Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Taschenmesser der DDR
Hallo ihr Thüringer, Brandenburger usw!
Was für Taschenmesser gab es eigentlich im real existierenden Sozialismus? Ich habe die DDR zwar oft als Gast von innen erlebt (kleiner Grenzverkehr) und bin oft im Thüringer Wald gewandert. Aber damals habe ich mich noch nicht für Messer interessiert (Naja, ich war halt noch sehr jung;-))
Claus
Kevin Wilkins
13.05.03, 09:25
Es gab die Firma Adler Messer hier bei Berlin. Die Firma gibts leider nicht mehr. Die haben hauptsächlich Klappmesser im Hirshhorn / Neusilber Stil sowie welche ähnlich zum SAK hergestellt.
Hallo Kevin!
Meinst Du diese Messer: http://www.adler-messer.de :confused:
Grüße, Robert
vector0168
19.05.03, 09:55
hier meine Taschenmesser aus DDR Zeiten.
Das linke Messer ist mein erstes Messer, hat mir mein Großvater geschenkt (Gesamtlänge 19 cm, große Klinge 8,2 cm Backlook, kleine Klinge 5,5 cm und Korkenzieher (!). Auf der kleinen Klinge das DDR-Gütezeichen 1, auf der großen Klinge der Stempel Rostfrei. Messingbacken echte Hornbeschalung mit Messingnieten.
Oberes Messer, Gesamtlänge 16,5 cm, Klinge 7 cm DDR-Gütezeichen 1, Kombiwerkzeug Kapselheber (48-ziger Schlüssel);)/Schraubendreher und Korkenzieher. Neusilberbacken Echthornbeschalung Rostfrei Stempel GWL (keine Ahnung was GWL bedeutet).
Unteres Messer, Gesamtlänge 14,4 cm Klingenlänge 5,4 cm Backlook, Kombiwerkzeug Säge/Schraubendreher, Neusilberbacken, Echthornbeschalung, Stempel Rostfrei GWL.
An Preise kann ich mich nicht erinnern.
Gratwandler
22.08.04, 23:15
Die bekanntesten DDR- Messer sind Vom VEB FORON, in dem auch die gleichnamigen Waschmaschinen hergestellt wurden. Das Aussehen dieser Messer ähnelte optisch den Schweizer Offiziersmessern, die Haltbarkeit ist sogar fast identisch. Mein Bruder hat seins immernoch, und es ist intakt. Allerdings waren sie nicht so sauber gearbeitet. Die Griffschalen liegen sehr unsauber an.
Der Preis von seinem Messer lag damals bei 27,- M (Ostmark). Hab ich mir gemerkt, weil ich das Gleiche haben wollte und mühsam darauf sparen mußte.
Ansonsten gab es damals auch feststehende Messer, die Jagdnickern und Fahrtenmessern ähnlich sahen. Die Griffe waren meist aus Plastik, die ähnlich wie Horn aussahen.
Mehr fällt mir zu diesem Thema leider nicht ein.
Gruß Grat
Kevin Wilkins
23.08.04, 09:04
Hallo Kevin!
Meinst Du diese Messer: http://www.adler-messer.de :confused:
Grüße, Robert
genau diese Firma meinte ich, ich war mir nicht sicher, ob es die aber noch gab.
svensk_kniv
23.08.04, 09:41
Die bekanntesten DDR- Messer sind Vom VEB FORON, in dem auch die gleichnamigen Waschmaschinen hergestellt wurden. Das Aussehen dieser Messer ähnelte optisch den Schweizer Offiziersmessern, die Haltbarkeit ist sogar fast identisch. Mein Bruder hat seins immernoch, und es ist intakt. Allerdings waren sie nicht so sauber gearbeitet. Die Griffschalen liegen sehr unsauber an.
Der Preis von seinem Messer lag damals bei 27,- M (Ostmark). Hab ich mir gemerkt, weil ich das Gleiche haben wollte und mühsam darauf sparen mußte.
Ansonsten gab es damals auch feststehende Messer, die Jagdnickern und Fahrtenmessern ähnlich sahen. Die Griffe waren meist aus Plastik, die ähnlich wie Horn aussahen.
Mehr fällt mir zu diesem Thema leider nicht ein.
Gruß Grat
Hallo Grat,
der Schweizermesser-Nachbau wurde meines Wissens in Legebruch bei Berlin hergestellt (jetzt Fa.Adler-Messer).Daher war auf den roten "Plaste"-Griffschalen ein L in einem Oval dargestellt.Die gute Haltbarkeit hängt damit zusammen, daß schwedischer Stahl importiert wurde und u.a. dort als Klingen Anwendung fand.(Schweden ist und war ja neutral,also kein NATO-Feind). :hehe:
Grüße Tilo
Ich erinnere mich noch an ein lockback taschenmesser mit plaste-griffschalen im holzlook. die Klinge war aus rostträgem werkzeugstahl und dementsprechend sauscharf zu bekommen. die verarbeitung war erstklassig (kein spiel, etc.), loss kein so tolles finish oder exotische materialien. wie die meisten ddr werkzeuge sehr hohe qualität-aus einem stück gefeilt" ;)- und vor allem langlebigkeit.
Ookami
charliexxl
23.08.04, 14:54
das ist alles richtig, Foron ist eine Marke und hergestellt wurden sie in Leegebruch, die übrigens auch den größten Teil der Jagdmesser hergestellt haben. Ich habe davon noch zwei Stück (Klappmesser mit Hirschhorn-Imitat-Griffschalen und grauenhaftem Klingenspiel), die Stahlqualität war ganz ordentlich. Es gab aber auch zu DDR-Zeiten private Messermacher, leider kann ich nicht mit Namen aufwarten.
Gratwandler
09.10.04, 22:00
Hallo Grat,
der Schweizermesser-Nachbau wurde meines Wissens in Legebruch bei Berlin hergestellt (jetzt Fa.Adler-Messer).Daher war auf den roten "Plaste"-Griffschalen ein L in einem Oval dargestellt.Die gute Haltbarkeit hängt damit zusammen, daß schwedischer Stahl importiert wurde und u.a. dort als Klingen Anwendung fand.(Schweden ist und war ja neutral,also kein NATO-Feind). :hehe:
Grüße Tilo
Moin Tilo,
ich war mal zwischendurch wieder bei meinem Bruder und hab mir sein Foron- Messer genauer beäugt. Die Sache mit dem ovalen L kann ich leider nicht bestätigen. Auf seinem Taschenmesser steht, in der gleichen Farbe wie die Griffschalen, nur Foron drauf.
Sein Modell hat er so um das Jahr 1984 rum gekauft, eventuell auch etwas später, deshalb würde mich in diesem Zusammenhang glatt interessieren, wann die andere Bezeichnung eingeführt wurde.
Gruß Björn
svensk_kniv
09.10.04, 23:08
Sein Modell hat er so um das Jahr 1984 rum gekauft, eventuell auch etwas später,
moin björn,
meine messer dieser art sind etwa zur selben zeit gekauft worden, das normalgroße „schweizermesser“ habe ich seiner zeit als arbeitsmesser mißbraucht und weilt nicht mehr unter denen in meinem besitz...leider :( .ich war gerade im keller und habe dort die kleinere variante davon noch entdeckt.in ca.10 tagen habe ich wieder einen scanner zur verfügung, dann mehr(bilder): habe noch andere taschenmesser aus der epoche gefunden.Die stempeleinschläge GML(in einer elypse) und ein M über einem W tauchen mehrfach auf klingen auf sowie die bezeichnungen DREKO und VEB SESTA auf griffschalen. Offensichtlich haben einige metallfirmen als s.g. Konsumgüter-produktion taschenmesser bauen müssen. :hmpf:
grüße
Tilo
Die aktuell von Puma/Solingen propagierte Messerserie "IP" (international Partners) ist nur vom Namen her neu, denn bereits in den 1980er Jahren (vor der "Wende") gab es eine intensive Zusammenarbeit von Puma mit der DDR-Messerschmiede Leegebruch. Dort bezog Puma Taschenmesser im Stil von Schweizermessern, deren Klingen mit der bekannten Puma-Marke und (natürlich nicht zutreffenden Ursprungsangabe) "Solingen" gekennzeichnet waren. Möglicherweise erhoffte man sich bei Puma durch die Solingen-Markierung verbesserte Verkaufsmöglichkeiten beim Vertrieb in die USA, dem damals wichtigsten Export-Markt dieses Solinger Messerherstellers.
Identische Messer verkaufte zur selben Zeit auch die Solinger Firma J.A. Henckels ("Zwilling"), allerdings verzichtete diese Firma bei der Klingenmarkierung auf den Zusatz "Solingen".
Die Maschinen zur Herstellung dieser Messer sollen aus dem gleichen (westdeutschen) Unternehmen stammen, der den Maschinenpark von Victorinox in der Schweiz gefertigt hat.
Die bereits beschriebene Klingenmarkierung GML (in einem Oval) steht für Genossenschaft Messerschmiede Leegebruch. Unter dieser Firmierung erfolgte in der Nachkriegszeit die Gründung in Leegebruch/Brandenburg; mit den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen (staatseigene Betriebe) erfolgte in den 1960er Jahren die Umbenennung in VEB Messerschmiede Leegebruch.
svensk_kniv
20.10.04, 17:02
moin zusammen,
hier die angekündigten Taschenmesser gescannt; unten rechts das Legebruch mit "L"-logo.http://mitglied.lycos.de/tilo_knuth/ddr1.jpg
Grüße
Tilo
vector0168
20.10.04, 17:12
Hallo Tilo,
ganz unten links, das mit dem 48´ziger Schlüssel hatte ich auch mal.
MfG
Das in der 2ten Reihe, das erste silberne mit den Rautenmuster habe ich hier.
Noch Original verpackt in der Klarsichthülle.
In der Hülle ist ein kleiner Zettel mit der Aufschrift.
FORON-Taschenmesser
024.03.01 Metall Kz rfr EVP
7,80
Gratwandler
17.11.04, 23:17
Die Metallenen ohne Flaschenöffner besaß ich alle mal, sowie das Rote, was dazwischen liegt und das Blaue dadrüber.
Leider verlor ich als Kind auch recht viele, und einige gingen wegen unzweckmäßigem Gebrauch zu Bruch.
Mittlerweile besitze ich kein Einziges dieser Exemplare mehr.
Diese flachen Messer aus Metall waren immer recht zweckmäßig.
Weiß jemand, ob die noch irgendwo hergestellt werden?
Hallo alle zusammen
Ich habe vor kurzem auch noch ein sehr schönes Messer aus der alten DDR Zeiten gefunden.
Außerdem hatte ich das große schwarze Messer als Jugendlicher.
Ja, Ja, so fing alles an!!! :glgl:
Scharfe Grüße
http://www.haupi.net/Bilder/Ost-Messer.jpg
Foron hat bereits noch vor der Wende die Messerproduktion "auf höhere Staatsanweisung hin" eingestellt, um sich auf die Produktion anderer Produkte zu konzentrieren.
In Leegebruch (ADLER) sollen angeblich auch keine Messer mehr produziert werden, die Fertigung ist angeblich in die Tschechische Republik verlagert worden.
Damit scheint die ohne Zweifel bedeutende Taschenmesserproduktion von ostdeutschen Herstellern in Sachsen, Thüringen und Brandenburg nun endgültig der Vergangenheit anzugehören!
veb sesta hat ME küchenmesser hergestellt, zumindest befinden sich noch einige im besitz diverser verwandter.
Ookami
Oh ja, an das eine oder andere der gezeigten Taschenmesser kann ich mich auch erinnern. Hatte ja immerhin auch 16 Lebenslahre in der DDR, bis eben dann zum Glück die Mauer kippte.
2 oder 3 hatte ich in meiner Kindheit besessen, doch ich hab keine Ahnung wo die geblieben sind.
Aber mein Vater hat so ein flaches Herrenmesser mit geprägten Messinggriffschalen immernoch in Gebrauch. Gut, er ist Lehrer und fällt damit nicht grad Bäume aber es ist ihm seit Jahrzehnten ein treuer Begleiter.
Ich finde dieses Thema sehr interessant, nicht aus ner Ostalgie heraus, die gibts bei mir nicht, einfach weil man leider viele kleine Dinge, mit denen man aufgewachsen ist einfach aus den Augen verliert.
proundkontra
03.01.06, 21:33
Ich hätte auch eine Frage zu DDR Messern, habe einen älteren Hirschfänger und würde gerne wissen wo der herkommt. Er hat eine Säge und ein weiteres kleineres Messer. Der Griff ist aus Hirschhorn.
Leider bin ich nicht berechtigt Bilder einzustellen, aber wer mir helfen möchte dem würde ich per Mail die Bilder senden.
moin zusammen,
hier die angekündigten Taschenmesser gescannt; unten rechts das Legebruch mit "L"-logo.http://mitglied.lycos.de/tilo_knuth/ddr1.jpg
Grüße
Tilo
Das ist lustig, das Silberfarbene ganz links sowie das große Schwarze hatte ich auch mal. Ging wie so vieles über die Jahre verschütt...
Ich hätte auch eine Frage zu DDR Messern, habe einen älteren Hirschfänger und würde gerne wissen wo der herkommt. Er hat eine Säge und ein weiteres kleineres Messer. Der Griff ist aus Hirschhorn.
Sind die beiden Messer in einer gemeinsamen Scheide nebeneinander untergebracht?
Wenn ja, die hatte ich auch mal, sind mir leider geklaut worden :haemisch:
Die Messer waren meines Wissens ebenfalls aus dem schon erwähnten Leegebruch.
...In Leegebruch (ADLER) sollen angeblich auch keine Messer mehr produziert werden, die Fertigung ist angeblich in die Tschechische Republik verlagert worden.
Damit scheint die ohne Zweifel bedeutende Taschenmesserproduktion von ostdeutschen Herstellern in Sachsen, Thüringen und Brandenburg nun endgültig der Vergangenheit anzugehören!
Ja, es ist richtig, daß in Leegebruch die Messerproduktion immer weiter zurückgefahren wurde und vor einiger Zeit ganz eingestellt wurde. Die Produktion erfolgt(seit 1996 gibt es eine Kooperation von Adler-Messer mit Mikov) bei Mikov s.r.o. in Mikulášovice(http://www.mikov.cz/index/index_de.html), diese Firma hat vor einiger Zeit auch die Markenrechte an Adler-Messer erworben. Schlußpunkt war der 30. August 2005, da erlosch die Adler-Messer GmbH in Leegebruch. Strenggenommen existiert in Leegebruch aber die Firma weiter, aber nicht als Messerhersteller sondern als Metallbaufirma oder so etwas ähnliches.
Rajiv
:
"...in Leegebruch die Messerproduktion ... vor einiger Zeit ganz eingestellt wurde.
...seit 1996 gibt es eine Kooperation von Adler-Messer mit Mikov
...die Markenrechte an Adler-Messer erworben."
MIKOV ist vom Ursprung her auch eine deutsche Firma, die bereits 1870 als Messerfabrik FRENIXWERK gegründet wurde. Durch die politische Entwicklung wurde diese in Böhmen liegende Firma gleich mehrfach enteignet, zur Gründungszeit lautete die Ortsbezeichnung Nixdorf.
In den 1920er Jahren hatte diese Firma eine enorm umfangreiches Herstellprogramm and Messern jeglicher Art die zumeist mit dem Markenzeichen eines Ankers in einem Kreis den Buchstaben FF versehen waren. (Und in den 30er Jahren wurden auch SA-Dolche hergestellt.)
MIKOV kooperierte bereits seit längerem mit ADLER / Leegebruch, aber z.B. auch mit PUMA in Solingen.
cut
proundkontra
20.01.06, 18:23
Sind die beiden Messer in einer gemeinsamen Scheide nebeneinander untergebracht?
Wenn ja, die hatte ich auch mal, sind mir leider geklaut worden :haemisch:
Die Messer waren meines Wissens ebenfalls aus dem schon erwähnten Leegebruch.
Nein, die Hauptklinge ist feststehend, nur die Aufbruchklinge und die Säge sind im Griff integriert.
Verkaufe das Messer gerade bei *****, unter Hirschfänger; fals jemand an meiner Beschreibung etwas zu berichtigen hat, wäre ich sehr dankbar, da ich Wert auf meine 100% positive Bewertungen lege.
Bezogen auf Ausführungen weiter oben, wo nach ostdeutschen Messerherstellern gefragt wurde, fällt mir jetzt als Hersteller(ich meine ganz bewußt keine Messerschmiede/Messermacher, deren Messer alles Unikate sind) nur noch Kurt Haenel Hirschhornwaren in Kleinschmalkalden (http://www.hirschhornwaren-haenel.de/) ein, welche größere Serien herstellen. Wobei das zum Teil recht einfache(sprich: simple und sehr preiswerte) Jagdmesser sind.
Tja, schade daß bei Adler-Messer "die Lichter ausgegangen" sind. Paradoxerweise werden sie jetzt näher an meinem Wohnsitz hergestellt, weil Nixdorf liegt ca. 50km entfernt, Leegebruch dagegen ca. 200km.
Gibt es noch andere ostdeutsche Messerproduzenten? Selbst Messermacher fallen mir auf Anhieb gerade nicht wirklich ein, lediglich in Berlin wüßte ich da jemanden.
