebehandlung keine Rostfreiheit garantiert. Ein wenig Aufmerksamkeit (Rost...) für das gute Stück braucht man eben immer.
Nun wie schon angesprochen ist neben der Legierungszusammensetzung die richtige für diesen Zweck abgestimmte Wärmebehandlung wichtig und genau das wird sehr oft einfach falsch gemacht. Daher gibs eben oft starke Unterschiede im Gebrauchsverhalten. Und wer jetzt denkt das überlass ich sowieso der Härterei und geht mich nix an vorsicht... da hab ich aus eigener Erfahrung schön die irrsten Sachen erlebt. <IMG SRC="smilies/cwm3.gif" border="0">
Also ehrlich gesagt bin ich jetzt total verwirrt und kenn´ mich gar nicht mehr aus. Bin halt auch nicht der Stahlprofi, sondern Nachrichtentechniker und da gibt´s in erster Linie Kupfer- und Glasfaser. <IMG SRC="smilies/confused.gif" border="0">
Ich habe halt einen Stahl gesucht der folgende Kriterien erfüllt:
- Gut zu bearbeiten (Feile), da ich keine besonders gut eingerichtete Werkstatt habe
- Das Messer soll natürlich scharf werden
- Gut nachschärfbar, da es ein Gebrauchsmesser für alle Tage werden soll
- Halbwegs bis gut schnitthaltig
- Die Schneide sollte einen gewissen "Missbrauch" aushalten (z.B. beim Aufbrechen von Wild das öffnen des Brustbeins und des Schloßes)
- Halbwegs rostträge (ich pflege zwar alle meine Messer, aber ich will da nicht jeden Tag Arbeit damit haben).
Jetzt wär´s halt super, wenn mir da jemand mit einem Rat unter die Arme greifen könnte. Danke an Alle, die sich bis jetzt bemüht haben, oder vielleicht noch bemühen. <IMG SRC="smilies/spitze.gif" border="0">
DeadlyEdge
20.06.01, 16:09
Hi !
Ich hoffe , daß es jetzt nicht zu OT wird , aber :
@roman : Sag mal , wenn es doch "rostfrei" (sehr rostträge) sein soll , aus welchem Grung auch immer , was würdest Du dann für ein Klingenmaterial empfehlen ? Ich bin sehr gespannt .
Etwas Anderes : D2 soll "wenig schneidhaltig" sein ?
<IMG SRC="smilies/confused.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/cwm13.gif" border="0">
Grüsse ,
Martin
Hunter, laß´ Dich nicht zu sehr verwirren! D2 hast Du doch eh´ schon bestellt; bau´ ein Messer daraus und sei glücklich damit. D2 ist sicherlich nicht der schlechteste Messerstahl, die ganzen/meisten Bob Dozier (http://www.dozierknives.com/) Messer sind daraus und für ein Jagdmesser kommen die Defizite von D2 nicht so zum Tragen wie z.B. bei einem Rasiermesser.
Ich hätte zwar auch zu einem leichter verarbeitbaren Stahl für ein Erstlingswerk geraten (1.2842, z.B.), aber was soll´s. Wer nicht gleich zu einem Vanadiummoster greift und etwas Geduld mitbringt sollte mit den meisten Stählen hinkommen.
Werfe duch einmal einen Blick auf Verarbeitbarkeit von Messerstählen (http://www.messerforum.net/cgi-bin/ubbcgi/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic&f=1&t=000076), Messerbau mit einfachen Mitteln (http://www.messerforum.net/cgi-bin/ubbcgi/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic&f=1&t=000073) und Messerbau mit einfachen Mitteln II (http://www.messerforum.net/cgi-bin/ubbcgi/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic&f=1&t=000153).
Also an Deiner stelle würde ich das Thema Stahlauswahl für das erste Projekt erst einmal als abgehakt betrachten. Über was Du Dir noch gedanken machen kannst ist eben das Härten. Leider kann ich Dir da auch nicht so sehr weiterhelfen, du kannst ja einmal einen Blick Bester Härteservice in D/EU (http://www.messerforum.net/cgi-bin/ubbcgi/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic&f=1&t=000032) werfen, da ging es zwar um RWL-34, aber D2 kommt auch zur Sprache.
