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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Edelstahl für Backen? [auch Montage]



Seb
16.01.03, 15:56
Wo kriegt man halbwegs günstig ein Stück Edelstahl her, um Backen für ein Messer zu machen (so 1x5x10 cm) bisher hab ich sowas nur als Neusilber bei dobner gesehen, allerdings aweng teuer.

Seb

[HankEr: wg. Verlauf, Titel erw.]

Haudegen
16.01.03, 16:01
servus Seb,

schau mal bei stahlfirmen in die abfallcontainer.
bzw. schrottplatz.

grüsse,..

Armin II
16.01.03, 17:28
Schrottplatz!

Edelstahl und Messing so ca. 2 EURO / Kg

Aiwazz
16.01.03, 17:58
Dazu jetzt mal eine wirklich dämliche Newbie-Frage:

Wie erkenne ich denn, ob sich's bei dem Zeug im Schrottcontainer um verwendbares Edelstahlmaterial handelt?

Sorry, aber vielleicht bin ich ja nicht der einzige hier, der von Metall keine Ahnung hat.

Gruß

Aiwazz

Guenter
16.01.03, 18:20
Erstens wird es auf dem Schrottplatz normalerweise gesondert gesammelt.
Zweitens ist es nicht verrostet und hat als Blech oder Profil eine mattgraue Oberfläche.
Drittens ist es schwer.
Wenn es dann viertens nicht von Deinem mitgebrachten Magneten angezogen wird, dann ist es Edelstahl.
Wenn Du nach Endstücken Ausschau hältst, dann ist dort oft sogar die Stahl-Nummer eingeprägt. 1.4001, 1.4003 ud 1.4005 sins häufig zu finden und auch noch ganz gut zu bearbeiten. 1.457x (x ist beliebig von 1 bis 9) ist auch häufig und brauchbar, aber sehr schwer zu bearbeiten.
Und Rundstahl zum nieten nicht vergessen.

Aiwazz
16.01.03, 18:28
Merci Günter,

menno ich wußte noch nich mal, daß Edelstahl nicht von Magneten angezogen wird :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: :hmpf:

Was tät ich ohne dieses Forum :confused: :irre:

Herzlichen Gruß

Aiwazz

AchimW
16.01.03, 19:18
Kleine Korrektur, Günter. Das muss 1.4301, 1.4303 und 1.4305 heissen, nicht?

Gruss,
Achim

kababear
16.01.03, 20:08
Original geschrieben von Guenter
Wenn es dann viertens nicht von Deinem mitgebrachten Magneten angezogen wird, dann ist es Edelstahl.

naja dann ist wohl dein magnet nicht stark genug gewesen.. :D
(mein magnethalter zum flachschleifen hab ich aus neodym-magneten zusammengebastelt und der hält v2a-rundmaterial.. :) )

Tolstoi
16.01.03, 21:44
Hallo,

könnte mir mal bitte jemand erklären, welcher Stahl magnetisch ist, und welcher nicht ? Und vor allem wann und wann nicht ? :staun:

Grüße Tolstoi

Guenter
17.01.03, 04:46
@ AchimW: Grundsätzlich ja, meinte ich auch, obwohl die von mir genannten Stähle auch gehen.
@ kababear: bei rostfreiem Klingenmaterial ja, bei tatsächlichem V2A muß ich das erst sehen, um es zu glauben.

Armin II
17.01.03, 12:06
Das, was umgangssprachlich gemeinhin als V2A bezeichnet wir heisst korrekterweise 1.4301, und dabei handelt es sich um einen rostfreien Stahl mit austenitischem Gefüge, und das ist nunmal kaum magnetisch. lässt sich an jedem Edelstahlkochtopf, an jeder Küchenspüle und an jedem Essbesteck (ausgenommen eingesetzte Klingen) nachprüfen!

DeadlyEdge
17.01.03, 13:19
V2A ist leicht magnetisch. Wenn der Magnet stark ist, greift er schon etwas. Am besten sieht man es bei kleinen leichten Spännen.
Grüße,
Martin

luftauge
17.01.03, 13:51
Der Magnet hilft sowieso kaum weiter, weil die brauchbarsten Stücke alle am Containerboden liegen, während die großen Spülbecken und Gehäuse oben drauf liegen, dann kommen die Rohre, danach die Winkelprofile, ... :D :D

Regelmässig hingehen, oder besser gleich in eine Metallbaufirma, da findet man auch kleinere Stücke in passenderen Abmessungen.