Rajiv
Einige renommierte Messerhersteller die bereits im Dritten Reich in Thüringen und in Sachsen tätig waren, haben sicherlich auch nach Kriegsende in bescheidenem Rahmen die Messerfertigung wieder aufgenommen. Allerdings ist auf Grund der politischen und wirtschaftlichen Lage die Fertigung wohl bald eingestellt oder auf andere Produkte umgestellt worden.
Mir fallen zum Beispiel ein:
H.A. Erbe in Schmalkalden/Thüringen
J.E. Dittert & Co, Neustadt/Sachsen
Außerdem gab sogar Neugründungen, nachdem einige Hersteller aus Nixdorf/Böhmen nach Kriegsende aus Tschechien vertrieben wurden und in der DDR einen Neuanfang starteten - und dann dort erneut enteignet wurden.
Bei Interesse kann ich weitere ehemalige Hersteller herausfinden.
cut
Melde mich erst jetzt wieder, weil ich noch versucht habe neue Informationen zu erhalten. Leider ohne Erfolg. In Schmalkalden gibt es wohl nur die MWS, die Maschinen-Messer(u. a. für Landmaschinen) herstellt. Im sächsischen Neustadt gibt es anscheinend keinerlei Firma mehr, welche Messer in irgendeiner Form herstellt.
Nachfolgebetrieb(e) von der Taschenmsser- und Chirurgie-Instrumente-Fabrik J.E. Dittert in Neustadt/Sachsen habe ich nicht gefunden.
Wenn es noch irgendwelche Messer-Hersteller hier gäbe, dann würde mich das stark interessieren. Bin momentan etwas enttäuscht, weil meine Suche so richtig erfolglos geblieben ist. Na ja, läßt sich eben nicht ändern.
Grüße
Rajiv
Die Firma Haenel ist mit grosser Wahrscheinlichkeit die einzige Firma, die noch Messer in den neuen Bundesländern produziert. Die Klingen werden aber von Solinger Firmen zugekauft.
Nach der Wende gab es aber (ausser Leegebruch/Adler) wohl noch einen weiteren Hersteller. Informationen reiche ich nach.
Nach meiner Kenntnis hat KEINE der traditionellen ehemaligen Messerfirmen "überlebt".
cut
Vielen Dank für deine Recherchen.
Dann werde ich auch nicht weitersuchen brauchen, wenn es mit ziemlicher Sicherheit keine weiteren Firmen mehr gibt. Von neugegründeten Herstellern habe ich auch nichts gehört.
Rajiv
@
"Wenn es noch irgendwelche Messer-Hersteller hier gäbe, dann würde mich das stark interessieren. Bin momentan etwas enttäuscht, weil meine Suche so richtig erfolglos geblieben ist. Na ja, läßt sich eben nicht ändern."
Hier meine erste ergänzende (und noch unvollständige) Aufstellung über ehemalige Schneidwarenhersteller in Ostdeutschland:
Julius Bodenstein, Steinbach
Gustloff-Werke, Suhl
C.G. Haenel, Suhl
F.A. Helbig, Steinbach
Gebr. Heller, Marienthal bei Schweine / Thüringen
Gebr. Heller, Schmalkalden
Wilh. Kober & Co, Suhl
C.Fr. Kuhrt, Zella-Mehlis
Malsch & Ambronn, Steinbach
Josef Münch, Brotterode
Pappenheimer, Pappenheim/Thüringen
F.A. Recknage, Steinbach/Tühiringen
A.G. Thorwarth, Schmalkalden/Thüringen
VEB Jagd- & Schneidwaren, Mühlhausen
Wellner, Aue
Nach meiner Kenntnis existiert keine dieser Firmen mehr - zumindest ist von einer Messerfertigung nichts mehr bekannt.
cut
Die Firma Wellner(ex. ABS-Auer Besteck- & Silberwaren) gibt es noch, aber die Firma ist vor einigen Jahren von Aue nach Schneeberg umgezogen.
Wellner im Internet (http://www.porzellanbestecke-abs.de/)
Aber im heutigen Produktionsprogramm sind eben nur Bestecke, übrigens auch die von früher(DDR-Zeit) bekannten Bestecke, welche vollständig aus Edelstahl sind. Es gibt von Wellner also nicht nur Bestecke mit den Porzellangriffen(über Geschmack läßt sich eben streiten).
Rajiv
Gratwandler
27.02.06, 00:40
Von Mikov besitze ich auch ein Messer, hab es mir allerdings kurz vor der Wende in Ungarn zugelegt als Ersatz für mein Fahrtenmesser, das mir geklaut wurde. Vom Plastikgriff her, wirkt es wie die typischen DDR-Fahrtenmesser, nur die Klinge ist eher im Bowie- Stil.
Mittlerweile geht es langsam aber sicher den Bach runter.
Gruß Björn
Sind die beiden Messer in einer gemeinsamen Scheide nebeneinander untergebracht?
Wenn ja, die hatte ich auch mal, sind mir leider geklaut worden :haemisch:
Die Messer waren meines Wissens ebenfalls aus dem schon erwähnten Leegebruch.
Hallo ! Zuerst wurde dieses Jagdbesteck in der Doppelscheide in Leegebruch gefertigt.Produktion wurde danach nach Mühlhausen7Thür. ausgelagert .Weitere Fertigung bei VEB Thomas-Müntzer Jagd und Schneidwarenkombinat.Unterschied zwischen Leegebrucher und Mühlhausener Fertigung,Griffmaterial bei letzterem aus Plaste,Leegebrucher aus Hornmaterial.Klingen waren in etwa aus selbem Stahl gefertigt.Ich benutze mein Mühlhausener seit Jahren,als Waidmann.Gebaut für 1000 Jahre.
Die Firma Foron fertigte auch Jagdmesser.
Ich hatte selbst ein kleines 3 Fingermesser und ein Klappmesserchen mit Knochensäge. Der Folder hatte eine schmale ca 50 mm lange Klinge, für die Versorgung von Rehwild völlig ausreichend.
Beide Messer hatten eine elfenbeinimitierende Kunststoffbeschalung mit jagdlich orientiertem Scrimshaw. Diese Ausführung war ausschliesslich für den Export bestimmt, da die Standartvariante für den ostdeutschen Waidmann in dem schon erwähntem Hirschhornimitat bestand.
Steffen
gast23032009
12.04.08, 16:12
Für grobe Arbeiten nutze ich gelegentlich zwei alte TM "MW" (Messerfabrik Weimar). Nicht rostfrei, bräunliche Griffe. Das größere (18 cm, 8 cm Klinge) fand ich vor über 30 Jahren.
Gruß
Danke für den Beitrag, ich hatte gerade zufällig herauszufinden versucht, was sich hinter dem "MW" auf einigen Taschenmessern in meinem Besitz verbirgt.
Die aktuell von Puma/Solingen propagierte Messerserie "IP" (international Partners) ist nur vom Namen her neu, denn bereits in den 1980er Jahren (vor der "Wende") gab es eine intensive Zusammenarbeit von Puma mit der DDR-Messerschmiede Leegebruch. Dort bezog Puma Taschenmesser im Stil von Schweizermessern, deren Klingen mit der bekannten Puma-Marke und (natürlich nicht zutreffenden Ursprungsangabe) "Solingen" gekennzeichnet waren. Möglicherweise erhoffte man sich bei Puma durch die Solingen-Markierung verbesserte Verkaufsmöglichkeiten beim Vertrieb in die USA, dem damals wichtigsten Export-Markt dieses Solinger Messerherstellers.
Identische Messer verkaufte zur selben Zeit auch die Solinger Firma J.A. Henckels ("Zwilling"), allerdings verzichtete diese Firma bei der Klingenmarkierung auf den Zusatz "Solingen".
Die Maschinen zur Herstellung dieser Messer sollen aus dem gleichen (westdeutschen) Unternehmen stammen, der den Maschinenpark von Victorinox in der Schweiz gefertigt hat.
Die bereits beschriebene Klingenmarkierung GML (in einem Oval) steht für Genossenschaft Messerschmiede Leegebruch. Unter dieser Firmierung erfolgte in der Nachkriegszeit die Gründung in Leegebruch/Brandenburg; mit den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen (staatseigene Betriebe) erfolgte in den 1960er Jahren die Umbenennung in VEB Messerschmiede Leegebruch.
Bin gerade auf dieses Forum gestoßen bei der Suche nach dem Hersteller meines Taschenmessers (bestimmt vor 1980 hergestellt, hatte meinem Vater gehört). Die Prägung in der großen Schneide ist GML. Der interessante Beitrag hat mir dabei sehr geholfen. Vielen Dank.
Das zusammengeklappte Messer ist ist mit 8cm Länge etwas kürzer als die Schweizer, also sehr gut geeignet für die kleine Tasche in der Jeans
http://home.arcor.de/michael.hochmuth/Taschenmesser_GML.jpg
Hallo Micha2205, ist ein schönes Stück. Ich habe ein ähnliches Exemplar, aber mit weniger Funktionen.
Ich muss sagen, dass ich von der Qualität ganz angetan bin. Schön starke Federn, gehauene Nagelfeile, schön scharf werdende Klinge...
und mal was anderes als die Schweizer
ingoweimar
20.11.08, 00:39
Hallo Messersammler, ich möchte hier auch mal schreiben, da ich Messer der ehemaligen DDR-Produktion sammle.
Zur Zeit besitze ich 4 Stück von Sesta (3 Große und 1 Kleines),Eines der Neustädter Messerfabrik,4 völlig Unterschiedliche von GML(eines davon hat noch ein rundes statt einem ovalen GML-Logo),eines von Foron und Eines einer mir völlig unbekannten Messerwerkstatt.
Nämlich mit dem Namen Hulicius.Das es eine DDR-Produktion sein müßte leite ich davon ab, dass auf der Klinge das TGL-Zeichen für die Güteklasse 1 eingeprägt ist. Das findet sich auch auf dem GML wiederm außerdem ist es mir aus dem Alltag vor 19 Jahren noch bekannt.
In den nächsten 2 Tagen bekomme ich noch 4 weitere Sesta-Messer,ein Dittert und ein Weiteres von Leegebruch von einem Verkäufer aus Leegebruch geschickt.
Gern stelle ich mal Bilder der ganzen Messer ein.
Von der Messerfabrik Weimar habe ich noch nichts gehört, gibt es weitere Infos dazu ?
PS:Übrigens die Waidbestecke aus Mühlhausen (und früher Leegebruch) sind echte Raritäten, wer eins hat, bitte in Ehren halten.
Ansonsten besitze ich noch Fahrtenmesser,Tauchermesser und son Kram aus damaligen Zeiten.
In den nächsten 2 Tagen bekomme ich ... , ein Dittert ...
Gern stelle ich mal Bilder der ganzen Messer ein.
Die Messerfabrik Dittert & Co. fertigte in Neustadt in Sachsen ein eindrucksvolles Sortiment von feststehenden und klappbaren Messern, z.B. exklusive vielteilige Taschenmesser, Jagdmesser, Nicker, ... bis hin zu Gärtnermessern:
http://i119.photobucket.com/albums/o146/germania_photos/DittertGrtnermesser.jpg
Grüße
cut
ingoweimar
20.11.08, 15:03
So ich probier das jetzt mal mit den Bildern.
http://img186.imageshack.us/my.php?image=s6300004up9.jpg
Auf der linken Seite sind von oben nach unten die 4 GML, das Fünfte ein Foron und das der Firma Hulicius.
Auf der Rechten, die von Sesta und Neustädter Messerfabrik.
http://img149.imageshack.us/my.php?image=pic281ca3.jpg
Dieses Bild zeigt ein ganz altes rundes GML-Logo.
http://img403.imageshack.us/my.php?image=pic291mj6.jpg
Und hier die Logos neueren Datums, also irgendwo nach der Verstaatlichung 1973. So meine Vermutung
Zu Dittert, Dittert ist also der Vorläufer der Neustädter Messerfabrik, die dann von Sesta übernommen
wurde ?
Die halbrunden Messer (siehe oben) kenne ich noch, die hatten wir als Arbeitsmesser in der Landwirtschaft.
Nachtrag: Auf dem kleinen grünen Messer ist gar kein GML-Logo drauf, da steht nur
LEEGEBRUCH STAINLESS STEEL drauf.
Zu Dittert, Dittert ist also der Vorläufer der Neustädter Messerfabrik, die dann von Sesta übernommen
wurde ?
@ ingoweimar
Ob J.E. Dittert als "Vorläufer" der benannten Firmen anzusehen ist, bezweifle ich.
Zumindes ist dieses Unternehmen als Auswirkung der Weltwirtschaftskrise mit dramatischen Auswirkungen auf die Sächsische Industrie (damals Deutschlands Export-Land Nr. 1!) bereits 1930 in Konkurs gegangen. Offenbar hat es aber eine Nachfolgefirma gegeben.
SESTA ist nach meinen Unterlagen ein Neugründung in der DDR nach Ende des 2. Weltkrieges, hervorgegangen durch aus Böhmen/Nixdorf vertriebene Fachleute der dortigen traditionsreichen Messerindustrie.
Zu "Neustädter Messerfabrik" oder "Messerfabrik Neustadt" sind mir leider keine überprüfbaren Hinweise bekannt.
Grüße
cut
@ Moderatoren
Eine Verschiebung dieses threads in "Vintage Knives" erscheint mir zweckmäßig, da die überwiegenden Informationen durchaus der Zeit "vor 1980" zuzuordnen sind.
ingoweimar
21.11.08, 14:28
Zu "Neustädter Messerfabrik" oder "Messerfabrik Neustadt" sind mir leider keine überprüfbaren Hinweise bekannt.
Ich hab im Netz ein paar Hinweise gefunden.Laut Wiki gehörte der VEB Neustädter Messerfabrik ab den 60gern zum Kombinat Fortschrittwerk(die vorwiegend Mähdrescher herstellten).
1975 wurde er dann von VEB SESTA übernommen.
Wenn Dittert 1930 in Konkurs gegangen ist, müßte das neue Messer ja schon richtig alt sein. So wie mein Laguiole aus den 30gern.
Da lass ich mich überraschen.
Ich verlinke hier mal die Seite eines Messerherstellers aus dem benachbarten Erfurt, der seit 1897 auch Messer herstellt:
http://www.weck-erfurt.de/
Das Hauptstaatsarchiv Dresden gibt folgende Entwicklungsgeschichte von SESTA wider: „Im Jahr 1945 wurde die Sebnitzer Stahlwaren-Erzeugung Frenzel, Rösler, Schade GmbH in Sebnitz gegründet. 1972 erfolgte die Umwandlung des Betriebs mit staatlicher Beteiligung (BSB-Betrieb) Messerfabrik SESTA Sebnitz in einen VEB. 1975 übernahm der Betrieb den VEB Neustädter Messerfabrik Neustadt und 1977 den VEB Sebnitzer Knopffabrik. Ab 1981 war er Teil des VE Kombinats MEWA. Aus den fünf Betriebs*teilen wurde 1990 die Sesta Sebnitz GmbH gebildet. Ein Jahr später wurde das Unternehmen liquidiert.“
http://www.archiv.sachsen.de/archive/dresden/4440_3131373034.htm
@ingoweimar
Taschenmesser mit der Markierung "FORON" stammen auch aus Leegebruch, nachdem die Messerschmiede dem „Kombinat Haushaltsgeräte“ mit Sitz in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) zugeordnet worden war. Die Erzeugnisse aus Leegebruch mussten von nun an das Warenzeichen „FORON“ tragen. Unter der Marke FORON wurden z.B. auch Taschenmesser im Stil der Schweizer Offiziers*messer produziert, nachdem die Lizenz für den Nachbau erworben worden war.
Zum vorgenannten Kombinat gehörten 1987 28 Volkseigene Betriebe, u.a. auch VEB Besteck- und Metallwaren Aue. Es fand im Zuge des Kombinatsanschlusses eine Produktbereinigung statt, die Messerschmiede Leegebruch spezialisierte sich auf Taschen- und Jagdmesser, während z.B. die Besteckherstellung nach Aue verlagert wurde..
... 1945 wurde die Sebnitzer Stahlwaren-Erzeugung Frenzel, Rösler, Schade GmbH in Sebnitz gegründet. 1972 erfolgte die Umwandlung des Betriebs mit staatlicher Beteiligung (BSB-Betrieb) Messerfabrik SESTA Sebnitz in einen VEB. ...
Die Herren Frenzel, Rösler und Schade mussten nach Kriegsende zwangsweise (wie alle anderen Deutschen) innerhalb von 24 Stunden die Tschechoslowakai verlassen. Sie waren bis dahin als Eigentümer bzw. leitende Angestellte in den renommierten Messerfirmen in Nixdorf/Böhmen tätig. Die Grenze und das heutige Mikulášovic war nicht weit entfernt.
Mit der Firmengründung in der DDR kamen sie leider vom Regen in die Traufe: die "Umwandlung" ihres Betriebes zunächst in ein Unternehmen mit staatlicher Beteiligung und schließlich in einen Volkseigenen Betrieb erfolgte natürlich nicht freiwillig sondern zwangsweise und entsprach einer Enteignung.
... Unter der Marke FORON wurden z.B. auch Taschenmesser im Stil der Schweizer Offiziers*messer produziert, nachdem die Lizenz für den Nachbau erworben worden war.
...
@ torel
Die Messer wurde OHNE LIZENZ in Leegebruch kopiert.
Ein Schutzrecht für Form und/oder Ausführung der "Schweizermesser" gab (und gibt) es nicht.