[ 20-06-2001: Nachricht editiert von: HankEr ]
Also verwirren soll dich das nicht. Das war nicht Zweck der Übung.
Also streich doch mal das Wort "halbwegs" aus deiner Anforderungsliste dann sieht doch das schon besser aus.
Wenn du nun noch eine Entscheidung triffst zwischen Rostträge und normaler Pflege dan bist Du doch auch schon ein Stück weiter.
Und wenn Du das Wort Missbrauch durch sinnvollen Einsatz ersetzt und dich gedanklich dort auch hinbewegen kannst dann hast Du schon gewonnen.
Denn jetzt steht Dir ein schier unerschöpflicher Schatz an hervorragenden Werkstoffen für Messer zur Verfügung.
Die sind sicher nicht rostbeständig oder -träge, aber sie lassen sich leicht bearbeiten (Feile) Schneiden sehr gut sind sehr leicht und besonders scharf zu schärfen Schnitthaltig sind sie auch gut zu bekommen und mit einfachen mitteln härten. obendrein sind sie oftmals umsonst, weil viele Leute glauben das man mit alten Kugellagern/ Feilen und anderen einfachen ausgedienten Werkzeugen nix anfangen kann....
Empfehlung: 1.2842/ Silberstahl (1.2210)/Altes Kugellager (1.3505)/ alte Feile (1.2002/1.2206/....)/ oder bei Wolf Borger 1.2519 usw.
Alles viel billiger und trozdem besser ziemlich nahe an Deinen Anforderungen <IMG SRC="smilies/spitze.gif" border="0">
Ich stimme dem HankEr zu(Hinsichtlich der jetzt getroffenen Wahl) Nicht zum Thema D2 als solches. Mein Tip: mach noch eins nur so zum ausprobieren aus den anderen Stählen und vergleich die miteinander <IMG SRC="smilies/cwm42.gif" border="0">
@DadlyEdge wenns absolut Rostfrei sein soll kannst nenn Stellite oder dieses Talonite nehmen, wohl wissend das man dann keine Wunder hinsichtlich der Schneidhaltigkeit, Schneidfähigkeit und Schnittgüte zu erwarten hat (z.B. Tauchermesser im Brackwassereinsatz)
Ne option ist auch ein Chrom/Stickstofflegierter Kaltarbeitsstahl wie Cronidur 30 mit optimaler WB deutlich besser als das was sonst so auf dem markt ist.
[ 20-06-2001: Nachricht editiert von: roman ]
Gut, jetzt ist alles irgendwie klarer. Ich habe jetzt doch noch ein Stück 1.2842 bei Recknagel bestellt und werde den Tipp von Roman annehmen, mal aus beiden Stählen eines zu bauen. Das mit dem "Mißbrauch" war nicht so gemeint, daß ich damit alle möglichen Sachen anstelle, aber wenn ich z.B. die Aufbruchzange nicht dabei habe, muß halt das Messer ran.
Also nochmal Danke, ich werde Euch auf dem laufenden Halten, wie sich die Messerchen entwickeln und bewähren.
[ 20-06-2001: Nachricht editiert von: Hunter ]
Ach ja @DadlyEdge Schneidhaltig im Sinne eines Messers ist der D2 nicht, aber er sägt schön lange mit eine sehr schartigen und leider auch stumpfen Schneide. Für viele bedeutet dieser Sägeeffekt Schneidhaltigkeit das ist bei fast allen Heute für Messer verwendeten Hochlegierten Werkzeugstählen (CPM/ RWL/ ATS/ ELMAX/ 2379/...)so. Der 2379 ist lediglich ein besonders grobstukturierter Werkzeugstahl für die anwendungen für die er entworfen wurde genau richtig für Messer und deren feine Schneiden halt nicht
Hi,
noch mal zum D2-Stahl.
Ich habe sehr viele Messer aus D2 Stahl gemacht. Sicher an die 70 Stück.
Ich und meine Kunden sind mit der Stahlleistung sehr zufrieden.
Gruß.
bert. www.69nord.at (http://www.69nord.at)
Messermacher
gast141009
21.06.01, 05:45
@ roman
In letzter Zeit neigst Du aber zu Übertreibungen!
Selbst der Altmeister Wolf Borger macht bzw. machte Messer aus D2 - und das waren nicht die schlechtesten!