Gruß Andreas

darley
17.01.03, 16:57
ich habe die ersten entwürfe und die passenden balsa-modelle hier liegen und einige stücke stahl von recknagel in 50 cm länge.

wenn ich mir die modelle auf die stahlstreifen legen, dann bleibt da eigentlich immer irgendwo ein bisserl übrig, aus dem man ausreichend große backen fabrizieren kann.
wenn nicht, einfach 1 cm breiter nehmen, dass macht 1 bis max. 2 euro mehr.
dafür fahre ich doch nicht extra auf den schrottplatz und versaue mir die klamotten beim wühlen!

dann hat man klinge und backen aus einem stahl.
so ab 4mm stärke müsste das auch ordentlich zu dimensionieren sein.

ne kleine zusatzfrage?
muss/kann man solche backen dann extra härten lassen oder reichts auch so?
sorry: bin doof, muss fragen :irre:

bernd

Guenter
17.01.03, 17:20
@ darley: grundsätzlich muß man nichts, wenn man die Beschläge aber gleich rostfrei (rostbeständig) wie die Klinge haben will, dann schon.
Aber es kommt ja noch mehr dazu. Wenn man die Backen nicht nur kleben will, und das würde ich nie machen, muß man sie vernieten (es sei denn, man hat ein Punktschweissgerät, das über 12 bis 15mm dickes Material schafft). Beim Klingenmaterial heißt das, erst mal Stifte aus dem gleichen Material drehen. Das Material läßt sich außerdem noch relativ schlecht vernieten. Fällt alles bei VA-Stählen weg. Und auf "meinem" Schrottplatz liegt so viel, daß es nicht in Containern ist, sondern auf großen Haufen frei zugänglich. Das einzige Problem ist, das Material ist nicht immer gerade dann in den richtigen Abmessungen vorhanden, wenn man es braucht. Man muß schon etwas Vorratswirtschaft betreiben.

darley
17.01.03, 17:23
@ günther

warum müssen die stifte aus dem gleichen material sein?
wegen der optik?

kann man doch verdeckt anbringen.
ein paar kerben für den kleber reingedremelt und fertig.
denke ich mir jedenfalls so in meinem jugendlichen leichtsinn!

bernd

Guenter
17.01.03, 18:01
Ist ja auch nur meine Ansicht, da ich mit genieteten Backen bisher noch keine Probleme hatte, mit gelöteten und geklebten schon. Auch bei verdeckten Stiften, die sich bei Schlagbelastung (runterfallen) gelöst hatten. Eine wirklich gute Metall auf Metall Klebung erfordert einen höheren Aufwand als eine Nietverbindung. Und da ich sowieso jeden Samstag auf dem Schrottplatz bin, während meine Frau einkauft...

luftauge
18.01.03, 10:31
Guenter Du Glücklicher !
Ich muss jedesmal das kleine Berggeschirr mitnehmen, wenn ich zum Schrott gehe, dafür habe ich den Stahlschlüssel jetzt auch immer mit dabei, da liegt meist mehr drin, als man sonst annimmt, wenn man Glück hat, steht wirklich noch die Stahlsorte drauf, ich hoffe noch auf 4528 !

Gruß Andreas

Guenter
18.01.03, 12:49
Oder 1.4535. Aber die beiden Sorten kann man auch recht gut mit dem Magneten identifizieren.

Es ist auch nicht so, daß ich nie solche verdeckten Stifte mit Verklebung benutze. Bei anderen als Metallbacken fast immer: Sackgewinde M4 oder M5 in die Backen, Gewindestifte M3 oder M4 als Stifte. Löcher mit Flüssigmetall füllen, übrige Backen mit 2-Komponentenkleber einstreichen und drauf. Das Flüssigmetall verbindet die beiden Gewinde wie verschraubt. Würde sicher auch bei Metallbacken halten, ist mir aber unsympatisch und funktioniert erst bei einer Dicke der Backen über 5mm vernünftig.
Eine Klebstelle sollte immer mindestens so viel aushalten, wie das schwächere Material. Das ist bei Metall-Holz-Kunstoff-Verbindungen mit modernen Klebern relativ leicht zu erreichen, optimale Metall-Metall-Verbindungen erfordern eine sorgfältige Klebstellenvorbereitung und genaues Warmaushärten.