Andere Kopien gab es auch bereits vorher, z.B. in Solingen von Gebr. Richartz (mit der eigenen Marke WAL, und als Auftragsfertigung z.B. für J.A. Henckels ZWILLING und Ed. Wüsthof DREIZACK).
Zu den Leegebruch Kopien hattenb wir auch hier bereits als spätere Abnehmer PUMA und ZWILLING erwähnt.
Grüße
cut
cut
ingoweimar
25.11.08, 17:01
Heute sind meine Messer aus Leegebruch eingetroffen.
Eigentlich keine Besonderheiten. Nur 2 Dinge sind anders als erwartet.
Das eine Sesta-Messer ist das erste mit einem Logo.
Und zwar eine ovaler Rand mit dem Schriftzug Sesta drin, wobei das S in der Mitte größer und sehr schön geschwungen ist. Die bräunlichen Schalen lassen wie bei anderen Messern auf die Fünfziger schliessen.
Und das Dittert & Co Messer ist von der Machart wie die Messer, die von Sesta und Neustädter Messerfabrik hergestellten Messer.Siehe Foto.
Wenn jemand einen Tip hat, wie man mit einem Scanner die Messer gut zeigen kann, soll er Ihn mir mal verraten. Meine Fotos sind nämlich immer mies.
http://img209.imageshack.us/my.php?image=neuemesserph0.jpg
ingoweimar
25.11.08, 22:55
Dem von Torel abgebideten Offi.-messer kommt Dieses hier sehr nahe, ist aber ein GML-Messer .
http://img155.imageshack.us/my.php?image=gmley6.jpg
Hier mal ein Taschenmesser von VEB SESTA, zwei Klingen, die große feststellbar, Korkenzieher, Beschalung Kunststoff
Die Messerschmiede Leegebruch hat auch die sog. Toledotaschenmesser hergestellt.
ingoweimar
14.12.08, 22:00
Am Wochenende habe ich wieder 2 Messer erstanden.
Ein GML mit mehreren Funktionen:
http://img79.imageshack.us/img79/1786/gmlrotdc0.jpg (http://imageshack.us)
Und Eines mit der Gravur MW, wobei ich mir immer noch nicht sicher bin, ob das wirklich Messerfabrik Weimar heissen soll. Weiss Jemand mehr ?
http://img125.imageshack.us/img125/8287/mwmesseryf3.jpg (http://imageshack.us)
swissbianco
15.12.08, 03:38
ein fur mich interessantes thema.
da zb die ak47/74 bajonette auch dazu gehoren und in grosserer anzahl gefertigt wurden.
gibt es keine infos mehr zu den in der ddr zeit arbeitenden messermacher? was stellten die her? sicher war die materialbeschaffung schwierig und gab es sogar probleme mit den behorden?
btr der ddr armee, wurde dort standartmassig ein klappmesser ausgegeben? wenn ja sind die noch erhaltlich?
ein guter teil meiner verwandtschaft lebte in der ddr.
gruss
+B
@ swissbianco
Messermacher in der DDR? Gab es meines Wissens nicht so, wie wir heute Messermacher kennen oder sind (von den Messer/Schneidwaren herstellenden Firmen abgesehen). Allerdings weiß ich aus meiner Umgebung, daß viele Kollegen sich Messer für ihr privates Umfeld selbst herstellten. Diese waren in aller Regel als Werkzeuge im eigenen Haushalt oder Garten oder für das Hobby gedacht, wenn das, was man brauchte, so nicht im Handel erhältlich war oder eben selbst für das jeweilige Bedürfnis besser angepaßt werden konnte. Einen Versandhandel für Messermacher gab es nicht (es gab ja auch noch kein Internet), so daß Materialien aus dem eigenen Umfeld zum Einsatz kamen. Auch damals wurden Autofedern oder alte Werkzeuge umgeschmiedet oder umgeschliffen. Flachschleifen. sandstrahlen, brünieren, eloxieren, gravieren usw. ließ man entweder in kleinen privaten Werkstätten, in PGHs (Produktionsgenossenschaften des Handwerks) oder auch von Bekannten in den Betrieben, wenn man es nicht selbst machen konnte. Auch notwendige Wärmebehandlungen erfolgten auf diesen Wegen. Da jeder Schlosser während seiner Ausbildung die notwendigen Fertigkeiten erwarb und mindestens im Besitz eines "Tabellenbuches Metall" war (einem heute noch zu empfehlenden Standardwerk), war also das notwendige Grundlagenwissen ausreichend vorhanden.
Behördenprobleme? Sind mir in diesem Zusammenhang nicht bekannt, außer dann, wenn ein Messer im kriminellen Zusammenhang verwendet wurde. Zwar war das DDR-Waffengesetz restriktiver als das der BRD, im Zusammenhang mit Messern aber nicht. Messer gehörten zum täglichen Leben ("Ein richtiger Junge/Mann hat ein Taschenmesser").
Standardmäßige Klappmesser in der Armee? Nein, gab es nicht. Zwar hatte wohl jeder das eine oder andere Messer bei sich, aber es gehörte nicht zur offiziellen Ausrüstung und wurde somit privat beschafft. Solange es nicht offen getragen wurde, gab es damit auch keine Probleme. Es war eher so, daß der, der kein eigenes Messer hatte, belächelt wurde.
Aber da es keine Standardklappmesser gab, sind sie heute also auch nicht mehr beschaffbar.
ingoweimar
15.12.08, 13:18
Stimmt Messer wurden bei der Asche an uns nicht ausgegeben.
Aber ein Taschenmesser (meines war ein Sesta) hatte eigentlich Jeder einstecken.
Zum Thema Bajonette, es gab außerdem noch verschiedene Messer.
Das KM 66, das KM 87, ein Kappmesser der Fallschirmjäger, einen "Kampfdolch" V 500.
Und verschiedene Tauchermesser, das Pirat und das Poseidon.
Das ist das, was ich jetzt aus dem Kopf zusammen bekomme.
swissbianco
15.12.08, 16:54
danke euch fur die angaben.
erstaunlich das das thema messer so liberal gehandhabt wurde.
bei der grossen anzahl gefertigten ddr klappmesser sollten doch einige noch heute auf flohmarkten etc angeboten werden.
ich war seinerzeit bei adler ausserhalb von berlin zu besuch, leider waren sie schon nicht mehr auf einem grunen zweig.
+B
... noch unvollständige Übersicht über Orte aus Thüringen, in denen Messerfirmen ansässig waren.
http://i119.photobucket.com/albums/o146/germania_photos/OstdeutscheMesserhersteller.jpg
Grüße
cut
bei der grossen anzahl gefertigten ddr klappmesser sollten doch einige noch heute auf flohmarkten etc angeboten werden.
+B
Ja, es ist noch einiges im Umlauf. Hier noch zwei Exemplare aus dem Sortiment der Messerschmiede Leegebruch
Und hier noch ein kleiner Artikel über die Taschenmesser-Serie der Messerschmiede Leegebruch, die den "Schweizern" nachempfunden war. Aus der Zeitschrift "practic" 1985
@ swissbianco
(Etwas OT, trotzdem aber passend) So erstaunlich (die von Dir angesprochene Liberalität im Umgang mit Messern betreffend) finde ich das gar nicht. Wenn der Besitz eines Messers normal ist und der Umgang mit ihm zur täglichen Normalität gehört, bedarf es schon eines "anders" denkenden Geistes, hier Gefährdungspotential zu sehen und auf den Gedanken zu kommen, das alles reglementieren zu müssen.
Beim Aufräumen gefunden: Für kleine Taschen und den Durst zwischendurch ...
ingoweimar
16.12.08, 08:33
bei der grossen anzahl gefertigten ddr klappmesser sollten doch einige noch heute auf flohmarkten etc angeboten werden.
Ja, da sit noch viel im Umlauf. Auch die Preise sind unterschiedlich, so habe ich auf dem Flohmarkt schon ein GML für 1 Euro erstanden, aber für eines aus den 50 ern auch schon 10 Euronen hingelegt. Genauso ist die Preisspanne bei Sesta/Foron/Neustädter/Dittert.
Insgesamt hab ich so um die 20 bis 25 Stück aus damaliger Produktion.
http://img136.imageshack.us/img136/3420/s6300003ih9.jpg (http://imageshack.us)
http://img136.imageshack.us/img136/s6300003ih9.jpg/1/w640.png (http://g.imageshack.us/img136/s6300003ih9.jpg/1/)
Auf dem Bild fehlen noch 3 Stück.
Das hier ist der neueste Erwerb.
http://img72.imageshack.us/img72/8/gml3wy7.jpg (http://imageshack.us)
Hey, das mit den Bildern funzt bei mir jetzt.
Aber bei dem Messer mit der Firmeninschrift "Hulicius" kann mir keiner weiter helfen, oder ? Es muß ja eine DDR-Produktion gewesen sein, da wie geschrieben das TGL 1-Zeichen auf der Klinge ist.
http://img370.imageshack.us/img370/1407/s6300010mj5.jpg (http://imageshack.us)
http://img370.imageshack.us/img370/s6300010mj5.jpg/1/w640.png (http://g.imageshack.us/img370/s6300010mj5.jpg/1/)
TGL1 (gute Qualität) siehe hier.
http://www.del-service.de/images/Guetezeichen%20DDR.jpg
So ein Kleines, nur mit Leegebruch-Inschrift ohne Logo ist auch dabei.
ingoweimar
20.12.08, 17:03
Da ich nun auch die restlichen 2 GML-Messer erhalten habe, hier ein erneutes Bild.
Es sind 4 größere Taschenmesser, Länge von Klingenspitze zu Klingenspitze 23,5 cm.
http://img364.imageshack.us/img364/1285/s6300009ma9.jpg (http://imageshack.us)
An den 3bzw. 4 Nieten und den Schalen kann man das Alter der Messer schön erkennen, mit 4 Nieten sind sie neueren Datums. Das unterste Messer ist das Älteste, es hat noch das runde GML-Logo, welches ich noch bei keinem Messer weiter gesehen habe.
http://img70.imageshack.us/img70/8877/s6300006yd7.jpg (http://imageshack.us)
http://img70.imageshack.us/img70/s6300006yd7.jpg/1/w845.png (http://g.imageshack.us/img70/s6300006yd7.jpg/1/)
swissbianco
25.12.08, 20:29
@ swissbianco
(Etwas OT, trotzdem aber passend) So erstaunlich (die von Dir angesprochene Liberalität im Umgang mit Messern betreffend) finde ich das gar nicht. Wenn der Besitz eines Messers normal ist und der Umgang mit ihm zur täglichen Normalität gehört, bedarf es schon eines "anders" denkenden Geistes, hier Gefährdungspotential zu sehen und auf den Gedanken zu kommen, das alles reglementieren zu müssen.
ich stimme dir zu, es erstaunt mich dennoch das das so liberal gehandhabt wurde in diesem staat. wenn ich da an meine zeit im schweizer rechtsstaat denke, was da alles kaputtgemacht wurde...
muss bei gelegenheit mal nachsehen, ich habe noch immer so 10 stuck adler taschenmesser mit schwarzen griffschalen, sollte der adlerstempel drauf sein.
zudem gab es im deutschen tv "der letzte seines standes" und in einer folge zeigten sie einen alten ostdeutschen messermacher der sein letztes messer herstellte - ein springmesser, leider kann ich mich an die details nicht mehr erinnern.
+B
swissbianco usa
ingoweimar
17.01.09, 12:53
So, ich stell heute auch mal meine 2 Messer mit dem Logo MW rein. Auf meine Nachfrage bei der P.A.Weck Erfurt (Messerhersteller aus Erfurt) wurde mir geantwortet, dass MW für Messerschmiede Weimar stehen könnte. Da wir in Weimar noch einen Messermacher haben, werde ich den nun nächste Woche mal konsultieren.
http://img185.imageshack.us/img185/291/mw1zj9.jpg (http://imageshack.us)
http://img516.imageshack.us/img516/199/mw2sd7.jpg (http://imageshack.us)
Bei dem unteren Messer ist der einseitige Schliff der Klinge neu für mich, habe ich bei keinem Anderen aus DDR-Produktion.
ingoweimar
17.01.09, 15:15
Auf jeden Fall kein Taschenmesser der DDR-Produktion. Robert Klaas, Solinger Messerhersteller seit 1834.
@idz_mol:
Your pictures are moved - now as a new thread, click (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=65587)
vergessen:
falls Ihr die Bildunterschriften gesehen habt, werdet Ihr vermutlich kyrillische Schriftzeichen gesehen haben, bedeutet, dass idz_mol vermutlich aus Russland postet ;)
idz-mol, are you posting from russia ? I'm asking because of the kyrillic subtitles ;)
habe gerade gesehen, dass es wohl schlicht "vergrößern" bedeutet...
Gruß Andreas
gast23032009
31.01.09, 14:06
Über die Messerfabrik Weimar (MW) hat in Erfurt einige Kenntnis: Messer-Max Inh. Max Eugen Clormann, Paulstr. 5, 99084 Erfurt, 0361-6463689.
mfG
Hier die bei Soldaten beliebten Taschenmesser, Foto mit Genehmigung des Seitenbetreibers:
http://img5.imageshack.us/img5/1407/97116872gm5.jpg (http://imageshack.us)
Stimmt, genau so ein Taschenmesser hatte ich auch.
Allerdings schon lange vor meiner Armeezeit. :D
Die gezeigten Taschen sind echt gut, dürften für einen "einfachen" Soldaten aber praktisch kaum erreichbar gewesen sein.
Gruß Thomas
ingoweimar
12.02.09, 20:46
Die Taschen habe ich auch auf der Seite das erste Mal gesehn. Die Messer selber gab in der Spowa am Anger und im Haushaltswarengeschäft am Markt.Wie oben auf den Bildern zu sehen, liegen hier ja 8 Exemplaren dieser schwarzbehornten Teile. Die Breitesten sind mit 2 Klingen und Säge.
Frage:Auf dem Bild, das Linke, ist das die kleine Variante mit Säge?
Der LINK (http://vebschneidwaren.npage.de/index.html) taucht zwar weiter oben bei Grenzwolf in einem Bild schon einmal auf, aber ich möchte Interessierte nochmals explizit darauf hinweisen. Hier entsteht z.Zt. eine Seite, die sich mit Messern vor allem aus DDR-Produktion beschäftigt. Schon jetzt gibt es hier eine ganze Menge an Informationen zum Nachschlagen, Suchen oder Vergleichen ...
Danke auch an Ookami, der in einem anderen Thread diesen Link verwendet hat.
ingoweimar
12.03.09, 13:52
Danke Schlosser, dass Du auf die Seite hinweist.
Wird Sie freuen,d.h. ich werd es Ihnen mal mitteilen, grins.
Ich hab wieder ein neues Messer von MW(Messerschmiede Weimar). Laut älteren Zeitgenossen auch unter dem Namen "Messerklaus" in Weimar bekannt.
http://www.bilder-space.de/thumb/12.03kE4W9eTlKh4saRe.JPG (http://www.bilder-space.de/show.php?file=12.03kE4W9eTlKh4saRe.JPG)
Gab es in der frühen DDR auch einen Messerhersteller Himmel oder Hummel?
ingoweimar
25.03.09, 17:03
Zu den von Torel bereits gezeigten Toledomessern aus Leegebruch möchte ich ein Weiteres hinzufügen. Die Grundform hatten wir schon, nur dass hier große,kleine Klinge und Nagelfeile dran sind.
Gruß Ingo
http://img207.imageshack.us/img207/259/s6300013.jpg (http://img207.imageshack.us/my.php?image=s6300013.jpg)
http://img207.imageshack.us/img207/9885/s6300012.jpg
Edit: Riesenbild in Link verwandelt. ~cheez
ingoweimar
06.04.09, 13:55
http://img25.imageshack.us/img25/6788/campingmesser.jpg (http://img25.imageshack.us/my.php?image=campingmesser.jpg)
Dieses Leegebrucher Campingmesser habe ich heute ersteigert. Sehe so was zum ersten Mal. Ein besseres Bild kommt, wenn ich das Messer habe.
ingoweimar
22.04.09, 11:33
So wie versprochen mal 2 bessere Bilder des Campingmessers von GML.
Länge 21,2 cm, davon Klinge 10,6cm.
Alles andere sieht man ja.
http://img8.imageshack.us/img8/2350/s6300001y.jpg (http://img8.imageshack.us/my.php?image=s6300001y.jpg)
http://img9.imageshack.us/img9/2839/s6300002.jpg (http://img9.imageshack.us/my.php?image=s6300002.jpg)
PS:Der Osterflohmarkt in Weimar brachte 5 Taschenmesser der Messerschmiede Weimar und 3 GML...:super:
Hier eines von meinen GML.
Weiß jemand, was das Symbol auf der Klinge darstellt?
Gruß Frank
Hier eines von meinen GML.
Weiß jemand, was das Symbol auf der Klinge darstellt?
Gruß Frank
Das ist das Gütezeichen (Qualität) der Produktion.
Es gab mehrere Güteklassen.
Q1 - also Dein Symbol auf der Klinge, ist die höchste Qualitätsstufe gewesen. Somit hast Du ein DDR Qualitätserzeugnis :steirer:
ingoweimar
24.04.09, 11:01
Grenzwolf hat natürlich recht.:super::super::super:
Für ausgezeichnete Qualität (Spitzenerzeugnis der Sonderklasse).