Und: von Puma gibt´s einen Folder mit einer pulvermetallurgischen D2-Klinge (feinere Struktur) - das Teil hatte ich `mal und das war sehr wohl nach ordentlichem Schärfen zum Rasieren zu verwenden (nicht NUR zum Sägen) <IMG SRC="smilies/smile.gif" border="0">
Trotzdem gebe ich Dir grundsätzlich natürlich Recht!!!
(Feile Rulz - meine ich!)
@osterguentermann
In letzter Zeit neige ich zu Übertreibungen... wäre mal interessant wenn Du das genauer erklären könntest. Welche Übertreibungen denn genau!
Alt-meister ist im übrigen ein zutreffender Begriff
Nun "Altmeister" bezüglich was....? heißt das nur weil die schon lange immer die gleiche Art von Messern machen mit immer dem selben Konzept ist das technologisch sinnvoll oder wie ist das gemeint?
Puma und Pulvermetallurgisch ist zwar nett und vielleicht auch besser doch besser bezogen auf was?
@bert
Das viele Leute Messer aus D2 machen und benutzen ist gut und find ich auch OK wenns ihnen gefällt tut mir das nix. Es gibt ja auch eine menge Traktorfahrer auf unserer Staße mir gefällts eben mit Sportwagen zu fahren.
Ich zweifle auch nicht im geringsten an den Fähigkeiten diese Werkstoffes, im gegenteil ich hab ihn immer da eingesetzt wo er technisch Sinn gemacht hat und so geh ich auch bei Messern vor. Das tut man so wenn man beruflich eine solche Entscheidung trifft, denn da gehts nicht um Emmotion und Marketingstrategie sondern um technologische Fakten.
Dass das Echo bei 70 Messern gut ist spricht für sich.
bert. www.69nord.at (http://www.69nord.at)
Hmmm... welcher der Hochlegierten Stähle wie A2, D2, 154CM, RWL-34, ELMAX, VG-10 usw. ist der am geeignetste für ein Messer?
Ciao Geist
[ 22-06-2001: Nachricht editiert von: Geist ]
"Den geeignetsten Stahl" gibt es nicht. Es kommt für jedes Messer und jeden Stahl und jeden Einsatzzweck darauf an, worauf man besonderen Wert legt. Alle die genannten Stähle und noch ein paar mehr können sehr gute Messer abgeben.
Den Eindruck von Haudegen, daß Roman in der letzten Zeit etwas übertreibt, kann ich nachvollziehen. Er entsteht m.E. dadurch, daß eine Diskrepanz besteht zwischen dem, was der "normale" Messerbenutzer als scharf ansieht, und dem, was Roman scharf nennt. Wenn Roman nur Rasiermesserschärfe anerkennt, während die meisten Benutzer hochzufrieden sind, wenn das Messer den Unterarm rasiert (ca. 1/10tel der Schärfe, die Roman anstrebt), kann man das schon als Übertreibung ansehen.
Roman, selbst bei den von Dir bevorzugten Stählen wären 90% der Benutzer überfordert, wenn sie eine bessere (feinere) Schneide erstellen sollten, als es mit den hochlegierten möglich ist.
Was die präzisionsgeschliffenen Stähle angeht, die in diesem Threat oft erwähnt wurden, so bezweifle ich die Nützlichkeit. Geschliffen ja, um die Walzhaut zu entfernen (kann man zumindest bei rostenden Stählen auch durch 3 Tage liegenlassen in Essigessenz erreichen), ansonsten ist ein Präzisionsschliff nur teurer. Die paar % der fertigen Oberfläche, die nach dem Fertigstellen noch zu sehen sind, kann man auch so bearbeiten.
[ 22-06-2001: Nachricht editiert von: Guenter ]
<IMG SRC="smilies/cwm41.gif" border="0"> He, He, schon wieder sind wir hier bei einer kleinen Stahldiskussion angelangt, läßt sich wohl nicht vermeiden. Also gebe ich auch mal meinen Senf dazu. <IMG SRC="smilies/cwm32.gif" border="0">
Also erstens einmal ist Messer nicht gleich Messer, Stahl nicht gleich Stahl, Anwendung nicht gleich Anwendung und Anspruch nicht gleich Anspruch. Ein sehr gut geeigneter Stahl läßt sich also nur in einem sehr engen Rahmen bestimmen und selbst dann hängt noch ein sehr großer Teil von der Wärmebehandlung ab.