Silkcut
18.01.03, 22:47
Ich schmeiß mich weg,
alles was ich verbaue ist aus dem Schrott (von V2A bis V4A etc.), dazu ein paar cm Schweißdraht vom WIG-Schweißer zum Vernieten und gut is.
Meine Messer sind zum Gebrauchen und nicht für den Sammler.

darley
19.01.03, 00:47
achtung! ganz doofe anfängerfrage:

ich hab in meinem leben noch keinen niet gesetzt - bin halt schreiner!

wie macht man dass?

stift ein bisserl länger lassen, durchstecken, auf beiden seiten etwas breitschlagen und das überstehende plan feilen??

so stelle ich mir das jedenfalls vor.

bernd

Guenter
19.01.03, 09:59
Im Prinzip, ja.
Nur hält der Niet in dem Fall nur kraftschlüssig, wie es so schön heißt; d.h.er hält nur durch die Kraft, welche die Reibung des Niets in der Bohrung aufrecht hält. Diese Art kann sich leicht lösen.
Die Bohrung sollte sich nach außen hin erweitern und der Niet sollte mit einem Niethammer mit kugeliger Bahn so getrieben werden, daß er dieses Loch auch bis zum Grund hin ausfüllt: formschlüssige Vernietung, weil die Form der beiden Teile auch ohne weitere Kraft die Verbindung hält. Eine weitere formschlüssige Verbindung wäre die Vernietung mit aufgewölbtem Kopf.
@ Silkcut: Der Schweißdraht ist ja auch aus einem gleichen oder sehr ähnlichen Material, ist häufig auch meine Wahl.
---------Zitat Anfang----------
Meine Messer sind zum Gebrauchen und nicht für den Sammler.
---------Zitat Ende------------
Das ist bei mir zu 99% ebenfalls der Fall(zumindest meine Absicht). Da es im Endeffekt aber sicher bei einem Verhältnis vonn 50 zu 50 bleibt, sollte man die Sammlerfraktion nicht vernachlässigen. Außerdem ist es nur ein verhältnismäßig kleiner Aufwand im Verhältnis zur Gesamtarbeit, diesem Punkt etwas Aufmerksamkeit zu schenken.

darley
19.01.03, 11:18
danke guenther,
das war sehr anschaulich und hilfreich.
und mit sicherheit viel besser als kleben.

also mal wieder zum werkzeughändler meiner wahl und nen niethammer kaufen.

meine brieftasche fängt schon an zu wimmern, wenn ich nur in die nähe dieses lades komme :D :D

bernd

Tierlieb
19.01.03, 11:58
Bereite Dich schon mal auf was vor: Für meinen Polierhammer mit kugeliger Bahn habe ich damals 50DM auf den Tisch gelegt (bei heller und Köster).
Das schreit geradezu "Selber machen!". Wenn Du die Möglichkeiten dazu hast.

MfG, Tierlieb

Guenter
19.01.03, 13:53
@ darley:
zusätzlich zum vernieten einen relativ dünnflüssigen und langsam abhärtenden Kleber zu verwenden ist manchmal recht hilfreich, besonders, wenn man mit Damastklingen und den damit verbundenen unebenen Oberflächen arbeitet. Dichtet schön sauber ab, wenn man die noch frische Klebestelle vernietet. 2 Punkte, auf die man achten sollte: sofort den überflüssigen Kleber abwischen, und keinen Kleber in die Nietlöcher gelangen lassen, wenn man die Vernietung unsichtbar haben will.
Wie Tierlieb schrieb, ist ein solcher Originalhammer recht teuer. Wenn auch ein Hammer mit einer gehärteten Bahn schneller und besser treibt, ein selbst angeschliffener und polierter Schlosserhammer (300g) tut es auch. Kugelfläche ca. wie ein Tennisball schleifen. Schnelle, genaue und nicht zu harte Schläge treiben besser als mit aller Macht.

darley
19.01.03, 15:52
Die Bohrung sollte sich nach außen hin erweitern
was heißt das konkret:
einfach den bohrer etwas unsauber aus dem bohrloch führen oder mit dem aufreiber eine fase an den inneren rand bringen?