Kannst Du hiermal nachlesen:
www.del-service.de/images/Guetezeichen%20DDR.jpg
Leute, Ihr seid große Klasse:super:.
Und ehrlich gesagt, ich habe Tränen gelacht:D.
Gruß Frank
P.S.: Diese ganz üble, mäßige, billige Qualität habe ich natürlich auch.
Bei bestimmten Produkten (Export bzw. gehobene DDR Kundschaft) stand das dann so:
http://img8.imageshack.us/img8/3188/p2010027a.jpg (http://img8.imageshack.us/my.php?image=p2010027a.jpg)
ingoweimar
04.05.09, 15:46
Beim Thema Messerschmiede Weimar bin ich ein Stück weitergekommen. Hinter dem Namen verbirgt sich ehemals Josef Klaus hier in Weimar.
http://img9.imageshack.us/img9/6063/messerklaus.jpg (http://img9.imageshack.us/my.php?image=messerklaus.jpg)
Am Wochenende dieses (als Eines von Dreien) original verpackte Klaus-Messer gekauft. Schon das große W im Logo kam mir bekannt vor. Beim Auspacken zeigte sich, dass das Messer noch mit der MW-Marke versehen ist.
http://img167.imageshack.us/img167/8453/s6300001.jpg (http://img167.imageshack.us/my.php?image=s6300001.jpg)
Das linke Messer habe ich schon etwas länger.
Soviel als Info. Und hier nochmal die spätere Marke der Fa. Klaus in Weimar.
http://img136.imageshack.us/img136/6310/s6300003.jpg (http://img136.imageshack.us/my.php?image=s6300003.jpg)
Eine Frage noch an die Spezis, kann mir Jemand diesen Hersteller (Eine Art Mühle mit Rad) sagen? Ich habe das Logo schon gesehen, weiss aber nicht mehr wo genau. Danke !
http://img54.imageshack.us/img54/8639/s6300011.jpg (http://img54.imageshack.us/my.php?image=s6300011.jpg)
Dark Hunter
05.05.09, 07:08
Bei der Art Mühle mit Rad handelt es sich um eine stilisierte Schleifkote.
Diese Marke bezeichnete Messer aus Steinbach/Thüringen und wurde von der PGH (Produktionsgenossenschaft) des Messerhandwerks verwendet. Hergestellt wurden Bestecke, Küchen- und Metzgermesser.
In Steinbach wurden zu DDR-Zeiten keine Taschenmesser gefertigt. Die in einem früheren Post genannten Steinbacher Firmen existierten zu DDR-Zeiten nicht mehr.
Ein Teil wurde enteignet und zum VEB Besteck- und Schneidwaren, der Rest wurde zu einer PGH zusammengefasst, die das genannte Zeichen (Schleifkote) verwendete. 1972 wurde die PGH dann ebenfalls dem VEB Besteck- und Schneidwaren angegliedert um dann Anfang der 80er Jahre im Kombinat Foron aufzugehen.
Nach der Wende wurde die Messerfertigung abgewickelt und ist so gut wie nicht mehr existent. Womit eine fast 700jährige Tradition zu Ende ging.
ingoweimar
05.05.09, 11:26
Danke für die Auskunft zu der Marke, jetzt kann ich etwas gezielter suchen. :super::super::super:
ingoweimar
06.05.09, 14:41
So, ich bin zwar fast Alleinunterhalter:lach:, aber ich war heute nochmal wegen der Messerschmiede Weimar unterwegs.
Als Erstes besuchte ich das Anwesen in der Humboldtstrasse. Der neue Besitzer erklärte mir einiges und führte mich durchs Haus. Als Mitbringsel bekam ich einen Flyer von 1993 (da war die Villa zum Hotel umgebaut wurden) mit dem gleichen Logo wie oben auf der Verpackung und Resten der Messerherstellung, die bei Umbauten jetzt gefunden wurden.
Siehe hier:
http://img356.imageshack.us/img356/5499/flyermw.jpg (http://img356.imageshack.us/my.php?image=flyermw.jpg)
http://img123.imageshack.us/img123/9890/mwreste.jpg (http://img123.imageshack.us/my.php?image=mwreste.jpg)
Zur Geschichte habe ich heute im Stadtarchiv folgende Fakten gefunden.Aus einem Artikel der TLZ vom 07.06.1997
Das Gebäude in dem die Fabrik untergebracht war, heisst Ehrhardtsche Villa. (zuletzt Villa Klaus, jetzt wieder der alte Name).
1957 erwarb der aus Nixdorf !(Hochburg von Messermachern) stammende Messerschmiedemeister Josef Klaus die Villa Ehrhardt. Laut Auskunft des Besitzers verlagerte er zu dieser Zeit seine Produktionsanlagen(die vorher in der Nähe des BHF`s waren) in die Villa, um einer Enteignung des Gebäudes als Alleinbewohner zu entgehen. Es wurde in den ersten 2 Etagen produziert, die Familie wohnte im DG. In den 60ern (ca. 1969) wurde dahinter ein weiteres Gebäude zur Produktion gebaut, mittlerweile ist es abgerissen.
1972 wurde die Josef Klaus KG enteignet.Danach war er offenbar Angestellter im eigenen Betrieb? 1990 erhält Josef Klaus seinen Betrieb zurück. Ab da werden Messer nur noch nebenbei produziert (bei Erscheinen des Artikel 1997 wurde noch produziert)
das Gebäude wird von 1990 bis 1993 zum Hotel umgebaut. (siehe Bild)
Also wurden von J.Klaus von 1957- 1990 im größeren Stil in Weimar Messer produziert.
PS:Im Parkett stecken noch Reste von Klingen etc, drin, die auf die bewegte Geschichte des Hauses als Messerwerkstatt hinweisen.
Gruß aus Weimar, Ingo
So, ich bin zwar fast Alleinunterhalter:lach:,
...
1957 erwarb der aus Nixdorf !(Hochburg von Messermachern) stammende Messerschmiedemeister Josef Klaus die Villa Ehrhardt
... verlagerte er zu dieser Zeit seine Produktionsanlagen(die vorher in der Nähe des BHF`s waren) in die Villa, ...
Also wurden von J. Klaus von 1957- 1990 im größeren Stil in Weimar Messer produziert.
:super:, ingoweimar,
es ist schon von gewaltigem Vorteil vor Ort in Weimar recherchieren zu können!
Deine Schlußfolgerung "Also wurden von J.Klaus von 1957- 1990 ... in Weimar Messer produziert." halte ich aber für zu stark eingeschränkt:
ganz offensichtlich wurden von J. KLaus doch bereits VOR 1957 "in Produktionsanlagen (... in der Nähe des BHF's ...) " Messer gefertigt.
Die Vertreibung der deutschen Bewohner aus Nixdorf und anderen Orten Böhmens erfolgte bereits rasch nach Kriegende 1945/1946.
http://wiki-de.genealogy.net/B%C3%B6hmen/Vertreibung_aus_B%C3%B6hmen_1945-1946_(Odsun)#Ablauf_der_Vertreibung_1945-1946_.28Odsun.29
Sicherlich hat Josef Klaus ein identisches Schicksal erlebt, wie es auch die Gründer der "Messerschmiede Leegebruch" (die ja ebenfalls aus Nixdorf vertrieben worden waren) durchgemacht haben.
Der Aufbau von "Produktionsanlagen" war unter den erschwerten Bedingungen der Nachkriegszeit in insbesondere in der "Sowjetischen Besatzungszone" sowie unter den dann folgenden Bedingungen des "sozialistischen Staats der Arbeiter und Bauern" wohl kaum kurzfristig zu verwirklichen und nur schwerlich an einen anderen Standort zu verlagern. Die "Messerschmiede Weimar" wird wohl bereits in den frühen 1950er Jahren ihre Tätigkeit aufgenommen haben, möglicherweise aber auch bereits Ende der 1940er Jahre.
Grüße
cut
ingoweimar
06.05.09, 16:07
Hallo Cut, Du hast recht:super:, ich habe mich missverständlich ausgedrückt.
Durch Dokumente nachgewiesen ist für mich bisher nur die Zeit von 1957 an. ( in der erwähnten Villa)
Aber der heutige Besitzer der Villa, der schon mit den Nachfahren von J.Klaus zu tun hatte, erzählte mir von der Verlagerung der Produktionsstätten nach dem Erwerb der Villa 1957.
Wo diese genau waren und ab wann ist bisher ungeklärt. Aber ich habe jetzt die Adresse der Familie und werde Sie diesbezüglich mal konsultieren, damit auch das letzte unklare Zeitdetail hinreichend geklärt wird. Vielleicht sind auch noch int. Dokumente vorhanden.
Den besagten Artikel aus dem Stadtarchiv von 1997 bekomme ich nächste Woche, da kann ich mich gern bei Interesse mal bei Dir melden.
Ob ich hier veröffentlichen darf, weiss ich noch nicht, mußte es heute beantragen (wegen der Rechte des Archivs )
So macht mir das hier richtig Spass, aufmerksames Lesen bringt uns alle weiter. :super:
An dieses rot-melierte mit Messingbacken kann ich mich noch erinnern, das hatte ich als Kind. Auch wenn ich leider nicht mehr weiß, wo das jetzt ist.:(
ingoweimar
12.05.09, 12:50
Die aktuell von Puma/Solingen propagierte Messerserie "IP" (international Partners) ist nur vom Namen her neu, denn bereits in den 1980er Jahren (vor der "Wende") gab es eine intensive Zusammenarbeit von Puma mit der DDR-Messerschmiede Leegebruch. Dort bezog Puma Taschenmesser im Stil von Schweizermessern, deren Klingen mit der bekannten Puma-Marke und (natürlich nicht zutreffenden Ursprungsangabe) "Solingen" gekennzeichnet waren.
Dazu habe ich eine Info gefunden.
Über den Thread PUMA-Messer bin ich auf die Seite www. Sackmesserkult.ch gestossen.
http://img21.imageshack.us/img21/5047/sackmesserforon.jpg (http://img21.imageshack.us/my.php?image=sackmesserforon.jpg)
http://sackmesserkult.ch/bilder/pdf/wasser.pdf
Das Rostfrei-Zeichen kommt mir irgendwie bekannt vor.
Ein weiterer fester Handelspartner der Messerschmiede Leegebruch war die Fa. mit dem Zwillingslogo:hehe:
Dabei wurden sämtliche Teile der Messer nach Leegebruch angeliefert und dort lediglich zusammengebaut.
.... Messerschmiede Leegebruch ... wurden sämtliche Teile der Messer nach Leegebruch angeliefert und dort lediglich zusammengebaut.
@ Grenzwolf:
von welcher (DDR ?) Firma wurden die Einzelteile für Kopien der "Schweizer Messer" gefertigt und der GML angeliefert?
Es gab einen Joint Venture Anfang der 80´er(entweder mit fa. Zwilling oder mit einer Fa. die als Logo zwei Kraniche hat) für eine Taschenmesserproduktion.
Die Taschenmesser wurden dann mit dem Logo der betreffenden Fa. ausgeliefert.
Ich schrieb nichts von einem Schweizer Taschenmesser!
Messer die in der Produktion mit leichten Fehlern auffielen, wurden anschließend ohne Logo in der DDR verkauft.
Die angefertigten Taschenmesser hatten Kunststoffgriffe meist rot oder blau. Habe leider kein Belegstück, jedoch ein Bekannter, der in Leegebruch wohnt, besitzt mehrere diese Messer.
... Handelspartner ... Messerschmiede Leegebruch war die Fa. mit dem Zwillingslogo
...
Dabei wurden sämtliche Teile der Messer nach Leegebruch angeliefert und dort lediglich zusammengebaut.
... Joint Venture ...
Die Taschenmesser wurden dann mit dem Logo der betreffenden Fa. ausgeliefert.
....
Nachdem jetzt geklärt zu sein scheint, dass es sich NICHT um Kopien von "Schweizermessern" handelte sondern um eine andere Art von Taschenmessern nochmal meine Verständnisfrage(n):
Wer (Welche Firma) hat was für Messerteile nach Leegebruch "angeliefert", um bei der GML den Zusammenbau der Messr zu ermöglichen?
Ich ging bisher davon aus, das GML ein Produktionsbetrieb war, der weitestgehend autark (in eigener Produktionsstätte) fertigte und den Vertrieb mit Kunden im "kapitalistischen Westen" zentralisiert über eine Außenhandelsfirma der DDR abgewickelt hat.
Grüße
cut
Wer (Welche Firma) hat was für Messerteile nach Leegebruch "angeliefert", um bei der GML den Zusammenbau der Messr zu ermöglichen?
Grüße
cut
Hab ich doch geschrieben:
Die Fa. Zwilling bzw. die Fa. die im Logo 2 Kraniche hat...
... belieferte Leegebruch zuerst mit Messereinzelteilen.
Das war ein "Montagevertrag".
Im Gegenzug lieferte dann die auftraggebende Fa. den Leegebruchern die modernsten Maschinen (da waren sicher noch andere Firmen "zwischengeschaltet").
Anschließend wurde dann auf den neuen Maschinen der Auftrag mit den Taschenmessern fortgesetzt, diesmal als Eigenproduktion mit dem Logo der Auftraggeberfirma.
Diese Info stammt so direkt aus Leegebruch.
Ich werde mal sehen, dass ich mal wieder Kontakt zu dem Leegebrucher bekomme... dann erfahre ich aus erster Hand die Auftraggeberfirma.
... belieferte Leegebruch zuerst mit Messereinzelteilen.
Das war ein "Montagevertrag". ...
Offenbar handelte es sich dabei NICHT um Taschenmesser, denn die stellte J.A.Henckels bereits in den 1970er Jahren nicht mehr her.
@ingoweimar
recht interessant, der Hinweis auf den link
http://sackmesserkult.ch/bilder/pdf/wasser.pdf
„GJW16:
Taschenmesser aus Solingen unbekannter Produktion. ...
„Das Echte…“ bezieht sich darauf, dass die Solinger Messerproduzenten vor Elsener (Victorinox) einige Soldatenmesser an die Schweizer Armee geliefert hatten. Teilweise wurden die Kopien der Schweizer Messer mit „Solingen“ gestempelt, obwohl sie aus schwedischem Stahl bei Foron in der DDR produziert wurden. …“.
Bei allem Respekt gegenüber den Leistungen der aktuell in der Schweiz produzierenden beiden Firmen und der eigentlich sprichwörtlichen Gründlichkeit „der Schweizer“ haben die „Ausstellungsmacher“ zumindest in dieser Beschreibung von dem Messersammler Guido J. Wasser Informationen ungeprüft verlinkt, die
1. schlecht recherchiert
2. falsch interpretiert
3. irreführend formuliert sind.
Das mit der Bezeichnung „GJW16“ abgebildete Messer entstammt zweifellos der Produktion der Solinger Firma Gebr. Richartz.
Die Verpackung der Firma Gebr. Richartz lautet bei genauem Hinsehen ganz neutral „Werkzeugmesser – Das Echte aus Solingen“, und diesen Slogan hat die Firma Gebr. Richartz sicherlich zu Recht auch in gedruckter Form seinen Kunden unterbreitet:
http://i119.photobucket.com/albums/o146/germania_photos/Richartz.jpg
Die Aussage „die Solinger Messerproduzenten“ hätten „vor Elsener (Victorinox) einige Soldatenmesser an die Schweizer Armee geliefert“ ist in mehrfacher Hinsicht falsch.
„Die Solinger Messerproduzenten“ gab es nicht als Lieferanten für Soldatenmesser, und von einer Vielzahl Solinger Messerhersteller die „Soldatenmesser“ in unterschiedlichsten Ausführungen gefertigt haben sind nur ZWEI als Lieferanten der Schweizer Armee bekannt.
Der Erstauftrag von immerhin 150.000 Stück wurde nicht an einen Schweizer Hersteller sondern an die Solinger Firma Wester & Co. erteilt, und die Solinger Firma Daniel Peres hat kurz darauf offenbar zwei Lieferungen an die Schweizer Armee ausgeliefert.
Kopien der „schweizer Soldatenmesser“ gab und gibt es weltweit von diversen Herstellern, auch irreführende mit „Solingen“ Schriftzug und diese wurden ohne Zweifel weder alle aus schwedischem Stahl noch ausschließlich bei „Foron“ in der DDR produziert. Ganz offensichtlich hat z.B. die Messerschmiede Leegebruch auch derartige Messer gefertigt (für PUMA mit Solingen Schriftzug, für J.A. Henckels OHNE Solingen Schriftzug).
Grüße
cut
ingoweimar
13.05.09, 19:02
So, ich möchte mal das Thema Messerschmiede Weimar kurz zum Abschluss bringen. Habe heute den Artikel aus dem Stadtarchiv bekommen und die wesentlichen Sachen in ein Bild gestellt.
Zu der Zeit vor 1957 habe ich nur erfahren, dass Herr Klaus in der Herbststr. 14 dort schon Messer produzierte. Mehr wurde mir nicht verraten.
http://img55.imageshack.us/img55/9238/artikelvillaklausfertig.jpg (http://img55.imageshack.us/my.php?image=artikelvillaklausfertig.jpg )
War eine int. Angelegenheit für mich. ;) Konez:D
Offenbar handelte es sich dabei NICHT um Taschenmesser, denn die stellte J.A.Henckels bereits in den 1970er Jahren nicht mehr her.
