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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Automatenstahl als Axtkopf?


HankEr
18.01.04, 17:22
Ist Automatenstahl als Axtkopf in den eine Schneide aus Werkzeugstahl eingefügt werden soll geeignet?

In meinem Fachkunde Metall (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3808511540/blindschleichede) steht:... sind unlegierte Qualitätsstähle mit erhöhtem Schwefel- (bis 0,3%S) und Phosphorgehalt (bis 0,2%P), sie sind daher nicht schweißgeeignet.

Trifft das auch auf die Feuerverschweißung mit Werkzeugstahl zu? Ist der Stahl von seinen Eigenschaften als Träger einer Schneideschicht bei einer Axt geeignet? Läßt er sich überhaupt vernünftig schmieden?

Bertus
18.01.04, 17:51
Hallo HankEr, der Automatenstahl ist mit Sicherheit eine schlechte Wahl. Die Zulegierung von P und S dient dazu, den Span beim Bohren, Drehen, Fräsen etc. schneller brechen zu lassen. Dadurch „verstopfen“ die Werkzeugmaschinen nicht so schnell. Ob der Stahl Im Feuer Schweißbar ist weiß ich nicht genau.
Nimm lieber ST37 ist billiger und einfacher zu bekommen.

Hubert

sidro
18.01.04, 20:07
Automatenstahl würde ich nur für kalte zerspandende Arbeiten einsetzen. Wie z.B. Schrauben Drehen etc.. Der einzige mir bekannte sinnvolle Grund für diesen, in seinen Eigenschaften absichtlich verschlechterten Stahl, ist die leichtere verarbeitbarkeit in Dreh- und Fräsautomaten. Da schliesse ich mich meinem Vorschreiber an, jeder FeldWaldWiesenBaustahl ist da besser.

Grüsse

Sidro

herbert
18.01.04, 20:11
Ich würd auch keinen Automatenstahl nehmen. Klar, der wird das aushalten, dient ja nur als Futter für die Verstählung. Aber die in ihm enthaltenen Sulfide und nichtmetallischen und Phasen machen ihn - aus Sicht von Puristen, versteht sich - spröde. Man hat ihn erfunden, um einfache Massenstähle die sich beim spanenden Bearbeiten ekelhaft verhalten, durch solche sehr gut zu bearbeitenden Stähle zu ersetzen. Normalerweise muß man ihn einsatzhärten, es gibt aber auch Automatenvergütungsstähle, 1.0726 bis 1.0728. Mit der Schweißerei würd ich aufpassen, ist bestimmt nicht so gut wie die schwefel- und bleiarmen Sorten. In der 1.07xx-Reihe der Stähle gibt es eine ziemliche Palette von Automatenstählen. Was möchtest Du denn genau nehmen?

hpf
19.01.04, 17:36
Hallo,

ich denke mir, dass sich das heutzutage nicht mehr lohnt, da man ja Staehle in allen gewuenschten Zusammensetzungen bekommt, aber welche Moeglichkeiten hat man, einen Stahl, der stark mit P und S "verunreinigt" ist, aufzubessern?

Gruss
Harald

HankEr
19.01.04, 17:44
Meine Frage hat auch den Hintergrund, daß ich hier einfach ein gutes Stück Automatenstahl (mehr weiß ich leider nicht dazu, also auch keine Werkstoffnummer) herumliegen habe und mich eben fragte, ob man diesen dafür einsetzten kann. Daß er nicht optimal dafür ist war/ist habe ich schon befürchtet.

sidro
19.01.04, 17:57
Wenn's Dir nur darum geht das das Teil nicht auseinander Fällt würde ich anstatt Schweissen die Schneidleiste doch lieber mit Messinglot in einer Nut hartlöten. Das muss auch nicht allzu augenfällig sein wenn die Nut sauber gefräst ist und als Schneidleiste Präzisionsflachstahl eingepast wird. Da wird dann auch der Druck durchs schlagen direkt Stahl auf Stahl weitergegeben und das Lot verhindert sozusagen das herausfallen.
Könnte mir vorstellen das diese Lösung eine ganze Weile hält.

Viel Erfolg

Sidro

zorro_43
19.01.04, 21:40
@Sidro:
Eine eingelötete Schneidleiste würde doch beim härten wieder raus fallen, oder?

Zorro

kababear
20.01.04, 13:15
wenn er einen bereits gehärteten, bei 4-500 °c angelassenen lufthärter nimmt, fällt das problem wech ;) :D