wie genau ist die bezeichnung des schweißdrahts, den man verwenden kann?
sorry, aber ich muss immer alles ganz genau wissen:ahaa:

ich hoffe aber, meine neugier ist dann endlich gestillt :cool:

bernd

Silkcut
19.01.03, 18:27
@Guenter: Außerdem ist es nur ein verhältnismäßig kleiner Aufwand im Verhältnis zur Gesamtarbeit, diesem Punkt etwas Aufmerksamkeit zu schenken.
Sehe ich auch so und sollte nicht anders rüberkommen.
@darley: Aufreiber
Ich benutze dafür eine konische Reibahle (Werkzeugladen...), auf keine Fall einen Senker verwenden. Noch'n Tip, Bohrungen nicht zu nah an den Rand setzen.

Guenter
19.01.03, 19:02
"Mit dem Aufreiber eine Fase an den inneren Rand bringen" ist schon ganz gut, nur sollte dieser Aufreiber möglichst einen wesentlich steileren Winkel als die üblichen 45° haben. Je flacher der Winkel ist, desto breiter und schärfer ist der äußere Rand des Nietkopfs.
Keinen ausgeprägten Kopf zu erzeugen ist die beste Lösung. Das bedeutet, das Loch nur gleichäßig nach außen zunehmend etwas erweitern, 0,5 bis 1mm genügen. Dies kann man u.U. mit der Zentrierspitze eines Holz-Flachbohrers mit Hand vornehmen, oder mit Zentrierbohrern für die Drehbank in der Standbohrmaschine. Hierbei sind die sog. Radius-Zentrierbohrer von Vorteil, weil sie eine erweiterung schaffen, die genau der natürlichen Aufweitung eines Niets beim Handvernieten entspricht; d.h., das Loch wird vollständig gefüllt.
Die Nietstifte sollten je nach Passung nur 2 - 3mm je Seite überstehen und an jedem Ende stark angefast sein. Dadurch geht der Druck beim Hämmern zunächst mehr in die Tiefe und man vermeidet, daß der Rand des Stiftes sich sofort aufbördelt und schon gut vernietet zu sein scheint, beim Abschleifen aber ein Spalt um die Stifte sichtbar wird.
Und dann üben.
Schweißstäbe für's Autogenschweißen u.ä. haben gewöhnlich eine abgeflachte Stelle, an der die Bezeichnung aufgebracht ist. Übliche und geignete Sorten sind 1.4302, 1.4316 oder 1.4551.
Neugier ist nur etwas, wenn rein um des Fragens willen gefragt wird, sonst ist es Wissensdurst.

Guenter
19.01.03, 19:08
@ darley: konische Reibahle ist nicht schlecht, ist mir aber etwas zu wenig konisch, da die steilsten 1:10 sind. 1:5-Reibahlen wären ideal.
Der Tip mit "nicht zu dicht an den Rand setzen" ist richtig. Man merkt sehr rasch, wie stark Niete das Grundmaterial treiben können.

darley
19.01.03, 19:24
Neugier ist nur etwas, wenn rein um des Fragens willen gefragt wird, sonst ist es Wissensdurst.
wenn du das so siehst, dann bin ich halt sehr durstig!

nicht so nah an den rand hätt ich eh nicht gemacht.
das mit dem anfasen klingt wichtig und richtig.

danke an alle für tipps und geduld.

wenn die werkstatt endlich eingerichtet ist, werd ich wenn es an die guards geht, erstmal tüchtig üben müssen.

so als ex-holzwurm muss man sich an's metall ja erstmal rantasten.
hoffentlich reicht mein talent überhaupt für zufriedenstellendes aus :confused:

sorry seb, dass ich deinen thread etwas zur fragestunde gemacht habe!

bernd

Moses
14.02.03, 07:02
Damit der Niet fest in den Backen sitzt bohre ich zuerst immer mit einem 3 mm Bohrer durch und anschließend von der Außenseite der Backen mit einem 3,5 mm Bohrer, sodaß vom Backenmaterial dann noch ca. 2 bis 3 mm mit Bohrungsdurchmesser 3 mm stehen bleiben.
Funktioniert recht gut.