Ich habe heute ein TM von J.A.Henckels erhalten mit dem Werbeaufdruck einer Firma, die 1970 gegründet wurde. Dann habe ich wohl Eines der letzten produzierten TM? (weitläufig formuliert)
Ganz offensichtlich hat z.B. die Messerschmiede Leegebruch auch derartige Messer gefertigt (für PUMA mit Solingen Schriftzug, für J.A. Henckels OHNE Solingen Schriftzug).
Grüße
cut
Das eben erwähnte Messer ist ohne Solingen-Schriftzug. Oder sollte es ein solches Lizenzprodukt späteren Baujahres sein?
http://img518.imageshack.us/img518/4334/neuemesser.jpg (http://img518.imageshack.us/my.php?image=neuemesser.jpg)
(ein bissel säubern mußt ich es)
So ich habe mal mit meinem Leegebrucher Bekannten telefoniert:steirer:
Es ist tatsächlich so, wie ich es schrieb:
Leegebruch produzierte neben Eigenentwicklungen u.a. für folgende Firmen:
Puma (mit Puma - Logo - Solingen), soll in Solingen damals Ärger gegeben haben...;
Zwilling!!!--> Taschenmesser!!!
Dreizack (sagt mir selbst nichts)
Die Maschinen dazu kamen direkt oder indirekt von Victorinox, Anfang der 80´er Jahre.
Die Produktionsanlagen gingen komplett, nach Auflösung in Deutschland, nach Mikov.
Der Verhandlungspartner für die Verträge mit den damaligen Firmen war ein Herr Schuhmacher (aus der damaligen BRD).
Als die ehemaligen Gründer der GML bei der Treuhand den Antrag auf Rückübereignung stellten, wurde dies abgelehnt.
Es gab dann noch kurz den Versuch mit der Fa. Herbertz. Dies scheiterte.
Danach kaufte der o.g. Herr Schuhmacher die GML...
Die GML hatte soviel Material, dass sie ohne weiteres 3 Jahre hätten produzieren können...
Als Herr Schuhmacher kam, wurde als erstes die Belegschaft von 300 auf 60 reduziert und die Produktion heruntergefahren...
Offenbar handelte es sich dabei NICHT um Taschenmesser, denn die stellte J.A.Henckels bereits in den 1970er Jahren nicht mehr her.
Grüße
cut
Hier ein paar Zwillinge, hergestellt in den 80´er Jahren, von der GML:steirer:
Es sind keine "Raubkopien" sondern sie stammen aus dem Vertrag:super:
Mein Bekannter aus Leegebruch hat zu seinen Aussagen natürlich die entsprechenden Belegstücke:hehe:
http://img2.imageshack.us/img2/8983/5f171.jpg (http://img2.imageshack.us/my.php?image=5f171.jpg)
http://img2.imageshack.us/img2/5180/535a1.jpg (http://img2.imageshack.us/my.php?image=535a1.jpg)
http://img254.imageshack.us/img254/1774/74761.jpg (http://img254.imageshack.us/my.php?image=74761.jpg)
http://img26.imageshack.us/img26/6624/gmlzwilling.jpg (http://img26.imageshack.us/my.php?image=gmlzwilling.jpg)
http://img2.imageshack.us/img2/7402/gmlzwilling1.jpg (http://img2.imageshack.us/my.php?image=gmlzwilling1.jpg)
http://img25.imageshack.us/img25/6259/gmlzwilling2.jpg (http://img25.imageshack.us/my.php?image=gmlzwilling2.jpg)
Lese ich das richtig, Güteklasse 1 ?
Gruß Frank
Lese ich das richtig, Güteklasse 1 ?
Gruß Frank
Genau, die zweithöchste Qualitätsstufe.
ingoweimar
15.05.09, 23:15
Hier noch mal ein kleines, feines, grünes GML. Komplett aus Metall, Länge eingeklappt 8,5 cm.
http://img32.imageshack.us/img32/3185/s6300006.jpg
http://img193.imageshack.us/img193/149/s6300008.jpg
Auch ohne TGL-Zeichen für mich allererste Qualität. :super:
Die Modelle mit der Metallic-farbenen Beschichtung gab es in mehreren Farben.
ingoweimar
22.05.09, 16:54
Ganz offensichtlich hat z.B. die Messerschmiede Leegebruch auch derartige Messer gefertigt (für PUMA mit Solingen Schriftzug, für J.A. Henckels OHNE Solingen Schriftzug).
Heute habe ich meine Hefte vom Geschichtsverein Leegebruch erhalten.
http://img196.imageshack.us/img196/149/s6300008.jpg
Da kann man nachlesen, dass um 1983 modernste Maschinen aus der BRD und der Schweiz gekauft wurden.
Damit wurden auch Messer mit dem Warenzeichen Zwilling für Solingen produziert.
Seite 38 Heft 4.
Die Hefte können für Int. übrigens hier bestellt werden:
http://www.leegebruch.info/historischeblaetter.html
geschichtsverein@leegebruch.info <geschichtsverein@leegebruch.info
Ich kann die Hefte Interessierten Nutzern nur empfehlen.
@ ingoweimar,
danke für die Bestätigung!:super:
ingoweimar
23.05.09, 00:28
Hallo Grat,
der Schweizermesser-Nachbau wurde meines Wissens in Legebruch bei Berlin hergestellt (jetzt Fa.Adler-Messer).Daher war auf den roten "Plaste"-Griffschalen ein L in einem Oval dargestellt.
Auch diese Aussage mit dem L als Logo kann ich bestätigen, es befinden sich Bilder dieser Offiziersmesser in vielen Varianten in der Broschüre.
Hier mal ein Messer gemarkt mit FORON Inox, frisch vom Flohmarkt:steirer:
http://img5.imageshack.us/img5/3721/p5260023a.jpg (http://img5.imageshack.us/my.php?image=p5260023a.jpg)
Als Zugabe bekam ich dann noch diese 2 Messer, das Logo "Bürste" sagt mir überhaupt nichts, das andere ist wohl ein Schweizer????
Die Messer werde ich dann mal die Tage sachte säubern...
http://img15.imageshack.us/img15/9097/p5260033a.jpg (http://img15.imageshack.us/my.php?image=p5260033a.jpg)
http://img15.imageshack.us/img15/8455/p5260035a.jpg (http://img15.imageshack.us/my.php?image=p5260035a.jpg)
, das andere ist wohl ein Schweizer????
Sieht mir eher nach einem Pradel bzw. einer Kopie davon aus dem französischen Raum aus. Da wurde gerne ein Kreuz drauf gemacht, um Verwechslungen zu fördern.
Auf der folgenden Webseite sind auch zwei "faux couteau Suisse" abgebildet: http://www.couteaux-jfl.com/pradel.htm
Ich kenn mich den den Teilen nicht so aus :steirer:
Ich werde die 2 Teile mal säubern und dann ... mal sehen...
Habe da eh keine Verwendung für.
ingoweimar
01.06.09, 22:48
Hier mal ein Messer gemarkt mit FORON Inox, frisch vom Flohmarkt:steirer:
http://img5.imageshack.us/img5/3721/p5260023a.jpg (http://img5.imageshack.us/my.php?image=p5260023a.jpg)
Habe da eh keine Verwendung für.
Gilt das auch für das Foron? Dann her zu mir, meines braucht nen Partner.
http://img36.imageshack.us/img36/4261/foronforum.jpg
:steirer: Das ist mein erstes FORON Inox:steirer:
Steht also nicht zur Debatte.
ingoweimar
04.06.09, 13:02
Hier mal ein Bild eines FORON-Offiziersmesser aus der Modell 900 Reihe.
http://img192.imageshack.us/img192/33/foron1.jpg
Hier mal ein Bild eines FORON-Offiziersmesser aus der Modell 900 Reihe.
http://img192.imageshack.us/img192/33/foron1.jpg
Da wird selbst Mac Gyver neidisch:steirer:
und ich auch:super: das fehlt bei mir noch:glgl:
ingoweimar
04.06.09, 13:37
Ich habs doch auch nicht, :( nur das Bild. Und dank der Hefte über GML konnte ich das Bild jetzt auch einer Baureihe zuordnen. Es gab 2 Baureihen, Modell 600 mit 3 Varianten und Modell 900 mit 10 Varianten.
Quelle:Historische Leegebrucher Blätter.
ingoweimar
04.06.09, 19:35
Abweichend vom Taschenmesser, aber zurückkehrend zu diesem Beitrag :
http://www.messerforum.net/showpost.php?p=580510&postcount=85
bei dem ich einen Beitrag vorher nach dem Logo der Messer fragte, habe ich nochmal eine Frage zu einem der Messer dieses DDR-Hersteller.
http://img197.imageshack.us/img197/1435/kchenmesser.jpg (http://img197.imageshack.us/my.php?image=kchenmesser.jpg)
Diese Form ist mir früher nie untergekommen, wie bezeichnet man eine solche Klingenform ?
1 Euro auf dem Flohmarkt.Die Scharte hab ich schon etwas raus geschliffen und schärfer ist es jetzt auch...:steirer:
... wie bezeichnet man eine solche Klingenform ?
Je nach Größe kenne ich sie unter dem Namen
* Käsemesser
* Hackbeil
Grüße
cut
ingoweimar
05.06.09, 12:22
Gut, da noch ein langes schmales Messer mit 2 Spitzen mit dem gleichen Logo dazu gehört, hat mir meine Gute also ein Käsemesserset von damals mitgebracht. Prima, wieder 2 sinnvolle Stücke mehr, da ich das Set in Gebrauch habe. Danke !:super:
Dark Hunter
05.06.09, 22:28
@ ingoweimar
Die beiden Messer müssen nicht unbedingt als Set verkauft worden sein, das Zweispitzige ist tatsächlich ein Käsemesser und wurde meist einzeln verkauft.
Bei dem abgebildeten Messer kann es sich auch um eine Form der sogenannten Frühstücksmesser handeln. Nach Griffmaterial und Nieten würde ich das Messer zeitlich auf Mitte der Siebziger bis Anfang der Achtziger Jahre einordnen. Damals wurde mit teilweise skurilen Klingenformen experimentiert, die oft in relativ kleinen Serien gefertigt wurden.
Die ersten Frühstücksmesser die mir untergekommen sind, waren für den Export nach Schweden bestimmt und hatten eine breit-ovale Form, etwa so wie die im Messermagazin 6/2008 auf Seite 8 vorgestellten Pizzamesser. Später gab es dann auch noch andere Varianten.
Eine andere merkwürdige Form war ein Tortenmesser, die Klinge hatte in etwa die Form eines mittelalterlichen Malchus.
Leider kann ich zur Zeit keine Fotos einstellen, da die Messer mir nicht vorliegen. Wenn ich wieder mal nach Steinbach komme, werde ich mich mit einer Kamera bewaffnen und die Schubladen meiner Eltern durchsuchen, da müsste einiges an Bildern zusammenkommen. Aber vor den Sommerferien wird das nichts.
Wer vorher schon mal nach Steinbach kommt sollte sich das Heimatmuseum anschauen, da dürfte einiges zu finden sein, auch ältere Sachen.
mit Freundlichen Grüßen D. H.
P.S. Vieleicht sollten die Beiträge zu Steinbach ein eigenes Thema werden, da sie ja nichts mit Taschenmessern zu tun haben. Mögen die Moderatoren entscheiden.
ingoweimar
10.06.09, 08:14
Gab es in der frühen DDR auch einen Messerhersteller Himmel oder Hummel?
Nein, aber in Solingen muß es einen Hersteller namens Himmel gegeben haben.
Siehe Link :
http://messerschmied.net/Schmiedemarken/himmel_sm.jpg
http://messerschmied.net/Schmiedemarken/himmel_sm.jpg
Nachtrag, da auch grad auf der Seite entdeckt.
http://messerschmied.net/Schmiedemarken/pfeilkreuz_SM.jpg
http://messerschmied.net/Schmiedemarken/pfeilkreuz_SM.jpg
Diese Messermarke wird auch als DDR-Marke dargestellt. Da ich letztens die Möglichkeit verpasst habe, ein Messer
mit dieser Marke zu kaufen, meine Frage. Wer kennt die Marke oder die Firma, die dahinter steht ?
Gruß Ingo
ingoweimar
30.06.09, 17:49
Moin Tilo,
ich war mal zwischendurch wieder bei meinem Bruder und hab mir sein Foron- Messer genauer beäugt. Die Sache mit dem ovalen L kann ich leider nicht bestätigen. Auf seinem Taschenmesser steht, in der gleichen Farbe wie die Griffschalen, nur Foron drauf.
Sein Modell hat er so um das Jahr 1984 rum gekauft, eventuell auch etwas später, deshalb würde mich in diesem Zusammenhang glatt interessieren, wann die andere Bezeichnung eingeführt wurde.
Gruß Björn
Beide Logo wurden offenbar gleichzeitig benutzt, 1984 taucht das L im ovalem Kreis auf im Zusammenhang mit Modell 600 und 900.
Ihr habt also Beide recht. Ich werde mich zu einem genauerem Zeitpunkt der Benutzung noch erkunden.
http://img33.imageshack.us/img33/1765/foronreihel.jpg
Aber bei dem Messer mit der Firmeninschrift "Hulicius" kann mir keiner weiter helfen, oder ? Es muß ja eine DDR-Produktion gewesen sein, da wie geschrieben das TGL 1-Zeichen auf der Klinge ist.
http://img370.imageshack.us/img370/1407/s6300010mj5.jpg (http://imageshack.us)
Nochmal was zur Firma "Hulicius", ich kenne jetzt 2 weitere Besitzer eines solchen Messers.Hier meinem Stadtviertel und in der Nähe von Weimar. Die Messer sind laut Ihren Aussagen aus den 60 er Jahren. Deswegen vermute ich, dass "Hulicius" ein kleiner, regionaler Messerhersteller war, der von der Verstaatlichungswelle geschluckt wurde.
Gruß Ingo
ingoweimar
10.07.09, 18:57
@ ingoweimar
Bei dem abgebildeten Messer kann es sich auch um eine Form der sogenannten Frühstücksmesser handeln. Nach Griffmaterial und Nieten würde ich das Messer zeitlich auf Mitte der Siebziger bis Anfang der Achtziger Jahre einordnen. Damals wurde mit teilweise skurilen Klingenformen experimentiert, die oft in relativ kleinen Serien gefertigt wurden.
P.S. Vieleicht sollten die Beiträge zu Steinbach ein eigenes Thema werden, da sie ja nichts mit Taschenmessern zu tun haben. Mögen die Moderatoren entscheiden.
Da ich jetzt mittlerweile im Besitz eines Sets aus Steinbach bin, kann ich Dir nur zu stimmen.
http://img148.imageshack.us/img148/6977/steinbachset.th.jpg (http://img148.imageshack.us/i/steinbachset.jpg/)
Das Zweite von oben habe ich heute ausprobiert, das liegt super in der Hand.
Hier meine Messer aus Steinbach, die Abgenutzten sind im täglichen Geebrauch.
http://img190.imageshack.us/img190/9584/steinbach.th.jpg (http://img190.imageshack.us/i/steinbach.jpg/)
Ja, wenn ein Moderator aus den 4 Beiträgen einen Thread machen will, habe ich nichts dagegen.
Hallo
Zum üblichen GML (in der bewährten :glgl: "guten" Qualität) wurde hier ein Etui Barcarole Akkordeons mitgeliefert. Passen Etui und Messer zusammen? Kennt jemand Barcarole Akkordeons?
Gruß Frank
ingoweimar
19.07.09, 17:53
http://img81.imageshack.us/img81/3931/barcarolemegastarlogo.jpg
Barcarole-Akkordeons wurden von den Gebr. Gruendel Barcarole- Harmonikafabrik in Klingenthal hergestellt. Wie auch GML (zu Foron) wurden auch Sie irgendwann einem VEB angegliedert. (wahrscheinlich VEB Klingenthaler Harmonikawerke,kurz VEB Harmona)
Infos von www.museum-markneukirchen.de und
www.harmonikamuseum-zwota.de
Der Beginn der Harmonikaindustrie im Klingenthaler Gebiet wird auf den Instrumentenhändler Johann Wilhelm Glier zurückgeführt, der 1829 von einer Geschäftsreise eine Mundharmonika nach Klingenthal brachte und diese in der väterlichen Werkstatt nachbauen ließ. Die Fertigung von Handzuginstrumenten kam in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts hinzu. Unzählige Mund- und Handharmonikas, Akkordeons unter klangvollen Markennamen wie „Royal Standard“, „Barcarole“, „Horch“, „Weltmeister“, „Galotta“, „Hutschelli“ verließen die Werkstätten in Klingenthal und Zwota und wurden in viele Länder der Welt exportiert.
Gruß Ingo
,der auch im Forum des Musikmuseums Nutzer ist.
Feines Werbemesser !!!