D2 ist ein Stahl, der zu großen Karbiden neigt. Diese sind extrem hart, aber eben auch recht grob. Wenn ich jetzt ein Messer zum zerlegen einer Wildsau will und sich nicht allzusehr mit regelmäßigem, feinen Schärfen beschäftigen will, dann kann D2 (bei guter Wärmebehandlung) sehr wohl ein geeigneter Stahl sein. Die Schneide wird nie sehr fein sein, aber die grobe Struktur bewirkt einen Sägeeffekt, mit dem der eine sehr zufrieden ist und der andere eben nicht. Wenn so ein Karbid nun auf Sand und anderen harten Dreck trifft (welcher bei einem Wildschwein, aufgrund der Neigung zum Suhlen, nun einmal da ist) trifft kann dieses entweder wegbrechen oder halt nahezu unbeschädigt erhalten bleiben. Da der Sand am Fell allerdings nicht allzustark an den Haaren klebt, ist es wesentlich warscheinlicher, das das Sandkorn wegfällt und das Karbid erhalten bleibt. D.h. die Mikrosäge bleibt bei dieser Anwendung recht lange erhalten. Nehme ich für diese Anwendung nun einen der von Roman favorisieren niedriglegierten Stähle wird meine --- hohe und feine --- Schärfe wesentlich schneller flöten gehen als bei D2, da hier die wenigen und feinen Karbide beim Kontakt mit Dreck herausgerissen werden und die Schneide eben stumpf wird.
Ein Rasiermesser hat wieder ganz andere Ansprüche zu erfüllen. Hier will ich einen Stahl, der sich extrem fein schleifen läßt und keine Mikrosäge. Bei einem Rasiermesser ist es auch kein Problem die Klinge nach der Benutzung trocken zu verstauen, bei einem Tauchermesser oder einem selten benutzen aber in feuchtem Klima mitgeführtem Survialmesser sieht die Lage wieder völlig anders aus.
Will ich ein Messer hauptächlich zum hauen und hacken einsetzten, dann werde ich einen Stahl benötigen, welcher schockartige Belastungen gut wegstecken kann, weder sollen ganze Bereiche der Schneide wegbrechen wenn ich einen Knoten im Baum treffe noch soll die Schneide umkippen. Abrasiver Verschleiß welcher etwa beim schneiden von Fleisch, Papier oder Leder auftritt interessiert bei dieser Anwendung erst zweitrangig.
Zudem bietet eben ein gewisser Stahl auch nur ein bestimmtes Potential, inwiefern davon etwas beim Endanwender ankommt hängt eben auch recht stark von der Verarbeitung ab. Mir brechen ATS-34-Klingen bei Pipifax-Anwendungen, andere schwören auf den Stahl für große Kampfmesser und Macheten. <IMG SRC="smilies/confused.gif" border="0"> Beides mag als ATS-34 ausgeliefert worden sein, aber heraus kommen absolut nicht miteinander vergleichbare Klingen.
Die Einflüsse sind also so vielfältig, daß der ideale Messerstahl (zum Glück) nie gefunden werden wird und die Diskussion darüber (zum Glück) ewig weitergeht.
Gut, dann präzisiere ich meine Frage:
Was ist der am brauchbarste Hochlegierte Stahl für ein allround Gebrauchsmesser mit einer Klingenlänge von ca. 10-12cm mit max. Klingenstärke von 4mm – die zu bearbeitenden Materialien sind Papier, Karton, Holz, aber auch Fleisch usw. ?
Ciao Geist
Zwar OffTopic, aber jetzt ist es eh´ schon egal. <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0">
Ich halte für solcherlei Messer RWL-34 für einen sehr gut geeigneten rostfreien Stahl. So wie er sich --- wärmebehandelt von Wolf Borger (http://www.wolf-borger-messer.de/) --- mir anhand meines Selbstbaus (http://www.blindschleiche.de/Artikel/GAK/20001229-SBP.php) darstellt, bin ich rundum zufrieden damit. Trotz der hohen Legierungsanteile scheint er eine recht feine Struktur zu haben. Er hält was aus, läßt sich schön schleifen und behält seine Schärfe schön lang. Zudem ist der Stahl recht weit verbreitet und nicht allzu teuer.