Chase Carver
19.07.09, 21:02
Interessanter Thread,
jetzt weiß ich auch, wo mein Zwilling J.A.Henckels zusammengebaut wurde. Hatte mich schon gewundert, warum nicht "Solingen", sondern nur "Germany" auf der Klinge steht.
http://www.andreas-utz.info/zwilling.jpg
ingoweimar
19.07.09, 22:15
Ja, das abgebildete Messer ist das Modell 900, das mit dem Zwillling-Logo für Henckels produziert wurde.
http://img32.imageshack.us/img32/485/zwillinggml.jpg (http://img32.imageshack.us/i/zwillinggml.jpg/)
Quelle für Details des 900:Leegebrucher Geschichtsblätter
ingoweimar
26.07.09, 11:04
Hier mal estwas Anderes von GML, eine Mischung aus Besteck und Taschenmesser, wohl gut fürs Camping geeignet.
http://img195.imageshack.us/img195/8093/klappbesteckgml.jpg
Feldschmiede
26.07.09, 12:55
Eigentlich gab es Taschenmesser nur unterm Ladentisch
Diese waren von Adler
Messer mit festehender klinge gab es noch seltenner.
Darum hat mier mein vater als Schlosser ein ´´Hirschfänger``
selbst geschmiedet.
Man kontemit beziehungen bei den meisten schmieden
etwas bekommen
Messer mit festehender klinge gab es noch seltenner.
Das wäre mir neu!
Soweit ich mich erinnern kann, bekam man feststehende Messer "an jeder Ecke".
Gruß Thomas
ingoweimar
26.07.09, 14:24
Taschenmesser gab es zu jeder Zeit in der Spowa, im Haushaltswarenhaus und teilweise in kleinen Werkzeugläden. Soweit Jena betreffend. Die Hersteller wie Sesta, GML etc. sind hier umfassend aufgelistet. Adler-Messer ist der Nachfolgebetrieb nach 1990,in der DDR war das noch die Leegebrucher Genossenschaftsschmiede (später zu Foron gehörig)
Feststehende Messer gab es vielfältig auch immer im Sortiment in oben angeführten Läden.
Siehe auch hier:
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=71304
Eine kurze Auflistung meiner feststehenden Messer.
Mittlerweile schon wieder unvollständig, sind wieder welche dazu gekommen. :-)
Die höherwertigen Jagdmesser gab es in den Bezirksstädten beim:
"Jagdausstatter".
Eigentlich gab es Taschenmesser nur unterm Ladentisch
.......
Messer mit festehender klinge gab es noch seltenner.
Hallo, Feldschmiede, wo hast Du denn diese Information her? Die ist jedenfalls horrender Blödsinn!
Und, um den Posts von bumpkin, ingoweimar und Grenzwolf noch eins draufzusetzen: Taschenmesser gab es in jedem Dorfkonsum!
(Das ist nicht abwertend gemeint, aber deren Warenangebot war naturgemäß nicht so umfangreich wie in einem Warenhaus.)
ingoweimar
05.08.09, 17:06
Ich benötige mal Hilfe bei der Bestimmung eines Messers. Ich war eigentlich der Meinung, dass es sich um ein GML (Leegebruch) handelt, da es so im Leegebrucher Bildband von A. Funke abgebildet ist. Aber so richtig überzeugt bin ich von meiner Annahme nicht.
Auf DDR weisst ja schon das TGL-Zeichen hin. Die Scheide im Hintergrund ist von einem anderen Messer, bei dem ich auch an GML dachte.
Hier das Logo:
http://img18.imageshack.us/img18/2092/jmex.jpg
Hat jemand dieses Logo schon mal gesehen und weiss etwas dazu?
Gruß Ingo
... Ich war eigentlich der Meinung, dass es sich um ein GML (Leegebruch) handelt, ... Aber so richtig überzeugt bin ich von meiner Annahme nicht.
Hallo Ingo,
Deine skeptische Annahme zur Zuordnung des Messers trügt Dich NICHT!
Das "KHP"-Messer wurde in "P" = Pappenheim/Thüingen gefertigt.
Diese Stadt existierte nur während des Bestandes des "Arbeiter- und Bauernstaates", ursprünglich handelte es sich um den Ort Kleinschmalkalden. Nach der deutschen Wiedervereinigung kam es 1990 zu einer Volksabstimmung, die zurück zum ursprünglichen Ortsnamen führte. Seit 2006 ist der Ort eingemeindet in die Großgemeinde Floh-Seligenstadt ... und die wohl "richtige" und vollständige Ortsbezeichnung lautet nun:
Floh-Seligenstadt Ortsteil Kleinschmalkalden
Hersteller des Messers war KURT HAENEL,
das Anfangsbuchstaben "KH" (ohne "P") finden sich auch heute noch im
ansonsten identischen Logos dieser Firma (Foto Januar 2009):
http://i119.photobucket.com/albums/o146/germania_photos/HaenelJanuar2009.jpg
Grüße
cut
ingoweimar
06.08.09, 17:16
Hallo Cut, das ist ja Spitze, was Du dazu alles weisst. Pappenheim ist mir von diesem Preisschild bekannt.
http://img268.imageshack.us/img268/8154/pappenheim.jpg (http://img268.imageshack.us/i/pappenheim.jpg/)
Aber ich hätte nie eine Verbindung zu Kurt Haenel gefunden.
Also Danke für Deine schnelle Hilfe.
Gruß Ingo
ingoweimar
07.08.09, 19:13
Zu Kurt Haenel habe ich folgende Info gefunden:
http://img38.imageshack.us/img38/4831/haenel.jpg
Quelle:Freies Wort
Da nach der Verstaatlichung die Betriebe immer das Kombinatslogo tragen mußten, wird das Messer wohl vor 72 hergestellt sein. Vielleicht auch eine Exportvariante.
Auch heute noch ein Inbegriff für Sicherheit und Ordnung: Staatliche Versicherung DDR :glgl:
Und neben der Miniklinge das eigentliche Werkzeug: Ein Flaschenöffner! :super:
Das Ganze natürlich ein Spitzenerzeugnis :hehe: der Sonderklasse :steirer:
Gruß Frank
ingoweimar
24.08.09, 14:17
Ein weiteres schönes Werbemesser hat sich in meinen Besitz begeben. Hergestellt in der Messerschmiede Klaus, Weimar, hat es also den Weg in die Heimat zurück gefunden.
http://img33.imageshack.us/img33/5928/mwmwerbung.th.jpg (http://img33.imageshack.us/i/mwmwerbung.jpg/)
Desweiteren war ein SESTA-Messer dabei, dass ich in der Form noch nie gesehen habe. Im Gegensatz zu den üblichen Sesta hat es nur eine Klinge und die Form dieser Klinge eher wie den GML-Messer.
Auf dem Bild:
Oben, ein GML-Jagdmesser
Mitte, das Sesta mit ähnlicher Klinge
Unten, die "normale" Sesta-Variante
http://img195.imageshack.us/img195/4396/sestaklinge.th.jpg (http://img195.imageshack.us/i/sestaklinge.jpg/)
Gruß Ingo
ingoweimar
10.09.09, 13:54
Interessanter Thread,
jetzt weiß ich auch, wo mein Zwilling J.A.Henckels zusammengebaut wurde. Hatte mich schon gewundert, warum nicht "Solingen", sondern nur "Germany" auf der Klinge steht.
http://www.andreas-utz.info/zwilling.jpg
So seit heute habe ich mein Henckels ala Leegebruch auch daliegen:
http://img197.imageshack.us/img197/6488/gmlzw1.jpg (http://img197.imageshack.us/i/gmlzw1.jpg/)
Sehr schönes Teil. Ganz eindeutig ein Modell 900, das mit Henckels (ohne Solingen) gemarkt ist.
Modell 900 übrigens (wie ich aus Leegebruch erfuhr,danke!), weil das Messer 9cm lang ist.(analog Modell 600->6 cm)
http://img14.imageshack.us/img14/1448/mode900zw.th.jpg (http://img14.imageshack.us/i/mode900zw.jpg/)
Aber die Messer wurden nicht aus gelieferten Teilen NUR zusammen gebaut, sondern es sind GML-Messer (eben das Mod.900), die mit Zwilling geprägt wurden.
http://img43.imageshack.us/img43/1373/gmlzw.th.jpg (http://img43.imageshack.us/i/gmlzw.jpg/)
ingoweimar
14.09.09, 16:32
Vom Flohmarkt am WE habe ich wieder mal ein paar schöne Messerchen mitgebracht, unter amderem GML und Sesta.
Vorstellen will ich 2 davon:
http://img43.imageshack.us/img43/9398/dresdnerhippe.th.jpg (http://img43.imageshack.us/i/dresdnerhippe.jpg/)
Eine "Hippe", die hier gesondert behandelt wird:
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=74632
http://img513.imageshack.us/img513/5923/gmlholzgriff.th.jpg (http://img513.imageshack.us/i/gmlholzgriff.jpg/)
Und dieses scher schöne Leegebrucher Taschenmesser aus den 50er Jahren mit Griffschalen aus Holz (Eiche oder Nussbaum meines Erachtens nach). Grifflänge dieses Messers ist 11,3 cm, Klingenlänge 10,00 cm.
Leider ist die kleine Klinge abgebrochen. Auch dieses Messer war in einem total verdreckten und verrostetem Zustand, macht jetzt aber nach der Reinigung einen guten Eindruck.
Gruß Ingo
ingoweimar
01.11.09, 22:07
Nächste Vorstellung.
Hab im I-Net heute ein Messer erworben, weil es schön alt aus sah und ich den Schriftzug NIROSTA entzifferte. Dachte somit an ein Hammesfahr günstig gekommen zu sein.
Nach der Auktion kurzer Kontakt zum Verk. , der mir schrieb, dass auf dem Messer DITTERT%CO und NIROSTA steht. Also ein schönes DDR-Messerchen erworben.
Hier das Bild:
http://img515.imageshack.us/img515/722/nirostatm.th.jpg (http://img515.imageshack.us/i/nirostatm.jpg/)
Was mich wundert, ist nur die Nirosta-Bezeichnung. Wußte nicht, dass die bei uns auch verwendet wurde.
Aber Nirosta wird ja ich über die Suchmaschine las, noch heute für Messer verwendet.
Gruß Ingo
NIROSTA war auch in der DDR ein gängiger Begriff.
Bin absolut sicher, diesen damals auch in anderen Bereichen der Metallverarbeitung gelesen zu haben.
Gruß Thomas
ingoweimar
02.11.09, 12:59
Hab den Begriff damals nicht wahr genommen. Durch die Bestätigung kann ich das Messer weiter zeitlich eingrenzen.
Hab jetzt übrigens auch das Taschenmesser Modell 600 von Foron.
Bild kommt heute nach mittag nach.
Gruß Ingo
ingoweimar
16.11.09, 19:43
@ ingoweimar
Ob J.E. Dittert als "Vorläufer" der benannten Firmen anzusehen ist, bezweifle ich.
Zumindes ist dieses Unternehmen als Auswirkung der Weltwirtschaftskrise mit dramatischen Auswirkungen auf die Sächsische Industrie (damals Deutschlands Export-Land Nr. 1!) bereits 1930 in Konkurs gegangen. Offenbar hat es aber eine Nachfolgefirma gegeben.
SESTA ist nach meinen Unterlagen ein Neugründung in der DDR nach Ende des 2. Weltkrieges, hervorgegangen durch aus Böhmen/Nixdorf vertriebene Fachleute der dortigen traditionsreichen Messerindustrie.
Zu "Neustädter Messerfabrik" oder "Messerfabrik Neustadt" sind mir leider keine überprüfbaren Hinweise bekannt.
Grüße
cut
Hallo Cut, am Wochenende habe ich ein typisches DDR-Messer erworben, das eindeutig mit J.E Dittert&Co (die Firma ist ja aus Neustadt in Sachsen))und dem Dreieck mit Lot oder Spinne am Faden(erkenn ich nicht genau) gemarkt ist.
http://img69.imageshack.us/img69/9282/dittert2f.th.jpg (http://img69.imageshack.us/i/dittert2f.jpg/)
Das Rechte ist das Neue, links ein and.Dittert ohne Klingenmarke, nur auf dem Griff beschriftet)
Das gleiche Messer habe ich mit der Aufschrift "Neustädter Messerfabrik". Ich gehe schon von aus, dass die Firmen-Reihenfolge.
->Dittert->Neustädter->Sesta war.
Das Messer der Neustädter Messerfabrik hat wiederrum eine Klinge mit Sesta-Marke.
Allerdings suche ich noch nach Hinweisen, wie es mit Dittert nach dem März 1930 weiter ging, da in diesem Monat ja in Pirna Konkurs angemeldet wurde. Die Marke wurde aber nicht gelöscht.
... Dreieck mit Lot oder Spinne am Faden(erkenn ich nicht genau)
Glückwunsch zum Erwerb!
Die Bildmarke ist eindeutig ein Lot im Dreieck.
Ich bin gespannt zu erfahren, ob zu der Firmenfolge irgendetwas in Erfahrung gebracht werden kann.
Grüße
cut
ingoweimar
17.11.09, 13:03
@ ingoweimar
Ob J.E. Dittert als "Vorläufer" der benannten Firmen anzusehen ist, bezweifle ich.
Zumindes ist dieses Unternehmen als Auswirkung der Weltwirtschaftskrise mit dramatischen Auswirkungen auf die Sächsische Industrie (damals Deutschlands Export-Land Nr. 1!) bereits 1930 in Konkurs gegangen. Offenbar hat es aber eine Nachfolgefirma gegeben.
Grüße
cut
Mal den alten Beitrag dazu rausgekramt. Ja,es gab offenbar die Firma trotz Konkurs weiter. Habe im Netz Fotos von SA-Dolchen gefunden mit der Dittert-Marke. Laut der Seite Dienstdolch wurden diese Dolche erstmals Ende 1933 hergestellt.Somit ist erst mal sicher, dass die Firma zu dieser Zeit wieder belebt wurde.
Nachtrag:Cut, Du schreibst weiter vorn von einer Taschenmesser und Chirurgeninstrumentefabrik
J.E.Dittert. In Konkurs gegangen ist eine Stahlwarenfabrik J.E. Dittert. Da Dittert in den 30ern eine Aktiengesellschaft war, kann es denn sein, dass nur ein Teil der AG Konkurs anmeldete?
AG, weil ich mal eine Aktie von J.E. Dittert gesehen habe. Weiss nicht mehr wo.
Gruß Ingo
Danke für den Beitrag, ich hatte gerade zufällig herauszufinden versucht, was sich hinter dem "MW" auf einigen Taschenmessern in meinem Besitz verbirgt.
genaud das hatte ich 1988 auch bekommen. leider ists mir bei der asche flöten gegangen :(. da hatte ich auch noch ein taschenmesser, welches zum t72 dazugehörte, das ist ähnlich, nur leider auch verlustig gegangen.
lg
flash
Hey Leute,
ich bin gerade ein wenig am stöbern und fand dieses Thread... Die ganzen Klingen hier find ich genial
Wisst ihr zufällig wo man solche heutzutage noch herbekommt?
Gruss
Peppi55
Desweiteren war ein SESTA-Messer dabei, dass ich in der Form noch nie gesehen habe. Im Gegensatz zu den üblichen Sesta hat es nur eine Klinge und die Form dieser Klinge eher wie den GML-Messer.
So eines hatte mein Vater auch, bis ich es ihm aus dem Kreuz geleiert habe... :o
Ookami
ingoweimar
03.05.10, 16:21
Habe mal wieder ein Messerchen ersteigert, dass ich nicht zuordnen kann.
Werbeaufschrift:
Fahrzeugwerke Hunger KG
Frankenberg DDR
Die Firma Hunger Hyfraulik gibt es heute noch.
Was mich interessiert ist der Messerhersteller. Wer hat diese Marke schon einmal gesehen und weiss etwas dazu?
http://img683.imageshack.us/img683/7200/hungerkg.jpg
http://img413.imageshack.us/img413/4971/hungerkg1.jpg
Gruß Ingo
PS:Die Flohmarktausbeute meiner Freundin am 01.Mai.
http://img91.imageshack.us/img91/4372/flohm10.jpg
Das Silberne ist von SMF, das Zweite Toledo von August Knecht.
Man bin ich stolz auf meine Beste. :super::super:
Hier mal die Geschichte eines DDR Taschenmessers - lustig niedergeschrieben:
http://hutchen.over-blog.de/article-das-taschenmesser-39345150.html
ingoweimar
05.07.10, 14:58
@ ingoweimar
Ob J.E. Dittert als "Vorläufer" der benannten Firmen anzusehen ist, bezweifle ich.
Zumindes ist dieses Unternehmen als Auswirkung der Weltwirtschaftskrise mit dramatischen Auswirkungen auf die Sächsische Industrie (damals Deutschlands Export-Land Nr. 1!) bereits 1930 in Konkurs gegangen. Offenbar hat es aber eine Nachfolgefirma gegeben.
SESTA ist nach meinen Unterlagen ein Neugründung in der DDR nach Ende des 2. Weltkrieges, hervorgegangen durch aus Böhmen/Nixdorf vertriebene Fachleute der dortigen traditionsreichen Messerindustrie.
Zu "Neustädter Messerfabrik" oder "Messerfabrik Neustadt" sind mir leider keine überprüfbaren Hinweise bekannt.
Grüße
cut
Glückwunsch zum Erwerb!
Ich bin gespannt zu erfahren, ob zu der Firmenfolge irgendetwas in Erfahrung gebracht werden kann.
Grüße
cut
Hallo Cut, nach monatelangem Warten kam heute die Antwort auf meine Frage dazu aus dem Stadtmuseum in Neustadt/Sachsen.
1864 Gründung der Chirurgieinstrumenten- und Messerfabrik Dittert &. Co. in Neustadt
1871 275 Arbeiter beschäftigt, produzierte bis zur Wende 1989/90 vorzugsweise Taschenmesser in der Dresdner Straße 47
1972 verstaatlicht
1975 - 1989/90 Betriebsteil des VEB SESTA Sebnitz (Messerproduktion)
Somit war meine bisher vage Vermutung richtig.
Zu einem anderen Betrieb in Neustadt wurde mir noch dieses mitgeteilt:
1825 Johann Gottlob Erber gründet eine Werkstatt zur Herstellung chirurgischer Instrumente und Messer
1857 entstehen daraus die Vereinigten Erberschen Stahlwaren (die Messer sind in aller Welt gefragt)
1889 - 1930 ist das Werk im Besitz der Fa. J. A. Henkels, Zwillingswerk Solingen,daraus entwickeln sich
1945 die Juliuswerke Neustadt, Herstellung von Berufsmessern
1966 Vereinigung mit dem VEB Emaillierwerk Neustadt, firmiert nun unter VEB Emaillier- und Schneidwaren,
Produkte: vor allem Messer für Handwerker
1968 Übernahme des Betriebes durch den VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen, Einstellung der Emaille- und Schneidwarenproduktion
Dass es vor den Beziehungen zwischen Leegebruch und J.A.Henckels bereits eine Verbindung zwischen Solingen und einer Firma im östlichen Raum DLD`s gab, ist mir neu.
Gruß Ingo
GUB Kaliber
16.07.10, 10:23
Hallo
Ich bin neu hier. Habe zu meiner Frage keinen bessere Rubrik gefunden. Es geht um DDR Messer. Ich habe in meinem Fundus noch ein paar siehe Bilder. Sind diese Messer aus Mühlhausen? Da keine Beschriftung drauf ist , gehe ich mal davon aus das es recht einfache Messer sind ( Stahlqualität). Bei meinen Leegebruch Messern ist zum großen Teil immer was drauf. Da ich mich mit dem Messersammeln noch nicht so lange beschäftige und auch im Netz schwer Infos zu finden sind hoffe ich hier auf ein paar Antworten. Ich versuche meine Messer bei Privat zu kaufen oder auf dem Flohmarkt. Natürlich will man nicht zu viel bezahlen. Wenn ein Taschenmesser 5 oder 10 Euro kostet ist das ja nicht das Problem. Wenn dann aber größere Summen ins Spiel kommen muß das auch alles irgendwie passen. Könnt Ihr mir sagen wo die abgebildeten Messer preislich einzuordnen sind? Danke und Gruss Peter
http://lh3.ggpht.com/_3Yg2fDuQWj8/TEATeV9JIEI/AAAAAAAAABg/J0gsk7KD4jw/SNV30001.JPG
ingoweimar
16.07.10, 11:44
Hallo Peter, dass sind die 2 neueren der 3 Versionen des Waidbestecks, dass in Mühlhausen hergestellt wurden. Kosteten damals je nach Version (ob mit Hirschhorn oder mit HH-Imitat) zwischen 56 und 67 Mark/DDR.Hersteller und Preis waren meist die Rückseite der Scheide gestempelt.
Die heutigen Preise haben sich zwischen 40 bis 100 Euro eingependelt, eben auch nach Version,Zustand und Material.
Ich hatte im Frühjahr riesiges Glück und habe die Hirschhorn-Version für 30 Euro bekommen, für die mein Sammlerfreund, der "leider" zu spät kam, locker nen Hunni hingelegt hätte.
Siehe auch hier:
http://www.messerforum.net/showpost.php?p=689857&postcount=12
Gruß Ingo
PS:Falls Du die schönen Stücke verschenken willst..:steirer::steirer::irre:
Nachtrag:Grad gesehen, das eine Jagdmesser,2. von links, ist mit dieser Klingenform relativ selten, das erhöht m.E. den Wert des WB noch einmal.
GUB Kaliber
16.07.10, 14:05
Hallo ingoweimar
Vielen Dank erst mal für die Info. Wie ich im Netz sehen konnte sind DDR Messer sagen wir mal von Mühlhausen , Leegebruch usw. recht selten im Angebot. Derzeit bekomme ich hin und wieder was von Privat angeboten oder ganz selten mal was auf dem Flohmarkt. Es gab da mal das DDR Fahrtenmesser (hatte ich auch als Kind) mit dem Rehfuß für 9,50 DDR Mark in einer Kunstlederhülle. Ges.Länge 26cm , Klinge 12,5cm. Was kostet so was denn im sehr guten Zustand. Ich weis das es keine Qualität ist und als Messer nicht viel taugt , aber für einen Sammler trotz allem ein interessantes Stück jedenfalls für einen der DDR Messer sammelt.
Gruss Peter
ingoweimar
16.07.10, 14:18
Schau mal in den Thread hier, da habe ich meine Jagd und Fahrtenmesser vorgestellt:
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=71304
Welches meinst Du? Das FM 908 bekommt man bereits für 10 Euro.
Frag ruhig.
Glaube, ich muß die Aufzählung mal aktualisieren.
Gruß Ingo
GUB Kaliber
16.07.10, 14:30
Hallo
Ja , genau das ist es. Echt tolle Sammlung hat Du da. bevor ich in Zukunft was kaufe werde ich mich hier mal schlau machen. Ps. für die beiden Mühlhausener hab ich 80 Euro gegeben. So wie es aussieht ist das ja im Rahmen.
Gruss Peter
ingoweimar
17.07.10, 14:43
So jetzt hau ich Euch noch ein paar Bilder von DDR-Taschenmessern um die Ohren....
2 Leegebrucher Jagdtaschenmesser, das eine ist neu bei mir und noch ungereinigt:
http://img341.imageshack.us/img341/9515/jtm2.jpg
Ein weiteres neues GML, auch noch unbehandelt. Die Maserung gefällt mir!
http://img687.imageshack.us/img687/3345/gmlholz1.jpg
Und ein Sesta. Wozu soll die kleine Klinge mit dem Schraubenzieher gut sein? Nur der bessseren Handhabung wegen???
http://img689.imageshack.us/img689/6360/sestaschraube.jpg
Hab jetzt fast 200 Taschenmesser aus DDR-Produktion, wird langsam zum Platzproblem...:confused:
Gruß Ingo
Ingo, tolle Taschenmesser hast Du da aufgerissen!
Und wie ich lese, gibt es mit GUB Kaliber einen DDR Sammler mehr hier :super:
Willkommen!
Dein linkes Waid (Weid)- Besteck gefällt mir sehr gut :glgl:
Von den "Rehfußmessern" gibt es zig Varianten, habe nur 3 Stück, gibt aber mehr davon.
ingoweimar
18.07.10, 16:59
Von den "Rehfußmessern" gibt es zig Varianten, habe nur 3 Stück, gibt aber mehr davon.
Hier mal ein paar "Rehfussmesser", von links 2XLeegeb., 2XMühlhausen,2XHänel Pappenheim.
http://img441.imageshack.us/img441/9011/fmrehfuss.jpg
Könnte jetzt noch den Brieföffner aus Mühlhausen abbilden, aber den sieht man im Jagdmesserthread von mir.
Gruß Ingo
Hier mal ein "Juwel", welches ich bei meinem Vater im Schuppen gefunden habe.
Elektrikermesser aus Werkzeugstahl:
http://i684.photobucket.com/albums/vv209/m21peace/Elektriker.jpg
http://i684.photobucket.com/albums/vv209/m21peace/Elektriker2.jpg
Scheint mal auf einer heißen Fläche gelegen zu haben.
Ookami
Kannst Du mal das Logo auf dem Griff größer einstellen?
Aber klar, bitte sehr:
http://i684.photobucket.com/albums/vv209/m21peace/logo.jpg
Ookami
ingoweimar
18.07.10, 19:53
Naja Juwel (die "" sind passend:super:), diese Messer waren in den VoPo-Taschen drin. Weiss aber nicht warum, da von Prinzip her ein Elektrikermesser.
Gruß Ingo
Also ich finde das Logo sehr interessant.
Weiß einer von Euch den Hersteller?
ingoweimar
23.07.10, 13:09
Nochmal an GUB-Kaliber, Peter, die rechte Variante Deiner Messer wird grad in einer Auktion verkauft und steht 5 Tage vor Ende bereits bei 53 Euro.
Also auf jeden Fall hast Du ein Schnäppchen gemacht.
Gruß Ingo
ingoweimar
29.09.10, 12:48
In einem Überraschungspaket mit DDR-Artikeln waren auch 3 Messer drin.Unter anderem ein 7 teiliges Modell 900 (Foron), dass hier bereits vorgestellt wurde. Das Highlight ist aber ein Jagdtaschenmesser der Firma
Dittert&Co aus Neustadt in Sachsen.
Zur Firma habe aus Neustadt folgende Info erhalten:
1864 Gründung der Chirurgieinstrumenten- und Messerfabrik Dittert &. Co. in Neustadt
1871 275 Arbeiter beschäftigt, produzierte bis zur Wende 1989/90 vorzugsweise Taschenmesser in der Dresdner
Straße 47
1972 verstaatlicht
1975 - 1989/90 Betriebsteil des VEB SESTA Sebnitz (Messerproduktion)
Und hier 2 Bilder des Messers:
http://img413.imageshack.us/img413/7868/jmdittert1.jpg
Es mußte zwar etwas gereinigt werden, ist aber jetzt ein kleines Schmuckstück.
Hergestellt wahrscheinlich um 1950 rum, da Mitte der 50 er in der DDR Messer mit nichtrostendem Stahl gebaut wurde. Das ist aber nur eine Vermutung, dass das auch bei Dittert so erfolgte.
http://img214.imageshack.us/img214/2033/jmdittert2u.jpg
Viel Spass beim Betrachten.
Gruß Ingo
Also ich finde das Logo sehr interessant.
Weiß einer von Euch den Hersteller?
F.A. Recknagel, Steinbach-Hallenberg/Thüringen
Grüße
cut
ingoweimar
21.01.11, 15:13
Die 2 Messer aus Beitrag 159 haben Anschluss bekommen. Zu der Variante 1 und 2 Klingen+Korkenzieher, kam die Variante 3 Klingen+Kork. dazu. Das Schöne daran, einmal mit Hirschhorngriff. Fehlt mir nur noch die Variante 1 Klinge+Korkenzieher und Klingen+Ko. (Wobei bei der letzten Variante ein sogenannter Entenhaken die zus. Klinge ist.) Mal sehen, wieviel Jahre es dauert... ;-)
Von einem Forumsmitglied habe ich erfahren, dass es sich bei den Messer um die Serie 85/1,85/2usw. handelt.
So nun Bilder:
http://img146.imageshack.us/img146/7694/jtm4stck.jpg
http://img98.imageshack.us/img98/7694/jtm4stck.jpg
Und noch 2 kleine Bildchen:
http://img412.imageshack.us/img412/7694/jtm4stck.th.jpg (http://img412.imageshack.us/i/jtm4stck.jpg/)
http://img211.imageshack.us/img211/7694/jtm4stck.th.jpg (http://img211.imageshack.us/i/jtm4stck.jpg/)
Länge der Messer: 21cm,Klinge 9cm
Interessanter Thread und wenn man bedenkt, daß Leegebruch
quasi bei mir vor der Haustür liegt, werde ich mich wohl
mal etwas intensiver mit dem Thema beschäftigen.
Bisher konnte ich nur zwei GML ergattern.
Das Blaue ist ein Flohmarktfund und schon ziemlich abgenutzt,
das 'Toledo' stammt aus der Bucht.
Ich nehme mal an das das 'ROFR' unter dem 'GML' eine Abkürzung für Rostfrei sein soll?
http://i671.photobucket.com/albums/vv76/_Thomas/Knives_1/GML_1.jpg
ingoweimar
28.02.11, 13:46
2 schöne Messer.Das Blaue ist ziemlich schwer zu bekommen. Ich habe es nicht, obwohl ich um die 60 GML mein Eigen nenne.
Die Abkürzung steht für Rostfrei, hast Du richtig vermutet.
Gruß Ingo
Thüringer1966
06.03.11, 17:55
F.A. Recknagel, Steinbach-Hallenberg/Thüringen
Grüße
cut
Das kann ich nur bestätigen. Falls es interessiert, hier ein paar Infos zu der Firma:
Gründung 1884, aber noch keine Messerfertigung, sondern u. a. Friseurartikel
1948 Anfrage der sowjetischen Armee nach Fertigung eines Offiziers-Taschenmessers, Beginn der Messerfertigung unter schwierigen Bedingungen im Nachkriegsdeutschland (Mangel an Know-How, Material, Maschinen...)
Fertigungsprogramm: Taschenmesser, Kabelmesser, Fahrtenmesser, Küchenmesser (Fotos werden nachgelíefert)
Steigerung der Qualität u. a. durch Verwendung schwedischen Stahls
Auszeichnungen, u. a. "Gütezeichen Q"
regelmäßige Ausstellung auf der Leipziger Messe
Markenzeichen: "Reck" sowie der bereits gezeigte Nagel am Reck = "Recknagel"
Gegen letzteres Zeichen legte übrigens die Solinger Firma Zwilling Einspruch wegen angeblicher zu großer Ähnlichkeit mit ihrem Zeichen ein.
1972 Enteignung der Firma und Eingliederung in das Kombinat Haushaltswaren. Die Produktion qualitativ guter Messer tritt zugunsten anderer Produkte (u. a. Spachtel, Tapetennahtroller und Zirkel) in den Hintergrund. Zur Wende wird nur noch ein Kabelmesser mit Kunststoffgriff hergestellt.
Da der Aufwand, wieder eine marktfähige Messerproduktion aufzubauen, zu groß war, und aufgrund der starken Konkurrenz u. a. aus der Schweiz, wurde die Firma geschlossen.
Viele Grüße an alle Messerfans!
Thomas
ingoweimar
06.03.11, 22:08
Fertigungsprogramm: Taschenmesser, Kabelmesser, Fahrtenmesser, Küchenmesser (Fotos werden nachgelíefert)
Viele Grüße an alle Messerfans!
Thomas
Klasse Thomas, da freue ich mich drauf. Ich habe 2 Taschenmesser, die dieses Logo (hier von einer Scheide Fahrtenmesser) haben.
http://img713.imageshack.us/img713/4779/recknagel.jpg (http://img713.imageshack.us/i/recknagel.jpg/)
Auch Recknagel soweit ich erfahren habe.
Beste Grüße von einem Thüringer, Baujahr 1967 :hmpf:
Thüringer1966
09.03.11, 18:54
Hallo zusammen,
hier die versprochenen Fotos von Messern der ehemaligen Firma F. A. Recknagel in Steinbach-Hallenberg / Thüringen:
http://www.pgm-online.org/Recknagel/Recknagel-Armeemesser.jpg
Das Armeemesser wurde so oder ähnlich ursprünglich für die Sowjetarmee hergestellt, später aber auch frei verkauft (7,95 Mark).
http://www.pgm-online.org/Recknagel/Recknagel-Taschenmeesser.jpg
Hier ein Kabel- und verschiedene Taschenmesser von F. A. Recknagel. Die Holzschalen des Kabelmessers wurden später durch Kunststoffschalen ersetzt.
http://www.pgm-online.org/Recknagel/Recknagel-Kabelmesser-Detail.jpg
Detail des Buchenholz-Griffs und der Klinge mit dem "Recknagel".
http://www.pgm-online.org/Recknagel/Recknagel-Fahrtenmesser.jpg
Einige Fahrtenmesser, tw. mit gefräster Sägezahnung im Rücken.
http://www.pgm-online.org/Recknagel/Recknagel-Griffkompass.jpg
Manche Fahrtenmesser hatten eine Griffkompaß, auf den ich mich allerdings nicht verlassen würde :hmpf:
http://www.pgm-online.org/Recknagel/Recknagel-Mini-Fahrtenmesser.jpg
Dann gab es noch ein Mini-"Fahrtenmesser".
http://www.pgm-online.org/Recknagel/Recknagel-Logo.jpg
Hier noch einmal das Firmenlogo, das einen Nagel an einer Reckstange = "Recknagel" zeigt.
Viele Grüße
Thomas
ingoweimar
09.03.11, 23:01
Das sind meine beiden Recknagel, die Art wie das 2. auf dem 2. Bild.
Das Logo auf der Klinge ist nur noch bei Tageslicht halbwegs sichtbar.
http://img713.imageshack.us/img713/2406/recknagel1.jpg (http://img713.imageshack.us/i/recknagel1.jpg/)
http://img545.imageshack.us/img545/4287/recknagel2.jpg (http://img545.imageshack.us/i/recknagel2.jpg/)
Gruß Ingo
Nachgereicht: Das Recklogo auf dem oberen Messer. Kaum erkennbar und daneben ist das Gütezeichen-Dreieck.
http://img703.imageshack.us/img703/1122/recklogo.th.jpg (http://img703.imageshack.us/i/recklogo.jpg/)
ingoweimar
11.03.11, 17:10
In einer alten DDR-Sani-Tasche habe ich ein Messer entdeckt. Es ist von der Machart absolut schlicht und weisst auch keine Marke auf. Der noch komplette Inhalt weisst die Tasche dem Jahr 1966 zu.
http://img863.imageshack.us/img863/7703/messersani2.th.jpg (http://img863.imageshack.us/i/messersani2.jpg/)
I somehow missed this thread about the GML knives.