An RWL-34 dachte ich auch schon, nur soll der Stahl sich nicht grade einfach bearbeiten lassen, außer ein Paar Feilen, Eisensäge, Bohrmaschine + Bohrständer und einem Schraubstock habe keinerlei Gerätschaften. Ich könnte aber von Wolf Borger den Klingenrohling gleich raussägen lassen, so das ich dann nur noch den Rest erledigen muss!
Ich möchte mir ein Messer mit ca. 10-12cm Klinge machen, max. Klingenstärke 4mm, Griff auf Pakka holz oder Micarta, ein Messer eben ohne schnickschnack...
Ciao Geist
Geist, Deine Ausrüstung reicht. Kauf Dir noch so ein Kaindl-Teil wie in "zweites selbstgebautes Messer" (http://www.blindschleiche.de/Artikel/GAK/20010414-SBP2.php) beschrieben und Du bist voll im Rennen.
Original erstellt von Armin II:
Das kann ich so nicht akzeptieren Günther, hier kommt es nämlich darauf an, ob jemand seine Klingen auf die Ganze Klingenbreite schleift, also bis zum Klingenrücken, oder nicht. Ich schleife meine Klingen üblicherweise zu ca. 2/3 bis 3/5. ...Das heisst dann das ganze Stück Stahl zuerst einmal mit Korn 100 überschleifen, und das kann erfahrungsgemäss dauern.
Ich ging davon aus, daß die hier zur Debatte stehenden "Anfänger"messer mit Flachschliff gemacht werden, egal ob mit Bandschleifer oder Feile. Wenn es dann nicht nordische Klingen oder japanische Kochmesser sind, die auf der vollen Anschlifffläche abgezogen werden, gibt es für mich keinen Grund, sie nicht bis zum Rücken zu schleifen, vielleicht Haumesser ausgenommen, die Gewicht in der Klinge brauchen. Der entstehende flachere Winkel läßt viel länger ein leichteres Nachschärfen zu. Die größere Stabilität der Klinge beim Hebeln kommt erst zum tragen, wenn ich die Klinge so weit in einen Spalt stechen kann, daß der Spitzenanschliff und die Schneide nicht mehr belastet werden.
Aber auch wenn die Klinge nur zu 2/3 geschliffen wird, habe ich nur die Fläche über dem Anschliff und das Rikasso fein zu schleifen, wenn ich das nach dem Anschliff mache.
Mir zumindest wäre diese 1/4Std. Arbeit den Aufpreis (oft 50%, wie ich schon gesehen habe) wert. Die Tiefe der Riefen in überschliffenem Stahl z.B. von Wolf Borger war i.A. nur 1/10mm.
Was die präzisionsgeschliffenen Stähle angeht, die in diesem Threat oft erwähnt wurden, so bezweifle ich die Nützlichkeit. Geschliffen ja, um die Walzhaut zu entfernen (kann man zumindest bei rostenden Stählen auch durch 3 Tage liegenlassen in Essigessenz erreichen), ansonsten ist ein Präzisionsschliff nur teurer. Die paar % der fertigen Oberfläche, die nach dem Fertigstellen noch zu sehen sind, kann man auch so bearbeiten.
Das kann ich so nicht akzeptieren Günther, hier kommt es nämlich darauf an, ob jemand seine Klingen auf die Ganze Klingenbreite schleift, also bis zum Klingenrücken, oder nicht. Ich schleife meine Klingen üblicherweise zu ca. 2/3 bis 3/5. Wenn ich also ein Stück Flachstahl bei Borger oder Wojtinowski oder Dobner bestelle, das im Katalog als "überschliffen" bezeichnet wird, so sind diese erfahrungsgemäss nur überfräst und haben zum Teil ziemliche Riefen. Das heisst dann das ganze Stück Stahl zuerst einmal mit Korn 100 überschleifen, und das kann erfahrungsgemäss dauern.
Bestelle ich jedoch einen präzisionsgeschliffenen Werkzeugstahl von Haba, Stauffer oder sonstwo, so ist dieser Stahl wirklich geschliffen. Das heisst, dass ich auf den nicht zu bearbeitenden Stellen sofort mit Korn 400 mit dem Finish anfangen kann.
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