I have a GML-stamped knife I've never seen before. It's a lockback model like some other knives posted in this thread, but mine is an auto. Anyone seen this knife before?
http://i164.photobucket.com/albums/u24/Desktop_bucket/tab_release_01.jpg
http://i164.photobucket.com/albums/u24/Desktop_bucket/tab_release_02.jpg
http://i164.photobucket.com/albums/u24/Desktop_bucket/tab_release_03.jpg
http://i164.photobucket.com/albums/u24/Desktop_bucket/tab_release_04.jpg
http://i164.photobucket.com/albums/u24/Desktop_bucket/tab_release_05.jpg
I somehow missed this thread about the GML knives.
I have a GML-stamped knife I've never seen before. It's a lockback model like some other knives posted in this thread, but mine is an auto. Anyone seen this knife before?
Das ist ein sehr altes "Springmesser" aus Leegebruch.
Die Klinge springt auf Druck auf die Klingenverriegelung seitlich heraus.
In Leegebruch wurden auch sogenannte Fallmesser angefertigt.
Zum einen für das Militär mit Holzgriffschalen, aber auch zivil - mit schwarzen Griffschalen.
ingoweimar
14.03.11, 15:50
I never seen such a knife before. Very nice.Thank you for showing.
Best regards, Ingo
Hallo,
hier habe ich vier DDR Gärtner- Taschenmesser.
- Schwunghippe
- Baumschulhippe
- Kopulierhippe
- Okuliermesser mit Messinglöser
107817107818
Die Kopulierhippe habe ich mal in einer Palette gefunden, da war sie schon so verschliffen wie auf dem Bild. Eine Zeitlang benutzte ich sie als Bandmesser/Allzweckmesser. Die anderen habe ich aus dem Lager der Baumschule bekommen, in der ich arbeitete.
Mila
Here are a few lockback hunters that I've recently acquired. Does anyone know who made the 'Rostfrei'?
http://i164.photobucket.com/albums/u24/Desktop_bucket/picture_01.jpg
http://i164.photobucket.com/albums/u24/Desktop_bucket/picture_02.jpg
http://i164.photobucket.com/albums/u24/Desktop_bucket/picture_03.jpg
http://i164.photobucket.com/albums/u24/Desktop_bucket/picture_04.jpg
http://i164.photobucket.com/albums/u24/Desktop_bucket/picture_05.jpg
Hi,
rostfrei (german) = stainless (steel) (engl.)
Greets
buba911
Hi,
rostfrei (german) = stainless (steel) (engl.)
Greets
buba911
Thanks buba911!
What I was trying to ask was: "What cutlery company" produced the knife that has the "Rostfrei" tang stamp in my first picture above?
ingoweimar
11.05.11, 22:16
Für alle Freunde von Leegebrucher Messern.
Im letzten Messer Magazin ist ein vierseitiger Beitrag über die GML drin. Lesenwert!
Gruß Ingo
swissbianco
13.05.11, 15:18
genau, und laut herrn wieland soll im kommenden mm mein leserbrief zur qualitatsaussage abgedruckt werden.
schade das die adler sak nicht mehr in der form nicht mehr hergestellt werden.
Grüße an alle DDR-Messer-Auskenner,
vielleicht paßt zur "Taschenmesser der DDR"-Rubrik meine Frage nach einem "Taschenmesser", wie es zur GST-Standardausrüstung von ZK10-Segelkuttern als Bordwerkzeug gehörte.
Bescheibung:
Griffschalen aus grauem PVC, Unterlage, Feder und Nieten aus Edelstahl,
Klinge, nicht zum Feststellen, ca. 8 cm lang, (Spleiß-)Dorn gerade, ca. 8 cm lang, feststellbar, Drehpunkte für Klinge und Dorn liegen an entgegengestzten Enden, der Feststell-(bzw. Löse-)bügel dient gleichzeitig als Trageöse, sehr stabile Verarbeitung, Außenkonturen abgerundet, Gesamtlänge zusammengeklappt ca. 10 cm. An eine Herstellermarke auf der Klinge kann ich mich nicht erinnern, ebensowenig an die genauen Abmessungen, das Messer ist leider in den WENDEwirren aus dem Bordwerkzeug entWENDEt worden.
Vielleicht erinnert sich jemand an ein derartiges Messer oder kann weitere hilfreiche Angaben machen? Ähnliche Messer sind heutzutage noch mit schwarzen Griffschalen bei der Bundeswehr/Bundesmarine gebräuchlich.
Besten Dank für Euer Interesse oder die Hilfe.
Ahoi!
KOCH
Nachtrag: Ein sogenanntes Takelmesser...
Bei den ganzen Bildern hier werden Erinnerungen wach.
Ich selbst hab nur ein kleines Messer aus Leegebruch, aber mein Vater hat irgendwo noch jede Menge alter Messer aus der DDR.
Einige davon habe ich hier auch schon auf Bildern wiedererkannt.
What I was trying to ask was: "What cutlery company" produced the knife that has the "Rostfrei" tang stamp in my first picture above?
Hello Desktop,
I guess, this knive was produced by MIKOV, a company from Czechoslovakia or now Czech republic. This cutlery still exists and produces similar knives (http://www.mikov.cz/index.php?lng=en&id=92&doc=&id_katalog=54).
Best regards
Winfried
Grüße an alle DDR-Messer-Auskenner,
vielleicht paßt zur "Taschenmesser der DDR"-Rubrik meine Frage nach einem "Taschenmesser", wie es zur GST-Standardausrüstung von ZK10-Segelkuttern als Bordwerkzeug gehörte.
Bescheibung:
Griffschalen aus grauem PVC, Unterlage, Feder und Nieten aus Edelstahl,
Klinge, nicht zum Feststellen, ca. 8 cm lang, (Spleiß-)Dorn gerade, ca. 8 cm lang, feststellbar, Drehpunkte für Klinge und Dorn liegen an entgegengestzten Enden, der Feststell-(bzw. Löse-)bügel dient gleichzeitig als Trageöse, sehr stabile Verarbeitung, Außenkonturen abgerundet, Gesamtlänge zusammengeklappt ca. 10 cm. An eine Herstellermarke auf der Klinge kann ich mich nicht erinnern, ebensowenig an die genauen Abmessungen, das Messer ist leider in den WENDEwirren aus dem Bordwerkzeug entWENDEt worden.
Vielleicht erinnert sich jemand an ein derartiges Messer oder kann weitere hilfreiche Angaben machen? Ähnliche Messer sind heutzutage noch mit schwarzen Griffschalen bei der Bundeswehr/Bundesmarine gebräuchlich.
Besten Dank für Euer Interesse oder die Hilfe.
Ahoi!
KOCH
Im Netz wird dieses DDR Messer oft als Bootsmesser oder Bootsmannsmesser angeboten, ich selbst suche es auch noch...
Ein Hersteller ist nicht auf der Klinge bzw. dem Griff.
genau, und laut herrn wieland soll im kommenden mm mein leserbrief zur qualitatsaussage abgedruckt werden.
Ich habe den im Messermagazin 3/2011 abgedruckten Leserbrief gelesen. In ihm wird "entschieden" die Aussage zurückgewiesen, dass die bei Adler hergestellten Taschenmesser im "Swiss-Army-Look" in der Qualität den Schweizer Taschenmessern nicht nachstanden.
Der Autor des Leserbriefes gibt an, er habe damals mit Adler zusammengearbeitet und besitze eine Anzahl dieser Messer. Die Qualität sei nicht schlecht, "aber die Detailverarbeitung ist weit von dem entfernt, was Wenger oder Victorinox anbieten".
Einen Eindruck von den Adler-Messern solle man durch die Produkte der Firma Mikov erhalten, die Nachbauten der Schweizer Messer immer noch herstellen.
Mich wundert, dass in einem Fachmagazin dieser doch eher oberflächliche und eigentlich nichtssagende Leserbrief abgedruckt wurde. So verrät der Leserbrief nicht, welche Details genau den Qualitätsunterschied ausmachen sollen. Der Hinweis auf die Produkte einer anderen Firma (Mikov), die vielleicht dieselben Maschinen benutzt, aber nicht über dieselben Fachkräfte oder Firmenphilosophie verfügen muss, finde ich etwas abenteuerlich.
Des Weiteren ist in dem Leserbrief ausschließlich von "Adler-Messern" die Rede. Der Artikel im MM 2/2011 handelte jedoch von der (Genossenschaft) Messerschmiede Leegebruch, die seit 1946 bestand und erst seit 1991 in Adler Messer umbenannt wurde. Die Messerschmiede firmierte also nur über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum unter diesem Namen.
Auch scheint der Autor des Leserbriefes nur Produkte aus dem Zeitraum der neunziger Jahre zu kennen, als die Messerschmiede sich bereits im Niedergang befand.
Die Intention des Lesebriefes zur Verteidigung der überlegenen Qualität der Schweizer Taschenmesser gegenüber einer untergegangen Firma bzw. deren Produkten ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Eigentlich haben die Schweizer-Taschenmesserriesen so etwas nicht nötig, ihre Qualität ist allgemein bekannt und geachtet.
Was die Qualität der Taschenmesser der Messerschmiede Leegebruch angeht, bin ich zum Glück nicht auf solche unsubtantiierten Aussagen wie in dem Leserbrief angewiesen. Eine Reihe von Taschenmessern aus Leegebruch aus verschiedenen Produktionszeiträumen sind durch meine Hände gegangen, einige besitze ich auch noch, so dass ich in einem gewissen Ausmaß mir mein eigenes Urteil bilden kann.
Angesichts der hohen produzierten Stückzahlen ist es natürlich etwas problematisch, aufgrund der Exemplare, die man zufällig in die Hände bekommt, verallgemeinernde Schlussfolgerungen zu ziehen. Daher will ich auf positive oder negative Aspekte, die mir nur bei einzelnen Taschenmesser aufgefallen sind, nicht eingehen (z. B. hatte ein Exemplar aus den 60er Jahren eine zu starke Federspannung, was etwas heißen will, da ich starke Federn eigentlich mag).
Bei allen Taschenmessern (egal aus welcher Zeit) ist mir aufgefallen, dass der Ausschliff der Klingen weniger fein war, also die Dicke der Klinge zur Schneide hin zu groß geblieben ist, was ungünstige Auswirkungen auf die Schneidfähigkeit hat.
Der vergleichsweise geringere Ausschliff zeigte sich z. B. beim Anbringen eines für Taschenmesser recht gängigen Schneidenwinkels von 40 Grad (20 pro Seite). Dieser Schneidenwinkel erzeugte eine im Vergleich sehr (in meinen Augen zu) breite Facette.
Die Schweizer Taschenmesser bieten hier einen feineren Ausschliff (werden aber von alten Taschenmessern aus Sheffield oder Solingen noch übertroffen).
Die gröbere Klingengeometrie ist der einzige Aspekt, der mir bei allen Exemplaren aus Leegebruch, die durch meine Hände gegangen sind, negativ aufgefallen ist. Bei den wenigen Taschenmessern in unbenutztem Zustand war der Original-Abzug nicht besonders scharf.
Nach mir vorliegenden Angaben wurden die Klingen der GML-Taschenmesser-Modelle 600 und 900 auf 58 HRC gehärtet. Die Härte liegt damit über der mir für die Schweizer Taschenmesser bekannten Härtung auf 56 HRC mit den entsprechenden positiven Auswirkungen auf die Schnitthaltigkeit. Hiermit wäre somit ein Punkt gegeben, bei dem die Taschemesser aus Leegebruch den Schweizern überlegen waren.
Jedenfalls gehörte die Schweiz neben anderen westlichen Ländern zu einem besonders großen Abnehmer der GML-Taschenmesser; und dies zu einer Zeit, als die Schweizer Taschenmesser-Hersteller längst selbst eine führende Weltmarktstellung eingenommen hatten.
So groß kann der Qualitätsunterschied (so er denn tatsächlich vorhanden war) nicht gewesen sein. Er rechtfertigt gewiss kein "entschiedenes" Abstreiten einer Qualitätsgleichsetzung.
Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Messerschmiede Leegebruch, die nach dem Krieg quasi aus dem Nichts eine hoch qualitative Messerproduktion aus dem Boden gestampft hat. So wurden in den ersten Jahren Materialien zur Messerherstellung noch aus den Trümmern des alten Henkels Flugzeugwerkes vor Ort geborgen. Die Vertriebenen aus Nixdorf hatten nur wenige Maschinen in ihre neue Heimat mitnehmen können. Nach dieser schwierigen Anfangszeit und unter den Bedingungen sozialistischer Planwirtschaft entwickelte sich nichtsdestotrotz ein erfolgreicher Exporteur von Schneidwaren.
Danke Torel.
Noch ein paar Anmerkungen zur GML:
Die Gründer der GML wurden laut einer Denkschrift aus 1956 nicht vertrieben, sondern sie gingen alle freiwillig in die damalige SBZ.
Ein Genossenschaftsanteil der GML kostete damals 150 RM und konnte in bis zu drei Raten entrichtet werden.
Ich finde den Leserbrief einfach nur peinlich, geschrieben von jemandem, der sich kaum bzw. gar nicht mit dem Traditionsbetrieb beschäftigt hat.
Vor kurzem noch stand im Archiv der Nachfolgefirma (Herr Schuhmacher) ein Ordner, der die Geschäftsbeziehungen mit der Firma PUMA bewies...
Dieser Ordner ist seit kurzem verschwunden...
Dieser Herr Schuhmacher war damals der Herr aus dem Westen, der die Verträge mit den Firmen in der alten BRD arangierte...
Hallo Zusammen,
auf dem letzten Flohmarkt wo ich war, habe ich schönes Toledomesser von der GML für einen Euro "ergattern" können. Ist noch tip top. Lediglich ein paar Kratzer auf den Klingen. Die Schere schneidet auch noch recht passabel. Jetzt ist ist mein bevorzugtes "Anzugmesser", wenn ich mal Krawatte tragen muss. Klein, flach, passt in jede Westentasche.
Tschüss und schöne Pfingsfeiertage, Peter (pgj)
ingoweimar
25.06.11, 19:42
Auf der Seite des Leegebrucher Geschichtsverein kann der Artikel als PDF gelesen werden:super: :
http://www.leegebruch.info/texte/seite.php?id=94486
Gruß Ingo
1825 Johann Gottlob Erber gründet eine Werkstatt zur Herstellung chirurgischer Instrumente und Messer
1857 entstehen daraus die Vereinigten Erberschen Stahlwaren (die Messer sind in aller Welt gefragt)
1889 - 1930 ist das Werk im Besitz der Fa. J. A. Henkels, Zwillingswerk Solingen,daraus entwickeln sich
1945 die Juliuswerke Neustadt, Herstellung von Berufsmessern
1966 Vereinigung mit dem VEB Emaillierwerk Neustadt, firmiert nun unter VEB Emaillier- und Schneidwaren,
Produkte: vor allem Messer für Handwerker
1968 Übernahme des Betriebes durch den VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen, Einstellung der Emaille- und Schneidwarenproduktion
Gruß Ingo
Hier ein Messer von Erber
http://de.myalbum.com/GroteFoto-PTY4GAYG.jpg
http://de.myalbum.com/GroteFoto-R6BWPAYQ.jpg
http://de.myalbum.com/GroteFoto-4NOUWOAE.jpg
Spannend die Verbindung der Unternehmen.
ingoweimar
06.11.11, 18:07
In den 1920er Jahren hatte diese Firma eine enorm umfangreiches Herstellprogramm and Messern jeglicher Art die zumeist mit dem Markenzeichen eines Ankers in einem Kreis den Buchstaben FF versehen waren. (Und in den 30er Jahren wurden auch SA-Dolche hergestellt.)
Gestern hatte ich das Vergnügen ein Messer in der Hand zu halten.Leider durfte ich es nicht behalten.
http://img803.imageshack.us/img803/8932/logofranzfrenzel.jpg (http://imageshack.us/photo/my-images/803/logofranzfrenzel.jpg/)
ingoweimar
09.11.11, 15:11
Hab dieses Messer erworben, weil ich der Meinung war, dass es DDR-Produktion ist. Kennt jemand das Hammer/Sichel-Logo?
http://img6.imageshack.us/img6/1761/messerhammerundsichel.jpg (http://imageshack.us/photo/my-images/6/messerhammerundsichel.jpg/)
Gruß Ingo
Hersteller:
Tyrnowo, Bulgarien
ingoweimar
09.11.11, 23:24
Besten Dank, durch die Auskunft hab ich auch die Bildmarke von Tyrnowo wieder gefunden, die Du mal eingestellt hattest:
http://www.messerforum.net/showpost.php?p=630876&postcount=23
In dieser Form sind Hammer und Sichel auf 5Levascheinen aus den 50ern.
http://www.muenzauktion.com/steidl/pic/0082a-bul-1951-r.jpg
Gruß Ingo
ingoweimar
17.01.12, 14:06
Das Blaue ist ein Flohmarktfund und schon ziemlich abgenutzt,
das 'Toledo' stammt aus der Bucht.
http://i671.photobucket.com/albums/vv76/_Thomas/Knives_1/GML_1.jpg
Seit heute habe ich auch ein Taschenmesser in der Ausführung wie das Blaue in meinem Besitz:
http://img851.imageshack.us/img851/4341/gmltmmarmoriert.th.jpg (http://imageshack.us/photo/my-images/851/gmltmmarmoriert.jpg/)
Hat Jahre gedauert endlich eines zu bekommen. Ist in einem klasse Zustand.
Gruß Ingo
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